Patenschaft für das Sühnekreuz im Tannhörnle (Redaktion)

Die „Rechtsgrundlage“ war eine allgemeine Verordnung des einstigen „Reichsführers SS“ Heinrich Himmler (1900–45), dem nationalsozialistischen Politiker und Organisator staatlichen Terrors.

In Villingen traf es den jungen Polen Marian Lewicki, der hier als Zwangsarbeiter beschäftigt war. (Vgl. Geschichts- und Heimatverein Villingen, Jahresheft XIII, 1988/89, S. 72 ff.) Im März

1942 wurde er an einer Eiche im Tannhörnle, wenige Meter südlich des sogenannten Sandwegles nach Pfaffenweiler, gehängt. Sein Verbrechen: Er liebte eine junge Villingerin und traf sich mit ihr. Die damals Achtzehnjährige berichtete: „Es war meine erste Liebe“.

Im März 1988 setzte der Geschichts- und Heimatverein Villingen dem Gedenken ein Sühnekreuz, das von einem deutschen und einem polnischen Priester geweiht wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In seiner Ansprache sagte der damalige Vorsitzende des Geschichtsvereins: „Wir sind nicht die Mörder und wir sind nicht jene Sünder, aber wir stehen mit diesem Kreuz für den deutschen Namen ein, der zu dieser Untat missbraucht wurde“. Seither    hatte    sich der Verein immer wieder um die Erhaltung und Pflege des einsamen Sandsteinkreuzes gekümmert. Doch es galt die Erinnerung an eine dumpfe Zeit mit ihren Verbrechen an der Menschlichkeit im     Bewußtsein zu halten. Wer wäre mehr dafür geeignet als eine Generation junger Menschen, die den Staffelstab einer bewahrenden Erinnerung auf Dauer an die nächste weiter reicht. Es war die gemeinsame Initiative von Günter Rath, dem amtierenden Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins Villingen, und seinem Vorgänger Werner Huger, Klemens Auberle, dem Leiter des Staatlichen Schulamts sowie dem Rektor der Grund- und Hauptschule Pfaffenweiler, Jörg Westermann, die „Tradierung des Bewußtseins“ anzuregen. Die Schüler der neunten Klasse der Grund- und Hauptschule Pfaffenweiler setzten die Idee in die Tat um. Am 25. März 2004 traf man sich im Klassenzimmer der Schüler. Günter Rath erinnerte noch einmal an die Ereignisse vor nunmehr 62 Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach wandten sich der Schulamtsdirektor und der Rektor der Schule an die Mädchen und Jungen und dankten ihnen ebenfalls für die Bereitschaft das Gedenkkreuz künftig zu pflegen und das Gedächtnis zu bewahren. Günter Rath übergab der Klasse dafür als Startkapital einen Geldbetrag.