Kreuze: Zeugnisse christlicher Kultur und Tradition in unserer Stadt (Hermann Colli)

Der Geschichts- und Heimatverein bemüht sich um den Erhalt von Wegkreuzen im Villinger Stadtbild

Kreuze sind seit jeher Zeichen und Zeugnisse christlicher Kultur, Symbol der Passion Jesu Christi und seines Erlösungswerkes. Das Kreuz gilt als das Zeichen des Christentums schlechthin. Die Geschichte der Stadt Villingen ist immer christlich geprägt gewesen und so ist es wohl eine Selbstverständlichkeit, dass die Bürger das auch öffentlich zum Ausdruck gebracht haben.

Gut gelungen ist die Renovierung des Steinkreuzes vor der Lorettokapelle. Dekan Kurt Müller freute sich, dass der Geschichts- und Heimatverein (GHV) die Finanzierung übernommen hat und das Kruzifix in alter Schönheit erstrahlt. Der Korpus aus Eisenguss wurde von Malermeister Manfred Hettich neu gefasst. Von links: Konrad Flöß, der die Maßnahme plante, organisierte und überwachte, Dekan Kurt Müller, Artur Summ, der das Projekt Lorettokapelle finanziell unterstützt und der GHV-Vorsitzende Günter Rath.

 

Zum Beispiel durch Kreuze und andere religiöse Bilder und Symbole an Straßen und Wegen. Der Geschichts- und Heimatverein Villingen hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Dokumente frommen Bürgersinnes, für die Nachwelt zu erhalten und – wenn nötig – zu restaurieren.

Renoviert wurde auch das Wegkreuz an der Saarlandstraße durch den Geschichts- und Heimatverein Villingen. Malermeister Manfred Hettich führte die Arbeiten an dem hölzernen Korpus fachmännisch aus. Zusammen mit dem Organisatior der GHV- Aktion, Konrad Flöß, hängte Manfred Hettich den Korpus wieder an dem Holzkreuz, gegenüber vom Hallenbad, auf. Von hier aus verlief der Laufgraben, den die Truppen des französischen Marschalls Tallard 1704 bei der Belagerung der Stadt anlegten.

 

Das hat sich schon 2002 gezeigt, als der GHV der Stadt mit der Stele von Klaus Ringwald ein wertvolles Geschenk machte, das nicht nur den Gedanken an den alten Stationenweg wach hält, sondern, dort unten beim Villinger Friedhof, auch ein geschätztes und viel beachtetes Schmuckstück im Stadtbild ist.

Im Jubiläumsjahr der Tallard’schen Belagerung hat sich der GHV zweier verwitterter Wegkreuze angenommen, die dringend der Renovierung bedurften. Unser Mitglied Konrad Flöß, Freier Architekt und Bausachverständiger, plante, organisierte und leitete die GHV-Aktion, die sich über mehrere Monate hinzog und rechtzeitig zum Jubiläum abgeschlossen wurde. Er nahm Kontakt mit Fachleuten auf und fand in Malermeister Manfred Hettich den richtigen Mann für diese Aufgabe. Unterstützung gab es aber auch durch die Malermeister Michael Haugg und Joachim Würstl.

Manfred Hettich nahm sich zunächst des Sandsteinkreuzes vor der Lorettokapelle an. Die Ölfarben-Fassung des Korpus aus Eisenguss war stark verwittert und von Schimmel befallen. Im unteren Fußbereich war schon der Rost durch die Farbe gedrungen. Bei den Restaurierungsarbeiten stellte Hettich fest, dass sich unter der letzten Fassung ein grauer Grundanstrich befand, der auf die Möglichkeit schließen lässt, dass der Korpus früher nicht farblich gefasst war. Nach fachkundiger Säuberung und zwei Grundanstrichen trug Hettich mit Kunstharzlack die neuen Farben auf. Das Lendentuch wurde mit 24 Karat Doppelgold vergoldet. Restauriert wurde auch das Steinkreuz selbst, an dem der Korpus hängt. Steinmetzmeister Matthias Schmiechen hat die Arbeiten fachmännisch ausgeführt. Siegfried Reith vom Bildungszentrum Turmgasse und sein Mitarbeiter Rainer Jacoby schufen aus getriebenem Kupfer einen neuen Hahn – der alte war irgendwann einmal verschwunden – der die ursprüngliche Gestaltung des Kreuzes wieder erkennen lässt. Dekan Kurt Müller bedankte sich beim Festgottesdienst vor der Lorettokapelle an Christi Himmelfahrt beim GHV und allen Helfern und Förderern.

Den Korpus des hölzernen Wegkreuzes an der Saarlandstraße, gegenüber vom Hallenbad, hat Malermeister Manfred Hettich schon einmal im Jahre 1977 restauriert. Witterungseinflüsse hatten dem barocken Leichnam Christi schwer zugesetzt. Es mussten einige Teile nachgeschnitzt und eine neue Fassung aufgebracht werden. Jetzt wurde das wieder notwendig. Vorbehandlung, Reinigung und viele handwerkliche Arbeiten nahmen mehrere Wochen in Anspruch. Dem Grundanstrich folgten aufwendige Oberflächenbehandlungen und die farbliche Gestaltung. Hettich hat nur mit ventilierenden Materialien gearbeitet und auf Lasuren, die sich im Außenbereich nicht bewährt haben, bewusst verzichtet.