Es Laibli (Lisbeth Neugart)

 

Es Laibli isch kon hohe Berg, geg anderi grad nu en Zwerg;

’s isch au nit grad en kleine Zwuckl,

halt so en schöne, lange Buckl.

De Wäeg dert nuff isch zwar ko Schuur,

doch bliibsch mol schtau, gucksch au retuur.

Und siehsch noch jedem Schritt i d’Höh

älls wiiter no und äbel meh.

Wie schön die Stadt im Grüene liit,

und wies vill neui Viertel giit.

 

Vu Süde duet de Eichberg grüeße,

und Riete liit Der grad zu Füeße.

En Katzesprung bloß wär es au,

wenn dätsch ge Pfaffewiiler gau.

Westwärts ziit sich de Schwarzwald naa,

So wiit es Aug au blicke maa.

Wie kaasch do hobe d‘ Alpe säeh,

wenns duet bald ander Wetter gäeh!

Es Laibli kinnt iis manches sage us graue,

längst vergangne Tage;

vum Lebe, Sterbe, Kumme, Gau,

doch kaa si Sprooch wohl koes verstau.

Mer woeß, es hond do Kelte glebt

und ihren Fürscht scheints schwer verhebt,

So daß si ihn, wies d’Kelte dond,

uf em Laibli schön bestattet hond.

Wenn ihm au koes en Kranz meh flicht,

si einstig Grab jetzt kahl und schlicht,

So manchi Schtei verzettlet sind, –

am Laibli gooht en bsundre Wind.

 

 

 

Den Blick vom Laible auf die Stadt haben schon viele Generationen von Villingern genossen. Hier, gleich unterhalb des Hügels beim Grab des Keltenfürsten, findet sich auch seit Alters her die Jugend der Zähringerstadt im Herbst ein, um – wie diese Pfadfindergruppe – selbstgebastelte Drachen steigen zu lassen.