Geschichte der Stadtmusik –in den Protokollbüchern geblättert (Lore Schneider, Hermann Colli, Gerhard Hirt)

Vorgänge eines Traditionsvereins über ein Jahrhundert hinweg notiert

Die Stadt- und Bürgerwehrmusik Villingen kann stolz auf ihre fast 200-jährige Vergangenheit sein. Aber auch darauf, dass sie ihre Geschichte fast lükkenlos nachweisen kann. Dafür haben fleißige Schriftführer und Chronisten gesorgt, die alle wichtigen Vorgänge des Vereins akribisch aufgeschrieben und der Nachwelt hinterlassen haben. Zu verdanken ist dieser „Nachrichten-Schatz“ aber auch Lore Schneider, die aus einem Berg von handschriftlichen Protokollen eine übersichtliche Chronik gefertigt hat, die auf mehr als 750 DIN- A4-Seiten das Leben des Traditionsvereins dokumentiert. Der Geschichts- und Heimatverein hat in seinem Jahrbuch 2005 bereits diesem interessanten Thema breiten Raum eingeräumt. Hier soll ein weiteres Kapitel der Stadtmusik-Chronik vorgestellt werden. Dazu machen wir einen Sprung ins 20.Jahrhundert.

1903 Neugründung der Stadtmusik

Originaltext aus dem ersten Protokollbuch:

Am 1. Mai wurde die Stadtmusik wieder neu gegründet und solche unter eine Commission, drei Gemeinderäte, auf ausdrückliches Verlangen des Directors gestellt. Es sind dies die Herren Benjamin Grüninger, Landtagsabgeordneter, Zanger und Frdl. Distel, Gemeinderäte. Der Director verpflichtet sich nur für den musikalischen Teil, und ist die ganze Verwaltungssache in die Hände der Commission gegeben, die einen Musiker zur Überwachung der Instrumente, Reparaturen und dergl. ernennt, Herrn Sebastian Kern. Alles andere sagen die neu erfassten Statuten.

Die Direction der Stadtmusik ist wieder dem Unterzeichneten übertragen und es sind ab dem 1. Mai 22 Musiker verpflichtet worden. H. Häberle Director

Über die vielfältigen Aktivitäten im Jahre des Neubeginns berichtet weiterhin die Chronik: Aufführungen der hiesigen Stadtmusik: Am 11. Juni 1903 hat die Stadtmusik bei der Fronleichnamsprozession das erste Mal die Marschmusik ausgeführt. Die Leistungen waren allgemein befriedigend. Mittags spielten wir ein Concert in der Waldmühle, welches volle Anerkennung fand. Am 14. Juni spielten wir zur größten Zufriedenheit dem hiesigen Kriegerverein ein Concert in der Bärenbrauerei, abends 8 Uhr, und dazu hat der Herr Vorstand seine Zufriedenheit und seinen Dank öffentlich ausgesprochen.

Am 29. Juni spielten wir ein Concert auf dem Hohenstein. Wegen Heuernte und Ausflug des Schwarzwaldvereins war der Besuch schlecht. Vom 1. bis 4. August führten wir beim hiesigen Turner- Jubiläumsfest und Gauturnfest die Festmusik aus. Bankett in der „Lilie“. Der Herr Turnwart Bapt.

Dieses Foto (geschätzt etwa 1926/28) zeigt die Stadtmusik mit der von der Historischen Narrenzunft angeschafften Uniform. Sie wurde zur Fasnet 1925 erstmals von der Stadtmusik „eingeweiht“, damals ohne Bandouliére und Säbel, wie alte Fotos zeigen. Die Uniform wurde erst später ergänzt und war vermutlich zur Fasnet 1930 komplett.

 

Verwaltet wurde die Uniform bis einige Jahre nach dem Krieg von der Narrozunft. Die Uniformen mussten zu jedem Anlass bei der Narrozunft-Kammer abgeholt und nach Gebrauch in einwandfreiem Zustand dort wieder abgegeben werden. Jede Uniform hatte eine Nummer und war registriert.

Riesterer hat seinen Dank ausgesprochen und als Anerkennung unserer guten Leistungen ein Faß Bier bezahlt.

Am 8. August spielte die Kapelle bei einer italienischen Nacht des hiesigen Sängerbundes in der Waldmühle zur allgemeinen Zufriedenheit.

So ist auf den folgenden Seiten weiterhin akribisch aufgezeichnet, was die Stadtmusik kurz nach der Jahrhundertwende an Aktivitäten geboten hat: Konzerte, Feste, Gedenktage, Prozessionen, Versammlungen und Jubiläen und vieles mehr. Greifen wir einige interessante Eintragungen heraus:

Sitzung des engeren Musikausschußes am 16. August: Musiker Keller hat seine Effecten an den Director abgegeben und seinen Austritt wegen Abreise erklärt. Derselbe wurde mit 15 Mark, die er per Abschlag empfangen, abgefunden und hat keinen weiteren Anspruch. Geldverteilung betreffend: Der Rechner hat genaue Liste zu führen, welche Musiker bei den einzelnen Correnten (Tanzveranstaltungen) mitgewirkt haben. Die Geldverteilung geschieht gleichmäßig, jedoch ist der Musikdirektor berechtigt, als Strafe für irgendwelche Vergehen Abzüge zu machen. Diese Strafgelder fallen in eine Privatkasse, deren spätere Verwendung die Ausschußmitglieder unter Vorsitz des Directors bestimmen werden Die Notenpulte sind von Requisitenverwalter Kern mit Nummern zu versehen und jedem Musiker zu geben, welch letzterer dafür verantwortlich ist. Proben beginnen vom 1. September 1903 ab regelmäßig am Dienstag, Donnerstag und Freitag punkt 8 Uhr, und es wird zu spätes oder gar kein Erscheinen nachträglich gestraft, ausgenommen, wenn begründete Abhaltung vorhanden.

Wenn der Großherzog Geburtstag hatte

Geburtstag S.D.H. des Großherzogs am 9. September:

Die Musik hat morgens Tagwache zu spielen und wurde mit dem Lied als Marsch (langsames Tempo) „Freut Euch des Lebens“ eingeleitet. Zum Schluß einen Geschwindmarsch. Nachmittag 1 Uhr wurden an der Post zwei Märsche gespielt und die Concertmusik. Sämtliche Piècen (Konzertstücke) wurden gut durchgeführt und fanden allgemeinen Beifall. Nach dem Concert wurde der Musikkapelle ein Faß Bier und Wurst und Brot von Seiten der Gemeindevertreter, hier, dediciert (-geschenkt-).‘ Welche Bedeutung selbst einem Musikdiener zugemessen wurde, geht aus einem Vertrag vom 1. Juli 1907 hervor, der hier in einigen Passagen wiedergegeben wird:

Herr Engelbert Furtwängler übernimmt die Stelle eines Musikdieners bei der hiesigen Stadtmusik vorerst auf ein Jahr, unter folgenden Bedingungen: Der Diener hat die Verpflichtung, jederzeit auf Verlangen des Directors bei ihm anzutreten und seine Befehle entgegen zunehmen und pünktlich auszuführen.

Bei Krankheit oder geschäftlicher Verhinderung hat der Diener eine Vertretung zu stellen, ausgenommen, wenn ersterer von längerer Dauer ist.

Die Verpflichtungen des Dieners sind zunächst, Proben an- und abzusagen, Verwaltung sämtlicher Requisiten, Musikalien und Instrumente, dies aber nur bei Aufführungen, überhaupt sich den Anordnungen zu fügen und diese auszuführen.

Bei Aufführungen, welche Dienstmusik sind, hat er auf nichts einen Anspruch, tritt aber im Falle Bier oder dergl., was gratis der Capelle gegeben, in die gleichen Rechte eines Musikers. Der Diener ist für sämtliche Requisiten, Instrumente, Musikalien, welche bei einem Konzert gebraucht werden, verantwortlich und hat für jeden Verlust und Schädigung, die durch seine Schuld entstehen, aufzukommen.

Der Diener erhält eine Mütze, die er jeweils bei öffentlichen Auftritten der Kapelle zu tragen hat. Dieselbe bleibt aber Eigentum der Stadtkapelle.

Greifen wir aus den zahlreichen Niederschriften über die Jahreshauptversammlungen einmal eine heraus. Sie fand am 29. Februar 29. 2. 1912 statt.

Tagesordnung der Generalversammlung der Stadtmusik Villingen

1. Bekanntgabe von wichtigen Schriftsachen durch den Dirigenten

2. Bekanntgabe des Kassenberichts durch den Kassier

3. Neuwahl der Kommission, des Kassiers und Chorführers

4. Ausflug im Sommer

5. Wünsche und Anträge

Beschluss: Unter den vorhandenen Schriftsachen befand sich nichts von besonderer Bedeutung. Der Kassenbericht wurde anstandslos genehmigt. Nach ordnungsgemäßer Revision wurde dem Kassier Entlastung erteilt; außerdem wurde dem Kassier von Seiten des Dirigenten für die Mühewaltung gedankt. Die Zahl der Ausschußmitglieder wurde auf Grund mehrerer Anträge von 3 auf 5 festgesetzt. Es wurden per Stimmzettel gewählt: Wilhelm Kaiser, Anton Fuchs, Emil Haier, Wilhelm Binder, Arnold Schöpperle. Als Kassier und Schriftführer wurde per Akklamation wieder gewählt: Richard Knecht.

 

Wilhelm Tempel, Stadtkapellmeister von 1919 bis 1936

 

Franz Kösnitzer, Stadtkapellmeister von 1936 bis 1954

 

Auf die Anträge von Fuchs, Heinel und Ummenhofer wurde der Beschluß gefaßt, dem Kassier jährlich die Gratifikation von 15 Mark auf 30 Mark zu erhöhen, welcher Betrag jeweils mit der Auszahlung des Gehaltes am 1. Mai und 1. Oktober jeden Jahres aus der Musikkasse erhoben werden soll. Als Chorführer wurde per Akklamation gewählt: Baptist Ummenhofer. Zum Schluß ermahnte der Dirigent nochmals die Mitglieder für genaue Beachtung der bestehenden Statuten und dankte für den sachlichen Verlauf der Versammlung.

Der Erste Weltkrieg hinterließ auch in den Protokollbüchern der Stadtmusik seine Spuren. Das geht aus dem Protokoll zur Generalversammlung vom 4. April 1919 hervor. Da ist unter anderem vermerkt:

Nach ordnungsgemäßer Revision wurde dem Kassier Entlastung erteilt, außerdem wurde ihm von Seiten des Dirigenten, Herrn Tempel, sowie Kollege Knecht für die Mühe gedankt. Von den zu wählenden 5 Kommissionsmitgliedern sind Wilh. Kaiser und Wilh. Binder ausgetreten. Durch den Heldentod fürs Vaterland schied auch Kommissionsmitglied Emil Maier aus unseren Reihen, ebenso Hugo Goldner und Alfred Rindstein. Der Kassier bat die Anwesenden (19 von 25 Musikern), zum ehrenden Gedenken der Gefallenen, sich von ihren Sitzen zu erheben.

Auf Antrag von Kollege Fuchs wurde beschlossen, ein Gesuch an die Stadtgemeinde einzureichen, anbetracht der großen Teuerung den Gehalt von 100 Mark auf 150 Mark zu erhöhen, was von sämtlichen Kollegen freudig begrüßt wurde. Auf Antrageiniger Musiker soll, wenn die Gehaltsaufbesserung bewilligt wird, dem Kassier zu seiner Gratifikation von 30 Mark 50 Prozent bewilligt werden.

Zum Schluß ermahnte der Dirigent zum fleißigen Besuch der Proben, dann sei es ihm sowie den Musikern eine Freude, nur dann könne etwas Tüchtiges geleistet werden, und er schloß hiermit den geschäftlichen Teil. Nachher erfreuten uns die Herren Tempel (Violine) und Irslinger mit dem Bandonion (Handharmonika) durch einige schöne Musikstücke. Viel zu schnell ging es der Polizeistunde zu. Der damalige Mitgliederstand umfasste 52 Musiker, die im Protokollbuch namentlich aufgeführt sind. Wir können im Rahmen dieses Heftes nur auszugs weise auf die zahlreichen Aktivitäten der Stadtmusik in den Jahren 1919 und 1920 eingehen. Regelmäßige Promenadenkonzerte im attraktiven Stadtgarten, die in den Sommerwochen stattfanden, „hatten“, wie es in den Protokollen heißt, „meistens eine große Zuhörerschaft“ – wobei nicht unerwähnt blieb, dass das Wetter nicht immer mitspielte.

Besonders erwähnenswert ist der Eintrag im Protokollbuch vom 30. Juli 1919: Die ganze Kapelle spielte abends 1/2 7 Uhr während des Aufenthaltes eines aus Frankreich mit deutschen schwerverwundeten Kriegern kommenden Lazarettzuges.

Die Eintragungen für die zweite Jahreshälfte 1919 übernehmen wir auszugsweise:

Am 4. September, abends 7 Uhr, fand ein Geburtstagsständchen bei Herrn Tempel statt, worauf der Jubilar dankte und uns zu einem gemütlichen Glas Bier ins Gasthaus „zum Schützen“ einlud.

Am 5. Oktober gab die Stadtkapelle das Herbstkonzert in der Festhalle, das aber durch das schöne Wetter leider nur sehr schwach besucht war. Es sind an Billets 209 Mark, an Programmen 10.50 M und für Tanz 522.94 M, also zusammen 742.44 Mark, eingegangen.

Am Sonntag, den 26. Oktober gab die Stadtkapelle ihren drei Mitgliedern, Herrn Knecht, Kiener und Neukum ein Hochzeitsständchen. Am Sonntag, den 2. November, spielte die Stadtkapelle bei der Prozession (Allerseelen) nach dem Friedhof.

Am 17. November erhielt die Kapelle von Herrn Stadtpfarrer Kling den Betrag von 25 Mark als Geschenk für Spielen an der Fronleichnamsprozession.

Am 9. November (Revolutions-Feier) spielte nachmittags die ganze Kapelle Konzert, abends 9 Mann Tanzmusik.

Auf Einladung der Kameraden Knecht, Kiener und Neukum trafen sich die Mitglieder der Stadtkapelle am 22. November, abends, im „Waldschlößle“. Nach einigen Musikstücken gabs ein gutes Nachtessen und Bier genug, welches von obengenannten drei Kameraden als Dank für die ihnen gebrachten Hochzeitsständchen gespendet wurden. Erst zu spät gerückter Stunde trennte man sich mit dem Bewußtsein, einige schöne Stunden verlebt zu haben.

Am 28. November 1920 gab die Stadtmusik auf dem Marktplatz ein Promenadenkonzert anlässlich der Geldsammlung zu Gunsten der Deutschen Kinderhilfe.

Über ein Konzert im Januar 1921 berichtete das „Villinger Volksblatt“ und „Der Schwarzwälder“:Das am vergangenen Sonntag von der hiesigen Stadtmusik gegebene Konzert, verbunden mit humoristischen Einlagen, erfreute sich eines sehr guten Besuches. Aus dem Programm sei besonders erwähnt die ungarische Lustspiel-Ouvertüre Keler- Belas, die recht gut wiedergegeben wurde, wofür die Kapelle unter Leitung des Herrn Kapellmeister Tempel reichen Beifall erntete. Während der erste Teil mehr schwierige und ernste Musikstücke umfasste, ging der 2. Teil mehr in das humoristische über. Das Theaterstück „Der geprellte Wirt“ fand allerseits gute Aufnahme.

Das Konzert hat wiederum gezeigt, dass die hiesige Stadtkapelle auf der Höhe steht, und es wäre nur zu wünschen, dass die Kapelle des öfteren solche Konzerte geben möge. Der Dank des musikliebenden Publikums und ein volles Haus dürfte ihr sicher sein.

Wir können nun nicht umhin, viele Blätter im Protokollbuch zu überspringen und abschließend für diese Ausgabe des Jahresheftes den Bericht über die Tätigkeit der Stadtkapelle Villingen im Jahre 1924 auszugsweise zu übernehmen.

Die Stadtkapelle kann im verflossenen Jahre auf eine Reihe schön verlaufener Veranstaltungen und zu Vereinen engagierten Festlichkeiten zurückblikken. Als ein Zeichen guter Besetzung und ebenso guter Leistungen konnte es die Kapelle u.a. auch wieder wagen, an einem größeren Bezirksmusikfest in St. Georgen i. Schwarzwald teilzunehmen. Die Mühe und Arbeit, der sich besonders unser altbewährter Herr Kapellmeister Tempel mit der Einstudierung der Ouvertüre „Zampa“ von Herold unterzogen hatte, war nicht umsonst, so dass die Kapelle, mit dem 1. Preis gekrönt, von der ganzen hiesigen Bevölkerung mit Begeisterung empfangen, heimkehren konnte.

Es folgen nun Anlässe im Jahr 1924, bei welchen die Stadtkapelle beigezogen war, bzw. die sie veranstaltet hat.

Am 1. Januar stellte sich die ganze Musik zur Weihnachtsfeier der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen unentgeltlich zur Verfügung. Am 4. März – Fastnachtsdienstag war die ganze Kapelle zum Festzug durch die Straßen der Stadt angetreten. Am 1. Mai war die Kapelle wie alljährlich von den freien Gewerkschaften in Anspruch genommen. Am 1. Juni beteiligte sich die Kapelle an dem schon eingangs erwähnten Musikfest in St. Georgen. Zu bemerken ist noch, dass die Stadtkapelle Villingen mit 23 Punkten der Stadt- und Kurmusik Triberg um 4 Punkte überlegen war. Am 4. Juni war das erste Promenadenkonzert im Stadtgarten unter nochmaliger Aufführung des Preisstückes bei großer Beteiligung seitens des Publikums. Am 19. Juni war die übliche Fronleichnamsprozession, nachmittags veranstaltete die Kapelle ein Konzert im Garten der Tonhalle, welches aber einen besseren Besuch hätte aufweisen können. Am 21. und 22. Juni großes Sportfest des Athleten-Club Roland, wobei die ganze Musik an beiden Tagen beschäftigt war. 13. Juli Waldfest des Kriegervereins: 12 Mann Blasmusik. 20. Juli Waldfest, veranstaltet vom Athletenclub Germania, Villingen – 12 Mann Blasmusik. 27. Juli Waldfest des Gesangvereins Freundschaft – 12 Mann Blasmusik 3. Aug. Konzert mit freiem Eintritt anläßlich der Eröffnung des neuen Saales im Waldschlößle, bei großem Andrang und Beifall.

7. Aug. Letztes Promenadenkonzert (bei insgesamt 12 Konzerten).

11. Aug. Abends 1/2 8 Uhr war die ganze Musik zur Verfassungsfeier im Stadtgarten angetreten. Anläßlich der Silberhochzeit von Herrn Musikinspizient Grüninger wurde demselben ein Ständchen gebracht.

Am 1. November war die ganze Kapelle zur Totenfeier der gefallenen Krieger auf dem Friedhof angetreten, nachmittags zur allgemeinen Gedächtnisfeier.

Mit dem 24. Dezember – Heilig-Abend – wo der größte Teil der Stadtmusik auf verschiedenen Plätzen der Stadt schöne Weihnachtslieder spielte, beschloss die Stadtmusik Villingen das inhaltsreiche Jahr 1924.

Dieser Auszug aus den Protokollbüchern der Stadtmusik gibt einen Einblick in die facettenreiche Geschichte des Villinger Traditionsvereins, der ein großes Stück heimischer Kulturgeschichte mitgeschrieben hat. Dieser Beitrag im Jahresheft des GHV ist aber auch eine Würdigung der Arbeit von Lore Schneider, die diese Geschichte, bis in unsere Zeit hinein, aufgeschrieben und auf mehr als 750 Seiten der Nachwelt hinterlassen hat.

Die Stadtmusik beim „Athletenfest Villingen 1929“