Artur Summ –Aquarelle sind mein Hobby

In der Goldgrubengasse bin ich geboren und aufgewachsen. Damals war die Gasse nicht – wie heute – gepflastert. Der Belag war eine einfache Sanddecke, und bei jedem Regenschauer bildeten sich Drecklachen (Wasserpfützen), in denen wir barfuß herumstampften. Bei Trockenheit konnten wir die Zeit mit „Kigelespiel“ = Murmeln vertreiben. Wollten wir aber die Habergeiß (Tanzknopf ) pfitzen, gingen wir auf den Gehweg der Niederen Straße, der hatte schon einen glatten Belag.

In der Schule war Zeichnen eines meiner Lieblingsfächer. Später war in der Gewerbeschule Technisches Zeichnen bei Direktor Meurer mein bestes Fach. Oft sah ich im Lehrerzimmer Herrn Meurers Aquarelle – er war ein guter Hobbymaler – mit großem Interesse an.

Nachdem dann der Zweite Weltkrieg zu Ende war, und ich aus der Gefangenschaft zurückkehrte, stellte sich die Frage der Weiterbildung. Ich entschloss mich 1949 nach Detmold in die Tischlerfachschule, Fachrichtung Innenarchitektur, zu gehen. Hier waren strenge Dozenten, die in Kunstgeschichte die verschiedenen Stilrichtungen der Möbel und des Innenausbaus praktisch unter- richteten. Zu damaliger Zeit war dieses Studium der Innenarchitektur sehr grotesk, da ich in den Semesterferien mit dem Zug an zerbombten Städten vorbeifuhr, und ich zu der Erkenntnis kam, dass

050115_0926_ArturSummAq2.jpg
Goldgrubengasse

 

 

 

Romäusturm


 

 

 

Münster mit „Raben“

 

 

Narrenbrunnen


 

 

Villinger Narro


der Wiederaufbau noch nicht vollzogen ist. Zur gleichen Zeit war mein Bruder mit Ingenieurstudium ohne Aussicht auf eine Anstellung. Das waren die Gründe, weshalb ich 1952 mein Studium in Detmold abgebrochen habe. Ich konnte aber gut mit dem Zeichenstift umgehen, was natürlich in meiner Schreinerei große Vorteile brachte, weil ich mit den Mitarbeitern und den Kunden durch Skizzieren schnellere Verständigung herbeiführte.

 

 

San Gimignano – gemalt bei der Exkursion 1998


Als ich dann 1972 nicht mehr in den Gemeinderat gewählt wurde – wo ich bereits 13 Jahre war – ging ich in dieser für mich freien Zeit in die Volkshochschule und belegte die Kurse Aquarellmalerei. Aquarelle deshalb, weil der geringste Aufwand an Geräten, Material und Werkzeug im Vergleich zu anderen Maltechniken notwendig ist. Es ist natürlich naheliegend, dass die Heimatstadt Villingen mit ihren Gassen und Türmen meine Lieblingsmotive sind, vor allem die Goldgrubengasse. Die weitere Umgebung von Schwarzwald, Donautal, Bodensee sind lohnenswerte Motive. Bei Exkursionen des Geschichts- und Heimatvereins an die Loire und in die Toscana war ich motiviert und es entstanden schöne Erinnerungen in Aquarell. Auf unsere Urlaubsreisen in die Provence gehe ich nie ohne Malkasten und Pinsel.

Alles in allem ist Aquarellieren für mich als Rentner ein wunderschönes Hobby und dank meiner Frau Trudi, die mich mit Gartenarbeiten verschont, werden noch viele, hoffentlich schöne Aquarelle entstehen.