Wir erinnern uns … (Werner Huger)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr, du gabst uns die Liebe – nimm uns in Liebe auf

Während des Zweiten Weltkriegs, März 1942, wurde im Villinger Gewann Tannhörnle der polnische Zwangsarbeiter Marian Lewicki, der in Villingen beschäftigt war, wegen der Liebesbeziehung zur damals achtzehnjährigen „L. Sp.“ aus der Bärengasse 8 in Villingen gehängt.

Der Geschichts- und Heimatverein hat seinem Gedenken an Ort und Stelle ein sogenanntes Sühnekreuz gesetzt und die Geschichte zweier Menschen in seiner Jahresbroschüre XIII, 1988/89, Seite 72 ff. geschildert.

Um die in der Stadt wohnende, mit dem Schicksal Marian Lewickis verbundene Frau, die durch die erlittenen Demütigungen scheu geworden war, vor neugierigen Fragern zu schützen, hat der Verein deren Name stets verheimlicht, obwohl er dem Berichterstatter über die persönliche Befragung der Betroffenen bekannt war.

Jetzt ist die Frau, deren seelische Verletzung sie 64 Jahre, also ein Leben lang, beschwerte, am 16. Juni 2006 gestorben. Sie war 82 Jahre alt geworden. Der Geschichtsverein wird auch weiterhin die Anonymität des Namens schützen. So bleibt nur der Blick auf die Urnenwand im Villinger Friedhof in deren Mitte ihre Asche ruht.

Der Verstorbenen ebenfalls zu gedenken bedeutet die Erinnerung an eine schreckliche Zeit zu bewahren.

 

Die Altstadtkirche auf dem Friedhof: Der Turm, der um 1100 entstanden ist, gilt als das älteste Bauwerk der Zähringerstadt.