Unne – dert am Hennyboge (Lambert Hermle)

Sit alters her m’r im Städtle woeß,

goht au en Stadtbach nab dur d’Nidere Stroeß,

un speist di’e Brunne – so Stucker vier,

als Wasserschtell fir Mensch und Dier.

Vom Rietstroeßbächle hätt m’r au Wasser abzoge,

un fiehrt ’s em wieder zue, – unne, dert am Hennyboge.

 

 

 

 

 

 

Vo de „Hochstadt“ kunnt des Bächle a,

so zoegt’s is scho Martin Blessings Plan.

Noech eme Boge fließt es oschtwärts zue, un so sait mr hit au „Bogegässle“ dezue.

Der Name isch nei und nit vuloge,

jetzt ’s Gässle isch alt un endet – dert am Hennyboge.

 

 

 

 

 

 

 

De Name „Henny“ vu me Megser (Mezger) stammt,

der dert si Mezg g’khett hätt, drum war er bekannt.

Es hät sich troffe Jung und Alt,

unne am Boge war de Halt.

Im Bahhof zue isch mr dert durzoge,

unne – dert am Hennyboge.

 

 

 

 

 

 

Vom Märtplatz nab, im Amtsg’richt zue,

do sait mr hit no „Rennbah“ dezue,

wi’e goddig bisch als d‘ Stadt nab gloffe,

häsch a de Uhr din G’spanne troffe,

bisch uf de Zug, bisch links abboge,

grad vis a vis – vom Hennyboge.

 

 

 

 

 

‚S kunnt mr hit als no in Sinn,

wenn i unne – dert am Hennyboge bin,

de Federer Karle, i wer’s ni’e vogesse,

wi’e oft hätt mr desell Name dert g’lese,

denn der hätt mr de erscht Zah rus zoge,

i sire Praxis – dert am Hennyboge.

 

D’Rosegässler, e g’fierchtete Sort;,

bestimmet au ’s Gschäehe, dert am Ort,

vom Kapuziner bis nuff zum Thomasgässle,

als Fremde dert durgau, war g’wiss ko Spässle,

do bisch ringer voher is Brunnegässle niboge,

als unne dert – am Hennyboge.

 

 

 

 

 

 

 

Selbscht a de Fasnet, wer ka ’s voschtau

sottsch bim Umzug bis zum Hennyboge g’strählet hau,

suscht bischt e Maschgere mit eme wiiße Miile,

drum niz den Weag und au sell Wiile.

Erscht dann duet mr dich als Narro lobe,

dert obe – dert am Hennyboge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sag, wi’eviel Liet sind scho dur de Hennyboge,

i di’e groeße Welt nuszoge?

Jetz fir desell – war ’s ni’e de Fall,

denn der isch nu kumme – i „d’Chinesisch Nachtigall“

un hätt am Stammtisch e baar Viertele zoge,

dert, uff de andere Siete, vis a vis – vom Hennyboge.

 

Drum:

Dont dich dini Schritt dur de Hennyboge lenke,

no sottsch au Du a des Gedichtle denke,

no macht es Sinn – ’s isch nit vuloge

un i gang jetz hom, hom dur