Geschichte und Natur erleben: Ein besonderer Wanderweg in Schwenningen (Tobias Kühn)

In das letzte Jahrtausend, genauer in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts reichten die Pläne, getragen vom Schwenninger Heimatverein e.V., mit einem Wanderweg die Geschichte Schwenningens zu erschließen. Da ein Großteil der ur- und frühgeschichtlichen Fundorte in den Wäldern westlich und südlich des ehemaligen Schwenninger Markungsbereiches liegen, war eine Zusammenarbeit mit dem Forstamt Villingen-Schwenningen, damals noch unter Amtsleiter Eberhard Härle, naheliegend.

Der Orkan „Lothar“ vom 26. 12. 1999 verzögerte die Umsetzung. Die Mitarbeiter des Forstamts waren durch die Aufarbeitung des Sturmholzes und die Wiederaufforstung mehr als ausgelastet. Nach dem Wechsel in der Forstamtsleitung von Eberhard Härle auf Dr. Tobias Kühn und der Aufarbeitung aller Sturmfolgeschäden kam das Thema wieder auf den Tisch.

Siegfried Heinzmann, 2. Vorsitzender des Schwenninger Heimatvereins, konnte im Jahr 2005 auf das 1999 erarbeitete, fundierte Konzept zurückgreifen. Das Forstamt reicherte die vorgesehene Wanderstrecke mit Hinweistafeln zu Wald und Natur an, so dass Geschichte und Naturkunde eng miteinander verknüpft vorgestellt werden konnten.

Der Schwenninger Forstrevierleiter Bruno Allgaier, Mitglieder aus den Schwenninger Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins und des Schwarzwaldvereins und eine ordentliche Anzahl von weiteren Helfern des Schwenninger Heimatvereins und des „Arbeitskreises Moos“ packten mit an.

Bevor Hinweistafeln aufgestellt werden konnten, mussten die Texte und Skizzen sowie die Finanzierung besorgt werden. Siegfried Heinzmann erwies sich als äußerst erfolgreicher „Verkäufer“ von Hinweistafeln an Bürger, Unternehmen und Institutionen. Eine größere Spende kam vom Rotary Club Villingen-Schwenningen; Weitere wichtige Spender sind auf der Eingangstafel am Startpunkt beim Gasthaus „Wildpark“ in Schwenningen aufgeführt.

Den Geschichtslehrpfad allein auf den Stadtbezirk Schwenningen zu beschränken, wäre angesichts des historischen Reichtums des Stadtbezirks Villingen nur eine halbe Sache. Daher liegt es nahe, den Geschichtslehrpfad in dieser Richtung weiterzuführen, beispielsweise über die Bertoldshöfe, den Aussichtsturm und über den Blutrain in den Nachbarstadtbezirk. Der Waldlehrpfad beim Kapf Richtung Unterkirnach, ohnehin ein archäologischer Schwerpunkt, bietet im Westen Villingens bereits einen Kristallisationspunkt.

Der Wunsch, einen gesamtstädtischen Geschichts- und naturkundlichen Wanderweg zu schaffen, genießt Sympathie auch bei der Rathausspitze. Oberbürgermeister Dr. Kubon, als Historiker diesem Thema gegenüber ohnehin aufgeschlossen, äußerte bei der Einweihung des Schwenninger Geschichts- und Naturlehrpfades am 14. Oktober 2006 die Hoffnung, dass ein Gesamt-Projekt für die Stadt Villingen-Schwenningen daraus werden möge.

Inzwischen hat Siegfried Heinzmann, Projektleiter des noch auf Schwenningen beschränkten Pfades, dem Vorstand des Villinger Geschichts- und Heimatvereins einen Einblick in den Ablauf, die Organisation und die Finanzierung gegeben, die zur Entstehung des Schwenninger Geschichts- und Naturlehrpfades führten. Im September 2007 erfolgte eine gemeinsame Begehung des Schwenninger Weges. Es liegt nun am Villinger Geschichts- und Heimatverein, Ideen zu entwikkeln, wie dieser geschichtliche Lehrpfad in Richtung des Stadtbezirks Villingen weitergeführt werden kann.