Der Kreuzfahrer Conrad von Schwarzenberg (Andreas Haasis-Berner )

Unweit des heutigen Villingen befinden sich als geschütztes Denkmal die Reste der Niederungsburg Runstal. Im frühen 13. Jahrhundert wird diese Burg von ihren Besitzern und mutmaßlichen Erbauern, den Herren von Schwarzenberg, Vögte des Reichsklosters St. Margarethen bei Waldkirch, an das Kloster Salem verkauft, was zu einer erstaunlichen Reihe von Urkunden führt. Anhand dieser Urkunden lassen sich eine Vielzahl von Entwicklungen und Entscheidungen ablesen, die nicht nur regional-, sondern auch reichspolitische Bedeutung haben. Da sich dieser Verkauf in den Zusammenhang mit den Kreuzzügen fügt, und Conrad von Schwarzenberg einer der wenigen süddeutschen Adeligen ist, von dessen drei Orientfahrten etwas mehr bekannt ist, muss dem besseren Verständnis wegen auch auf diese eingegangen werden.

Die früh- und hochmittelalterliche Besiedlung der Villinger Gemarkung aufgrund archäologischer und historischer Befunde. Merowingerzeitliche Fundstellen sind mit einem Balken markiert, das Jahr der ersten urkundlichen Nennung der Siedlungen ist in Klammern angegeben: 1 Altstadt (817), 2 Nordstetten (762), 3 Waldhausen (769), 4 Kapf, 5 Vockenhausen (1138), 6 Runstal (1111), 7 Volkertsweiler (1091), 8 Affenberg (1274 als Wüstung), 9 Hochmittelalterliche Stadt Villingen. M 1:25.000 (Kartengrundlage OHL 7916 Villingen-Schwenningen). Quelle: Bertram Jenisch: Die Entstehung der Stadt Villingen. Stuttgart 1999, S. 34.

Die Kreuzzüge stehen als historisches Phänomen weitgehend einzigartig in der Geschichte Europas da. Von dem Ende des 11. Jahrhunderts bis ans Ende des 13. Jahrhunderts zogen bewaffnete und unbewaffnete Gruppen, aber auch Einzelpersonen, in das Heilige Land, um die christlichen Stätten – vornehmlich Jerusalem – von den Muslimen zu „befreien“. Diese Züge konnten ihr Ziel nur in den seltensten Fällen erreichen. Sie scheiterten an der miserablen Moral der Teilnehmer, an der mangelnden Organisation, an dem Mißbrauch ihrer Inbrunst oder schlicht auch an ihrer Naivität. In der älteren Literatur überwiegt ein positives, christenfreundliches Bild dieser Züge. Vom Ansatz her lauter, in der Durchführung gerecht und in den Zielen häufig erfolgreich. Doch bei immer besserer Kenntnis wird deutlich, dass es sich um ein sehr vielschichtiges und häufig zutiefst unmoralisches und letztlich erfolgloses Unterfangen handelte. Allein schon die Vorstellung, dass Christen den Glauben mit dem Schwert verteidigen oder verbreiten könnten, widerspricht an sich der christlichen Lehre. Die Vorstellung der Heidenmission geht auf Augustinus zurück, der die Verteidigung als Grund für einen gerechten Krieg ansah. Von hier war es nur ein kleiner Schritt, den Krieg gegen Heiden zur Mission als gerechtfertigt anzusehen, wie die Sachsenfeldzüge Karls des Großen erstmals zeigten und den Grundstein für eine Denkweise legte, unter der noch heute zahllose Menschen zu leiden haben. Die Ermordung von Juden, um mit ihrem Vermögen den Kreuzzug finanzieren zu können, die Eroberung und Plünderung des christlichen Konstantinopel oder die Exkommunikation Friedrich II. durch den Papst, weil er das Ziel, die „Befreiung“ Jerusalems erreicht hatte, sind nur Stichworte, die den Wahnsinn und die unsägliche Inkonsequenz in diesen Unternehmen und dem Versuch ihrer Rechtfertigung erahnen lassen.

Unter welchem Gesichtspunkt der im Folgenden maßgeblich erwähnte Conrad von Schwarzenberg, der Besitzer des Gutes Runstal bei Villingen, zu betrachten ist, muss mangels Quellen unbeantwortet bleiben. Wo der Historiker mangels Quellen aufhören muss, kann der Leser mittels Phantasie weitere Überlegungen anstellen.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stehen die Schwarzenberger eindeutig auf der Seite der Staufer und in Opposition zu den Zähringern.

Der letzte Vertreter der älteren Linie der Schwarzenberger tritt uns ab 1189 in der schriftlichen Überlieferung als treuer Anhänger von Friedrich Barbarossa (1152 –1190), Heinrich VI. (1190 –1197) und Philipp II. (1197–1198) entgegen. Sein Geburtsdatum ist, wie zu dieser Zeit üblich, nicht bekannt. Unter der Annahme, dass er 1289 mindestens Mitte Zwanzig war, dürfte er etwa 1165 geboren worden und 1212/1213 im Alter von etwa 48 Jahren gestorben sein. Seine Motive dürften inbrünstige Frömmigkeit und der Wunsch nach Vergebung der Sünden durch fromme Taten, wie die Befreiung des Heiligen Landes durch die Eigenschaft als Ritter, gewesen sein. Sie führen dazu, dass er innerhalb von 18 Jahren drei-viermal das Kreuz nimmt.

Teilnahme am dritten Kreuzzug (1189 –1991)

Nachdem im Herbst 1187 Saladin von Ägypten ausgehend Jerusalem und die meisten christlichen Städte und Burgen des Königreiches Jerusalem wieder erobert hatte, entschloss sich Friedrich Barbarossa im Herbst 1288 dazu, einen neuen Kreuzzug zusammenzustellen. Der Aufbruchstermin in Regensburg wurde auf April 1189 festgelegt. Gleichzeitig zogen auch französische und englische Ritter nach Outremer, wie die Kreuzfahrerstaaten zu dieser Zeit genannt werden.

Bei dem Aufruf an alle Ritter seines Reiches, ihm ins Heilige Land zu folgen, berücksichtigt Friedrich Barbarossa die beim zweiten Kreuzzug (1147–49) seinem Onkel Konrad III. unterlaufenen Fehler.

Die teilnehmenden Ritter haben die Pflicht, genügend Geld mitzunehmen, um sich und ihr Pferd zwei Jahre lang zu versorgen. Mittellose und Pilger dürfen nicht mitziehen. Im Frühjahr 1189 hält sich Friedrich Barbarossa noch im Elsaß (Straßburg, Hagenau) auf und zieht dann eilig nach Regensburg. Es dürfte sehr wahrscheinlich sein, dass einige der später erwähnten breisgauischen Adeligen sich schon jetzt dem Kaiser angeschlossen haben, um ihn nach Regensburg zu begleiten. Das Heer in Regensburg besteht aus etwa 3000 Rittern, was enttäuschend wenig war. Es handelt sich hier um einen rein militärischen Heereszug und keine Kriminellen und mittellosen Rittern unternommen wurde.

Kaiser Friedrich I. (Barbarossa)

 

Einige der teilnehmenden Ritter (de nobilibus meliores aus Suevia et Alsatia) werden namentlich genannt: Bischof Rudolf von Lüttich aus dem Hause Zähringen, Markgraf Hermann IV. von Baden, Vogt Conrad von Schwarzenberg, Graf Berthold von Nimburg.1 Der Zug beginnt am 11. Mai in Regensburg und folgt der Donau bis Belgrad. Bei Nisch im heutigen Serbien wird das Heer neu aufgestellt und in fünf Haufen aufgeteilt. Der erste Haufen wird von Herzog Friedrich V. von Schwaben befehligt, die Fahne darf als besondere Auszeichnung Berthold III. von Nimburg tragen.2

Höchstwahrscheinlich befindet sich Conrad von Schwarzenberg auch in diesem Haufen. Stellenweise müssen sich die Ritter den Weg freikämpfen. Seuchen und Hitze setzen ihnen schwer zu. In Thrazien ist aufgrund zäher Verhandlungen dem oströmischen Kaiser abzusehen, dass sie hier überwintern müssen. Chronisten berichten von der Not der Teilnehmer, die vor Hunger ihre Saumtiere schlachten und essen und teilweise das mitgebrachte hölzerne Belagerungsgerät verfeuern. Erst Ende März 1190 kann das Kreuzfahrerheer über den Hellespont übersetzen. Nun beginnt der schwierige Teil des Zuges, da bald das seldschukische Reich betreten wurde. Kurz vor Seleukia springt der 68jährige Kaiser am 10. Juni 1190 trotz der Warnungen seiner Getreuen in den kalten Saleph, versinkt und wird später tot aus dem Wasser gezogen. Der Schwung der Deutschen erlahmt sichtlich. Ein größerer Teil der Ritter kehrt nun um und zieht in die Heimat zurück. Die übrigen Ritter ziehen trotz zahlreicher Widrigkeiten unter der Führung von Herzog Friedrich V. weiter nach Süden. Viele von ihnen fallen einer Seuche zum Opfer. Das im Oktober 1190 in Akkon ankommende Heer ist gerade noch einige Hundert Mann stark und stark geschwächt. Hier stirbt am 20. Januar 1191 auch Friedrich V. von Schwaben.

Akkon ist eine Weltstadt am Mittelmeer mit vielen Tausend Einwohnern. Sie war nach ihrer Eroberung einer der wichtigsten Stützpunkte der Kreuzritter im Heiligen Land und gewissermaßen die Hauptstadt von Outremer. Hier ließen sich viele von ihnen nieder und kamen so in den Kontakt mit der arabischen Welt. Es gibt Viertel der Genuesen, der Venezianer und der Pisaner. Akkon bleibt für viele Jahre die einzige Stellung der Christen in Palästina.

Man muss sich die Verhältnisse vor Augen führen: Von April 1189 bis zum Herbst 1190 sitzen die deutschen Ritter im Sattel ihrer Pferde, kämpfen sich die Hälfte der Strecke den Weg frei, widerstehen Hitze und Kälte, Staub, Unwettern und Krankheiten. Die Nächte verbringen sie in Zelten. Essen gibt es aus der Feldküche – wenn die Versorgung klappt. Sie dürften nur selten ein festes Haus betreten haben. Diese Entbehrungen, Stunden der Angst und Verzweiflung hält sie nicht davon ab, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Die Befreiung der Heiligen Stätten.

Vor Akkon hatten sich Franzosen und Engländer verschanzt, um die Stadt zu erobern, was ihnen aber noch nicht gelungen war. Im April 1191 erreichen fünf Schiffe mit Rittern und Ausrüstung unter der Führung von König Philipp von Frankreich die Hafenstadt. Anfang Juni dieses Jahres landet König Richard Löwenherz mit fünfundzwanzig Schiffen, auf denen sich etwa 1000 Ritter und ebenso viele Fußsoldaten befinden. Nun brechen die auch in Europa vorhandenen Zwistigkeiten zwischen Franzosen und Engländern deutlich hervor. Da der Nachschub für die in Akkon eingeschlossenen muslimischen Verteidiger abgeschnitten wird, geben sie schließlich am 12. Juli 1191 auf.

Da die Versorgung der Kranken und Verletzten nicht ausreichend geregelt ist, und sich die Johanniter weigern, die Deutschen zu behandeln, schließen sich Bremer und Lübecker Kaufleute zu einer Gemeinschaft zusammen, um den Kranken zu helfen. Hier, am Strand vor Akkon, liegt der Ursprung des Deutschen Ordens, der einer der größten Ritterorden des Mittelalters werden sollte und durch die Missionierung und Eroberung großer Teile Osteuropas deutliche Spuren hinterlassen hat.

Vor Akkon stirbt trotz dieser karitativen Organisationen der Ministeriale des Berthold von Nimburg Nibelung (oder Wolfram) von Köndringen. Sein Bruder war schon im November 1189 im Kampf umgekommen. Sie verfügt eine Schenkung an das Kloster Tennenbach, die von Berthold III., der somit ebenfalls hier in Akkon ist, nach seiner Rückkehr bestätigt wird.3 Sie sind unter den wenigen, die nach dem Tod Barbarossas trotzdem weiter ins Heilige Land gezogen sind. Unter diesem Gesichtspunkt kann man vermuten, daß auch Conrad von Schwarzenberg an der Eroberung Akkons teilgenommen hat und anschließend zusammen mit Berthold III. von Nimburg (1292/1293?) in den Breisgau zurückgekehrt ist. Quellen gibt es hierfür allerdings nicht.

Auf seinem Heimweg wird Richard Löwenherz gefangengenommen und muss sich für 150.000 Mark Silber von dem deutschen König Heinrich VI. freikaufen. Dieser finanziert mit diesem Geld seinen Kreuzzug.

Teilnahme am Kreuzzug Heinrich VI. (1197)

Conrad von Schwarzenberg scheint 1195/96 alle seine Güter – und dazu gehörte auch Runstal, wie aus einer jüngeren Urkunde hervorgeht, dem König Heinrich VI. abgegeben zu haben, um von ihm als Lehen wieder zurückzuerhalten.4 Welche Beweggründe hinter dieser Handlung standen, ist derzeit nicht zu erhellen. Es spricht allerdings einiges dafür, wie bei Berthold III. von Nimburg, die Kreuzzugspläne von Heinrich VI. mit diesem Schritt in Verbindung zu bringen. Etwa zur gleichen Zeit (1195/96 ?, sicher vor Mai 1198) übergibt Conrad von Schwarzenberg Berthold III. von Nimburg ein Gut in Mundingen.5 Weshalb Conrad von Schwarzenberg das Gut, das wenig später für immerhin 150 Mark den Besitzer wechselt, Berthold III. schenkt, geht aus den Quellen leider nicht hervor. Möglicherweise hat Berthold III. Conrad auf dem Kreuzzug finanziell geholfen und erhält seine Auslagen auf diesem Wege wieder zurück. Ebenso ist unbekannt, weshalb Berthold III. dieses Gut den Johannitern übergibt. Allerdings kommt hier ein erneuter Bezug zum Kreuzzug zum Tragen, sind doch die Johanniter einer der großen Ritterorden, die im Verlauf der Kreuzzüge entstanden sind. Die Johanniter wiederum haben das Gut um 150 Mark an das Kloster Tennenbach verkauft. Dem stolzen Kaufpreis zufolge muss es sich um ein ansehnliches Gut gehandelt haben. Die Johanniter hatten zu dieser Zeit noch keine Niederlassung im Breisgau.

Deshalb wird sich der Orden schnell von dem Besitz wieder getrennt haben. Diese Übertragung dürfte eine der ersten Besitzübertragungen an diesen Orden im Breisgau sein. Als Grund Bertold III. für die Übertragung des Gutes an den Ritterorden wird „für sein und der Seinen Seelenheil“ genannt. Wir können vermuten, dass sich die Johanniter um Bertold III. im Heiligen Land verdient gemacht haben, und dass er somit seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen wollte.

Wenn sich Conrad von Schwarzenberg tatsächlich dem Kreuzzug von Heinrich VI. angeschlossen hat – und dies ist mangels Quellen reine Spekugebrochen sein. Dass er tatsächlich auf diesem Zug dabei war, könnte durch die spätere Beziehung zu Otto von Botenlauben bestätigt werden, der sicher bei diesem Kreuzzug teilgenommen hat.6 Dieser entstammt der mächtigen fränkisch-thüringischen Familie von Henneberg und nennt sich ab dem frühen 13. Jahrhundert nach der bei Bad Kissingen erbauten Burg. Er gehört zum engeren Beraterkreis Heinrich VI. und ist am 9. Juli 1197 als Zeuge in Linaria (Sizilien) erwähnt.7 Im August/September schiffen sich die Ritter in Richtung Akkon ein. Sie erobern Sidon und Beirut und sichern die Küste für die Kreuzfahrer. Die Eroberung Jerusalems scheitert jedoch schon im Vorfeld an der Festung Toron. Dauerhafter Erfolg des Unternehmens ist der Friedensschluss bis Februar 1204 und die Institutionalisierung des Deutschen Ordens am 5. März 1198. Heinrich VI. erlebt den Erfolg seines Kreuzzuges allerdings nicht mehr. Er stirbt an den Folgen der Malaria am 28. September 1197 in Messina und wird in Palermo beigesetzt. Trotz der beachtlichen militärischen Erfolge wird dieser Zug in der offiziellen Zählung der Kreuzzüge nicht mitgezählt.

Teilnahme am vierten Kreuzzug (1202 –1204)

Die nächste Erwähnung von Conrad zeigt, dass er sich 1201 im Breisgau befindet.8 Denn in diesem Jahr predigt der Abt Martin von Pairis den Kreuzzug.9 Eine seiner wichtigen Predigten findet in der Marienkirche in Basel statt.10 Angeblich soll Abt Martin von Kardinal Petrus Capuanus die Führerschaft des deutschen Teils des Kreuzfahrerheeres übertragen bekommen haben. Den Rittern, die das Kreuz nehmen und ein Jahr lang zur Eroberung des Heiligen Landes beitragen, war schon 1199 vom Papst die Vergebung aller gebeichteten Sünden versprochen worden. Dieser Aufruf trifft vor allem in Frankreich auf offene Ohren, aber auch ein weiteres deutsches Ritterheer sammelt sich, um ins Heilige Land zu ziehen.

Allerdings führt sie der Weg dieses Mal nicht über den Balkan, sondern über Venedig, wo sich die meisten Ritter einschiffen. Abt Martin von Pairis ist im Juni/Juli 1202 in Verona, wo sich zur gleichen Zeit der byzantinische Thronprätendent Alexios IV. aufhält und von hier aus Kontakt mit den Kreuzfahrern in Venedig aufnimmt. Er bittet sie, ihm bei der Erlangung der oströmischen Kaiserkrone zu helfen.11

Der Termin der Abfahrt des Kreuzfahrerheeres war auf den April 1202 festgelegt worden. Conrad von Schwarzenberg (und Abt Martin?) dürften somit im März 1202 im Breisgau/Elsaß aufgebrochen sein, um im April 1202 in Venedig anzukommen.

Die Venezianer hatten im Vorfeld des Kreuzzuges versprochen, den Transport der Ritter und ihrem Gefolge gegen die Zahlung von 85.000 Mark zu übernehmen. Nachdem allenfalls ein Drittel der erwarteten Zahl dem Ruf gefolgt war, die Venezianer auf die Zahlung der gesamten Summe bestanden, und das Geld trotz heftiger Bemühungen nicht aufgebracht werden konnte, zwingen die Venezianer die Ritter dazu, die ehemals zur Lagunenstadt gehörende Stadt Zara in Dalmatien zu erobern. Diese Belagerung beginnt am 11. November 1202 und endet nach drei Tagen mit der Kapitulation der Stadt. Sie wird geplündert und hälftig zwischen den Venezianern und den Kreuzfahrern aufgeteilt. Es folgen blutige Kämpfe zwischen beiden Parteien. Abt Martin ist unter den wenigen, die gegen die Eroberung der Stadt opponieren.12

Der Papst verhängt über die Kreuzritter die Exkommunikation, da sie gegen Christen Krieg geführt haben. Dies wird wenig später aufgehoben. Eine Weiterreise verschiebt sich nicht zuletzt durch den Einfluss der Venezianer. Es wird deutlich, dass nicht Jerusalem das Ziel des Zuges sein soll, sondern eine andere Stadt. Schließlich wird der Beschluss gefasst, Konstantinopel zu erobern. Daraufhin verlassen zahlreiche Kreuzfahrer das Heer – u. a. Abt Martin – und machen sich auf den Weg nach Hause oder segeln nach Akkon.

„Am Ostermontag (7. April) waren alle Schiffe beladen“, so berichtet Gotfried von Villehardouin, einer der Chronisten des Zuges.13 Im Juni 1203 sind sie vor Konstantinopel, das Ende Juli eingenommen wird. Doch auch nun wird von dem neuen Kaiser Alexios, der die Kreuzfahrer zu der Eroberung eingespannt hatte, die Weiterfahrt ins Heilige Land erneut verzögert. Bald schlägt der alte Kaiser zurück, vertreibt die Kreuzfahrer aus der Stadt, verhaftet Alexios und erwürgt ihn schließlich (Februar 1204). Am 9. April 1204 beginnt die erneute Belagerung der Stadt. Diese wird drei Tage darauf erobert und geplündert.

Abt Martin hatte sich am Karfreitag (4. April) des Jahres 1203 dazu entschlossen, das Kreuzfahrerheer zu verlassen und direkt ins Heilige Land zu segeln.14 Er konnte oder wollte sich nicht an der Fahrt nach Konstantinopel beteiligen. Dies dürfte auch für Conrad von Schwarzenberg gelten. Sie kamen Ende April in Akkon an.15 Hier werden sie Zeuge einer verheerenden Seuche. Zudem steht das Ende des 1197 geschlossenen Waffenstillstandes bevor (Februar 1204).16 Am Ende des Jahres 1203 wird beschlossen, eine Delegation zu dem Kreuzfahrerheer nach Konstantinopel zu schicken um sie zur Eile zu drängen. Dort treffen sie am 1. Januar 1204 ein. Doch sie treffen auf ein Heer, das sich anschickt, Konstantinopel zum zweiten Male zu erobern. Ob Conrad von Schwarzenberg an der Eroberung und Plünderung der Stadt teilgenommen hat, ist nicht bekannt. Es dürfte jedoch sehr wahrscheinlich sein, dass er sich tatsächlich beteiligt hat. Denn wenn einer Skrupel gehabt hätte, die christliche Metropole am Goldenen Horn zu schänden, so müsste das auf seinen Begleiter Martin von Pairis zugetroffen haben. Doch von ihm berichtet die Chronik:

„Als die Sieger voll Begierde die Stadt plünderten, begab sich Abt Martin in eine Kirche, der große Verehrung entgegengebracht wurde. Hier fand er einen alten Mann. Der Abt schrie ihn laut an: „Nun, verruchter alter Mann, komme und zeige mir, wo du die wirkkräftigsten Reliquien aufbewahrst, oder sei dir gewiß, dass du sonst unverzüglich mit dem Tode bestraft wirst“. Der alte Mann öffnete einen eisernen Kasten. Als der Abt dies sah, griff er schnell und gierig mit beiden Händen hinein. Er und der Kaplan schürzten flink ihre Kutten auf und füllten sie mit dem heiligen Kirchengut. Als er zu seinem Schiff zurückeilte, wurde er von Männern gesehen, die ihn kannten. Sie fragten ihn freudig, ob er etwas wegtrage. Er antwortete wie gewöhnlich mit einem Lächeln und den fröhlichen Worten: „Gut haben wir getan“.

Sie antworteten: „Dank sei Gott“.17

Damit war der Kreuzzug beendet.

Luftbild der Motte Runstal, Gemarkung Villingen, 1983, Foto: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, L 7916/13.

 

Conrad dürfte nach diesem Erlebnis wieder in den Breisgau gezogen sein. Sollte er zusammen mit Martin von Pairis wieder zurückgekehrt sein, wird seine Ankunft in den Sommer des Jahres 1205 fallen, da Abt Martin sein Kloster Pairis am 24. Juni 1205 wiedersah. Dessen Reise verlief von Konstantinopel aus über Palästina nach Venedig und Basel schließlich nach Pairis.18 Doch mit dem schändlichen Ende des Kreuzzuges in Konstantinopel ist für Conrad von Schwarzenberg der dritte Versuch gescheitert, an der erhofften Befreiung Jerusalems teilnehmen zu können.

Abgesehen von den Eindrücken bei der Eroberung von Konstantinopel wird der Kontakt mit dem Zisterzienserabt Conrad von Schwarzenberg tief geprägt haben. Denn die beiden Verkäufe seiner Güter Vörstetten und Runstal gehen beide ebenfalls an Zisterzienserklöster (Tennenbach und Salem). Hier wird man auch eine religiöse Prägung durch und eine Hinwendung zum Zisterzienserorden wahrnehmen dürfen.19

Verkauf von Runstal und endgültiger Wegzug ins Heilige Land 1207

Conrad von Schwarzenberg wird nun die kommenden 11/2 Jahre dazu genutzt haben, seine Angelegenheiten zu regeln und Besitz zu veräußern, um sich den erneuten Kreuzzug ins Heilige Land leisten zu können. In diesem Zusammenhang wird nun auch das Gut Runstal erwähnt. Dieses Gut dürfte eines der ältesten Besitzungen der Schwarzenberger gewesen sein.

Am 28. Mai 1207 bestätigt König Philipp II. dem Kloster Tennenbach, Güter zu tauschen und von seinen Dienstmannen Schenkungen anzunehmen.20 Diese Urkunde wurde in Salem vorgefertigt und dem König zur Unterzeichnung vorgelegt. Wo dies geschah, ist nicht vermerkt. Da jedoch eine große Anzahl breisgauischer Adeliger – u. a. Conrad von Schwarzenberg – als Zeugen aufgeführt werden, dürfte dies am Oberrhein, wahrscheinlich im Elsaß erfolgt sein. Zu diesem Zeitpunkt weilte er offenbar noch im Breisgau.

Im selben Jahr verkaufen Conrad und seine Frau Mathilde21 das Gut in Vörstetten um 60 Mark an das Kloster Tennenbach und im selben Jahr auch das große Gut Runstal bei Villingen mit allem Zubehör für 200 Mark an das Kloster Salem, dem Mutterkloster von Tennenbach.22 Der Verkauf des Gutes in Vörstetten wird am 6. Dezember 1207 in Augsburg durch König Philipp II. bestätigt.23 Die Übertragung des Gutes war offenbar nicht unumstritten, wenn das Kloster Tennenbach sich derart beeilt, eine königliche Bestätigung einzuholen. Denn durch den Verkauf seiner Güter an Tennenbach und Salem wurden sie dem Zugriff der Zähringer entzogen und die Stellung der königstreuen Klöster gegen den Zähringer Berthold V. gestärkt.

Unter den zahlreichen Zeugen in der Urkunde vom 6. Dezember 1207 fehlt der Name Conrads. Wahrscheinlich darf man dies als Hinweis seines bereits erfolgten Zuges ins Heilige Land bewerten. Daraus kann geschlossen werden, dass er die Güter im Hinblick auf seinen endgültigen Zug ins Heilige Land veräußert hat.24 Warum der Verkauf von Runstal zu diesem Zeitpunkt nicht ebenfalls bestätigt wird, sondern erst zwei Monate später am 6. Februar 1208 durch Philipp II. in Straßburg, ist unbekannt.25

Noch ungewöhnlich viele Bestätigungen durch Friedrich II. folgen. Dazu kam es wie folgt: Wohl schon im Sommer oder Herbst 1209 hatte sich eine Delegation von Salemer Mönchen auf den 1300 km langen Weg nach Sizilien gemacht, um einen noch nicht zum deutschen König gewählten, gerade erst mündig gewordenen Jüngling als Herzog von Schwaben um die Bestätigung dieses Verkaufes zu bitten.26 Die erste wurde von dem erst 15-jährigen Friedrich, König von Sizilien, im Januar 1210 in Catania (Sizilien) ausgestellt. Friedrich II. war zwar schon als Zweijähriger auf Betreiben seines Vaters Heinrich VI. zum König gewählt worden, doch als Heinrich VI. verstarb ist er noch zu jung, um das Amt anzutreten. Aus diesem Grunde wird der Staufer Philipp II. zum König gewählt. Dies führt zu jahrelangen Thronstreitigkeiten, die mit dem Tod von Philipp II. im Jahre 1208 enden. Friedrich II. wurde erst im September 1211 von den deutschen Fürsten zum König gewählt.

Diese Besitzbestätigung macht in mehrfacher Hinsicht stutzig. Denn es handelt sich 1210 nicht nur um die ersten Urkunden, die Friedrich für Angelegenheiten im Deutschen Reich ausstellt. Auch die rechtliche Bedeutung dieser Besitzbestätigung ist zu diesem Zeitpunkt mehr als fraglich. Die drei 1210 für die Gesandtschaft ausgestellten Urkunden betreffen das Gut Mundingen, das aus dem Besitz von Conrad von Schwarzenberg über Berthold III. von Nimburg auf die Johanniter und schließlich an das Kloster Tennenbach gekommen ist, sowie das Gut in Vörstetten, das Conrad von Schwarzenberg dem Kloster Tennenbach direkt verkauft hat. Die dritte Urkunde behandelte das Gut Runstal. Es ist schon erstaunlich, dass es sich bei diesen Bestätigungen nur um die aus der Hand von Conrad von Schwarzenberg gekommenen Güter handelt. War die Güterübertragung des Conrad von Schwarzenberg an Heinrich VI. so umstritten gewesen (vom Herzog von Zähringen?), dass eine derart aufwendige Aktion durchgeführt werden musste? Was waren die Hintergründe für diese Aktion? Offenbar bestand eine Opposition gegen den Welfen Otto IV. als potentiellen Gegenkönig, die ihr Sprachrohr in dem schon immer stauferfreundlichen Abt Eberhard von Salem hatte. Mit der Aktion sollte offenbar dem jungen Staufer in Sizilien gezeigt werden, dass sie seinen erblichen Anspruch auf die Nachfolge Philipp II. als deutscher König anerkennen. Und der Aufhänger für diese Loyalitätsbekundung sind die von Conrad von Schwarzenberg verkauften Güter. Möglicherweise gingen die Überlegungen in folgende Richtung: Conrad von Schwarzenberg hat 1195/96 dem König Heinrich VI. seine Güter übertragen, als Lehen zurückerhalten und nun verkauft. Und trotz der Bestätigung durch Philipp II. soll nun auch die des zukünftigen Königs – was zu diesem Zeitpunkt alles andere als sicher war – eingeholt werden.

Die durch die Delegation angeknüpften Verbindungen richten sich nicht nur gegen den Welfen Otto IV., sondern auch gegen Bertold V. von Zähringen, der einerseits vom Papst gebeten wurde, Otto IV. zu unterstützen und andererseits des öfteren gegen die Zisterzienser – nicht zuletzt auch im Umfeld von Villingen – restriktiv vorgegangen war. Schließlich wird der Erwerb von Runstal durch das Kloster Salem von Friedrich II. am 31. März 1213 in Konstanz erneut bestätigt.27 Conrad von Schwarzenberg wird in dieser Urkunde als verstorben erwähnt.28

Abgesehen von diesen reichspolitisch bedeutsamen Vorgängen, gibt es auch noch regionale Aspekte. Denn das Gut Runstal, das aus der Niederungsburg und einem Dorf, sowie aus Besitz in Herzogenweiler, Überauchen, Rietheim und Dürrheim bestand, umfasst somit Besitz im unmittelbaren Umfeld von Villingen. Dem Kloster steht als Besitzer von Runstal wie den Bürgern von Villingen das Recht zu, im Gemeindewald Holz zu schlagen.29

Die Entwicklung von Villingen zur Stadt ist im 12. Jahrhundert durch die Zähringer massiv gefördert worden. 1209 begann die Errichtung der Stadtmauer, womit der Prozess der Stadtwerdung sichtbar zu einem Abschluss kommt. Durch diese Maßnahme fühlen sich die Zisterzienser von Salem in ihren Besitzungen in und um Villingen bedrängt. Das Gut Runstal hat für das Kloster Salem auch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Dies ist schon aus dem Kaufpreis von 200 Mark abzulesen. Die Konflikte zwischen den Zähringern und den Zisterziensern sind natürlich nicht erst mit dem Verkauf von Runstal aufgebrochen, sondern bestanden schon zuvor. Dieser Sachverhalt muss auch dem Conrad von Schwarzenberg wohl bekannt gewesen sein. Er wird den Verkauf an Salem in dem Bewusstsein durchgeführt haben, um dem Zähringer Bertold V. zu schaden. Denn hiermit wurde nicht nur die Stellung des Klosters im Umfeld der aufstrebenden Stadt Villingen massiv gestärkt, sondern auch die Möglichkeit der Stadt zur Expansion eingeschränkt. Nicht zuletzt gehen dem Stadtherren Bertold V. auch die Einkünfte des Gutes Runstal verloren. Denn dass dieser das Gut selbst gerne erworben hätte, steht außer Frage und geht aus den jüngeren Urkunden auch deutlich hervor. Die weitere Geschichte des Besitzes Runstal braucht in diesem Zusammenhang nicht weiter verfolgt zu werden.

Conrad scheint sich nun 1207/08 – mit gefülltem Portemonnaie und geregelter Nachfolge – endgültig auf den Weg ins Gelobte Land aufgemacht zu haben. Wenn man liest, dass der Verkauf des Hauses in Akkon wenige Jahre später 400 Mark Silber erbringt, kann man erahnen, wie stark die Reisekasse gefüllt war. Wenn man davon ausgeht, dass Conrad bei seinem ersten Kreuzzug 1289 Mitte 20 war, wird er jetzt etwa 42 Jahre sein. Wenn man weiter davon ausgeht, dass seine Frau etwa gleich alt ist, dürfte sich die Hoffnung auf Kinder und somit auf Nachfolger in der Zwischenzeit zerschlagen haben.

In Akkon (1207/08 –1213)

Im Oktober 1208 tritt uns Conrad von Schwarzenberg, wie oben schon erwähnt, als Zeuge für Otto IV. von Botenlauben und dessen Frau Beatrix von Courtenay, Alleinerbin des Joscelin III. von Courtenay in Akkon bei einem Verkauf des Casal Blanc an das Hospital in Jerusalem entgegen. Die Familie de Courtenay hatte es verstanden, aus der Eroberung des Heiligen Landes Gewinn zu schlagen und hatte sich eine große Seigneurie aufgebaut.30 Otto von Botenlauben hat Beatrix von Courtenay wahrscheinlich im Zuge des Kreuzzuges Heinrich VI. (1197) kennen- und liebengelernt. Seit dieser Zeit müssen engere Beziehungen zwischen den Schwarzenbergern und den von Courtenay sowie den Hennebergern bestanden haben. Beatrix von Courtenay ist somit eine der reichsten Erbinnen von Outremer. Die Tatsache der Erwähnung von Conrad von Schwarzenberg geht hier wie bei der Urkunde von 1215 darauf zurück, dass der Deutsche Orden sein Archiv bis in die jüngste Zeit hinein retten konnte.

Graf Otto von Botenlauben, Quelle: Manesse-Handschrift

 

Conrad von Schwarzenberg hat zu einem unbekannten Zeitpunkt – vermutlich 1207/1208 – von Beatrix von Courtenay ein stattliches Haus in Akkon erworben. Wo sich dieses Haus befand, ist nicht bekannt. Möglicherweise lag es im französischen Viertel.

Da seine Frau Mathilde am 9. April 1215 in Akkon über ihr gemeinsames Haus urkundet, wird sie ihn mit Sicherheit begleitet haben. In dieser Urkunde wird Conrad als verstorben erwähnt. Offenbar ist er schon vor dem März 1213 verstorben.31 Sie verkauft das von Joscelinus III. erworbene Stadthaus dem Großmeister des Deutschen Ordens, Heinrich von Salza, der ihr verspricht, dafür 14 Tage nach Pfingsten 1216 in Straßburg 400 Mark Silber auszuzahlen. Für diese Summe wollte sie ein Gut bei Straßburg erwerben.32 Auch hier wird wieder die Organisation der Ritterorden genutzt, um große Summen sicher zwischen dem Heiligen Land und der deutschen Heimat zu transferieren.

Das Haus ist der erste Teil der Seigneurie des Joscelin von Courtenay, die auf den Deutschen Orden übergeht. 1220 erwirbt der Orden von Beatrix von Botenlauben im Namen ihres Mannes, der sich seit 1217 wieder in Franken befindet, den gesamten Rest der riesigen Herrschaft für 7.000 Mark Silber und 5.250 Byzantiner. Der Orden selbst hat dieses Geld im Jahr zuvor von Herzog Leopold VI. von Österreich erhalten. Daraus kann gefolgert werden, dass Otto von Botenlauben und seine Frau das Geschäft zwischen Mathilde von Schwarzenberg und Heinrich von Salza eingefädelt hatten, um den Orden zu fördern. Daraus kann man – wie schon aufgrund der Schenkung von einem Haus in Saphet mit 100 Hektar Land – auf eine große Sympathie zwischen Otto von Botenlauben und dem Deutschen Orden schließen – eine Sympathie, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Conrad von Schwarzenberg geteilt wurde.33

Conrad von Schwarzenberg wird mit Sicherheit in Akkon bestattet worden sein und ruht somit in der Heiligen Erde, in der er das Jüngste Gericht erwarten wollte. Akkon wurde 1291 endgültig wieder von den Muslim erobert.

Somit spannt sich der Bogen von einer heute unscheinbaren Burgruine in der Nähe Villingens bis an die Levanteküste und Runstal erweist sich als Ort, an dem lokal- aber auch reichspolitische Interessen zusammentrafen.

Anmerkungen

1 HISTORIA DE EXPEDITIONE FRIDERICI IMPERATORIS MGH NS 5, S. 18, 19, 22.

2 ULRICH PARLOW, Die Grafen von Nimburg. – In: P. SCHMIDT (Hrsg.) Teningen. Ein Heimatbuch (1990), S. 45-74, 54 f.

3 PARLOW (1990), wie Anm. 2, S. 55.

4 VOLKHARD HUTH, Kaiser Friedrich II. und Villingen. Beobachtungen zur Rolle der Stadt in reichs- und territorialpolitischen Konflikten der spätstaufischen Zeit, in: HEINRICH MAULHARDT / THOMAS ZOTZ (Hrsg.), Villingen 999-1218. Aspekte seiner Stadtwerdung und Geschichte bis zum Ende der Zähringerzeit im überregionalen Vergleich (Veröffentlichungen des Stadtarchivs und der Städtischen Museen Villingen-Schwenningen Band 27, zugleich Veröffentlichung des Alemannisches Instituts Freiburg i. Br. Nr. 70, 2003), S. 199-234, bes. S. 218, Anm. 58. – MAX WETZEL (1912), Waldkirch im Elztal Band 1, S. 69. – PARLOW (1990) wie Anm.2, S. 57.

5 PARLOW (1990), wie Anm. 2, S. 56. – Aus der Urkunde von 1207 geht hervor, dass Kloster Tennenbach das Gut seit über 8 Jahren besitzt. Das heißt, der Erwerb von den Johannitern muss vor dem 28. Mai 1198 stattgefunden haben. Wann diese es von Bertold II. bekommen haben ist ebenso unbekannt, wie die Übertragung des Gutes von Conrad von Schwarzenberg an Bertold II.

6 Graf Otto von Henneberg ist identisch mit dem Minnesänger Otto von Botenlauben: BECHSTEIN (1845), Geschichte und Gedichte des Minnesängers Otto von Botenlauben, Nr. 2. – PETER WEIDISCH, Otto von Botenlauben. Minnesänger-Kreuzfahrer-Klostergründer. – In: DERS. (Hrsg., 1994), Otto von Botenlauben. Minnesänger-Kreuzfahrer-Klostergründer. (Bad Kissinger Archiv-Schriften Bd. 1), S. 17-56.

7 BERND-ULRICH HUCKER, Regesten des Grafen Otto von Botenlauben 1197-1244, in: PETER WEIDISCH (1994, Hrsg.), wie Anm. 6, S. 471-498, Nr. 2.

8 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), Pr. 10, 25 ff. – Werkmann 1868 (wie Anm. 1), 161 f.

9 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 9 und Anm. 18-21, 81 f, 10 Sp. 26. Zur Predigttätigkeit von Martin: ebd. 82, bes. Anm. 20.

10 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 110.

11 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 86, Anm. 14.

12 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 77, 92.

13 PETER MILGER (1988), Die Kreuzzüge. Krieg im Namen Gottes, S. 288.

14 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 87, Anm. 15.

15 Conrad von Schwarzenberg ist nicht namentlich erwähnt, da die Begleiter (sociis) nur summarisch aufgezählt werden. Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 131.

16 BERND-ULRICH HUCKER, Otto Graf von Henneberg-Botenlauben und die imperiale Politik in Europa und Outremer (1196-1244), in: WEIDISCH (1994, Hrsg.), wie Anm. 6, 89-116, bes. 90.

17 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 158-160. – Zitiert nach: JONATHAN RILEY-SMITH (1992, Hrsg.), Großer Bildatlas der Kreuzzüge, S. 84.

18 Gunther von Pairis 1994 (wie Anm. 1), 90.

19 Diese Hinwendung zu den Zisterziensern dürfte auch schon bei seinem Vater Conrad und seinem Onkel Werner vorhanden gewesen sein, die unter den Begründern des Zisterzienserklosters Tennenbach aufgeführt werden. Die anderen Adeligen waren u.a. Markgraf Hermann III. von Baden, Graf Berthold von Nimburg, Burchard von Üsenberg, ferner die von Falkenstein, Werner von Roggenbach, Gottfried von Staufen und der herzogliche Marschall Bertold von Schopfheim bei Lahr.: BERENT SCHWINEKÖPER, Das Zisterzienserkloster Tennenbach und die Herzöge von Zähringen, in: HEINRICH LEHMANN, WILLI THOMA (1983, Hrsg.), Forschen und Bewahren, Festschrift Hermann Rambach, S. 95-157, 123 ff.

20 BÖHNER, Reg. Imp. Band V, 1, Nr. 147. – SCHWINEKÖPER (1983), wie Anm. 19, 129 f., Anm. 162.

21 ALLGEIER (2000), wie Anm. 1, 119. Der Ansicht von R. Allgeier, Mathilde habe nach Conrads Tod den Bruder von Otto von Botenlauben, den Burggrafen von Würzburg Bertold II. geheiratet, kann nicht gefolgt werden. Denn dieser ist nachweislich im Jahre 1212 verstorben. Zu diesem Zeitpunkt wird Conrad noch gelebt haben. Auf jeden Fall ist Mathilde ab 1207/08 im Heiligen Land, während Bertold II. dort nicht nachweisbar ist. Ein Kontakt zwischen den beiden ist demnach kaum wahrscheinlich. – WEIDISCH (1994, Hrsg.), wie Anm. 6, Stammtafel der Grafen von Henneberg. – HEINRICH WAGNER, Genealogie der Grafen von Henneberg bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, in: WEIDISCH (1994, Hrsg.), wie Anm. 6, S. 401-470, bes. 445 f.

22 WERKMANN (1868), wie Anm. 1, 162. – WETZEL (1912), wie Anm. 4, 70.

23 UB FÜRSTENBERG, Bd. 1, Nr. 112b, S. 345.

24 „Die Kreuzfahrer vertrauten daher dem Orden ihre Besitzungen bis zu ihrer Heimkehr an. Wo es die finanzielle Lage der Klöster zuließ, nahm man sogar Kredite von ihnen für die kostspielige Reise auf.“ SCHWINEKÖPER (1983), wie Anm. 19, 111 f.

25 HUTH (2003), wie Anm. 4, 217 .

26 HUTH (2003), wie Anm. 4, 199-234, 204 ff.

27 UB SALEM, Bd. 1, Nr. 86, S. 124.

28 Gunther von Pairis (1994), wie Anm. 1, 9.

29 HUTH (2003), wie Anm. 4, 218.

30 HANS EBERHARD MAYER (1980), Die Seigneurie de Joscelin und der Deutsche Orden. – In: Die geistlichen Ritterorden Europas, hrsg. JOSEF FLECKENSTEIN und MANFRED HELLMANN (Vorträge und Forschungen XXVI), S. 171-216.

31 Angeblich soll er noch 1213 als Zeuge aufgetreten sein: HUTH (2003), wie Anm. 4, 221, Anm. 69, was allerdings nicht stimmt.

32 WETZEL (1912), wie Anm. 4, 70. – ALLGEIER (2000), wie Anm. 1, 118 f. Allerdings kann sie nicht identisch sein mit der Frau des Sohnes von Otto von Botenlauben, da dieser – Bertold II. mit Namen – 1212 schon verstorben ist, als Conrad von Schwarzenberg höchstwahrscheinlich noch lebt: Heinrich Wagner, Genealogie der Grafen von Henneberg bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, in: WEIDISCH (1994, Hrsg.), wie Anm. 6, S. 401-470, 445-447.

33 ENNO BÜNZ, Der Besitz Ottos von Botenlauben im Königreich Jerusalem. – In: WEIDISCH (1994, Hrsg), wie Anm. 6, S. 71-88, bes. 73 f.