Aus den Memoiren von Ober-Postinspektor Joseph Stadler (1870 – 1932) Mein Beruf und mein Eheleben – Die Jahre 1897 und 1898 –

Unserem verstorbenen Mitglied Eugen Bode ist es zu verdanken, dass die Memoiren des OberPostinspektors Joseph Stadler nicht in Vergessenheit geraten sind. Die Originalaufzeichnungen befinden sich bei Nachkommen des Joseph Stadler in Hall in Tirol. Eugen Bode hat sich 1992 die Mühe gemacht, die 2000 Seiten dieser Chronik für unser Archiv zu kopieren. Mit diesem dritten Bericht in unseren Jahresheften veröffentlichen wir die letzten Jahre, die Joseph Stadler in Villingen verbrachte. Auch nach seiner Versetzung an das Postamt Konstanz riss sein Kontakt zu seiner Heimatstadt nie ab.

Mit einer Menge Eindrücke kamen Marie und ich von der Hochzeitsreise zurück. Es ging nun nach den herrlichen Tagen an die Arbeit. Wir lernten uns näher kennen. Während der Zeit, wo ein Paar sich nur als Verlobte kennt, haben die Charaktere noch nicht genügend Gelegenheit, sich zu prüfen und anzupassen. Das geschieht erst in der Ehe. So ging es auch uns Beiden. Schon in Stuttgart waren zwischen uns Differenzen entstanden, deren Untergrund ich nicht mehr kenne. So traten im Verlauf unserer jungen Ehe ab und zu Missharmonien hervor, wir mussten uns einander anpassen. So hatte ich z. B. die schlimme Gewohnheit, beim Essen und im Bette vor dem Einschlafen zu lesen. Mein Wissensdurst war stets so groß, dass ich jede freie Minute nach Büchern griff und mich darin vertiefte. Das verdross natürlich meine junge Frau, die gern mit mir sprach und sich durch mein ewiges Lesen benachteiligt fühlte. Sie gewöhnte mir nach und nach das Lesen bei Tische und im Bette ab, und ich bin ihr dafür dankbar. Dagegen konnte sie mir sonst das Lesen nicht abgewöhnen, ich bin heute noch die gleiche Leseratte wir in der Jugend, nur dass ich heute nur noch wissenschaftliche Sachen lese, während ich bis in die dreißiger Jahre auch einen guten Roman nicht verachtete. Dagegen waren mir schon in der Jugend die Zeitungsschundromane zuwider.

Ferner hatte ich die Gewohnheit, jeden Tag mehrere Stunden Klavier zu spielen. Da ich erst mit 19 Jahren mit diesem Instrument begann, so hatte ich allerdings Eile, das in der Jugend Versäumte noch nachzuholen, besonders die Fingerübungen. Da klapperte ich nun mit eisernem Eifer darauf los und auch das ärgerte mit Recht meine junge Frau. Manchmal mußte ich ihr zu Liebe etwas aussetzen und mich ihr widmen.

Sodann war meine Frau zeitlebens nie eine gute Fußgängerin. Sie litt an leichter Empfindlichkeit der Fußsohlen und abends, besonders in der heißen Jahreszeit gern an aufgelaufenen Füßen. Ich dagegen war in den Zeiten meiner jungen Ehe ein ausdauernder Fußgänger, und ich konnte es nicht begreifen, dass die junge Frau so rasch ermüdete und nicht ins Freie mitwollte.

Ferner war ich durch die Kaltwasserkuren sehr abgehärtet. Ich staunte daher nicht wenig, als die junge, blühende Frau schon im September 1897 mit einer heißen Bettflasche bewaffnet abends ihr Bettlein bestieg, eine Gewohnheit, die sie in der bisherigen 26jährigen Ehe noch nicht abgelegt hat.

Auch geistig klappte unser Verkehr nicht recht zusammen. Ich hatte damals schon in Büchern viel gelesen und unterhielt mich gern über wissenschaftliche Dinge, Geschichte, Musik, Medizin usw. alles Dinge, von denen das einfache Frauchen gar nichts wusste und über die es auch nicht gern Vorträge hörte. Ich sah damals noch nicht ein, dass ich diese Kenntnisse gar nicht von einer Gattin verlangen konnte und dass häuslicher Sinn und Fleiß, die mein junges Weibchen mitbrachte, solche Kenntnisse reichlich aufwogen. Im weiteren machte ich bald die Beobachtung, dass das ganze Denken meiner Gattin mehr auf reale Dinge ausging, während ich Idealist von reinstem Wasser war und immer alles in den rosigsten Farben sah. So war die junge Frau nicht Liebhaber der Fastnacht, wofür ich stets schwärmte. Sie war viel zu ernst, während ich gern lustig war und ihren Ernst missverstand. Erst im Laufe der Jahre lernten wir uns voll und ganz vertragen und verstehen. Heute sehe ich ein, dass ich mit dieser Frau weitergekommen bin, als mit einem gebildeten Blaustrumpf.

Zunächst gab es die erste große Enttäuschung in unserer jungen Ehe als meine Gattin von meiner ungünstigen Finanzlage Kenntnis erhielt, ich wollte ihr schon auf unserer Hochzeitsreise in dieser Sache eine Generalbeichte ablegen, aber ich hatte nicht den Mut hierzu. Ich brachte das Wort „ich habe Schulden“ mit dem besten Willen nicht über die Lippen. Da kam der erste Monatszahltag am 1. August 1897. Ich hatte damals 1800 Mark Einkommen jährlich, mithin monatlich 150,– Mark. Davon wurden mir nun 20 Mark für die Lebensversicherung abgezogen, 30 Mark gingen ab für Abzüge für eine Schuld an den Sparverein der Post, dem ich einige Hundert Mark schuldete. Ganz still und zerknirscht legte ich nun die übrigen Hundert Mark in ein Schächtelchen, in dem wir unser Geld hatten und wartete nun das Weitere ab. Prompt antwortete meine Frau mit einer finsteren Miene und sprach mehrere Stunden kein Wort. Endlich frug sie mich ängstlich mit den Worten, „Josef, hast Du Schulden?“, worauf ich nun Mut bekam und meine Lage darlegte. Ich merkte, es gab ihr viel zu schaffen, aber bald wusste sie Rat und brachte von ihrem Vater 600,– Mark in blanken Goldstücken, mit denen ich dann die dringendsten Schulden abbezahlte. Mein Schwiegervater sagte mir in der Sache überhaupt kein Wort. Der eheliche Friede wurde nicht weiter gestört in der Sache. Wir sparten nun gut zusammen und die Schwiegereltern gaben uns die Milch, das Brot, das Mehl, die Kartoffeln umsonst, so dass wir gut durchkamen.

Bald lernte ich meine junge Frau bewundern in ihrer Meisterschaft beim Sparen. Sie lernte bald mit großer Findigkeit die billigsten Einkaufsgelegenheiten herausfinden. Wir waren damals Mitglied des Konsumvereins, wo wir dann am Ende des Jahres noch Prozente herausbekamen. Um Waren billiger zu bekommen, scheute die Gattin keinen Weg. Trotz unseres damaligen bescheidenen Einkommens, lebten wir damals viel besser als heute fünf Jahre nach dem Weltkrieg (1923). Wir hatten ständig Wein im Hause, was ich mir heute, wo der Liter über Tausend Mark kostet, nicht leisten könnte. Im Sommer und im Herbst halfen wir den Schwiegereltern in der Landwirtschaft, oft vertrat Marie die Mutter im Brotladen, was immer etwas abwarf.

Meine Mutter ging mit Marie ab und zu in den Wald, und sie sammelten Tannenzapfen, Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren wovon wir den ganzen Winter zehrten.

Da ich als Villinger Bürger zusammen mit meiner Mutter 15 Meter Holz bekam – je sieben Meter auf den Kopf – hatten wir Holz in Menge. Ich sägte und spaltete das Holz zusammen mit meinem Schwager Viktor, der mir half.

In meiner freien Zeit spielte ich viel Klavier. Jeden Tag machte ich einen Spaziergang in den hinteren Steppach, selbst beim schlechtesten Wetter. Dadurch verlor ich allmählich meine Neigung zu Bronchialkatarrhen. Jeden Monat lief ich ein Paar Schuhsohlen durch.

Die Wohnung im „Bären“ passte uns nicht lange. Im Hause herrschte wenig Ordnung, auch waren die Zimmer feucht. Auch die Mitbewohner warfen teilweise nicht hasenrein. Schließlich bekam ich mit dem Bärenwirt einen Wortwechsel und kündigte ihm. Ich mietete dann eine Wohnung in der Friedrichstraße im Hause des Farrenwärters Neidinger. Das Haus, das dritte von der Mönchweilerstraße ab, war aus Riegel gebaut, geräumig und bot prächtige Ausblicke auf die Umgegend, besonders auf die Hügel östlich der Stadt. Wir wohnten im oberen Stock, während unten der Steueroberaufseher von Briel wohnte, und ein altes armes Ehepaar aus Schlesien. Im Dachgeschoss des zweistöckigen Hauses wohnte ein Arbeiter mit seiner Familie.

Im „Bären“ hatte unter uns der Gipsermeister Schätzle, ein Württemberger, gewohnt, der ein gefälliger Mann war. Dagegen hatte er Gesellen, die abends im Wege standen. Hinter ihm gegen den Hof wohnte ein Eisenbahnschaffner Frank, dessen Frau wenig reinlich war. Neben unserer Wohnung, durch den Glasabschluss getrennt, war das Zimmer meiner Mutter. Gegen den Hof wohnte ein Arbeiter namens Fritz, der lange Finger hatte und uns Hollunderlikör im Keller stahl. Seine Frau, die keine Kinder hatte, war hässlich aber ehrlich. Fritz war dem Alkohol ergeben. Bei Fritz wohnte ein gewisser Ummerhofer Gustav, ein verkrachter Kaufmann und Bruder des Gießers Wilhelm Ummenhofer und der Lammwirtin. Der Gustävle ging später nach Amerika, nachdem ihm der Boden in Villingen zu heiß geworden war. Fritz zog, während wir noch im Hause wohnten, aus und an seine Stelle trat ein braver Arbeiter namens Strohm, der die Lokomotiven an der Eisenbahn reinigte und daher immer nach Ölen roch und wie ein Köhler aussah. Seine Frau hatte ein böses Mundwerk. So wohnten wir zwischen Arbeiterfamilien, etwas eingeengt und nicht mollig. Mein ehemaliges Zimmerchen war von meiner Frau zum Besuchszimmer eingerichtet worden. Es lag nach dem Hof wo auf einem Dache ab und zu junge Iltisse ihr Unwesen trieben.

Mit der Nachbarschaft in der Bärengasse waren wir wenig in Berührung gekommen. Es waren meistens Leute, die mir wenig günstig waren, weil ich in ihren Augen es zu etwas gebracht hatte und weil sie mir meine als vermöglich angesehene Gattin missgönnten. Unter diesen Umständen zogen wir am 1. Juli 1898 gern nach der Friedrichstraße, deren Lage im Freien mit der Brigach im Vordergrunde mir ungemein gefiel.

Wir hatten in der neuen Wohnung ein kleines Stück Garten, das meine Mutter und Marie betrieben und das uns viel Gemüse lieferte. Der Farrenwärter Neidinger, ein ungemein kinderreicher Vater, bewohnte das Haus nicht, aber er hatte unten im Hause einen Stall mit Vieh. Er und seine Frau waren friedliebend. Ein etwas schwieriger Hausmitbewohner war der Steueraufseher von Briel im Erdgeschoss. Er hatte einen großen Hochmut, vermutlich auf seinen „Adel“; seine Gattin war noch hochmütiger, sie blickte auf uns herab und sprach meistens kein Wort. Über uns wohnte ein Arbeiter namens Hettich, der unsolide und kränklich war und sein Weib, eine geborene Albus aus der Gerbergasse schlecht behandelte. Er starb bald an der Rückenmarkschwindsucht, die er sich wohl infolge seines unsittlichen Lebenswandels zugezogen hatte. Bei Briels wohnte noch ein uraltes Ehepaar namens Keller, das aus Schlesien zugewandert war und von der Unterstützung seiner Kinder notdürftig lebte. Der alte gebückte Schlesier erzählte mir, dass er in den 1840er Jahren als Soldat vor dem alten Kaiser Wilhelm I. bei einer Parade präsentiert habe, als dieser von seiner jungen Frau, der Kaiserin Augusta begleitet gewesen sei. Mit Stolz erzählte mir der alte Soldat von seiner Militärzeit, die er, wie alle Preußen, gern abgeleistet hatte.

Als Nachbarn hatten wir einen Schulkameraden, den Schreinermeister Emil Schumpp, der das Haus neben uns gebaut hatte, und den Zimmermeister Singer Wilhelm, mit dem ich in der Jugend schon befreundet war. Der Zugang zur Wohnung war damals etwas schwierig, weil die Friedrichstraße noch nicht ausgebaut war und daher der Weg schlecht war. Ferner merkten wir bald, dass die Wohnung kalt war infolge des leichten Riegelwerks. Reichlich entschädigte mich die prächtige Aussicht. Hinter unserem Haus führte die Schwarzwaldbahn vorbei, deren Frühund Spätzüge uns unangenehm wachrüttelten.

Die Friedrichstraße, die sich längs der Brigach hinzieht, war damals erst angefangen, nur wenige Häuser waren fertig. Die Straße war noch nicht erbaut, und ich musste daher, wenn ich nicht über das Obertor wollte, durch die lehmigen Wege gehen, über die später die Straße gelegt wurde. Das war besonders im Frühund Spätdienst keine Kleinigkeit. Ich hatte mir für diesen Zweck eine kleine Laterne beschafft, um nicht in die Brigach zu stürzen. Dafür wurden wir aber in der Wohnung durch den herrlichen Blick auf den Fluss, die Berge und Wiesen reichlich entschädigt. Wir hatten kein Gegenüber. Leider war die Wohnung kalt, weil Riegelwerk statt Mauerwerk verwendet war.

Im Frühjahr 1898 kam Marie in gute Hoffnung. Sie hatte im Angang der Gravidität viel unter Appetitlosigkeit, Brechreiz u. Kreuzschmerzen zu leiden. Als diese Beschwerden sich langsam verloren hatten, dann stellten sich Störungen des Humors ein; die sonst fröhliche Frau wurde hochgradig schwermütig, sie dachte ans Sterben usw. Nebenher liefen immer wieder Störungen des Magens und Darms, Magenweh, hartnäckiger Durchfall unterbrochen durch Verstopfung usw. Sie war z.B. wegen dieser Verdauungsstörungen Mitte September in Behandlung des Bezirksarztes Dr. Schatz, der damals auch energisch dem Unterleibskatarrh zu Leibe rückte. Keine kleine Angst jagte er mir damals mit seinem Verdacht auf placenta praevia ein. Diesen Verdacht gründete er auf kleine Blutungen, die Marie einige Male hatte. Zum Glück bewahrheitete sich dann seine Befürchtung nicht.

Zum Überfluss hatten wir dann im September 1898 noch Einquartierung. Die Herbstmanöver waren in der Nähe von Villingen. Wir bekamen zunächst etwa 14 Tage die in Colmar (Elsaß) gelegenen Kurmaerker Dragoner nach Villingen. Wenn sie jeweils in der Morgenfrühe den Bickenberg in ihr Gelände hinaufrückten oder heimwärts zogen, so ließen sie Ihre Reitermärsche erklingen, die wir dann im Halbschlaf hörten. Später bekamen wir Infanterie und bekamen einen EinjährigFreiwilligen, Student der Medizin namens Willems aus Grünfeld (Hessen) ins Quartier, der ein sehr netter Mensch war. Er sandte uns später einmal eine Ansichtskarte. Nach ihm bekamen wir einen Infanteristen, der Kaufmann war und aus Erfurt stammte, ebenfalls ein gebildeter Mann. In einer Zeit besuchte mich auch als Soldat mein ehemaliger Postgehilfe Schellinger aus Immendingen, der mich bei der Ablösung des Postverwalters Müller in Immendingen 1895 kräftig unterstützt hatte.

Anfangs Oktober musste dann mein Schwager Viktor zur Ableistung seiner zweijährigen Militärdienstzeit nach Konstanz zum Infanterieregiment Kaiser Friedrich III Nr. 114 einrücken. Da Schwager Hermann schon vorher in die Fremde abgerückt war, so standen meine Schwiegereltern ganz allein da. Marie musste daher in ihrem Zustande noch zuhause hüten bis in den Spätherbst hinein.

Dienstlich hatte ich 1897 und 1898 meistens Schalterund Abfertigungsdienst. Mit dem letzteren Dienst war noch die Bedienung der Telegraphenapparate und des Telephons im Nachdienst, sowie Bahnhofsdienst verbunden. Der Dienst am Bahnhof musste in Uniform gemacht werden. Ich ging damals oft in Uniform aus. Den Dienst am Schalter hatte ich weniger gern, weil ich mich mit dem Publikum neben dem Arbeiten, Geldzählen und Rechnen gern unterhielt und dabei dann ab und zu Fehler machte. Wenn natürlich ein solcher Fehler zu meinen Ungunsten gemacht wurde, musste ich den Minusbetrag aus meiner Privatkasse zahlen. Lieber war mir der Nachtdienst, der alle drei bis vier Tage zu leisten war. Der Nachmittag vor dem Nachtdienst, sowie der Tag nach diesem Dienst waren frei. Wir hatten im Nachtdienst etwa bis 1 Uhr zu arbeiten. Da mussten wir die ankommenden Briefe und andere Sendungen verlesen und verteilen, Wertsendungen und Pakete sowie Postanweisungen usw. mussten in die Bücher eingetragen werden. Daneben gingen von Offenburg und Konstanz noch zahlreiche weitergehende Sendungen ein, die auf den anderen Tag für die abgehenden Frühzüge umgearbeitet werden mussten. Kaum hatte man sich müde nach 1

Uhr auf das Dienstbett zur Ruhe niedergelegt, so rief meistens das Telephon von auswärts ärztliche Hilfe. Meistens wurde der damals viel gesuchte Dr. Bigalke gerufen, der fast keine Nacht Ruhe hatte. Kaum hatte man sich wieder zur Ruhe gelegt, so rasselte schon die Chaise dieses unermüdlichen Arztes am Posthaus vorbei. Bigalke hatte sich bald derart aufgerieben, dass er – erst 52jährig – 1901 starb. Selten hat Villingen einen derartigen Leichenzug gesehen, als an jenem Augusttag 1901, als sie den Dr. Bigalke hinausführten in die stille Altstadt meiner Heimat.

In den Nachtdienst brachte mir meine Mutter jeweils ein Deckbett und zwei Kissen, damit ich besser schlafen konnte auf der harten Dienstmatratze. Nach dem Nachdienst war man allerdings abgespannt, besonders in der Sommerzeit und konnte dann, heimgekommen, nicht gut schlafen. Manchmal legte ich mich auch gar nicht zu Bette, sondern arbeitete etwas zuhause. Am Nachmittag ging ich dann gern in die Wälder und Fluren spazieren, um mich wieder zu erfrischen und nahm dabei gern Fußund Halbbäder. Oft begleitete mich dabei Freund Blessing oder meine junge Frau. Ich wurde bald so abgehärtet, dass ich selbst im Winter im Freien ein kurzes Fußbad oder Halbbad nehmen konnte, ohne mich zu erkälten. Leider hatte schon damals Marie im Sommer Schmerzen in den Füßen, wenn sie länger gehen musste.

Sobald die Ernte begann, so suchte ich auf meinen Spaziergängen immer etwas zu erhaschen, z. B. Haselnüsse, Beeren, Obst usw. Ich habe manchen Napf voll Himbeeren nach Hause geschafft, wo Marie daraus Gelee machte. ..

Im kältesten Winter oder beim stärksten Schnee hielt mich die Witterung nicht ab von meinen täglichen Wanderungen. Wie oft habe ich doch ein Wild, z. B. Füchse, Hasen und Rehe aufgescheucht auf meinen weiten Waldwanderungen. Einmal erwischte ich einen Riesenmaulwurf, den ich leider tötete. In den Zeiten der Mäuseplage widmete ich mich auch auf den Spaziergängen der Vertilgung dieser Nager. Gar manchen habe ich dabei erlegt.

Selbstverständlich achtete ich als alter Botaniker auf jedes Pflänzchen der lieben Heimat und legte es ein. Wie lieb ist mir, heute die Erinnerung an jene längst entschwundenen Tage unserer jungen Ehe. Leider achtete ich wenig auf die Tierwelt der Heimat, besonders auf die Vögel, trotzdem mein Vater selig mich auf diese immer aufmerksam gemacht hatte. Ich war auf meinen Wanderungen meistens so in Gedanken versunken, dass ich den Gesang der Vögel gar nicht hörte… Zuhause fand ich viel Erholung im Klavierspiel und im Lesen guter Schriften. Daneben band ich meine Bücher selbst ein. Dies hatte ich schon in Vöhrenbach vom alten Postverwalter Heine etwas gelernt. Um das Jahr 1900 trat dann ein Feldwebel aus Ingolstadt als Postanwärter in Villingen in den Postdienst ein. Er hieß Josef Frey, war gelernter Buchbinder und von Freiburg (Breisgau) gebürtig. Ich bekam ihn zur Ausbildung im Postdienst und bildete mich noch vollends im Buchbinden aus. Eine Presse und die Heftlade kaufte ich ihm ab. Ich habe seither hunderte von Büchern eingebunden mit diesem primitiven Handwerksgeschirr.

Im Jahre 1898 kaufte ich mir das Konversationslexikon von Brockhaus, ohne dass es Marie wusste. Als nun die 17 Bände samt Gestell in einer großen Kiste ankamen, gab es ein brummiges Gesicht. Das Werk kostete 180 Mark, ich durfte es in 3 Mark-Monatsraten tilgen. Heute freue ich mich, daß ich dieses Monumentalwerk gekauft habe, es hat mich unsägliche Male unterhalten samt meinen inzwischen großgewordenen Kindern.

In den Sommermonaten mussten wir natürlich auch meinen Schwiegereltern zu Hilfe kommen, die allein waren, da mein Schwager Viktor seit 1895 in der Fremde war und mein Schwager Hermann im Frühjahr 1897 ebenfalls in die Ferne gezogen war. Mein Schwiegervater, der fleißige Marzell, war damals schon derart abgearbeitet, dass ihm die Feldarbeiten ungemein schwer fielen. Nicht viel besser erging es meiner Schwiegermutter. Marzell hatte sich, um von den Fuhrleuten weniger abhängig zu sein, einen Leiterwagen beschafft, mit dem er mit seinen Kühen Heu und Frucht selbst holte. Da musste dann Marie den Laden besorgen und ich half im Felde auch mit, so viel ich gerade Zeit hatte. Das Heu musste am Hause hinaufgezogen werden, was sehr mühsam war. Die Garben hatte Marzell, mangels Raum im eigenen Hause, bei Nachbarn untergebracht, wo er auch drosch. Für unsere Hilfe wurden wir ja reichlich entschädigt, denn die Mutter gab uns Milch, Brot, Mehl usw. fast umsonst.

Wir lebten sehr zurückgezogen, gingen höchst selten ins Wirtshaus. Ab und zu schlossen wir uns an Sonntagen der Familie Hoß (Postsekretär) oder Linnebach (Leitungsrevisor) an. Marie hatte auch keine Freundinnen, sie war auch damals wie heute sehr in sich gekehrt. Mit den Jahren nahm dies zu, weil sie niemand für aufrichtig hält; eigentlich hat sie nicht unrecht.

Im Essen waren wir gleich einfach, immerhin war beim Mittagessen stets ein leichter Wein auf dem Tisch, hauptsächlich auch wegen der Mutter.

Im Kochen und in der Haushaltung wusste Marie bereits gut Bescheid. Immerhin gab ihr meine Mutter manch gute Winke, die auch sonst den ganzen Tag in der Haushaltung mitarbeitete und sich nützlich zu machen suchte, was auch Marie dankbar anerkannte. Trotzdem gab es ab und zu kleine Missverständnisse, weil eben „Jung und Alt“ dauernd nicht zusammenpasst. Meine Mutter war etwas misstrauisch und wie alle alten Leute neugierig. Kam jemand zu Besuch, so wollte sie alles wissen, was Marie gesprochen hatte. Das war natürlich der jungen Frau unangenehm. Ferner wollte die Mutter die Haushaltung so gemacht wissen, wie sie es gewohnt war, während meine junge Gattin es mit manchen Sachen anders halten wollte. Das gab dann bei der Mutter Verdrießlichkeiten, sie fühlte sich zu Unrecht zurückgesetzt und missverstanden. Zum Glück waren diese Momente nur kurz, da sich beide Mühe gaben, sich zu verstehen…

Im Frühjahr 1897 war unterhalb der Stadt, da wo jetzt das Bertoldsdenkmal steht, ein Zirkus, den ich mit Marie besuchte. Dabei hatte sich diese infolge Erkältung auf der feuchten Erde eine Influenza samt einem Unterleibskatarrh – Vaginalkatarrh – zugezogen, den sie mehrere Monate akut, und dann noch jahrelang in chronischer Form hatte. Dr. Hammerstein hatte sie damals behandelt und Spülungen angeordnet. So wurde die Sache verschleppt und erst im Sommer 1898, als Marie guter Hoffnung war, kam sie in die Behandlung des Bezirksarztes Dr. Schatz, der auf Spülungen drang und dadurch auch Besserung erzielte. Immerhin blieb die Sache ein schwacher Punkt im Körper Maries, der immer wieder Neigungen zu Rückfällen zeigte, besonders, wenn sie kalte Füße bekommt oder auf feuchtem Boden stehen muss.

An Fastnacht 1897 war ich mit Wildesepp und Josef Burkardt im Narrohäs gewesen und hatte mich dabei etwas erkältet, so dass ich einige Tage das Bett hüten musste, was den Postdirektor nicht wenig ärgerte. Dieser wurde wegen völliger Dienstunfähigkeit im Sommer 1897 pensioniert und für ihn kam der Postkassierer Otto Dahringer von Pforzheim als Postdirektor nach Villingen. Dahringer war Junggeselle, brachte aber eine Haushälterin mit, die noch eine Tochter bei sich hatte. Dahringer war ein tüchtiger, fleißiger Chef, der bald Ordnung in das etwas verlotterte Amt brachte. Natürlich passte uns das nicht und er war verhasst. Gegen mich kehrte sich aber bald sein Benehmen in Wohlwollen, er nahm mich 1898 vertretungsweise in die Kanzlei und 1899 für immer in diesen Dienst. Heute blicke ich dankbar auf jenen Chef zurück, der bereits 1902 erkrankte und 1904, erst 54 Jahre alt, pensioniert wurde, Er starb 1911 in Hagnau am Bodensee.

Aus dem Jahre 1896 habe ich noch folgendes nachzutragen; Im Frühjahr 1896 wurde der Postschaffner Rebholz von Klosterwald nach Villingen versetzt. Er war verheiratet, hatte schon große Kinder und wollte in Bälde seine noch in Klosterwald befindliche Familie nachkommen lassen, worauf er sich mächtig freute. Er war ein braver, etwas ängstlicher Mann mit einem guten zuvor. Am 25. März 1896 fertigte ich mit ihm noch die Briefposten für den Mittagszug nach Offenburg ab, die er an den Bahnhof zu verbringen und zu übergeben hatte. Dabei scherzten wir noch und trieben allerhand Allotria. Kaum hatte ich mein Mittagessen eingenommen, so kam ein Bote und erzählte mir atemlos, ich solle sofort an den Bahnhof kommen, der Rebholz liege tot im Postzimmer am Bahnhof, er sei von der Maschine des auf dem ersten Gleis einfahrenden Zugs erfasst und auf den Perron geschleudert worden. Ich war nicht wenig erschüttert, begab mich sofort in den nur wenige Minuten entfernten Bahnhof, wo Rebholz in unserem Zimmer entseelt lag. Er hatte eine klaffende Kopfwunde erhalten, trug Schürfungen an den Händen; der eine Absatz an seinem Stiefel war weggerissen, die Kleider vom Staub des Bahnsteigs beschmutzt, der Uniformrock zerfetzt, Blut drang dem Toten zum Munde heraus. Das Gesicht war sonst nicht entstellt, der Tote hatte dieselben gutmütigen Gesichtszüge behalten, die er im Leben gehabt hatte. Der Briefträger Auberle hatte mit ihm zusammen Dienst am Zuge gehabt; in seinen Armen hatte er noch einige Atemzüge getan und war lautlos entschlafen. Der Tote wurde dann in das Gutleuthaus gebracht. Am folgenden Tage kam dann seine Frau und ein erwachsener Sohn, der Kaufmann war, um den toten Gatten und Vater abzuholen, um ihn auf dem Friedhof der Heimat einzubetten. Ich hatte die traurige Pflicht, die beiden nach dem Gutleuthaus zu begleiten und war Zeuge des tiefen Weinens und Wehklagens an der Bahre des Verunglückten. .. Wenige Jahre später war ich wiederum Zeuge eines grässlichen Unglücksfalles am Bahnhof Villingen. Ich hatte Spätdienst. Da kam einer unserer Schaffner von der Bahn und sagte, sie hätten soeben einen Hundehändler aus der Waldkircher Gegend überfahren, er liege im Gepäckzimmer. Sofort begab ich mich dahin und sah da einen völlig bei Bewusstsein befindlichen älteren Mann liegen, dem soeben der Bezirksarzt Schatz Notverbände anlegte. Beide Beine waren ihm unter den Knien abgefahren. Sie standen in den Stiefeln drin unter dem Tische, auf dem der Verwundete lag. Dieser hob mehrmals seine Stumpen in die Höhe und frug den Doktor „Ich habe ja keine Füße mehr, macht mir sie doch wieder hin“! Dabei äußerte er keinen Schmerzenslaut, während ihm die gequetschten Stellen der Schenkel und die Fleischfetzen weggeschnitten wurden. Er erzählte ganz ruhig den Vorgang, wonach er noch in den Zug nach Rottweil habe einsteigen wollen, als dieser schon im Anfahren begriffen war. Hierdurch kam er unter die Räder. Man verbrachte den Armen dann in das Heilig-Geist-Spital, wo er von Schatz am folgenden Morgen operiert wurde, aber bald darauf an den Folgen des Blutverlustes und des Opiums starb. ..

Im März 1898 wurde ich in die Telegraphie versetzt, wo es viel zu arbeiten gab und die Nerven durch das ewige Klingeln und Rennen von in einem Apparat zum andern sehr viel Anspruch genommen wurden. Dieser Dienst bekam mir nicht gut, ich hatte viel Herzklopfen. Ich ging daher zum Bezirksarzt Dr. Geyer, der mir bescheinigte, daß ich herzleidend sei und den Dienst nicht vertragen könnte. Aber Dahringer wollte mich unbedingt in der Telegraphie haben, weil er sah, dass ich mir Mühe gab. Da wurde ich zum Glück am 6. April 1898 leicht influenzakrank, wobei mich der Dr. Hammerstein behandelte. Ich war außerdienst bis zum 19. April und inzwischen hatte Dahringer den Kollegen Stengele in die Telegraphie genommen, der ein Jahr aushielt, dann aber mit den Nerven ganz unten war und lange Jahre noch Anfälle hatte. Dahringer erkor mich dann im Sommer 1898 zum Vertreter für den Postsekretär Hoß im Amtszimmerdienst, wo es auch viel und wichtige Sachen zu erledigen gab. Ich versah diesen Dienst dann so sehr zur Zufriedenheit des Chefs, daß er mich 1899 ganz in diesen Dienst einteilte, und den Hoß ständig in die Telegraphie versetzte, als Stengele abgelöst werden musste. Ich war dann im Amtszimmer bis zum Jahre 1912, wo ich nach Konstanz versetzt wurde. Mein Anfang im Amtszimmer war recht schwer, ich musste noch viel lernen und mächtig überarbeiten, aber es ging und bald war Dahringer so sehr mit mir zufrieden, dass er keinen anderen mehr in diesen wichtigen Dienst wollte. Der Beamte des Amtszimmers ist der Vertrauensmann des Chefs, er bearbeitet die Amtsverwaltung, fertigt die Entwürfe zu den Berichten an die Oberpostdirektion und ist gewissermaßen die Seele des Postamts. Er muss Stillschweigen bewahren können, denn es gibt viele Dinge in Personalsachen, die geheim bleiben müssen. Bald hatte auch ich diesen Dienst lieb, denn ich war nun den Nachtdienst, den Schalter, und die Telegraphie ledig und lernte nun die Verwaltung eines Postamts genau kennen, was mir später in Konstanz sehr zu gut kam.

An eine Episode erinnere ich mich noch aus der Kartoffelernte 1898, wo mein Schwiegervater diese Gewächse am Germanswald, Gewann Rindenmüllerseinfängle hatte. Wir jungen Eheleute kamen zu unseren Schwiegereltern auf das Feld, um ihnen Kartoffeln auflesen zu helfen. Es hatte damals sehr viele Mäuse. Da erschrak Marie heftig, wegen zwei Feldmäusen, die ihr unter die Beine liefen. Sie fasste mit der einen Hand nach mir, mit der anderen nach ihrer Hüfte, als ob sie abwehren wollte. Gleich nachher sagte sie zu mir, wenn das nur kein Muttermal gibt für unser Kind. Tatsächlich hatte dann unsere Josel einen roten Fleck an der einen Hüfte, der einer Maus glich. Man heißt diese Erscheinung, die von der Medizinern nur zaudernd zugegeben wird, das „Versehen“ der Schwangeren. Man sieht z. B. oft Menschen, die furchtbare Feuermale an ihrem Körper, besonders im Gesicht haben und sagt dies rühre daher, dass ihre Mütter zur Zeit ob einer Feuersbrunst erschrocken seien, als sie mit diesen Kindern guter Hoffnung waren. Nun lese ich soeben in einer Jägerzeitung, dass auch bei den Tieren ähnliche Erscheinungen gemacht worden sind. So sei es vorgekommen, dass die Jungen von geschossenen Rehmüttern, wenn sie aus dem Fruchtsack der toten Mutter genommen wurden, an ihrem Körper an den Stellen rote Flecken zeigten, wo ihre Mutter die Verwundung durch die Kugel empfangen hatte. Ist das nicht eigentümlich? Der Verfasser fordert seine Jägerkollegen auf, nach dieser Richtung hin weitere Feststellungen anzustellen.

Nach leidlich verbrachten schweren Monaten gebar Marie am 8. November 1898 abends 8 Uhr unsere Tochter Josefine Maria Walburga. Die Hebamme Pfaff und ich leisteten der kreißenden Frau Beistand von morgens 5 Uhr bis abends 8 Uhr. Das zur Welt gekommene Kind war ein mageres Mädchen, kaum 5 Pfund schwer, sehr zappelig, das gehörig schrie. Während sich sonst Wöchnerinnen durch reichliches Schlafen rasch erholen, war Marie nach der Entbindung derart erregt, dass sie mehrere Tage lang fast nicht schlafen konnte und sich daher nur ganz langsam erholten konnte. Wir hielten die Tauffeier daher erst nach 3 Wochen, als Marie wieder etwas aufstehen konnte.

Zur Taufe war die Patin Fräulein Anna Riegger, Maries Bäschen, aus Löffingen angekommen und blieb einige Tage bei uns zu Besuch. Schwager Viktor war Pate; da er aber in Konstanz beim Militär war, vertrat ihn mein Vetter, Schlossermeister Hämmerle, der damals mit Creszentia Armbruster verlobt war. Es war ein kühler Herbsttag, als wir die kleine Josel in ihrem Bettlein zur Kirche brachten, wir benutzten eine Droschke. Mein alter Pfarrer, Stadtpfarrer Scherer, taufte das Kind nachmittags nach der Vesper. Ich kann mich des Akts, der in der Sakristei des Villinger Münsters stattfand, noch gut erinnern. Die sinnigen Zeremonien machten Eindruck auf mich. Als die Kleine das Taufwasser über das Haupt bekam, schrie sie auf. Sonst war sie brav. Mit Stadtpfarrer Scherer wechselten wir noch einige Worte und der Akt war herum. Wir fuhren wieder in die Friedrichstraße zu uns und das Taufessen begann. Inzwischen war der Großvater eingetroffen. Die Großmutter musste im Bäckerladen hüten, sie kam erst gegen Abend. Meine Mutter und Marie machten die Honneurs. Es gab einen guten Schmaus und guten Schinken. Wir waren munter bis gegen Abend, wo die Hebamme und Hämmerle verschwanden. Letzterer erhielt noch ein Stück Kuchen für seine Braut. Heute, wo ich dies niederschreibe – 30. 6. 1924 – ist er bereits über ein Jahr im Grabe. Schließlich verschwanden auch Bäckergroßvater und Großmutter und wir krochen müde ins Nest. Die Hebamme Pfaff erhielt 15 Mark Lohn.

Die Kleine gedieh langsam, aber schrie viel. Sie schlief bei Mama und Großmutter, die beide zusammen ein Zimmer hatten. Wenn ich es nochmals zu tun hätte, würde ich dies nicht mehr machen, denn beide kamen nicht zur Ruhe. Ich lag damals lange allein im Schlafzimmer. An Weihnachten 1898 hatten wir dem Kinde zu Ehren einen Christbaum. Natürlich nahm es keine Notiz davon. Am 23. April 1899 und am 3. August 1899 war Josel in Behandlung bei Dr. Schatz wegen Husten und Durchfall. Schon damals zeigte sich bei ihr eine Neigung zu Luftröhrenkatarrhen, ein Erbstück von mir.