Du warst einmal und bist nicht mehr. (Werner Huger)

Du warst einmal

und bist nicht mehr.

Neu gebiert dich

des Grabes Erinnerung.

(nach Seneca)

Text der Grabtafel: „Hier ruhen die Gebeine mehrerer hundert Villinger Bürger die einst im Münsterboden bestattet waren“.

 

In 26 rohgezimmerten provisorischen Kisten, wirr verfrachtet, fristeten in der Abgeschiedenheit eines fernen Bauernhofes die Gebeine von rund 494 Individuen, einst privilegierte Bürger der Stadt Villingen, über Jahrzehnte ein würdeloses Dasein. Sie waren anlässlich einer archäologischen Grabung 1978/79 im Münsterboden geborgen und anthropologisch sowie paläopathologisch untersucht worden. Danach verlor sich ihre Spur, weil der junge Archäologe sein Studium abgebrochen und sich mit unbekanntem Ziel verändert hatte.1

Ohne Kompetenz standen die sterblichen Überreste einem Privatmann zur Disposition. Niemand kümmerte sich darum.

Den Aktivitäten des Geschichts- und Heimatvereins (GHV) und dem städtischen Garten- und Friedhofamtes ist es zu verdanken, dass die Gebeine, eingesegnet durch den Pfarrer und Dekan Josef Fischer, am 22. Januar 2009 auf dem Villinger Friedhof als Sammelgrab in einer Sekundärbestattung geweihter Erde übergeben werden konnten.

Noch aber fehlten erkennbar die topografischen Angaben zum Standort K 5a der Grablege mit einem Hinweis, der dem Gedenken dienen soll. Das Jahr 2010 brachte nun den Abschluss.

Kunstschmiedemeister Winfried Huger beim Herstellen der Grabplatte.

 

Hier seien die Namen der verdienstvollen Männer erwähnt, die sich initiativ einbrachten: Vom Geschichts- und Heimatverein Villingen waren es dessen Erster Vorsitzender Günter Rath und das Ehrenmitglied Werner Huger, der Leiter des Friedhofamtes Joachim Ebinger, vom Stadtarchiv der Leiter Dr. Heinrich Maulhardt, der Kunstschmiedemeister Winfried Huger mit der gravierten Grabplatte, Steinbildhauermeister Matthias Schmiechen, Mitglied des GHV, mit dem Gedenkstein.

Anmerkung:

1 Vgl. Geschichts- und Heimatverein, Villingen im Wandel der Zeit, Jahrgang XXX III, 2O10, Seite 121.

Die Initiatoren der Grablege auf dem Friedhof am 19. Oktober 2010. Von rechts: Stadtarchivar Dr. Heinrich Maulhardt, Vorsitzender des GHV Günter Rath, Leiter des Friedhofamtes Joachim Ebinger, Steinbildhauermeister Matthias Schmiechen, Ehrenmitglied des GHV Werner Huger. Fotos: Wilfried Steinhart