Zeitungsbericht weckt Interesse

Dass in breiten Kreisen der Bevölkerung großes Interesse an den Arbeiten des Modellbauers Dietmar Kempf besteht, zeigte sich schon kurz nach der Vorstellung in der Zeitung. Das Altenwerk der Pfarrei St. Bruder Klaus hatte den Modellbauer mit der Bitte eingeladen, etwas über die Geschichte der Altstadtkirche zu erfahren und einen Blick auf und in das kleine Wunderwerk werfen zu können.

Was er ihnen bot war praktisch Stadt- und Kirchengeschichte zum Anfassen. „Die meisten Bürgerinnen und Bürger kennen die heutige Friedhofskirche, aber ist die Bedeutung dieses Bauwerks für unsere Stadt und ihre Geschichte in deren Bewusstsein lebendig?“ So fragte die Leiterin des Altenwerkes, Edith Fabry, am Beginn des Vortrages. Der Seniorenrat der Gemeinde habe deshalb das Angebot Kempfs gerne aufgegriffen, sich mit der Geschichte der Villinger Mutterkirche, mit Hilfe seines Modells, vertraut zu machen.

Es wurde ein spannender Nachmittag. Anhand von vielen Details konnte der Modellbauer zeigen, wie aus der ursprünglich ganz kleinen und bescheidenen Holzkirche der ersten Siedler nach und nach die aufwendig ausgestaltete Altstadtkirche entstand. Für die Mitglieder des Altenwerkes war es fast unvorstellbar, dass das ganze Kirchenmodell, das in viele Details zerlegt werden kann um die Sicht auf die einzelnen Bauepochen und Ausstattungsstücke zu ermöglichen, von einer Person geschaffen wurde. Wie die Leiterin des Altenwerks betonte, hat der Modellbauer nicht nur in unzähligen Arbeitsstunden handwerklich Großartiges geleistet, er hat auch wie ein Detektiv im näheren und weiteren Umfeld Spuren gesucht und sie wie ein Puzzle zusammengesetzt mit dem Ergebnis, dass das Modell der Altstadtkirche dem Original vermutlich sehr nahe kommt.

Bei der abschließenden lebendigen Diskussion wurde – wie schon bei der ersten Präsentation – der Wunsch geäußert, dass dieses Modell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden möge, damit das Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung der eigenen Geschichte und der kulturellen Leistungen der Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.

Begeistert waren die Frauen und Männer des Altenwerkes von St. Bruder Klaus von der „Geschichtsstunde“ in Villinger Stadthistorie, die ihnen beim Altennachmittag geboten wurde. Im Mittelpunkt stand das Modell der Villinger Altstadtkirche, das Dietmar Kempf (links neben dem Modell) gebaut hat.

 

 

Ganz genau wissen wollten die Senioren von St. Bruder Klaus, wie es in der nachgebauten Altstadtkirche aussieht. Es lohnte sich einen Blick durch das Portal ins Kircheninnere.

 

 

Interesse fand auch die gut gestaltete Broschüre, in der Dietmar Kempf die Geschichte der Altstadtkirche und seines Modells aufgezeichnet hat.

 

 

Der bekannte Villinger Schemenschnitzer Dominikus Ackermann, Ölmüller genannt (1779–1836), hat in einer äußerst akkuraten Bleistiftzeichnung die Altstadtkirche, als Mutterkirche von Villingen, dokumentiert, so wie sie vor dem Abbruch von 1855 ausgesehen hat. Der bekannteste Villinger Heimathistoriker, Paul Revellio, hat das Bild in seinem Buch „Beiträge zur Geschichte der Stadt Villingen“ veröffentlicht. Er hat der Nachwelt wohl die umfassendste Beschreibung der einstigen Altstadtkirche hinterlassen. Diese Dokumente waren Dietmar Kempf bei seinen Recherchen für den Bau des Modells eine große Hilfe.