Die Verbindung ist geschaffen (Sabine Streck)

Villinger Geschichts- und Heimatverein eröffnet feierlich Naturlehrpfad

Umrahmt von Trachtenträgern spricht Oberbürgermeister Rupert Kubon zu den vielen Gästen, die zur Einweihung gekommen sind. Obendrauf gab es noch einen Spendenscheck von der Bürgerstiftung Villingen-Schwenningen.

 

Das trennende Band zur Gemarkung Schwenningen ist zerschnitten, die erste Tafel des neuen Geschichts- und Naturlehrpfades des Villinger Geschichts- und Heimatvereins enthüllt.

Unter großer Anteilnahme der Mitglieder des Vereins wurde am 21. Mai die erste Station des Villinger Pfades in der Höhe des Hölzlekönigs mit der Anbindung an den bereits bestehenden Schwenninger Geschichts- und Naturlehrpfad eröffnet. Von Wildigarten aus ging es entweder zu Fuß oder mit Kleinbussen zum Ort des Geschehens.

Eine Abordnung der Villinger Stadt- und Bürgerwehrmusik spielte auf, zwei Trachtenpaare aus Villingen und Schwenningen gaben sich die Ehre.

Günter Rath, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, sprach von einem mutigen und großen Projekt. Immerhin entsteht mit Beendigung des Weges im nächsten Jahr eine 30 Kilometer lange Strecke mit 53 Stationen, die auf geschichtlich bedeutende Stellen hinweist. Dies sei nur mit Sponsoren und Spendern möglich gewesen und dem großen Engagement der Projektgruppe.

Nächstes Jahr soll eine gemeinsame Broschüre des Villinger und Schwenninger Pfades erscheinen. Der Vorsitzende des Schwenninger Heimatvereins, Siegfried Heinzmann, sicherte eine finanzielle Beteiligung des Vereins zu.

Oberbürgermeister Rupert Kubon erinnerte an den Städtezusammenschluss vor fast 40 Jahren, als am Hölzlekönig die alten Ortsschilder entfernt worden waren und Villingen-Schwenningen aus der Taufe gehoben wurde. Bis so ein formaler Akt die Menschen erfasse, brauche es Zeit. Mit dem gemeinsamen Lehrpfad sei wieder etwas zusammengewachsen, was zusammen gehöre. Damit sei der Fehler Ottos des Dritten geheilt, der einst nur Villingen das Münz- und Zollrecht gegeben habe.

„Schwenningen hätte es auch verdient gehabt.“

Immerhin sei jetzt ein weiterer geschichtlicher Brückenschlag erfolgt. Es sei ein ehrgeiziges Projekt, mit diesem Weg die gesamte Stadt zu umrunden.

In die Liste der vielen Spender und Sponsoren reihte sich auch die Bürgerstiftung Villingen- Schwenningen ein. Der Vorsitzende der Stiftung, Rupert Kubon, überreichte Günter Rath einen Scheck in Höhe von 2500 Euro. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 10000 Euro.

Der Geschichts- und Naturlehrpfad soll ein Weg durch die Geschichte und die Natur Villingens sein. Dem Satzungszweck des Vereins entsprechend soll er die Entwicklung der Heimat aufzeigen und Wissen vermitteln. Der Geschichts- und Heimatverein sieht dieses Projekt als städteverbindenden Beitrag auch im Hinblick auf die in diesem Jahr stattfindende Landesgartenschau. Der Weg zweigt am Hölzlekönig vom Schwenninger Pfad ab und führt rund um Villingen wieder zum Lehrpfad Schwenningen an der Hohen Mark (neues Klinikum) zurück. Er verläuft zum überwiegenden Teil über Wander- und Waldwege.

Ute Schulze, Werner Echle und Günter Rath zeigen das Emblem des Geschichts- und Naturlehrpfades.

 

20 der 53 Stationen bestehen bereits. Die Arbeitsgruppe unter Federführung von Werner Echle und Eberhard Härle, die zu den Hauptinitiatoren gehören, hat zusammen mit Ute Schulze, Dr. Hans- Georg Enzenroß und Adolf Schleicher der Weg ausgearbeitet samt der Beschilderung.

Stationen des Pfades:

1. Abschnitt: Eingangstafel Geschichts- und Naturlehrpfad Villingen, Bertholdshöfe, Windschutzpflanzung, Aussichtsturm, Altstadtkirche, Altstadtquelle, Kreuzwegstele, Bickenkapelle.

2. Abschnitt: Brigach, Fischaufstieg, Ahornallee, Warenburg, Wiederaufforstung nach Windwurf, Laible, Wald, Bienenvolk, Baumarten, Spitalfonds Villingen, Magdalenenbergeiche, Naturschutzgebiet Tannhörnle, Sühnekreuz bei der Poleneiche.

3. Abschnitt: Schleifekapelle St. Wendelin, Burg Runstal, Sühnekreuz, Pfadfinderplatz, Waldtrauf aus Eichen, Naturdenkmal Eiche, Volkertsweiler, Ganterdenkmal, Römerweg, Tanne, Mühlsteinbruch, Hallstattzeitliche Wehranlage am Kapf, mittelalterliche Wehranlage, Feldner Mühle, Wasserkraftwerk Dold, St. Germanskloster.

4. Abschnitt: Russische Begräbnisstätte, Hochwasserrückhaltebecken, Vockenhausen, Bildstöckle Guggenbühl, Nordstetten, bei St. Jakob, ehemaliger Klosterwald St. Ursula, Anbindung an Schwenninger Geschichts- und Naturlehrpfad bei der Hohen Mark.

So sieht es an der Schnittstelle der beiden Geschichts- und Naturlehrpfade Villingen und Schwenningen aus. Fotos: Streck

 

 

 

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