Ein gemeinnütziger Verein stellt sich vor: Palliativzentrum – VS e.V. (Verena Ströbele-Hoer )

 

Im Spätjahr 2008 wurde von der Verena & Walter Hoer Stiftung, Angehörigen von Betroffenen sowie Ärzten und Pflegepersonal der onkologischen Station am Klinikum Villingen-Schwenningen unter der Leitung von Prof. Dr. Brugger ein „Aktionsbündnis Palliativzentrum – VS“ ins Leben gerufen, das am Patiententag 2009 in der Neuen Tonhalle erstmals seine Zielsetzung der Öffentlichkeit bekannt machte: den Bau eines eigenständigen Palliativzentrums am Neubau des Schwarzwald- Baar-Klinikums.

Die veranschlagten Baukosten für eine räumlich eigenständige Palliativstation mit 12 Betten am Neubau des Schwarzwald-Baar-Klinikums belaufen sich auf ca. 2 Mio. EUR. In der vorliegenden Planung sind sechs Betten in der onkologischen Akutstation als sog. „Palliativbetten“ ausgeschrieben. Nach den Bedarfsberechnungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin besteht in einer Region mit unserer Bevölkerungsstruktur allerdings ein Bedarf von mindestens 25 Palliativbetten mit steigender Tendenz. Eine deutliche Verbesserung der stationären Palliativversorgung in unserer Region ist daher nur zu gewährleisten, wenn einerseits deutlich mehr als sechs Betten für Palliativpatienten am neuen Klinikum vorgesehen sind und wenn andererseits für die Betreuung dieser Patienten und ihrer Angehörigen mehr Raum, mehr Palliativ-Stationen in Baden-Württemberg Personal mit mehr Zeit zur Verfügung stehen und ein an die Bedürfnisse dieser Patienten angepasster Tagesablauf ermöglicht wird.

 

Aus dem Kreis der Mitglieder dieses „Aktionsbündnisses“ heraus wurde dann am 11. November 2009 der gemeinnützige Verein „Palliativzentrum– VS e.V.“ mit einem Startkapital von 70.000 € gegründet. In dieser Höhe waren bereits bis zum Jahresende 2009 bei der Verena & Walter Hoer Stiftung Spenden für das geplante Palliativzentrum eingegangen, die dem neuen Verein überschrieben wurden.

Der Geschäftsführer des Klinikums, Herr Schmid, unterstützt die Initiative. Er stellt das Gelände für den Bau einer Palliativstation in unmittelbarer Nähe zum Klinikum zur Verfügung. Die Palliativstation kann dann – eingebettet in die Organisationsstruktur des Klinikums – betrieben werden. Die alternierenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Schwarzwald-Baar-Klinikum VS GmbH, Herr OB Dr. Kubon und Herr Landrat Heim unterstützen die Initiative ebenfalls. Dennoch ist es bislang wegen der sehr angespannten Haushaltslage in Stadt und Landkreis nicht gelungen, weitere öffentliche Mittel für den Bau der Palliativstation bereitzustellen oder entsprechende Subventionen vom Land Baden-Württemberg zu bekommen. Der Bau soll daher im wesentlichen aus Spendenmitteln finanziert werden.

Was bedeutet Palliativmedizin?

Schaffung und Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität in der letzten Lebensphase Für Menschen mit schwerer, nicht mehr heilbarer Erkrankung steht die Behandlung der oft quälenden Symptome im Vordergrund, belastend für den Betroffenen und seine Angehörigen ist aber auch die Auseinandersetzung mit der Erkenntnis einer verbleibenden begrenzten Lebenserwartung, mit dem Sterben und dem Abschied nehmen. Die meisten Patienten möchten diese Lebensphase zu Hause verbringen, daher spielt auch das Knüpfen eines verlässlichen sozialen und medizinischen Netzes für die weitere Versorgung zu Hause und die Unterstützung der Angehörigen eine ganz wichtige Rolle. Palliativpatienten benötigen häufig eine vorübergehende stationäre Behandlung (durchschnittlich 2 Wochen) zur Linderung ihrer die Lebensqualität belastenden Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Angst. Diese Behandlung ist nur in einer Schutz und Halt gebenden Atmosphäre in einem spezialisierten eigenständigen Palliativzentrum zu verwirklichen. Hier können Patienten und deren Angehörige in jeder Hinsicht einfühlsam und professionell von in Palliativmedizin und Palliativpflege besonders ausgebildetem Fachpersonal durch diese schwere Lebensphase begleitet und unterstützt werden. Der Tagesablauf ist an die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen angepasst und muss sich nicht an den Erfordernissen einer durchrationalisierten Akutstation orientieren. Erst wenn die schweren Beschwerden gelindert werden können, ist eine optimale Betreuung im häuslichen Umfeld über Wochen, Monate, manchmal Jahre oder auch – für die allerletzte Lebenszeit – z. B. in einem stationären Hospiz möglich.

Die Krankenkassen fördern Palliativstationen z. B. dadurch, dass von dort die Kosten für 1,4 Pflegekräfte pro Patient erstattet werden, auf der Akutstation sind derzeit 0,4 Pflegekräfte pro Patient Leistungsstandard. Eine gut ausgelastete Palliativstation kann daher kostendeckend auf hohem Qualitätsniveau betrieben werden.

Viele Mitbürger/innen sowie Unternehmen der Region haben in den letzten zwei Jahren den geplanten Bau eines Palliativzentrums durch Spenden unterstützt, Angehörige und verstorbene Patienten selbst haben das Projekt mit Zuwendungen bedacht, Künstler haben sich in den Dienst dieser guten Sache gestellt und Firmen aus der Region haben z.B. ihre Jahres- oder Weihnachtsspende dem gemeinnützigen Verein zur Verfügung gestellt. Einige Vereine haben zu Gunsten des Projekts kulturelle oder gesellige Veranstaltungen durchgeführt und den Erlös für das Projekt gespendet. Allen Unterstützern, Spendern und Förderern des Palliativzentrums sei an dieser Stelle herzlich gedankt! Dem Geschicht- und Heimatverein, ganz besonders seinem Vorsitzenden, Herrn Herrn Günter Rath, möchte ich hier meinen besonderer Dank dafür ausgesprochen, dass er dem Verein in diesem Jahresheft eine Plattform zur Darstellung des Projektes gegeben hat, nachdem er dem Verein bereits auf dem Stand des letztjährigen Weihnachtsmarktes einen Platz eingeräumt und bei der Spendensammlung unterstützt hatte!

Der Palliativzentrum-VS e.V. hat mit seiner ersten großen Eigenveranstaltung, der Benefiz Gala auf dem Gelände der Landesgartenschau im Juni 2010 beachtliche öffentliche Resonanz erzielt. Inzwischen weisen auch Großplakate im Stadt gebiet von Villingen-Schwenningen auf das Projekt hin.

Auf unserer Homepage www.palliativzentrum- vs.de erfahren Sie mehr und können unsere aktuellen Veranstaltungshinweise und Pressemeldungen nachlesen.

Neue Vereinsmitglieder fördern mit einem Jahresbeitrag ab 40,00 € unsere Arbeit und sind herzlich willkommen! Aufnahmeanträge können übers Internet heruntergeladen und/oder direkt bei unserer Geschäftsstelle gestellt werden.

Bis zur Eröffnung des Klinikneubaues bleiben noch etwas mehr als zwei Jahre. Es wäre ein wunderbarer Erfolg für die betroffenen Palliativpatienten aller Altersstufen, wenn auch die Palliativstation bereits im Jahre 2013 ihren Betrieb aufnehmen könnte!

Es ist ein soziales Projekt aus der Region für die Region, getragen von Menschen dieser Region, damit wir und unsere Angehörigen – denn es kann jeden von uns treffen – im Falle einer Schwersterkrankung eine optimale Versorgung in unserem Klinikum Villingen-Schwenningen bekommen.

Sie können den Bau des geplanten Palliativzentrums unterstützen mit einer Spende auf das Spendenkonto „Palliativzentrum“

Konto 1200 444 444,

Sparkasse Schwarzwald-Baar, BLZ 694 500 65

Kontaktadresse: Palliativzentrum – VS e.V.

Geschäftsstelle Vöhrenbacher Straße 23

78050 Villingen-Schwenningen

Tel.: 07721 93 2603

Fax: 07721 93 4099

Email: info@palliativzentrum-vs.de www.palliativzentrum-vs.de