Wir erinnern an Pfarrer Georg Schreiber (Redaktion)

Im Rahmen seiner Tagesexkursion nach Ettenheimmünster, Ettenheim und Friesenheim mit Pfarrer i. R. Alfons Weißer besuchten die Teilnehmer der Reise auch das Grab von Pfarrer Georg Schreiber in Friesenheim.

Georg Schreiber wurde am 24. 2. 1929 in Villingen als Sohn des Zimmermanns Ludwig Schreiber und seiner Frau Balbina geb. King geboren und wuchs zusammen mit vier Geschwistern in einem vom christlichen Geist geprägten Elternhaus auf. Gerade 13 Jahre alt starb seine Mutter an einem Herzleiden. Weil er sich schon in frühen Jahren zum Priesterberuf hingezogen fühlte, erhielt er von einem Kaplan Lateinstunden, um sich auf den Übertritt in die Quinta des Suso-Gymnasiums in Konstanz vorzubereiten, was zum 1. April 1943 erfolgte; trotz seines jugendlichen Alters wurde er gegen Ende des Krieges noch eingezogen und war in Frankreich und zuletzt bei Rastatt eingesetzt, wo er die Not und die Bedrohtheit der menschlichen Existenz in fundamentaler Weise kennenlernte. Nach dem Krieg ging er wieder ins Konradihaus, wo er durch seine humorvolle und kameradschaftliche Weise sehr zum Wohl des Hauses beitrug. Er war und blieb ein „Villinger Original“, wie ihn Rektor Hogg beschrieb, unter seinen Freunden und Kameraden war „Tscheggo“ ein Markenzeichen für Sportlichkeit und Kameradschaftlichkeit. Nach der Reifeprüfung 1950 studierte er Philosophie und Theologie an den Universitäten Freiburg und Tübingen, wobei er während der Semesterferien als Betreuer von Ferienlagern seine Begabung im Umgang mit jungen Menschen unter Beweis stellte. Nach dem Seminarjahr in St. Peter wurde er am 5. Januar 1955 in der dortigen Pfarr- und Seminarkirche von Erzbischof Eugen Seiterich zum Priester geweiht.

Im Vordergrund rechts Vikar Georg Schreiber neben Dekan Max Weinmann.

 

Als Vikar in St. Trudpert, Neustadt/Schw. Und Mannheim war Pfarrer Schreiber ein sehr geschätzter Jugendseelsorger, in Mannheim hatte er neben der normalen Seelsorgearbeit bis zu 20 Stunden Religionsunterricht an der neu eingerichteten Gewerbeschule IV zu halten; er hätte hauptamtlicher Religionslehrer werden können, doch ihm lag die allgemeine Seelsorge mehr am Herzen.

Auf Grund seiner besonderen Sensibilität für die Jugend wurde Pfarrer Schreiber am 15.November 1961 als Stadtjugendseelsorger mit dem Titel Rektor an das „Haus der Jugend“ in Mannheim angewiesen, … bis er am 1. Oktober 1964 die Pfarrei Friesenheim als Seelsorger übernahm. Ab 5. Dezember 1973 übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die Pfarrei Herz Jesu in Heiligenzell und ab 1. September 1987 auch die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Schuttern. Mit dem Bau eines Gemeindezentrums mit Jugendräumen und Kindergarten sowie der Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Laurentius wurden in Friesenheim wichtige Voraussetzungen für ein gelingendes Vereinsleben geschaffen.

Am 18. Dezember 1989 ernannte Erzbischof Oskar Saier Pfarrer Schreiber zu seinem Geistlichen Rat ad honorem in Anerkennung seiner steten Einsatzbereitschaft und seinem von großem Pflichtbewusstsein geprägten Wirken; in der Ernennungsurkunde wird eigens sein Einsatz als Jugendseelsorger in Mannheim und die 25jährige Seelsorgearbeit in Friesenheim erwähnt. Pfarrer Schreiber wusste wohl um seine Krankheit und schrieb ein geistliches Testament. Mit dem Dank an alle, die seine Arbeit durch ihr Mitwirken begleitet haben, schloss er sein Testament mit den Worten: „So verabschiede ich mich von Euch allen mit dem Friedensgruß, der mir in jedem Gottesdienst so viel bedeutet hat: Der Friede des Herrn sei mit euch allen.“

„Gott ist gut“, lautete der Primizspruch von Georg Schreiber. Es war auch sein stetes Bemühen, anderen die Güte Gottes zu vermitteln.

Nachwort für Georg Schreiber von Heinrich Heidegger im Freiburger Diözesan-Archiv des Kirchengeschichtlichen Vereins für Geschichte, christliche Kunst, Alterums- und Literaturkunde des Erzbistums Freiburg Necrologium Friburgense Bd. 116 Dritte Folge 48. Band 1996 S. 225 – 226. (Druckerlaubnis liegt vor).