Verbindung zum »Getti«: Locker, aber immer herzlich Villinger und St. Georgener Geschichtsfreunde pflegen freundschaftliche Kontakte (Hermann Colli)

Als der Geschichts- und Heimatverein Villingen im vergangenen Jahr seinen 30. Geburtstag feierte, stand in der Schar der Gratulanten auch der Verein für Heimatgeschichte St. Georgen. Der Vorsitzende Willi Meder und sein Vize, Heinrich Bauknecht, brachten ihre Glückwünsche auf besonders originelle Art an. Der »Vereinspoet« Heiner Bauknecht hatte gute Wünsche und Mahnungen, das Erbe der Väter lebendig zu halten, in wohlgesetzte Verse verpackt und erntete damit großen Applaus der Festgemeinde.

Im Villinger Jubiläumsjahr kam – intensiver als in den Jahren zuvor – die Verbundenheit der beiden Vereine zum Ausdruck. Grund dafür war sicher auch die geglückte Renovierung der Benediktinerkirche. St. Georg und die Benediktiner haben in beiden Städten bekanntlich eine besondere Rolle gespielt. Als es den Söhnen des heiligen Benedikt vom Kloster St. Georg „droben auf dem Wald“, im wahrsten Sinne des Wortes, „zu heiß“ wurde, fanden sie hinter den Mauern der Zähringerstadt ein neues Zuhause. Die Geschichte an diese Zeit wird in beiden Orten lebendig gehalten.

Als 1972 geschichtsbewusste Menschen in der Bergstadt daran gingen, sich zu einem Verein zusammenzuschließen, standen die Villinger Pate. Der Getti war ja immerhin schon drei Jahre alt und konnte erste Erfahrungen an den Verein für Heimatgeschichte St. Georgen weitergeben. Die „Sandergemer“ schätzten diese Handreichungen bei den ersten Gehversuchen und man erinnert sich dankbar an den anfänglich gemeinsamen Weg. Schon ein Jahr später stellte sich der Neuling auf eigene Füße, wuchs zu einem gesunden und tatkräftigen Geschichtsverein heran.

Die Kontakte lockerten sich in den Folgejahren, was die Häufigkeit gemeinsamer Aktionen betraf, zwar etwas, blieben aber immer vertrauensvoll und herzlich. Als vor drei Jahren die Villinger ihrem einstigen Patenkind zu dessen 25. Geburtstag in St. Georgen ihre Aufwartung machten, beschloss man, wieder etwas enger zusammenzurücken. Das hat auch funktioniert. Im vergangenen Jahr brachte St. Georg die beiden Vereine wieder näher zusammen. Das zeigte sich nicht nur bei der schon erwähnten Geburtstagsfeier im Münsterzentrum. Als die Villinger Bürger, in deren Reihen der Geschichts- und Heimatverein eine treibende Kraft war, ankündigten, die Benediktinerkirche wieder in altem Glanz entstehen zu lassen, löste das in St. Georgen Freude und Anerkennung aus. Schon bei den Renovierungsarbeiten schauten Mitglieder des Vereins für Heimatgeschichte in der ehemaligen Stifskirche St. Georg herein. Noch heute schwärmen sie vom Besuch in dem barocken Gotteshaus, als sie dann zwei Jahre später das vollendete Werk bewundern konnten. So begeistert sie von der gelungenen Renovation waren, so begeistert erzählen sie von der sachkundigen und humorvollen Führung durch Dekan Kurt Müller durch die Benediktinerkirche.

Doch zurück zur Feier des 30jährigen Bestehens des Villinger Geschichts- und Heimatvereins. Das Geburtstagsgedicht von Heinrich Bauknecht, dessen Talent in Muttersprach-Kreisen in der ganzen Region bekannt ist, wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten (siehe nebenstehende Seite). Er versteht’s aber auch, in gutem Schriftdeutsch zu sagen, was einem geschichts- und traditionsbewussten Schwarzwälder auf den Nägeln brennt.