’S nei g’richtet Abt Gaisser Hus (Lambert Hermle)

September ’11

Mengmol ka mr vu de Liet vunehme:

„Alt un jung – des basst nit zemme“.

Des sin so Sache – zweierlei,

grad so vuschiede wi’e „Groß un Klei“.

Jetz mich beschäftigt’s – pauselos,

wi’e krieg ich des Vorurteil nu los?

 

Mit eme bassend Beispiel wohl am Beschte,

ka n i di’e ig’fahre Meinung nu entfeschte, drum su’ech ich s;

Hinne – dobe, vorne – nus,

un find’s bigott mit de Alte Prälatur –

‚m Abt Gaisser Hus. S’isch jo leer g’stande johrelang nuur,

un jetzet voller Lebe – dert bi de alte Stadtmuur.

 

G’richtet isch’s worre mit Herz un Vustand,

vum Käär bis nuff an Dachdrauff-Rand,

me sait au Pfleghof zu dem Gebäud‘,

vu de Benediktiner-Abtei no heut,

dobe z’Sankt Jerge, wo se einscht waret,

am Scheitelstoe „Alemanniens“ – un ihre Vorfahre.

 

Doch z’ruck zu dem a g’sproche Vorurteil,

biet ich eich demit a grad ’s Gegeteil.

En junge Architekt un der alt Hof,

hond bassend g’kriegt di’e richtig Kurv,

mit Herzblu’et un au Willenskraft,

g’kriegsch manches zemme, wenn dra schaff ’sch.

 

E Prachtstück isch’s – i isere Stadt,

als Muschterbeispiel gilt es glatt.

Es freit oem elwel, goht mr’s Dörle ri,

so kinnt’s bigott au öfters si,

un doch kasch doe mol wider säehne:

„Jung un Alt“ – des basst halt doch zemme!