Flagge zeigen bei der Wallfahrt (Hermann Colli)

Mit neuem Banner zum Dreifaltigkeitsberg

Eine Fahne für die Gruppe der Fußwallfahrer nahm Konrad Flöß (rechts) aus den Händen des Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins, Günter Rath, entgegen.

 

Was Pfarrer Kurt Müller und der Geschichts- und Heimatverein Villingen (GHV) 1994 anregten, ist zu einer echten und lebendigen Tradition geworden: Die Fußwallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen, die jeweils am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag stattfindet.

Die Villinger pilgern bereits seit 1764, als eine schwere Viehseuche im Land herrschte, zum Heiligtum auf dem 983 Meter hohen Spaichinger Hausberg. In den letzen Jahrzehnten wohl hauptsächlich per Auto, Bus oder Fahrrad. Nur Einzelne machten sich zu Fuß auf den über 30 Kilometer langen Gewaltmarsch, den die Vorfahren vor 248Jahren zum ersten Mal auf sich nahmen, um aus Dankbarkeit für die Hilfe während der Viehseuche ein Votivbild zu stiften. Sie legten das Gelübde ab, jedes Jahr hierher zu kommen.

An dieses Ereignis erinnerte Pfarrer Kurt Müller 1994, damals noch Münsterpfarrer und Dekan, in einem Vortrag des Geschichts- und Heimatvereins zum Thema „Votivbilder und Votivgaben“ (GHV Jahresheft XIX 1993/94). In der Diskussion wurde angeregt, die Fußwallfahrt mit Unterstützung des GHV wieder zu beleben.

Mit dem Beiratsmitglied und engagierten Wanderführer Adolf Schleicher fanden die Geschichtsfreunde auch gleich den Mann, der den Gedanken aufnahm und engagiert in die Tat umsetzte. (Siehe auch Beitrag in diesem Heft:

„Adolf Schleichers letzte Pilgerfahrt“). 18 Jahre lang organisierte er den Marsch durch die Nacht vom Bickenkreuz in Villingen zur Wallfahrtskirche auf den Dreifaltigkeitsberg. Bei der ersten Tour waren es 18 Teilnehmer, ihre größte Zahl war 78.

Bei Wind und Wetter führte Adolf Schleicher die Pilgerinnen und Pilger sicher und fachkundig zum Ziel.

Mit dabei von Anfang an ist Konrad Flöß, der jetzt mit Unterstützung des GHV für die Fußwallfahrer ein Banner erstellen ließ. „Wir wollen im wahrsten Sinn des Wortes Flagge zeigen und zu erkennen geben, wer wir sind und was wir tun“, begründet er die Anschaffung der Fahne. Sie soll auch an Adolf Schleicher erinnern, der als „Vater“ dieser beliebten Pilgergruppe bezeichnet werden kann. Günter Rath, Vorsitzender des GHV: „Diese Fahne soll auch ein Zeichen dafür sein, dass wir bemüht sind, heimische Traditionen wach zu halten und diesbezügliche Aktionen zu unterstützen“.

Zum ersten Mal war die neue Fahne der Fußwallfahrer beim nächtlichen Marsch auf den Dreifaltigkeitsberg dabei.

 

2012 waren die Fußwallfahrer zum ersten Mal mit dem neuen Banner unterwegs. Nach langem Marsch, bei widrigem nasskaltem Wetter, zog die Gruppe, die inzwischen zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen ist, feierlich in die Dreifaltigkeitskirche ein, wo Dekan und Münsterpfarrer Josef Fischer die Fahne im Festgottesdienst weihte.

Die Pilgergruppe aus Villingen beim Einzug in die Dreifaltigkeitskirche.

 

 

Dekan und Münsterpfarrer Josef Fischer weihte die Fahne im Festgottesdienst.