Villingen wird 1000 Jahre alt … (Klaus Walz)

Der Verfasser ist langjähriges Mitglied unseres Vereins und aktiver Hobbymaler, er hat bei der Ausstellungs-Eröffnung der sogenannten „Mittwochsmaler“ in der Villinger Volksbank im April 1999 seine Gedanken zum Stadt-Jubiläum in Versform aufbereitet, die wir auszugsweise wiedergeben.

Ihr wißt, daß unsere schöne Stadt

ein großes Jubiläum hat

im Jahre 19 hundertneunundneunzig

und Alt und Jung und alle freu’n sich.

Bedeutsam ist der Sachverhalt:

Villingen wird 1000 Jahre alt!

Und feierlich wie ein Tedeum

begeh’n wir dieses Jubiläum.

Die Heimischen und Zugereisten

woll’n so ihren Beitrag leisten

zum Wohl und Wehe dieser Stadt —

Vivat! Crescat! Floreat!

Kurz ein paar Sätze, die vernommen,

wie es zur Stadtgründung gekommen. —

Einst war ’ne Siedlung an der Stelle,

wo heut noch fließt die Altstadtquelle.

Filingo hieß das Sippenhaupt.

Daraus entstand dann,

wie man glaubt der Name Villingen als Stadt,

der Name, den sie heut noch hat.

Um das Jahr 1000 war, als Richtungsweiser,

Otto der Dritte deutscher Kaiser.

Im Welschland tobte der Progrom.

Drum zog er mit dem Heer nach Rom,

um dort im Kampf mit den Rebellen

die Ordnung wieder herzustellen.

In Ottos Heer — und das ist wahr —

zog mit Graf Berthold von der Baar.

Nicht, daß ich diesen Grafen lobe,

er war vielmehr ein Mann für’n Grobe;

jedoch in Rom und den Abruzzen

war er dem Kaiser sehr von Nutzen.

Drum hat der Kaiser, wie gewohnt,

für seine Taten ihn belohnt.

Er hat dem Berthold für sein Müh’n

das Markt-, Münz-, Zollrecht gar verlieh’n

für unsere Stadt am Rand der Baar,

was neunhundertneunundneunzig war,

wovon das Dokument uns kündet,

das leider sich in Karlsruh‘ findet.

Nun durch des Kaiser Wohlverhalten,

konnte sich die Stadt recht entfalten,

nachdem man rechts der Brigach sie verlegt.

Man hat zunächst das Sumpfgebiet entwässert,

das Fundament zum Bau der Stadt verbessert,

dann mit dem Wehrbau richtig losgelegt.

Damit das, was man baut, auch bleibt von Dauer,

baut ringsherum man erst mal eine Mauer,

zum Schutz der Bürger gegen Aggressoren,

die heut nocht gut erhalten, mit 4 Toren,

mit Wehrgang, Graben und mit weiteren Türmen —

kein böser Feind konnt‘ je die Stadt erstürmen!

Man baut das Münster, Kirchen und Kapellen

— Anreiz zu vielen von den Aquarellen — wie auch

manch Kloster und manch schön‘ Gebäude

als Zierde unserer Stadt und uns zur Freude!

Motive gibt’s gar viele in der Stadt,

die viele malenswerte Winkel hat;

Häuser, die krumm und schief und ja nicht glatt,

weil dann der Maler Freude hat!

So können wir das Malen nur empfehlen. Mitbürger,

laßt vom Malen euch beseelen, werft euch als Hobby auf die Malerei!

Wer malt, dem winken „Ehre, Geld und Ruhm…“

doch leidergottes meistens erst posthum.

— Die Bilder, jetzt noch gar nicht teuer,

steigen dereinst mal ungeheuer

im Preis, wie sich die Geschichte lehrt;

doch manchmal ist’s auch umgekehrt!