Jahresbericht 1996 des Stadtarchivs und der Museen Villingen-Schwenningen (Dr. Heinrich Maulhardt)

(Gekürzte Fassung. Den ausführlichen 26seitigen Jahresbericht erhalten Sie auf Wunsch im Stadtarchiv und bei den Städtischen Museen. Er enthält u. a. eine Liste über alle im Stadtarchiv bearbeiteten Themen zur Stadtgeschichte.)

1. Allgemeines

Die Benutzung des Stadtarchivs und der Besuch der Museen verzeichnete auch in diesem Jahr ansteigende Tendenz. Dies ist eines der wichtigsten Resultate dieses Jahresberichts.

Eine wesentliche Aufgabe stellte im Berichtszeitraum die Vorbereitung des Jubiläums im Jahre 1999 dar. Stadtarchiv und Museen (SAM) erarbeitete ein umfangreiches Arbeitsprogramm. Der Abteilungsleiter nahm an den Sitzungen der Lenkungsgruppe und des Samstagskreises teil.

Die Vor- und Entwurfsplanung zur Neueinrichtung des Franziskanermuseums konnte im September abgeschlossen werden. Bei nur 4 Stimmenthaltungen genehmigte der Gemeinderat am 16. 10. den Entwurf zur Neueinrichtung, der einen Kostenrahmen von 5 Millionen DM beinhaltet. Damit wurde die seit 1995 geleistete Arbeit des Museums eindrucksvoll bestätigt. Der Beschluß steht allerdings unter dem Vorbehalt, daß die Finanzierung über das Stadtqualitätsprogramm gesichert ist.

SAM und GHV veranstalteten am 27.2. gemeinsam einen Vortragsabend zum Alten Rathaus Villingen. An diesem Abend trug Burghard Lohrum die Erkenntnisse seiner bauhistorischen Untersuchungen vor. Dr. Casimir Bumiller vermittelte die Ergebnisse seiner Recherchen zur Hausgeschichte, die er bei der Auswertung der archivalischen Quellen gewann. Die Veranstaltung war mit knapp 100 Teilnehmern sehr gut besucht.

Der Museums- und Archivbeirat tagte am 29.3. zum Thema „Einrichtung des Franziskanermuseums, 2. Bearbeitungsabschnitt, Vorplanung“ sowie am 8. 11. zu den Themen „Kulturbericht und Entwurf einer Konzeption zur Kulturentwicklungsplanung“ und „Reduzierung des Zuschußbedarfs bei SAM“.

2. Stadtarchiv

Zuwachs erhielt das Archiv durch zahlreiche amtliche und private Ablieferungen. Die größten Erwerbungen waren: ca. 133 laufende Meter Schriftgut aus dem Bereich Hoch-, Tiefbau und Dezernat II anläßlich der Räumung der Registratur im Rathaus Schwenningen sowie ca. 56 laufende Meter Schriftgut vom Hauptamt.

Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit

In der Reihe „Blätter zur Geschichte der Stadt VS“ erschienen folgende Hefte:

Ingeborg Kottmann, Der große Streik in Schwenningen 1963, Heft 1/96

Villingen als vorderösterreichische Stadt am Ende des Alten Reiches 1750 bis 1806, Heft 2/1996

Das Heft 1/97 „Die Hyperinflation von 1923“ von Ute Schulze wurde zum Druck vorbereitet. Ausstellungen

Das Stadtarchiv veranstaltete vom 7. 11. 1996 bis 6. 1. 1997 im Alten Rathaus eine Archivdokumen-tenausstellung zum Thema „Villingen als vorderösterreichische Stadt am Ende des Alten Reiches 1750-1806. “ Zur Ausstellung erschien ein Begleitheft in der Reihe „Blätter zur Stadtgeschichte.“

3. Städtische Museen

Es erschien ein Faltblatt, in dem alle städtischen Museen sowie das Uhrenindustriemuseum vorgestellt werden. Die Broschüre zur Heimatstube Herzogenweiler wurde überarbeitet.

Franziskanermuseum/Museum Altes Rathaus

Erwerb von Museumsgut

Leihen:

Zahlreiche Leihgaben für die Dauerausstellung

zum 19. und 20. Jahrhundert u. a.

zur Fastnacht, darunter 1 Scheme der Historischen Narrozunft von Oelmüller

Stadtmodell

Romäusbilder von Richard Ackermann Schenkungen:

Kachelofen, Kachelfragmente

Leintücher

Holzfiguren Ankäufe:

Fastnachtsabzeichen

Majolikateller

Christuskopf und Gedenkpokal von Joh. Glatz

Wappenscheibe Abt Johannes Kern V. von

St. Georgen

Veröffentlichungen:

Anita Auer: Erfahrungsbericht „Hochzeit im Maghreb“. in: Jahresheft XXI des GHV, S. 98-99. — Dies.: Guck mal, da kommt (k)ein Vögelchen raus. Die Schwarzwälder Kuckucksuhr, in: Almanach 1998 (in Vorbereitung)

Michael Hütt: Wo Stadtgeschichte lebendig wird. Das Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen, in: Almanach 1997, S. 169-174.

Ders.: Eine „Sozialstation“ als Heimatstube. In Tannheim wird an die einst schlechte soziale Lage der Bürger erinnert, in: Almanach 1997, S. 178-181.

Museumspädagogik

Öffentliches Führungsprogramm

Während seit Eröffnung im Oktober bis Ende 1995 allgemeine Führungen durch die neue Dauerausstellung Vorrang hatten, wurden ab 1996 thematische Schwerpunktführungen angeboten. Besonders gut besucht waren Führungen zu sozialgeschichtlichen oder speziell „Villinger“ Themen, während die eher „kunsthistorischen“ Führungen schwächer besucht waren.

Schulklassenführungen

Erneut gestiegen ist die Nachfrage nach Schulklassenführungen. 164 Gruppen fanden den Weg ins Museum, 16 Gruppen mehr als im Vorjahr. Das Themenangebot bei Führungen sowohl für Schulklassen wie auch Kindergärten wurde erheblich erweitert. Das neue Führungspersonal wurde unter Anleitung von Frau Heinichen, Museumspädagogin, und Frau Dr. Auer in mehreren Treffen fortgebildet.

Wie im Jahre 1995 fanden verschiedene Lehrerfortbildungen und pädagogische Tage im Museum statt. Vermehrt wurde von den Schulen das Angebot von Projekttagen aufgegriffen. Der Arbeitskreis Schule-Museum traf sich sechsmal, im Museum zur Vorstellung der Neukonzeptionen, in der Städt. Galerie, in Hüfingen und in Mühl-hausen. Das Schulklassenplakat erlebte aufgrund der starken Nachfrage eine Neuauflage. Zudem wurde ein Faltblatt für Lehrer zur Information über das Führungsangebot ausgearbeitet.

Vorbesprechungen und vertragliche Regelungen galten der geplanten Alamannenausstellung in der Schwenninger Volksbank (Oktober-Dezember 1997). Ein stationärer großer MAN-Motor von 1906 (Spende der Firma Briegel/Villingen von 1976) wurde als Leihgabe dem Franziskaner-museum zur Verfügung gestellt.

Dienstbibliothek

Die wissenschaftliche Dienstbibliothek umfaßt rd. 20.000 Bände aus den Sachgebieten Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde, Archivkunde, Museumskunde, Germanistik. Sie ist die größte geisteswissenschaftliche Bibliothek im Bereich der Stadt und auch für Archiv- und Museumsbesucher benutzbar.

Es wurden 800 Titel katalogisiert, davon ca. 600 des Altbestandes, und auf Karteikarten ausgedruckt. Insgesamt können an Bibliothekszugängen 285 Titel nachgewiesen werden.

Die Bibliothek erwarb 14 Bücher der ehemaligen Klosterbibliothek der Benediktiner in Villingen. Mehrere Buchnachlässe wurden festgestellt und geordnet. Frau Dr. Stadie veröffentlichte im GHV-Jahresheft 1996/97 einen Artikel zum Katalog der Franziskanerbibliothek, der bei Auflösung der Bibliothek Ende des 18. Jahrhunderts angefertigt wurde.