Liturgische Kostbarkeiten (Dr. Edith Boewe-Koob)

Fragmente aus den Villinger Archiven

COLLIGERE FRAGMENTA, NE PEREANT. Dieser Satz wurde aus Johannes 6,12 abgeleitet: „Colligite quae superaverunt fragmenta, ne per-eant“. („Sammelt die Stücke, die übriggeblieben sind, damit sie nicht verloren gehen“). Es war der Wahlspruch des aus Villingen stammenden Beuroner Benediktinerpaters DDr. Alban Dold, der sich international nicht nur durch seine Palimpsestforschung, sondern auch durch Fragmenten- und Sakramentarforschung einen Namen gemacht hat 1). Seine Forschung wurde fortgesetzt und so bekommen jetzt die bisher unbeachteten Fragmente Villingens einen gebührenden Stellenwert.

Für die alten Handschriften wurde ausschließlich Pergament verwendet, da dieses Material geschmeidig und besonders haltbar ist. Zur aufwendigen Herstellung wurde nur die zarte Haut von Ziegen, Schafen und Kälbern benutzt. Dadurch war jedes Blatt so wertvoll, daß es wiederverwendet wurde, wenn eine Handschrift inhaltlich veraltet oder durch starke Benutzung unansehnlich geworden war. Die alte Schrift wurde abgeschabt und das Blatt neu beschrieben. Als im Verlauf des 13. Jahrhunderts das Papier als ursprünglich chinesische Erfindung auch in das Abendland gelangte, wurde das Pergament im Laufe der Jahrhunderte verdrängt. Dieses wurde jetzt nicht mehr zur erneuten Beschriftung abgeschabt, sondern die obsolet gewordenen Handschriften wurden zerstückelt und beim Buchbinder zur Verstärkung oder als Umschlag für Urkunden, Listen und Schreiben verwendet. Es war eine Unsitte, die nicht mehr gebrauchten Handschriften zu zerschneiden, obwohl es nicht anzunehmen ist, daß heute noch etwas von diesen liturgischen Büchern vorhanden wäre, weil durch Reformation, Dreißigjährigen Krieg und die im Josephinismus stattfindende Auflösung aller kontemplativen Klöster sehr viele unersetzliche Handschriften vernichtet wurden. Nur die prachtvoll ausgestatteten Codices überlebten diese Zerstörung und landeten in den Bibliotheken oder Privatsammlungen der Herrschenden.

Dies alles fordert dazu heraus, sich mit den „übriggebliebenen Stücken“ intensiv zu beschäftigen. Wie in vielen Archiven, wurden die Fragmente auch in Villingen nicht beachtet. Nur durch Zufall wurden sie entdeckt, untersucht und eingeordnet 2). Alle Fragmente stammen aus liturgischen Handschriften, und durch ihre Erforschung können sie vieles über den Inhalt der ehemaligen Handschriften vermitteln. Durch Text- und Schriftvergleiche konnten Beziehungen zu bedeutenden Skriptorien des Südwestens von Deutschland festgestellt werden. Ihre Zuordnung ist unter anderem für die Liturgie der Stadt, der Diözese (damals Konstanz) und auch des Landes von großer Wichtigkeit 3). Da die Fragmente als eigene Quelle in den Regesten nicht erfaßt wurden, ist es an der Zeit, diese zu ordnen und zu untersuchen, zumal in Villingen keine kompletten liturgischen Handschriften des Mittelalters erhalten geblieben sind. Bei dem Verlust in Villingen muß man für jedes Fragment alter Handschriften dankbar sein. Sie sind die einzigen vorhandenen liturgischen Dokumente des Mittelalters, die einen Teil der vielfältigen liturgischen Vergangenheit zeigen. Durch ihre Untersuchung ist es möglich, die mittelalterliche Liturgiegeschichte Villingens aufzuhellen.

Nach den vorliegenden Ergebnissen stammen die Fragmente der Villinger Archive aus Handschriften des späten 10. bis 16. Jahrhunderts, deren Inhalt größtenteils Verbindungen zu den Klöstern Reichenau, Rheinau und St. Gallen aufweisen. Die ältesten Fragmente sind Dokumente einer Zeit, in der die Urkunde des Marktrechts von Villingen geschrieben wurde. Insgesamt sind 44 Fragmente in den drei Archiven vorhanden, von denen sich im Stadtarchiv 24, im Pfründarchiv 7 und im Spital-archiv 13 befinden. Sie alle dienen als Einbände von Missivenbüchern 4) oder Rodel 5). In einigen Fragmenten sind die Gesänge mit Notationen versehen, teils in einer deutschen, adiastematischen 6) Neumenschrift, teils in Quadrat- und Hufnagel-notation. Es sind Fragmente aus mehreren Antiphonarien, Voll-Brevieren, Missalien, Brevieren, aus einem Lektionar, Evangeliar, Kollektar, Graduale, Psalterium und Kalendarium.

Die Textschriften wurden teils in spätkarolingischer Minuskel hauptsächlich aber in gotischer Schrift ausgeführt. Die karolingische Schrift bildete sich ungefähr um das Jahr 800 und es wird angenommen, daß sie in den Skriptorien zwischen Rhein und Loire, also mitten im karolingischen Reich, entwickelt wurde. Die lokalen Eigenheiten der Schriften wurden verdrängt und die neue Schrift begann sich in Europa durchzusetzen 7). Durch die Schul- und Liturgiereform Karls des Großen und Alkuins wurden zahlreiche bischöfliche und monastische Schulen im ganzen Reich gegründet. Mit der Förderung von Lehre und Kult, der Einführung der römischen anstelle der gallikanischen Liturgie, der Revision der Bücher (789) und des sich daraus ergebenden wachsenden Bücherbestandes, trug Karl der Große auch zur Reform der Schrift bei. Die karolingische Minus-kel ist eine gut lesbare Schrift, die sich bis ins 12. Jahrhundert vorrangig behauptete. Kleine Buchstaben in gleicher Höhe, mit Balken und Rundungen, mit wenig Ligaturen und oft deutlicher Trennung der einzelnen Wörter sind Kennzeichen dieser Schrift. Bei der karolingischen Minuskel herrscht der horizontale Schriftzug vor. Einige Fragmente aus Villingen wurden in einer spätkarolingischen Minuskel geschrieben.

Für den Hauptteil der Villinger Fragmente wurde jedoch die gotische Buchschrift benutzt.

Eine entscheidende Wende brachte die im 13. Jahrhundert einsetzende Gotik. Jetzt waren nicht mehr die Klöster die einzigen Zentren der Schreib- und Buchkunst, sondern es beteiligten sich Universitäten, Städte und Fürstenhöfe. Neben den sakralen Texten wurden Epen, Lieder, Romane und höfische Literatur aufgeschrieben und illustriert. Das war eine Neuerung, da im frühen und hohen Mittelalter zum größten Teil die Klöster die Vermittler der christlichen Kunst und der Schrift waren. Mittelalterliche Kunst war auch in der Ikonographie in erster Linie sakral. Die wichtigsten Merkmale der gotischen Schrift, die sich schon im späten 11. Jahrhundert in Belgien und Nordfrankreich ankündigte, sind die Streckung und Aufrichtung aller Schäfte. Es ist eine vertikal betonte Schrift mit eng aneinandergestellten Buchstaben 8).

Von den 44 Fragmenten werden in dieser Abhandlung nur einige vorgestellt, da eine vollständige Darlegung aller gefundenen Fragmente diesen Rahmen sprengen würde. Es sei aber darauf hingewiesen, daß eine Publikation sämtlicher Villinger Fragmente vorgesehen ist.

Die hier berücksichtigten Fragmente sollen in erster Linie einen Querschnitt durch die verschiedenen Epochen geben. Außerdem zeichnen sie sich entweder durch ihr Alter oder durch ihre Originalität besonders aus. Neben den Textschriften ist besonders die Aufzeichnung der Gesänge, ein Großteil wurde in Neumen notiert, von Wichtigkeit.

Die älteste Form der musikalischen Aufzeichnung im Mittelalter wird Neumen genannt. Es sind Tonzeichen der liturgischen Notenschrift, die vom 9. bis ins späte 13. Jahrhundert zur Aufzeichnung von Melodien dienten (in St. Gallen neumierte man bis ins späte 14. Jh.). Aufgabe der Neumenschrift war, den Kantoren und Sängern als Gedächtnisstütze zu dienen, und den Vortrag des liturgischen Gesangs dadurch zu erleichtern. Die Tonschrift setzte voraus, daß die Sänger die Melodien mit ihren Intervallen aus der mündlichen Tradition lernten und beherrschten. Die Neumenschrift entstand aus den Handzeichen frühchristlicher Musiker und den Akzenten der spätantiken Grammatiker. So war z. B. die Gravis \ der Akzent für einen tiefen fallenden Ton, der in der Neumenschrift dem Punctum entspricht. Der Acutus / war der Akzent für einen steigenden Ton, der in der Neumenschrift das Zeichen für die Virga ist.

SAVS 2.1, E13 a

Die Eigenart der linienlosen Neumen war, daß zwar die Bewegung der Melodien in etwa wiedergegeben werden konnte, nicht aber der Abstand der Töne (adiastematische Aufzeichnung). Durch die diastematische 9) Neumenschrift wurde eine Änderung angestrebt, die jedoch nicht ausreichte, die genaue Tonfolge zu bestimmen. Sie führte aber zur Einführung von Linien und dann zu der Benutzung von Schlüsseln durch Guido von Arezzo um 1025. Guido übertrug die Neumen auf Linien und gestaltete die c- und f-Linie farbig. Die Choralnotation auf Linien entwickelte sich im späten Mittelalter in zwei Formen. In Deutschland wurde die gotische Choralnotation (Hufnagelno-tation) eingesetzt und in den romanischen Ländern die römische Quadratnotenschrift, die auch heute noch verwendet wird.

Die neumierten Fragmente aus Villingen wurden alle mit einer adiastematischen, deutschen Neu-mierung versehen, die trotz einiger eigenständiger Tonzeichen, Beziehungen zur St. Galler-Neumenschrift aufweist.

Fragment als Einband eines Vertrags mit der Signatur E13 a aus dem Stadtarchiv

Das Fragment mit der Signatur E 13a 10), das als Verstärkung des Einbandes eines Vertrags zwischen dem Haus Fürstenberg und der Stadt Villingen dient, wurde entsprechend zusammengeschnitten. Dadurch konnte nur „das Fragment eines Fragments“ untersucht werden. Da sich auf diesem Fragment eine Federzeichnung befindet, wird der Inhalt vorgestellt.

Der abgebildete Löwe, der eine Schlange im Rachen hält, wurde mehrfarbig ausgeschmückt. Die Schlange windet sich um den Körper des Löwen. Die Darstellung des Löwen als Wächter des Grabes war schon in vorchristlicher Kunst anzutreffen und lebte im Christentum weiter 11). Der Löwe wurde in der Handschrift als Zeichen der Auferstehung Christi eingesetzt. „Der Löwe aus Juda“ aus Gen. 49,9 wird auf Christus bezogen (Apc. 5,5) „…siehe, der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, hat gesiegt…“. Christus gilt als Löwe aus dem Stamm Juda, „…weil er in seiner, von Juda stammenden Menschheit als der wahre, von Alters her verheißene Messias siegreich gestritten hat…“ 12). Die Schlange symbolisiert Unheil, das den Tod bringt „…Feindschaft will ich setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft: sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen…“ (Gen. 3,15). Es wurde so der Triumph Christi über die Dämonen der Finsternis dargestellt. Da diese Federzeichnung genau neben den liturgischen Meßgesängen an dem Rand eingesetzt wurde, bekommt sie eine eindeutige Beziehung zur Auferstehung. Es sind zwar nur einzelne Wörter und Neumen erhalten, die aber als Gesänge der Ostermesse identifiziert werden konnten:

Graduale    Hec dies <quam fecit Dominus exulte>mus <et letemur in ea>

Vers    Confitemini Domino, quoniam <bonus>, quoniam in se <culum misericor>dia <eius>

<Vers>    Pascha nostrum <immolatus est

Christus>

< > Text wurde ergänzt

Verwendete Neumen im Fragment

Virga    1     Hochton

Pes    2     Töne, aufsteigend

Clivis    4    2 Töne, absteigend

Die Notation gehört zu einer adiastematischen, deutschen Neumenschrift. Sie kommt in ihrer Ausführung dem St. Galler Vorbild nahe.

Die erkennbaren Buchstaben wurden in einer spätkarolingischen Minuskel geschrieben, die allerdings schon Brechungen in den Schäften aufweisen. Die Buchstaben signalisieren eine exakte und ausgewogene Handschrift. Das Fragment gehörte zu einem Missale, das nach der Jahrtausendwende geschrieben wurde. Die Federzeichnung wurde farbig ausgeführt und besitzt Symbolcharakter, der in dieser Form für Villingen einmalig ist.

Zwei Fragmente einer liturgischen Handschrift aus dem Stadtarchiv Villingen mit den Signaturen S 12a und PP 51a

Im Stadtarchiv befinden sich zwei Pergament-Fragmente, die eindeutig aus der gleichen Handschrift stammen. Sie gehörten zu einem Vollbrevier, in dem die Gesänge mit Neumen versehen wurden. Sie dienen als Einband eines Rodels und eines Zunftbuches mit den Signaturen S 12a 13) und PP 51 a 14). Durch Schrift- und Neumenanalysen, sowie durch Schriftspiegel und Größe konnte die Zusammengehörigkeit beider Fragmente nachgewiesen werden.

Das Fragment S 12a ist zweispaltig und wurde auf der Recto- und der Versoseite beschrieben. Zwischen den Texten wurden die neumierten Gesänge mit kleinerer Schrift eingesetzt. Um das Fragment als Einband des Rodels benutzen zu können, wurde das Blatt an allen Kanten eingeschlagen. Der liturgische Text des Fragments besteht aus Homilien 15), Responsorien und einer Antiphon. Anhand der Texte konnte festgestellt werden, daß es sich um Gesänge und Homilien der Matutin 16), d. h. der II. und III. Nokturn des Palmsonntags (Dominica in Palmis), handelt. Die beiden ersten Homilien, davon die erste fragmentarisch, sind Ausschnitte einer längeren Predigt über Auslegungen einiger Bibelstellen aus dem Werk von Maximus Taurinensis 17). Seine Homilien zur Fastenzeit, zu denen auch die vorliegenden Texte gehören, sind für die Liturgiegeschichte von Bedeutung 18). In der III. Nokturn sind ebenfalls, neben dem Evangelium, zwei Homilien (Versoseite) und ein Res-ponsorium überliefert. Es wurden keine Lesungen angegeben, obwohl normalerweise in jeder Nokturn drei Lesungen vorhanden sind. (Diese gehören zu den ältesten Bestandteilen der Offizien, und ihre Texte sind in erster Linie der Heiligen Schrift, aber auch den Homilien und Sermones 19) der Väter, den Passionen und Viten der Heiligen entnommen. Seit der Karolingerzeit wurden die Lesungen auf die drei Nokturnen verteilt 20).

Anschließend wurden, unterbrochen von einem Responsorium, zwei Homilien von Beda Venerabilis 21) aufgezeichnet.

SAVS 2.1, S12a, I. Seite des Fragments (recto)

 

Die Textschrift des Fragments zeichnet sich durch sorgfältige und deutliche Schreibweise aus. Sie wurde in braun-schwarzer Tinte ausgeführt. Obwohl keine gezogenen oder geritzten Linien zu erkennen sind, ist der Text, wie auch die neumierten Gesänge, in gerader übersichtlicher Form aufgeschrieben worden. Die Geläufigkeit der Schrift läßt einen geübten Schreiber erkennen. Die Initialen der Homilien sind besonders sorgsam gestaltet und gehen über zwei bis fünf Linien hinaus. Sie wurden fast spiegelbildlich gezeichnet und, wie die Angaben des Gesänge, mit roter Tinte geschrieben:

 

 

Für die Interpunktion wurden hauptsächlich folgende Zeichen verwendet 22):

Kleine Pause

Große Pause

Fragezeichen

Responsorium: Dominus mecum est (1. Seite des Fragments)

 

Das Responsorium steht zwischen zwei Homilien und wurde, wie das ganze Fragment, in einer spätkarolingischen Minuskel und einer deutschen Neumierung geschrieben. Die Neumenschrift entspricht einer süddeutschen Schrift, die starke Beziehungen zu den Neumenschriften St. Gallens und Rheinau aufweist. So stehen alle auf dem Fragment vorhandenen Gesänge auch in der Handschrift 28 aus Rheinau. Die Gesänge wurden linienlos und adiastematisch aufgezeichnet.

Vergleich einiger Neumen des Fragments mit Neumenschriften von St. Gallen (SG), Codex 389, Stiftsbibliothek, 13. Jh.; Rheinau 28 (Rh.), Zentralbibliothek Zürich, 13. Jh.:

SAV12a SG Rh. Töne

Virga        1 Hochton

Pes    J    2 aufsteigend

Clivis    /7    2 absteigend

Scandicus    3 aufsteigend

Climacus    3 absteigend

Ein weiteres Fragment des Stadtarchivs konnte der gleichen Handschrift zugeordnet werden. Dieses wurde als Verstärkung des Zunftbuches PP 51a benutzt. Die Größe des Schriftspiegels und die Breite der zwei Spalten sind mit den Maßen des Fragments 5 12a identisch. Bei PP 51 a wurden ca. 0,5 cm von der Blattgröße abgeschnitten, um die für den Rodel benötigte Breite zu erhalten.

Der Inhalt dieses Fragments besteht aus einem unvollständigen Responsorium, einer Homilia und sieben Responsorien mit Versen. Die Texte der Responsorien gehören zum Alten Testament und stammen aus den Büchern von Judith und Esther. Diese Gesänge stehen in den alten Antiphonarien immer am Ende des Kirchenjahres. Sie wurden in der Zeit von Ende Juli bis Advent eingesetzt.

Schrift und Notation entsprechen sich in beiden Fragmenten. Zwar wurden bei dem zweiten Fragment die Texte der Homilien etwas kleiner geschrieben, aber eine Arbeitsteilung der Schreiber war keine Seltenheit. Schrift und Neumierung beider Fragmente sind identisch, so daß davon ausgegangen werden kann, daß beide Fragmente zu einem Vollbrevier gehörten 23).

Ein Vergleich der neumierten Gesänge soll diese „hese unterstützen:

Responsorium: Noli esse mihi Domine (S12a)

 

Responsorium: Nos alium Deum (PP51a)

 

Beim Vergleich der beiden Responsorien kann Festgestellt werden, daß es sich um das gleiche Skriptorium und denselben Schreiber für Text und Neumierung handelt. Es besteht eine Übereintimmung:

1. Gleiche Schrift in Text und Neumierung 2.

2. Identischer Schriftspiegel

3. Beide Fragmente gehören zu einem Vollbrevier

4. Identische Initialen in Ausführung und Verzierung

5. L als besondere Initiale in beiden Fragmenten

Beide Fragmente wurden in einer spätkarolingischen Minuskel geschrieben, stammen aus dem Frühen 12. Jahrhundert und gehörten zu einem Vollbrevier. Die Neumierung wurde in einer adiatematischen, deutschen Neumenschrift ausgeführt. Die Texte und die Auswahl der Gesänge zeigen deutliche Verbindung zu den Klöstern in der Diözese Konstanz.

Fragment als Einband eines Rechnungsbuches mit der Signatur EE 37b aus dem Stadtarchiv

Ein Rechnungsbuch der „Fraw muotter Apptiyssin Ursula Labelinssin“ 24) für das Kloster St. Clara in Villingen wurde in ein Pergament-Doppelblatt, das nicht zusammengeklebt wurde, eingebunden. Die Vorderseite des Einbandes beinhaltet fortlaufende Lesungen des Epheserbriefes, beginnend mit dem 4. Wochentag der 3. Woche nach Epiphanie (Feria quarta infra Hebdomadam III post Epipha-niam). In den sechs letzten Zeilen der zweiten Spalte dieses Blattes wurden in deutscher Sprache Anmerkungen zur Gottesdienstordnung an Maria Lichtmeß und dem Sonntag Septuagesima aufgezeichnet. Der als Rückseite benutzte Fragmentteil besitzt Lesungen mit anschließenden Responsorien und Versen. Es handelt sich hierbei um Lesungen aus dem Buch Genesis 12, 7-13, die am Sonntag Quinquagesima in der II. und III. Nokturn gebetet werden. Die Genesis-Lesungen über Abraham beginnen im Brevier mit 12, 1 am Sonntag Quinquagesima. Diese Einteilung macht deutlich, daß dieses Fragment zu einem Brevier gehörte. Auf dem ersten Blatt wurden die Lesungen zusammengefaßt, so daß die zwischen den einzelnen Lesungen eingesetzten Responsorien fehlen. Das Blatt ist, wie die meisten in Villingen gefundenen Fragmente, zweispaltig. Die Schrift ist senkrecht ausgerichtet und die einzelnen Wörter sind meistens deutlich getrennt. Das kleine i besitzt gelegentlich einen feinen Querstrich (ab 14. Jh. wurde der Punkt verwendet), das kleine t wurde noch ohne Zierstrich geschrieben. Am Ende eines Wortes wurde das runde s eingesetzt. Die Schrift der Res-ponsorien und Verse wurde, wie üblich, kleiner ausgeführt.

SAVS 2.1, EE 37b

 

 

Die Initialen sind in blau und rot ausgeziert und alle Textangaben und Stundenbezeichnungen wurden mit roter Farbe deutlich gemacht. Beide Blätter wurden mit brauner Tinte liniert. Am Zeilenende wurde die Silbentrennung durch Querstriche angezeigt. Diese Art der Silbentrennung wurde ab dem 11. Jh. praktiziert. Daneben wurde die Präposition „in“ mit dem folgenden Wort zusammengeschrieben z. B. inorationibus, infilios, inomnibus,bwohl bereits seit dem 12 Jh. eine deutliche Trennung der Wörter existierte. 25) Diese Feststellung zeigt, daß die deutliche Trennung der einzelnen Wörter noch nicht ganz vollzogen war. Andererseits wurde kein e-caudata 26) mehr eingesetzt, sondern nur das e für die Diphtonge benutzt. Hinweiszeichen wurden mit # gekennzeichnet.

Das Besondere an diesem Fragment ist die deutsche Gottesdienstanweisung innerhalb des liturgischen Textes, die, um die Wichtigkeit hervorzuheben, rot unterstrichen wurde.

Da das Brevier in einer gotischen Schrift um 1300 ;eschrieben wurde, ist diese deutsche Eintragung eine Seltenheit, zumal die Schrift nicht viel später eingefügt wurde.

Werke: beget man die hohzit d’lieht mis an dem amztage vor d’septuagesima. so beget man die gehügede von dem sonnintage in d‘ andern vesper nah d‘ collecte der hohzites.

 

Die Anordnung: „Begeht man das hohe kirchliche Fest von Maria Lichtmeß (2. Februar) am Samstag vor Septuagesima, so begeht man das Gedächtnis des Sonntags in der 2. Vesper nach der Collecta von Maria Lichtmeß“, ist dann zu beachten, wenn der Sonntag Septuagesima auf den 3. Februar fällt. Diese Konstellation ist sehr selten, sie trat im 20. Jahrhundert nur in den Jahren 1901 und 1980 auf. Der Sonntag Septuagesima besitzt, wie Maria Lichtmeß, zwei Vespern. Die eine am Vorabend, die zweite am Abend des Festes.

Es sind neben den aus der gotischen Buchschrift übernommenen Buchstaben und Zeichen besonders auch deutliche Hinweise auf die Gotische Textura vorhanden. Das Brevier, aus dem das Fragment stammt, wurde um 1300 geschrieben und ist durch die deutsche Eintragung für diese Zeit eine große Seltenheit.

Fragment eines Kalendariums als Einband eines Missivenbuches mit der Signatur Z 6 aus dem Spitalarchiv

Das Fragment eines Kalendariums dient als Einband eines Buches mit der Signatur Z 6 27), das zum Spitalarchiv gehört. Ein Kalendarium war einem liturgischen Buch (z.B. Missale, Graduale, Antiphonar, Vollbrevier, Brevier) vorgesetzt. Nicht immer stimmen die Eintragungen der Heiligenfeste im Kalendarium und dem folgenden liturgischen Buch überein.

Auf dem Villinger Fragment sind vom Kalendarium nur die Monate Juli, August, September und Oktober erhalten. Trotzdem konnten anhand von Vergleichen mit den 21 St. Galler- und den 34 Kölner Kalendarien Beziehungen hergestellt werden. So sind die meisten Gedenktage der Heiligen auch in St. Galler Kalendarien vorhanden. Die Heiligen, wie Gebhardus, Pelargius, Pantalus, Aurelia und Januarius zeigen, daß eine örtliche Eigenständigkeit in der Heiligenverehrung bewahrt wurde, und die Heiligenfeste der Nachbardiözesen einbezogen wurden. Die im Volk verwurzelte Heiligenverehrung der einheimischen Heiligen fand im Laufe der Zeit auch in den Nachbardiözesen Widerhall. Neben den vielen römischen Heiligen, die in jedem Kalendarium stehen, sind auch in diesem fragmentarischen Kalendarium Heilige des Bodenseegebietes und der Nachbardiözesen angegeben:

Udalricus 28) (um 830-973), Fest am 4. Juli, war vor 910 Mönch in St. Gallen, später Bischof von Augsburg. Er wurde 993 kanonisiert.

Heinrich II (973-1024), Fest am 13. Juli, Kaiser (1002-1024), letzter Sachse, verwandt mit Otto I. – III., wird im Fragment, wie in Bamberg, am 13. Juli angegeben. In den übrigen Kalendarien wurde sein Gedenken am 15. Juli begangen.

 

Kalendarium SAVS 2.3, Z 6 (Juli/ August)

 

 

Kalendarium SAVS 2.3, Z 6 (September/ Oktober)

Heinrich förderte das Bistum Basel, wurde dort verehrt und kann damit als Heiliger einer Nachbardiözese gelten. Nach seiner Kanonisation, die im Jahr 1146 stattfand, setzte die kultische Verehrung ein.

Arborgastus    Jh.), Fest am 20. Juli, Bischof von
Straßburg, ist der Hauptpatron seiner Diözese. Afra (* um 304), Fest am 7. August, Märtyrerin wird in Augsburg, einer Nachbardiözese von Konstanz verehrt.

Theodolus (4./5. Jh.), Fest am 16. August, war der erste Bischof des Bistums Sitten, das unter anderem den Kanton Wallis umfaßt.

Gebhardus (949-995), Fest am 27. August, Bischof von Konstanz, Gründer des Klosters Petershau-sen. Kanonisiert 1134. Eigenfest in Konstanz und St. Gallen.

Pelargius (+282, 284?), Fest am 28. August, Patron von Konstanz und Rottweil. Eventuelle Translatio nach Konstanz vor 851.

Verena (+Mitte 4. Jh.), Fest am 1. September. Soll zur Thebaischen Legion gehört haben. Lebte in Zurzach (ehemals Diözese Konstanz), und wird in der Schweiz hochverehrt.

Magnus (699? – 772?), Fest am 6. September, zuerst Mönch in St. Gallen (ehemals Diözese Konstanz), dann Missionar im oberen Lechtal. Baute in Füssen Zellen und Kirche. Eigenfest in St. Gallen 29). Leodegarius (+ 678?), Fest am 2. Oktober, Bischof von Autun, Patron von Murbach, wurde in St. Gallen hochverehrt.

Constantinus und Alexander, Fest am 5. Oktober, beide Märtyrer aus Trier. Translatio 1107 oder 1124 nach Schaffhausen, das zur Diözese Konstanz gehörte.

Fides (+ 287), Fest am 6. Oktober, deren Translatio im Jahr 1015 nach St. Gallen stattgefunden hatte. Pantalus, Fest 12. Oktober, erster Bischof von Basel, wird in der ehemaligen Nachbardiözese Basel verehrt. Soll die hl. Ursula nach Köln begleitet und dort das Martyrium erlitten haben. Vor Mitte des 12. Jahrhunderts keinerlei Zeugnisse über Pantalus. Aurelia, Fest am 15. Oktober, wurde im Mittelalter in Straßburg, Regensburg und am Bodensee gefeiert. Nach der Straßburger Legende war Aurelia eine Gefährtin der hl. Ursula.

Gallus (+ 627, 645?), Fest am 16. Oktober, Confessor, Apostel der Schweiz, wurde in St. Gallen hochverehrt, das zur Diözese Konstanz gehörte. Januarius (+305), Fest am 19. Oktober, in Rheinau und auf der Reichenau hochverehrt. Das Fest findet in anderen deutschen Gegenden und Italien am 19. September statt. In Neapel, seinem Haupt-verehrungsort, wird das Fest ebenfalls am 19. September gefeiert. Reliquien des hl. Januarius kamen 838 oder 871 auf die Reichenau. Der erste konkrete Hinweis für ein liturgisches Fest steht in der Vita im Reichenauer Lektionar des 10. Jahrhunderts 30). Wolfgangus, (+994), Fest hier am 30. Oktober, sonst am 31. Oktober. Mönch von Einsiedeln, dann Bischof von Regensburg. Kanonisation 1052. Neben diesen Heiligengedenken wurden in dem fragmentarischen Kalendarium noch andere Feste aufgezeichnet, von denen stellvertretend die beiden folgenden Gedenktage aufgeführt werden. Das Marienfest Visitatio Sanctae Mariae, das am 2. Juli im Kalendarium steht, wurde bereits im Jahr 1263 von den Franziskanern eingeführt, bevor es 1389 auf die ganze Kirche ausgedehnt wurde.

Der Annakult ist im Orient seit dem 6. Jahrhundert, im Abendland seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar (26. Juli). Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Verehrung der heiligen Anna intensiver und ab 1350 im ganzen Abendland gefeiert 31).

Oft wurden die Gedenktage der Heiligen schon vor ihrer Kanonisation in die Kalendarien aufgenommen.

Durch die Untersuchung verschiedener Kalendarien kann ein eindeutiger Bezug des fragmentarischen Kalendariums zum Bodenseegebiet hergestellt werden. Bei dieser Aufstellung zeigt sich deutlich die Verbindung zur damaligen Diözese Konstanz und ihren Nachbardiözesen. Auf der Rückseite des Kalendariums befinden sich einige Meßgesänge, die auf einem Vierliniensystem eingetragen wurden. Es handelt sich um Gesänge für die Ferialtage nach Pfingsten. Diese Eintragungen zeigen, daß das Fragment aus einem Graduale stammt, dem ein Kalendarium vorgebunden war. Eine spätere Hand hat sogenannte „Taktstriche“ ziemlich wahllos eingesetzt. Das Kalendarium und das Graduale wurden von zwei Schreibern ausgeführt, wobei beide Schriften der selben Zeit zuzurechnen sind. Der ehemalige Codex, der als Graduale einzuordnen ist, mit dem vorgebundenen Kalendarium wurde in einer gotischen Textura im frühen 15. Jahrhundert geschrieben. Das Kalendarium zeigt eindeutige Beziehungen zum Bodenseeraum, durch die Verehrung und das seltene Datum des Januariusfestes (19. Oktober), besteht eine enge Verbindung zur Reichenau 32) wie schon in anderen Fragmenten deutlich wurde.

Nachdem der größte Teil der Villinger Fragmente, auch aus den verschiedenen Archiven, Übereinstimmung in Textauswahl und Neumenschrift mit dem ehemaligen Skriptorium Rheinaus aufweist, kann von einem Einfluß des Klosters Rheinau auf die liturgischen Bücher in Villingen gesprochen werden, das wiederum starke Bindungen zum Kloster Reichenau hatte. Die ehemaligen Handschriften wurden im Bodenseeraum geschrieben. Konstanz war im frühen Mittelalter die größte Diözese Deutschlands. Es ist allerdings nicht nachweisbar, 1 die Stadt vor dem 11. Jahrhundert eine Domaule besaß. Trotzdem wird davon ausgegangen, daß in Konstanz, das zwar kein ausgebildetes Skriptorium hatte, doch der eine oder andere Codex geschrieben wurde 33). Da bis ins 10. Jahrhundert die Konstanzer Bischöfe oft auch Äbte von dem Kloster der Reichenau oder St. Gallen oder beider Klöster waren, ist es verständlich, daß die Meisten Handschriften für Konstanz dort geschrieben oder den dortigen Bibliotheken entnommen wurden. Über Konstanz könnten die Codices dann nach Villingen gekommen sein. Es war der Verdienst der Klöster und deren Institutionen, daß die bereits in der Antike entwickelte Kultur der Schrift über das Mittelalter hinweg überliefert wurde. Auch die zahlreichen nicht liturgischen Schriften können nicht darüber wegtäuschen, daß sie alle aus kirchlichen Institutionen stammen und der Laie daran kaum Anteil hatte. Der interessierte Laie des frühen Mittelalters lebte von der Sprache und hatte zu dem geschriebenen Wort wenig Beziehung. Erst im späten Mittelalter, als Universitäten ;egründet wurden, genügte die Kultur der Sprache nicht mehr, und die Schriftkultur fand Eingang in das geistige Leben auch der Laien. 34) Der Prozeß dauerte einige Jahrhunderte bis dann das gedruckte Buch langsam zum Gemeingut wurde.

Es war möglich, die Texte und Gesänge aller Fragmente zu entziffern und einzuordnen. Dadurch konnten Einblicke in die Gestaltung der Gottesdienste in den Villinger Klöstern und Kirchen aufgezeigt werden. So hat jedes Fragment, egal welchen Inhalts, seinen bestimmten kulturellen und liturgischen Aussagewert. Aus diesem Grund müssen diese „Bruchstücke“ einst vollständiger Codices in Erinnerung gebracht werden und als bedeutsames Kulturgut einer ganzen Epoche unserer Stadtgeschichte erfaßt und erhalten bleiben. Die Fragmente sind mittelalterliche Zeugen aus einer mittelalterlichen Stadt, in der viele Klöster ansäßig waren, die mit einer Ausnahme, nicht mehr vorhanden sind. Sie haben aber das religiöse Leben und die Kultur in der Stadt Villingen für viele Jahrhunderte geprägt und es ist wichtig, daran zu erinnern.

Anmerkungen:

1) COLLIGERE FRAGMENTA: Festschrift Alban Dold zum 70. Geburtstag am 7. 7. 1952, hrsg. Bonifatius Fischer / Virgil Fiala. Beuron: Beuroner-Kunstverlag 1952, Einleitung.

2) Herr Dr. Maulhardt machte mich auf ein Fragment aufmerksam, das dann die gesamte Untersuchung auslöste. Herzlichen Dank!

3) MAZAL, OTTO: Schatzkammer der Buchkunst, Pflegestätte der Wissenschaft. Die Handschriften- und Inkunabelsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Graz: Akademische Druck-u. Verlagsanstalt 1980, S. 13. In der Folge: Mazal, Otto: Schatzkammer der Buchkunst.

4) Missivenbuch kommt von dem lateinischen Begriff missilis carta = Sendschreiben. Missilis bedeutet auch = zum Werfen bestimmt.

5) Rodel kommt von dem lateinischen Wort rotula = Rolle. Der Inhalt eines Rodels besteht vorwiegend aus Verzeichnissen und Listen.

6) Adiastematie = ohne Abstand (griech.). Bei der Neumierung wurden keine Intervalle angegeben.

7) MAZAL, OTTO: Schatzkammer der Buchkunst, S. 34.

8) CROUS, ERNST / KIRCHNER, JOACHIM: Die gotischen Schriftarten, Leipzig: Klinkhart & Biermann 1928, S.9 f.

9) Diastematie = Abstand (griech.). Sichtbarmachung der Melodie durch Hoch- und Tiefsetzung der Tonzeichen, allerdings ohne genaue Intervallangabe.

10) SAVS 2.1, E 13a.

11) Lexikon der christlichen Ikonographie (LCI), hg. von Engelbert Kirschbaum SJ, Bd. 3. Rom, Freiburg, Basel, Wien: Herder 1968. Sonderausgabe von 1994, Sp. 112-119.

12) ARNDT, AUGUSTIN: Biblia Sacra, Tomus III. Ratisbonae MCMIII. Editio secunda, p. 952.

13) SAVS 2.1, S 12a.

14) SAVS 2.1, PP 51a.

15) Homilia = Betrachtung einer Bibelstelle in Form einer Predigt.

16) Matutin = 1. Hore des röm. Stundengebets

17) Maximus Taurinensis ist der erste namentlich bekannte Bischof von Turin. Er starb wahrscheinlich im Jahr 420. MAXIMUS, EPISCOPUS TAURINENSIS: PL Tomus 57. Opera omnia. Turnholti, Sp. 329-330.

18) CAMELOT, PIERRE-THOMAS: Maximus, in: Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), hrsg. Josef Höfer / Karl Rahner, Bd. 7. Freiburg: Herder 1962, Sp. 212-213.

19) Sermo = Predigt.

20) KURZEJA, ADALBERT: Der älteste Liber Ordinarius der Trierer Domkirche. Ein Beitrag zur Liturgiegeschichte der Ortskirchen. Münster: Aschendorff 1970 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen, begr. Dr. P. Kunibert Mohlberg, Benediktiner der Abtei Maria Laach), 52, S. 356.

21) BEDA VENERABILIS: Corpus Christianorum. Series Latina CXXII. Pars III. Opera homiletica et rhythmica, Homiliarum Evangelii. Libri II, cura et studio D. Hurst. Turnholti: MCMLV. p. 200.

22) BISCHOFF, BERNHARD: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters, in: Grundlagen der Germanistik, hg. Hugo Moser/Hartmut Steinecke. Mitbegründet von Wolfgang Stammler, Bd. 24. 2. überarb. Aufl. Berlin: Erich Schmidt 1968, S. 224. In der Folge: Bischoff, Bernhard: Paläographie.

23) Vollbrevier = Aufzeichnung aller Stundengebete, in denen die dazugehörenden Gesänge mit Notationen versehen sind.

24) Ursula Labelis war Äbtissin des Klarissenklosters von 1624- 1635. Sie starb im Kloster Paradies bei Schaffhausen und wurde dort begraben. Signatur des Rechnungsbuches: SAVS 2.1, EE 37b.

25) BISCHOFF, BERNHARD: Paläographie, S. 229.

26) e-caudata steht für ae, oe.

27) SAVS 2.3, Z 6.

28) Die Daten von Udalricus, Heinrich, Afra, Gebhardus, Pelargius, Leodegarius, Constantinus und Alexander, Fides, Aurelia, Gallus, Januarius, Verena, Magnus und Wolfgang wurden mit: MUNDING, EMMANUEL: Die Kalendarien von St. Gallen, Untersuchungen, Beuron: Beuroner-Kunstverlag 1951, verglichen.

29) Dank der technischen Hilfe durch die Grafischen Betriebe Revellio konnte der Monat September sichtbar gemacht werden.

30) Karlsruhe. Landesbibliothek, Aug. XCI, f . 109-116.

31) HOFMANN, KONRAD: Anna. LThK, Bd. 1. Sp. 570-571.

32) Auch hier zeigt sich die Verbindung Reichenau-Rheinau. Auf der Reichenau und in Rheinau wurde, wie auch auf dem Fragment angegeben, das Fest am 19. 10. gefeiert, während in Neapel und in anderen Teilen Italiens und Deutschlands der Gedenktag am 19. 9. stattfindet.

33) AUTENRIETH, JOHANNE: Die Domschule von Konstanz zur Zeit des Investiturstreits. Die wissenschaftliche Arbeitsweise Bernolds von Konstanz und zweier Kleriker, dargestellt auf Grund von Handschriftenstudien, in: Forschungen zur Kirchen-und Geistesgeschichte. Neue Folge, Bd. III, Stuttgart: Kohlhammer 1962, S. 9 und 17.

34) SCHMIDT, WIELAND: Lesen und Schreiben vor Gutenberg, in: Gutenberg-Bibel. Geschichtliche Bücher des Alten Testaments. 6. Aufl. Berlin: Elsnerdruck 1977, S. 295.

Literaturverzeichnis:

Arndt, Augustin: Biblia Sacra, Tomus III, Ratisbonae MCMIII, Edi-tio secunda, p. 952.

Autenrieth, Johanne: Die Domschule von Konstanz zur Zeit des In-vestiturstreits. Die wissenschaftliche Arbeitsweise Bernolds von Konstanz und zweier Kleriker, dargestellt auf Grund von Handschriftenstudien, in: Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte, Neue Folge, Band III. Stuttgart: Kohlhammer 1962.

Beda Venerabilis: Corpus Christianorum. Series Latina CXXII. Pars III. Opera homiletica et rhythmica, Homiliarum Evangelii. Libri II, cura et studio D. Hurst. Turnholti: MCMLV.

Bischoff, Bernhard: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters, in: Grundlagen der Germanistik, hg. Hugo Moser / Hartmut Steinecke. Mitbegründet von Wolfgang Stammler. Bd. 24. 2. überarb. Aufl. Berlin: Erich Schmidt 1986.

Camelot, Pierre-Thomas: Maximus, in: LThK, Bd. 7, hrsg. Josef Höfer / Karl Rahner. Freiburg: Herder 1962, Sp. 212-213.

Corbin, Solange: Die Neumen, in: Palaeographie der Musik, Bd I. Faszikel 3. Köln: Volk-Verlag 1977.

Crous, Ernst / Kirchner, Joachim: Die gotischen Schriftarten. Leipzig: Klinkhardt & Biermann 1928.

Hofmann, Konrad: Anna, LThK, Bd. 1. hrsg. Josef Höfer / Karl Rahner. Freiburg: Herder 1957, Sp. 570-571.

Kurzeja, Adalbert: Der älteste Liber Ordinarius der Trierer Domkirche (LO). Ein Beitrag zur Liturgiegeschichte der Ortskirchen. (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen, begr. Dr. P. Kunibert Mohlberg, Benediktiner der Abtei Maria Laach), 52, Münster: Aschendorff 1970.

Mazal, Otto: Schatzkammer der Buchkunst, Pflegestätte der Wissenschaft. Die Handschriften- und Inkunabelsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1980.

Schmidt, Wieland: Lesen und Schreiben vor Gutenberg, in: Gutenberg-Bibel, Geschichtliche Bücher des Alten Testaments, 6. Aufl. Berlin: Elsnerdruck 1977.

Abkürzungen:

LCI    Lexikon für christliche Ikonographie

LThK    Lexikon für Theologie und Kirche

Quellen:

SAVS 2.1    Stadtarchiv, Villingen-Schwenningen

SAVS 2.3    Spitalarchiv, Villingen-Schwenningen

Aug. XCI    Karlsruhe, Landesbibliothek

Bildnachweis:

Stadtarchiv Villingen-Schwenningen