1999 — 1000 Jahre Marktrecht zu Villingen (Klaus Winterhalder)

Villingen-Schwenningen feiert

Am 29. März 999 hat Kaiser Otto III. einem Grafen Berthold das Privileg erteilt, in dem ihm „zu eigen“ gehörenden Ort Vilingun einen öffentlichen Markt zu gründen. In Verbindung damit standen die Rechte der Münzprägung, der Erhebung von Finanzzöllen und der alleinigen Gerichtsbarkeit. Die Urkunde darüber, in Rom ausgestellt und im Generallandesarchiv in Karlsruhe verwahrt, ist das älteste bekanntgewordene Zeugnis dafür, daß zum ersten Mal nach Kirchen und Klöstern ein weltlicher Gefolgsmann vom Kaiser mit der Rechteverleihung ausgezeichnet worden ist.

Villingen-Schwenningen feiert dieses weit über die Region hinausragende historische Ereignis nicht nur mit einer Festwoche im Sommer 1999, sondern auch mit zahlreichen Veranstaltungen das ganze Jahr über vom Beginn des Jahres bis zur Jahrtausendwende.

Die Vorbereitungen für die 1000-jährige Wiederkehr dieses Ereignisses für die Stadt Villingen im Jahr 1999 sind in vollem Gang.

Ausgangspunkt der Planungen war ein Konzept für ein Projektmanagement, das vom Geschichts- und Heimatverein Villingen erarbeitet wurde und dem Oberbürgermeister Dr. Matusza und der Gemeinderat zustimmten. Festgelegt wurden die Ziele der Feier, die Segmente der Maßnahmen und das Projekt-Controlling. Als Ziele wurden definiert:

— die Würdigung des historischen Ereignisses für die Entwicklung von Villingen (-Schwenningen) nach dem Motto „Damals — Heute — Morgen“;

die Benutzung des Ereignisses für die Identifikation der Bürger, aber auch von Industrie, Handel und Gewerbe mit der Stadt;

die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die Verbesserung des Image und eine damit einhergehende Vertrauensbildung, um die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.

Die möglichen Maßnahmen zur Gestaltung wurden segmentiert in:

informative Teile, d. h. Publikationen zur Historie, Vorträge und Ausstellungen;

Unterhaltung allgemeiner Art, Konzerte, Sportveranstaltungen, Vereinsfeste, Festumzug und v. a. m.;

Möglichkeiten der Selbstdarstellung und der Werbung.

In einem ersten Schritt wurden spezielle Vorschläge für das Jahr 1999 konzipiert, danach sind sonstige herausragende Veranstaltungen, die unabhängig von der 1000-Jahr-Feier stattgefunden hätten, in das Gesamtprogramm „eingebaut“ worden.

Die Gesamtprojektleitung wurde einem externen Projektmanager übertragen. Als Anlaufstelle für die städtischen Ämter wurde Dieter Scheu (Hauptamt) bestimmt; zur Mitarbeit wurden über die Medien die Bürgerinnen und Bürger und alle gesellschaftlichen Gruppen und Vereine eingeladen. Eine Lenkungsgruppe wurde von Oberbürgermeister und Gemeinderat einberufen, die die erarbeiteten Vorschläge bewertet und zur Entscheidung für den Gemeinderat vorbereitet.

Dank der tatkräftigen Mitarbeit aller Beteiligten befindet sich das Projekt „voll im Plan“, die wesentlichen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres sind terminiert und werden jetzt im Detail vorbereitet. Der Gemeinderat entscheidet noch im Dezember 1996 über die Programmentwürfe.

Wenn alle in der bisherigen Form weiter an einem Strang ziehen, wird das große historische Jubiläum Villingens in angemessener Form begangen werden.