Jahresbericht 1995 des Stadtarchivs und der Museen Villingen-Schwenningen (Dr. Heinrich Maulhardt)

Gekürzte Fassung. Den ausführlichen 23seitigen Jahresbericht erhalten Sie auf Wunsch im Stadtarchiv und bei den Städtischen Museen. Er enthält u. a. eine Liste über alle im Stadtarchiv bearbeiteten Themen zur Stadtgeschichte.

1. Allgemeines

Am 6. 10. wurde nach dreijähriger Arbeit im 1. Obergeschoß des ehemaligen Franziskanerklo-sters auf einer Fläche von 550 qm die neue Dauerausstellung „Kulturgeschichte Villingens bis 1800“ feierlich eröffnet. Seit Jahresbeginn arbeiteten in zwei Arbeitsgruppen die ständigen Mitarbeiter des Museums sowie 6 Personen im Werkvertrag an der Neukonzeption des 2. Obergeschosses zum Thema „Kulturgeschichte Villingen (-Schwenningens) im 19. und 20. Jahrhundert“. Neu bearbeitet werden auch die Schwarzwaldsammlung und die Schausammlung zum Magdalenenberg. Die genannten Museumseinrichtungen, die vom Gemeinderat am 6. 7. 1994 beschlossen wurden, werden gefördert durch das Stadtqualitätsprogramm. Im Rahmen des selben Förderprogramms soll nach Beschluß des Gemeinderats vom 6. 7. 1994 auch ein 3. Bauabschnitt Franziskaner erfolgen, der eine Vergrößerung der Foyerfläche sowie bessere Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen des Gebäudeskomplexes schaffen soll. An der Planung wurde zusammen mit dem Architekturbüro Fuhrer sowie dem Hochbauamt intensiv gearbeitet.

Stadtarchiv und Museen hat zur 1000-Jahr-Feier Münze, Markt und Zollrecht Villingen 1999 eine Projektplanung erarbeitet. Sie enthält neben einer Stadtgeschichte weitere Publikationen, Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen.

In Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Hochbauamt wurde am 10.9. der „Tag des offenen Denkmals“ organisiert und durchgeführt. Im Stadtbezirk Schwenningen konnte die Bürk-Villa in unmittelbarer Nachbarschaft des Uhrenindustriemuseums besichtigt werden und im Stadtbezirk Villingen der Romäusturm. Unter Beteiligung ehrenamtlicher Führer wurden Führungen durch die historischen Gebäude veranstaltet. Die Bürk-Villa lernten rd. 900 Personen kennen, den räumlich begrenzten Romäusturm rd. 560 Personen, was in beiden Fällen eine sehr große Resonanz bedeutet.

Die Einrichtung und Eröffnung einer Heimatstube in Tannheim am 10. 12. durch eine Arbeitsgemeinschaft von Tannheimer Bürgerinnen und Bürgern wurde durch ehrenamtliche Mitarbeit unterstützt.

Die gemeinsamen Bemühungen mit dem Kulturamt, einen Förderverein Kulturzentrum Franziskaner zu gründen waren erfolgreich. Die Gründung fand am 15. 9. statt. Am 5. 10. stellte sich der Verein erstmals der Öffentlichkeit vor. Zweck des Vereins ist die Förderung von Musik, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung. Der Satzungszweck des Vereins soll vor allem durch die Förderung des Konzerthauses, der Museen und des Ausstellungswesens im Kulturzentrum Franziskaner erreicht werden.

2. Stadtarchiv

Große Mengen angeschimmelten Archivgutes wurden konservatorisch behandelt. Die Mitarbeiter organisierten die Transporte zur Firma und führten sie durch, die begasten Archivalien wurden anschließend grob gereinigt. Es wurde ein Luftentfeuchter beschafft, der in den Magazinen der Archive der kleineren Stadtbezirke zum Einsatz kommt, die zu hohe Luftfeuchtigkeitswerte aufweisen.

Eine Restaurierungsfirma stellte 33 Pläne und Zeichnungen wieder her. Für die über 2000 Urkunden wurden säurefreie Urkundentaschen und Archivgutbehälter beschafft.

Mikroverfilmt wurden eine ganze Reihe von Archivbeständen. Die Verfilmung dient der Sicherung der Informationen im Fall der Vernichtung der Archivalien sowie als Arbeitsverfilmung zur Schonung des Schriftguts bei der Benutzung. Angekauft wurden Mikrofilme des Schwarzwälder Boten für den Zeitraum 1950 —1960, 1977 —1979, der Kath. Kirchenbücher der Münsterpfarrei Villingen sowie Abt. 229 Herzogenweiler des Generallandesarchivs Karlsruhe.

Benutzung

Benutzungstage (1 Benutzer: 1 Tag)

1991 = 99 1994 = 577
1992 = 107 1995 = 518
1993 = 198

Zahl der Benutzer

(persönliche Benutzung im Benutzerraum)

1991 = 58 1994 = 161
1992 = 54 1995 = 172
1993 = 68
Zahl der Kopien
1992 = 1600 1994 = 4000
1993 = 2500 1995 = 4000

Zahl der amtlichen Archivalienausleihen

1990 = 4 1993 = 51
1991 = 27 1994 = 55
1992 = 51 1995 = 118
Schriftliche  

wissenschaftliche,    heimatkundliche

und genealogische Anfragen

1991 = 35 1994 = 88
1992 = 49 1995 = 113
1993 = 35

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Benutzung des Archivs weiter zugenommen hat. Gegenüber 1991 waren es 1995 fünfmal mehr Benutzungstage und dreimal mehr schriftliche Anfragen. Noch nie zuvor wurde soviel zur Stadtgeschichte im Stadtarchiv gearbeitet. Darunter befinden sich auch Dissertationen und andere Hochschulschriften.

Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit

Das Archiv beteiligte sich an der Ausstellung „restaurieren heißt nicht wieder neu machen“.

Mitarbeiter führten im Rahmen der Volkshochschule Kurse durch: Dr. Maulhardt „Einführung in die Familienforschung“; Frau Schulze, „Einführung in die Deutsche Schrift“; Frau Kottmann, 2 Vorträge, „Felix Nußbaum“, „Auguste Renoir“.

Im Bereich der Archivpädagogik fanden folgende Veranstaltungen statt:

Vortrag vor einer Frauengruppe der Arbeitsloseninitiative

Vortrag und Führung für Studenten der Fernuniversität Hagen

Führung für Schulklasse des Romäusgymnasiums, Familienforschung im Archiv

Veröffentlichungen

Es fanden zwei Redaktions- und zwei Autorenkonferenzen zur Publikation „Stadtgeschichte Villingen-Schwenningen“ statt.

In der Reihe „Blätter zur Geschichte der Stadt VS“ erschien das Heft „20. April 1945 in Schwennin-gen und Villingen“, das Heft „Der große Streik in Schwenningen 1963“ wurde im Manuskript abgeschlossen und erschien im Januar 1996.

Die Informationsbroschüre „Das Stadtarchiv stellt sich vor“ wurde fertiggestellt. Es erschien ein Beitrag zum Stadtarchiv in der Jugendkulturbroschüre. Frau Kottmann verfaßte einen Artikel über Weilersbach für den Almanach 1997.

Michael Hütt, Heinrich Maulhardt, Ute Schulze, Gedenkpokal zurückgekehrt, in: Rundschau. Informationen der Sparkasse Villingen-Schwenningen, Nr. 93 (Januar 1996), S. 5 — 7.

Unter Leitung des Stadtarchivars konstituierte sich in Obereschach eine Arbeitsgruppe, die sich die Veröffentlichung einer Publikation „Ortsgeschichte Obereschach“ zum Ziel gesetzt hat. Beiträge zu Publikationen werden von Bürgern des Stadtbezirks, von Mitarbeitern der Ortsverwaltung und des Stadtarchivs und von anderen Personen erarbeitet. Herbert Aderbauer verfaßte im Rahmen eines Werkvertrages einen Artikel mit dem Thema „Armenfürsorge“ zur „Ortsgeschichte Obereschach“.

Ebenfalls als Werkvertrag setzte Andreas Nutz seine Arbeiten an der Edition der älteren Bürgerbücher Villingens 1336 — 1590 fort.

In Ergänzung der bauhistorischen Untersuchungen von Burghard Lohrum von 1993 untersuchte Dr. Casimir Bumiller das Archiv- und Bibliotheksgut zur Geschichte des Alten Rathauses in Villingen.

Ausstellungen

Frau Kottmann erarbeitete eine Konzeption für das Ausstellungsprojekt „150 Jahre Deutsche Revolution“.

Frau Schulze und Frau Kottmann arbeiteten mit an der Einrichtung des Franziskanermuseums, Stadtgeschichte 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Aufgabenstellung umfaßt die Themen „Handel“ und „Sozialgeschichte“. Der Informationstransfer vom Archiv zur im Aufbau befindlichen stadtgeschichtlichen Abteilung wird dadurch sichergestellt.

3. Städtische Museen

Franziskanermuseum / Museum Altes Rathaus Die neue Dauerausstellung des Museums „Kulturgeschichte Villingens vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts“ im 1. Obergeschoß des Klosterbaus wurde am 6. 10. eröffnet. Endlich ist die Zeit der Provisorien vorbei. Zum erstenmal in der Geschichte der seit 1876 bestehenden Altertü-mersammlung ist eine dem Rang der Objekte angemessene professionelle Präsentation zustande gekommen. Sie enthält museumspädagogische Elemente wie Ellenmaße, Leder- und Gerbepro-ben, Spielecke mit Lesepulten für Kinder und Bilderbücher zum Mittelalter.

Zur Konzeption des 2. Obergeschosses fanden Arbeitsgruppentreffen statt. Eine Exkursion zum Haus der Geschichte, Bonn, und zur Ausstellung „Feuer und Flamme“, Oberhausen, sollte Anregungen für die Museumseinrichtung bieten. Eine Grundkonzeption wurde erarbeitet sowie Exposes und Exponatlisten zu den einzelnen Themenkomplexen. Diese Arbeitsschritte konnten auch für die Schwarzwaldsammlung abgeschlossen werden. Das Alte Rathaus soll im Hinblick auf die 1000-Jahr-Feier 1999 saniert werden. In diesem Zusammenhang wurde eine museale Grobkonzeption ausgearbeitet.

Erwerb von Museumsgut

Es wurden vor allem Objekte für das neueinzurichtende 2. OG (Stadtgeschichte 19./20. Jahrhundert) erworben:

Leihen:

Büromaschinen Firma Kienzle

Frauentracht

Schenkungen:

Gemälde und Skulpturen aus Villinger Familienbesitz

Bronzebüste Josef Kaiser (Kaiser-Uhren)

Materialien zu Robert Neukum

— Werkzeug und Schusterbock aus der Nachkriegszeit

Bauernmöbel und Geräte

— 23 Wegschilder des Schwarzwaldvereins

Fastnachtsplakat 1906
Ankäufe u. a.:

Orchestrion der Villinger Firma Stern

— Keramik von Johann Glatz (Auktion des Markgrafenhauses)

— Jugendstilvase von Johann Glatz

Fastnachtsabzeichen 1954 — 1994

Benutzung

Der Anstieg der Gesamtbesucherzahlen im Franziskanermuseum gegenüber 1994 von 4.951 auf 15.567 bedeutet eine Steigerung auf das Dreifache! Fast die Hälfte der Besucher verdanken wir den sechs Sonderausstellungen (6.779). Dabei fällt besonders auf, daß die drei Ausstellungen mit freiem Eintritt davon allein 5.140 Besucher brachten. Ein weiteres knappes Viertel (3.270) geht auf das Konto der enorm gestiegenen Schulklassenbesuche. Nur gut ein Viertel (4.318) waren „normale“ Einzelbesucher der Dauerausstellung, was gegenüber 1994 nur eine Steigerung um 186 Besucher bedeutet. Das Museumsfest am 6. / 7.10. zog mit weiteren 1.200 Leuten an zwei Tagen mehr Besucher ins Museum als ein Vierteljahr Normalbetrieb.

Viele Schlüsse lassen sich aus diesen Beobachtungen ziehen, hier nur die drei wichtigsten:

Es gilt, im Museum Ereignisse zu schaffen. Sonderausstellungen, Schulklassenführungen, öffentliche Führungen, Museumsfest: 11.858 Menschen fanden durch derartige Aktionen den Weg ins Museum.

Auch geringe Eintrittspreise sind offenbar eine nicht zu unterschätzende Hemmschwelle. Mit 9.709 Besuchern (drei kostenlose Sonderausstellungen, Schulklassenführungen, Museumsfest, Sozialausweisinhaber) kamen fast zwei Drittel der Besucher ins Haus, ohne einen Obolus zu entrichten.

Die Erschließung der Museen für Touristen kann noch stark verbessert werden.

Es wurden verschiedene neue Führungen ausgearbeitet und in Schulungen den Führern und Führerinnen weitervermittelt: Handwerk und Zünfte, Minnetruhe, Kuckucksuhr, Romäus-Rallye, Kirchen und Klöster, Frauenführung, Stadtentstehung und Stadtentwicklung. Das Führungsangebot insbesondere der öffentlichen Führungen verbesserte sich durch die Berücksichtigung neuer Zielgruppen.

Die Führungen wurden in vier Programmheften sowie in Form von Pressenotizen angekündigt. Zu den Schulklassenführungen entstand ein eigenes Plakat.

Mit dem Pilotprojekt der Hebammenausstellung, der ersten von Laien selbst erarbeiteten Ausstellung im Museum, wurde eine weitere neue Zielgruppe erschlossen. Das Museum gab Hilfestellung bei der Anfertigung einer Rahmenkonzeption, die Schülerinnen führten Interviews mit Zeitzeuginnen und schrieben die Texte. Hebammenkurse aus Freiburg und Tübingen kamen zu dieser Ausstellung. Der Kontakt zur hiesigen Hebammenschule dauert an. Die Ausstellung fand auch sehr gute Resonanz bei der Stadtbevölkerung. Der Arbeitskreis Schule-Museum traf sich an sechs Terminen. Im Rahmen der Museumspädagogik wurden neue Requisiten beschafft (Gagatarmband, Dolche), eine Osteraktion für Kindergärten veranstaltet, ebenso drei „Pfiffig“-Aktionen mit der Südwestpresse und der „Kindergeburtstag im Museum“ eingeführt. (Über)regionale Lehrerfortbildungen fanden im Museumspädagogik-raum statt.

Sonderausstellungen:

„Schemen aus vier Jahrhunderten“ (in Zusammenarbeit mit der Historischen Narrozunft Villingen, 13.1. — 21.2.).

„Restaurieren heißt nicht wieder neu machen“. Ein Berufsbild im Wandel (11.2. — 2.4.).

„Zwangsarbeiter in Villingen-Schwenningen“. Schülerarbeit (Mai — September).

„Feigenkaffee und Volksempfänger“. 50 Jahre Kriegsende in Villingen-Schwenningen (21.4. — 30. 9.).

„Rolf Deimling. Simultan. Malerei 1994 / 95“ (begleitende Betreuung, 29.4. — 21.5.).

„Früher hat man nicht soviel Heckmeck gemacht“. Hebammentätigkeit in der Nachkriegszeit (10.8. — 8. 10.).

„Hochzeit im Magreb“ (8.9. — 5. 11.).

— „Retrospektive Hermann Simon“ (begleitende Betreuung, 16. 12. — 14. 1. 96).

Publikationen:

Michael Hütt: Anschmiegen und abgrenzen. Die Einrichtung eines Museums im Villinger Franziskanerkloster, in: Broschüre des Landes-denkmalamtes (in Druck).

Ders.: Villingen-Schwenningen, Franziskaner-museum, in: Museumsblatt, Heft 18, Dezember 1995, S.60-63.

Ders.: Das Konzept „Kulturgeschichte“ im Villinger Franziskanermuseum, in: Geschichts- und Heimatverein Villingen, Jahresheft XX (1995), S. 97-101.

Michael Hütt, Heinrich Maulhardt, Ute Schulze: Gedenkpokal zurückgekehrt, in: Rundschau. Informationen der Sparkasse Villingen-Schwenningen, Nr. 93 (Januar 1996), S. 5 — 7.

Anita Auer, Beitrag in Jugendkulturbroschüre.

Anita Auer: „Hochzeit im Magreb“, in: „Gaffer“ des Kommunalen Kinos Guckloch, Heft IV, 1995.

Anita Auer, Jane Heinichen: Museumspädagogik im Franziskanermuseum, in: Geschichts- und Heimatverein Villingen, Jahresheft XX (1995), S. 106.

Michael Hütt, Anita Auer: Einzelbeiträge in „Kulturgeschichte Villingens vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts“ (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs und der Städtischen Museen Villingen-Schwenningen, Band 12/1995.

Ders.: ,Wie ein beschlossener Garten“. Villinger Stadtansichten und die Entstehung des Villinger Lokalpatriotismus im frühen 18. Jahrhundert. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Geschichts- und Heimatvereins.

Heimatmuseum / Uhrenmuseum,

Uhrenindustriemuseum

Die Tätigkeit der Mitarbeiter des Heimatmuseums war wesentlich bestimmt von den Bemühungen, das im Dezember 1994 eröffnete Uhrenindustriemuseum fachlich und organisatorisch zu begleiten. Im Heimatmuseum befindet sich zugleich die Geschäftsstelle des Vereins Uhrenindustriemuseum, Geschäftsführer ist Herr Dr. Manfred Reinartz.

Heimatmuseum

Wegen Personalmangels infolge zeitweiliger Nichtbesetzung einer Stelle blieben die Öffnungszeiten des Museums das ganze Jahr hindurch eingeschränkt. Es kamen etwa gleich viele Museumsbesucher (1800) wie im Vorjahr.

An Museumsgut erwarb das Museum:

Ankäufe

Radio-, Fernseh- und Schallplattengeräte aus Schwenninger Besitz

Email-Reklameschilder und sonstige Werbeobjekte Schwenninger Firmen

mit Schwenninger Motiven verzierte Einrichtungsgegenstände

Schenkungen

Wanduhren unterschiedlicher Größe, Armbanduhren, Tischuhren, Reisewecker und Küchengeräte

Veröffentlichungen:

Manfred Reinartz: Zweite, überarbeitete Auflages des 1994 erschienenen Buches „Liebes altes Schwenningen“.

Ders.: etliche Artikel zu verschiedenen Themen im „Heimatblättle“ des Schwenninger Heimatvereins und im Almanach des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Uhrenindustriemuseum

Im Vordergrund standen und stehen die Konsolidierung der Finanzen, der reibungslose Betriebsablauf des Museums, Kooperation mit dem Förderkreis Lebendiges Uhren-Industriemuseum bzw. den ehrenamtlich für das Museum Tätigen sowie die Personalführung. Durch den neu gegründeten Fachbeirat wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Verein Uhrenindustriemuseum und dem Förderkreis Lebendiges Uhren-Industriemuseum weiter verbessert.

Vom Datum der Eröffnung am 10.12.1994 bis zum Jahresende 1995 wurde das Uhrenindustrie-museum von 6.110 Personen besucht, über 900 davon waren Schüler und Studenten. Das für Ende 1995 geschätzte Defizit von annähernd 190.000 DM wurde durch Fördermittel seitens des Landes Baden-Württemberg in Höhe von gut 83.000 DM erheblich verringert.

Als Nachfolger von Alt-Oberbürgermeister Dr. Gerhard Gebauer übernahm Oberbürgermeister Dr. Manfred Matusza am 18.7.1995 die Leitung des Vereins Uhrenindustriemuseum. Dr. Gebauer wurde am 25.9.1995 zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.

Begonnen wurde mit der Inventarisierung des Museumsgutes einschließlich der Leihgaben. Die Registratur der Geschäftsstelle wurde nach dem Boorberg-Aktenplan geordnet und signiert.

Besonders herauszustellen ist das nach wie vor engagierte Mitwirken zahlreicher ehrenamtlich tätiger Fachleute aus der Uhrenindustrie, der feinmechanischen Industrie und dem Maschinenbau. Auch das Miteinander von Museum, Museumsladen und Museums-Café hat sich als richtig und wirkungsvoll erwiesen; es entspricht in dieser Kombination dem modernen Museumsstandard und wird von den Besuchern gerne angenommen.

Dienstbibliothek

Die wissenschaftliche Dienstbibliothek umfaßt rd. 20.000 Bände aus den Sachgebieten Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde, Archivkunde, Museumskunde, Germanistik. Sie ist die größte geisteswissenschaftliche Bibliothek im Bereich der Stadt und auch für Archiv- und Museumsbesucher benutzbar. Seit 1992 wird sie über das Datenverarbeitungsprogramm „LARS“ erfaßt. Die Bibliothek steht im Schriftentausch mit zahlreichen Archiven, Museen und Bibliotheken in Baden-Württemberg.

Es wurden 750 Titel katalogisiert. 210 Bände wurden angekauft, 26 per Schriftentausch und 99 als Schenkung oder Amtsabgabe bezogen. Eine Buchbinderin und Restauratorin stellte 75 beschädigte Bände wieder her.

Die systematische Aufstellung der Bibliotheksbestände im Osianderhaus konnte abgeschlossen werden. Am systematischen Bibliothekskatalog wurde intensiv gearbeitet. Er steht kurz vor dem Abschluß.

Frau Dr. Edith Boewe-Koob wertete in Zusammenarbeit mit Stadtarchiv und Museen eine im Jahre 1994 erworbene Inkunabel mit der Provenienz „Kloster St. Clara Villingen“ aus. Ihre Arbeit hat das Thema: „Eine liturgische Seltenheit aus dem Kloster St. Clara in Villingen.“