Zu unserem Titelbild: Übersetzung des lateinischen Textes der Marktrechtsurkunde für Villingen vom 29. März 999

Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Otto, durch die Gunst und Gnade des Allerhöchsten römischen Kaiser, Augustus. Wenn Wir den gerechten Bitten Unserer Getreuen Zustimmung gewähren, so glauben Wir ohne Zweifel, daß dann jene Uns um so getreuer sein werden. Daher tun Wir der gesamten Menschheit des gegenwärtigen Jahrhunderts und der zukünftigen Zeit zu wissen, daß Wir auf das Ersuchen des erlauchten Herzogs Herimann Unserem Grafen Berthold gegeben, verliehen und bewilligt haben das Recht und die Gewalt in einem ihm gehörigen Orte, genannt Vilingun, einen öffentlichen Markt zu gründen und einzurichten mit einer Münze, einer Zollstätte und dem ganzen öffentlichen Gerichtsbann, auch in der Grafschaft Bara, welche wie kund ist, Graf Hildibald mit seiner Machtbefugnis verwaltet. Und Wir haben kraft kaiserlichen Befehls, indem jeder Widerspruch der Menschen fern sein soll, beschlossen, daß dieser von Unserer höchsteigenen Bewilligung ausgehende Markt mit aller öffentlichen Handlung gesetzlich sei, und zwar mit dieser Rechtsbestimmung, daß alle, welche den schon genannten Markt zu besuchen wünschen, unbehelligt und in aller Ruhe und Friedlichkeit hin- und zurückgehen und ohne jegliche ungerechte Schädigung ihr Geschäft ausüben mögen mit Erwerben, Kaufen, Verkaufen und Betreiben alles dessen, was von solcher Hantierung genannt werden kann. Und so irgend ein Sterblicher sich unterfinge, diese vorliegende Bestätigung des genannten Marktes in etwas zu verletzen, ungültig zu machen oder zu brechen, soll er wissen, daß er eine solche staatliche Buße zu erlegen habe, wie jener zu erlegen schuldig ist, welcher den Markt zu Konstanz oder den zu Zürich durch irgendwelche Verwegenheit verletzen oder stören würde; er soll diese kaiserliche Buße bezahlen dem vorgenannten Grafen Berthold oder wem dieser selbst sie bezahlt wissen will. Auch soll der eben genannte Graf die Befugnis haben, den Markt zu behalten, zu vertauschen, zu verschenken und darüber zu verfügen, wie immer ihm belieben mag. Und damit diese Unsere höchsteigene Bewilligung unauflöslich und immerwährend bleibe, so haben Wir diese Urkunde, wie man unten sieht, mit eigener Hand bekräftigt und mit Unserem Bleiinsiegel zu besiegeln befohlen.

Zeichen Ottos, … , des unbesieglichen Kaisers

Heribert, Kanzler anstatt des Erzbischofs Willigis, bezeugt es.

Gegeben am 4. Tag vor den Kalenden des Aprils (29. März), im Jahre der Geburt Unseres Herrn 999, in der 12. Indiction, im 16. Jahre des Königtums Ottos III, im 3. seines Kaisertums. Geschehen zu Rom; es gereiche zum Glück!