Muettersproch-GsellschaftRegionalgruppe „A Brige un Breg“

Wir stellen uns vor

Am 17. Mai 1995 wurde im Cafe Raben in VS-Villingen die Ortsgruppe Villingen „A Brige und Breg“ der Muettersproch-Gsellschaft, Verein für alemannische Sprache e.V., Freiburg gegründet.

Es ist die 18. Ortsgruppe innerhalb des Vereins, welcher der Präsident Klaus Poppen in Südbaden zur Taufe verhalf.

Zur 1. Vorsitzenden wurde Bärbel Brüderle gewählt. Ihr stehen zur Seite: als Stellvertreter Richard Kienzler, als Kassenwart Karl Haas, als Schriftführer Alfons Fritzer sowie als Beisitzerinnen bzw. Beisitzer Charlotte Effinger (Marbach), Käthe Fritschi (Hüfingen) und Werner Jörres (Villingen).

Der Stammverein in Freiburg selbst wurde 1967 von einem Kreis alemannische Mundartdichter, zu denen auch der Villinger Hans Hauser und der Hüfinger Gottfried Schafbuch gehörten, ins Leben gerufen. Der erste Präsident war der damalige Kulturreferent am Regierungspräsidium Freiburg Prof. Dr. Asal. Der Gesamtverein zählt heute 3.700 Mitglieder.

Die ersten Aktivitäten der Regionalgruppe „A Bri-ge un Breg: am 29. September 1995 las Frau Banholzer aus Konstanz in einer öffentlichen Veranstaltung aus ihren Büchern. Ende November fand unter dem Titel „Gomer z’Liecht“ ein vergnüglicher Nachmittag mit „G’schwätz us em Naikäscht-le“ statt.

Für Informationen und Rückfragen wende man sich an Bärbel Brüderle, Scheffelstraße 4, 78048 VS-Villingen, Telefon 0 77 21-5 87 09 oder an Richard Kienzler, Vöhrenbacher Straße 14 a, 78050 VS-Villingen, Telefon 0 7721-5 51 38.

Mutters Zunge    – Richard Kienzler

In einer Zeit, in der die deutsche Sprache zunehmend verenglischt wird, in der Begriffe wie okay, light, Bodybuilding, in, out, money, live, streching fast täglich zu lesen sind, tut es not, sich seiner Sprache zu besinnen. Nachkömmlinge erhalten Namen wie Marc, Mark, Cathleen, Mike, Maik oder Meike, wobei selbst die Eltern oft nicht mal die richtige Schreibweise oder Aussprache wissen.

Wer will Mutters Zunge (Sprache) verleugnen? In den letzten Jahren wurde es Mode, hochdeutsch zu sprechen. Hand aufs Herz, ist es nicht so, daß mancheiner der in Mundart aufgewachsen ist, sich mit hochdeutsch profilieren möchte und sich durch hochdeutsch gebildeter wähnt (Ausnahme im Berufileben)?

Wer zusätzlich die Muttersprache spricht, ist reicher. Sie ist Kultur, Tradition, Brauch und ist lebendig. Sie gehört zur Landschaft. Die Landschaft prägt die Muttersprache und sie hat durchaus ihre Lebensfähigkeit. Nicht nur in Bayern wird dies praktiziert und bewiesen. (Böse Zungen behaupten: die erste Fremdsprache, die ein Bayer spricht, ist „deutsch‘). In überwiegend ländlichen Gegenden ist man stolz, einen eigenen Dialekt zu haben! In Mundart können Gemütsbewegungen besser zum Ausdruck gebracht werden, ein einzelnes Wort kann farbiger sein.

In Villingen lebt Tradition. Noch. Man stelle sich vor, ein Villinger Narro „spricht“ hochdeutsch, undenkbar.

Die jetzige, ältere Generation schwätzt noch alemannische Mundart, den Villinger Dialekt. Ich finde, wir, die ältere Generation hat die Verpflichtung, das von unseren Eltern und Vorfahren Überlieferte zu erhalten und an unsere Kinder weiterzugeben. Muttersprache ist keine Nostalgie, sie ist zu kostbar, um sie schleifen zu lassen. Machen wir’s wieder zur Gewohnheit, die Muttersprache zumindest in der Familie und im privaten Umgang zu pflegen.