Museumspädagogik im Franziskanermuseum (Jane Heinichen, Dr. Anita Auer)

Das Franziskanermuseum in Villingen ist ein interessanter und vielfältiger Lernort. Seit ungefähr zwei Jahren wird hier eine eigene Museumspädagogik-Abteilung aufgebaut, die das Ziel hat, die Ausstellungen für Schulklassen zu erschließen. Partner und Kritiker dieser Arbeit und Zielgruppe für Fortbildungsveranstaltungen ist der Arbeitskreis Schule-Museum. Teilnehmer sind Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, Schulleiter und Museumsmitarbeiter. Es hat sich ein fester Kreis von interessierten und engagierten Lehrern und Lehrerinnen herausgebildet, der unsere museumspädagogische Arbeit prüft, uns berät und aktiv unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Ausbildung von qualifiziertem Führungspersonal, das sowohl fachlich als auch pädagogisch geschult wird, um auf die besonderen Anforderungen von Schulklassen vorbereitet zu sein. Dazu kommt die Entwicklung von lehrplankonformen, aber vor allem schülergerechten Führungen.

Das Franziskanermuseum versteht sich als Ort der Bildung. Hier stehen die Exponate im Vordergrund und die Auseinandersetzung mit dem Thema durch eigenes Tun. Unsere Schulführungen sind handlungsorientiert und bestehen aus einem theoretischen und aus einem praktischen Teil. Über Unterrichtsgespräche wird bei einem kurzen Rundgang in das Thema eingeführt. Dabei stehen uns einige Originale (Uhr, Tracht) zur Verfügung, die von den Schülern angefaßt werden können. Auch vergleichbare heutige Gegenstände werden bei Führungen gezeigt, dürfen angefaßt und ausprobiert werden. Die haptische Erfahrung unterstützt das Lernen, genauso wie die ständige Verbindung von „früher“ zu „heute“. In den anschließenden Aktionen wird praktisch gearbeitet. Je nach Thema können die Schüler töpfern, malen, zeichnen, sich verkleiden, Rollenspiele machen, Papiertheater spielen, Suchspiele durchführen und vieles andere mehr.

Vor einem Jahr wurden die Schulen über das Führungsangebot informiert. Seither nimmt die Nachfrage ständig zu und hat jetzt ein Maß erreicht, das unseren finanziellen Rahmen übersteigt.

Will man diesen Stand halten oder ausbauen, so sind wir auf Unterstützung von außen angewiesen. Wichtige Anschaffungen sind in dem knappen Finanzierungsrahmen nicht möglich. So fehlen uns für unsere neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte:

– „Mittelalterliche“ Kleidungsstücke für Schulklassenführungen

– „Mittelalterliche“ Spiele wie Spielkarten, Brettspiele und vieles andere mehr

– Bilderbücher und Sachbücher für Kinder, zum Thema Stadt im Mittelalter

– Holzbaukasten: Stadt im Mittelalter für die Klein-kinderspielecke

– Zunfttruhe: ein Duplikat als Schatzkiste

– Maßstäbe wie z. B. Ellen, Zollstock

– Alltagsgegenstände z. B. Kamm, Gefäße

– alte Werkzeuge z. B. Gerbermesser, Löffelbohrer Für unseren Museumspädagogikraum benötigen wir unbedingt:

– ein Overhead-Gerät

– einen Videorecorder (Bildschirm + Recorder)

Der Raum wird bei Führungen, Projekten, Projekttagen und häufig bei der Lehrerfortbildung eingesetzt. Seine Möblierung besteht aus alten Schulbänken und Tischen aus St. Ursula. Sie wurden uns als Leihgabe zur Verfügung gestellt.