Suchaufruf des Franziskanermuseum – „Altertümer” des19. und 20. Jahrhunderts

Der nebenstehende Aufruf ist vor 119 Jahren, am 28. 5.1876 im „Schwarzwälder“ erschienen. Heute ist es wieder soweit, daß für die neue Dauerausstellung der Stadtgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert erneut Objekte und „Altertümer“ gesucht werden, die damals noch zum täglichen Gebrauch gehörten. Vieles hat den Weg ins Museum nicht gefunden, weil es zu „neu“ und alltäglich war.

Ein umfassendes Sammelgebiet bildet die Wirtschaftsgeschichte. Gesucht werden ausstellungswürdige Gegenstände, Bildmaterial und sonstige Dokumente des örtlichen Gewerbes und der Industrie.

Zum Wirtschaftsleben einer Stadt gehört neben der Produktion auch der Handel mit Gütern und Dienstleistungen. Um diesen Aspekt in das Museumskonzept einzubringen, werden noch folgende Gegenstände gesucht: ein Einkaufswagen (wenn möglich aus den 50er Jahren), Ladenschilder von ortsansässigen Geschäften, ein kleiner Geldschrank oder Safe, eine Registrierkasse.

Ein weiteres Thema, dem damals noch überhaupt kein geschichtlicher Charakter innewohnte, das sogar Zukunftsmusik war, ist die Geschichte des Fremdenverkehrs. Hier gaben erst die Tätigkeit des Oberförsters Ganter (1876 — 1895) und der Eisenbahnanschluß (1869 nach Rottweil und Singen, 1873 nach Offenburg) die entscheidenden Impulse. Vielen Bürgern ist auch heute noch, lange nach seiner Glanzzeit, das Waldhotel (eröffnet 1900) ein Begriff, und vom Ausbau Villingens zum Kneippkurort 1934 profitiert die Stadt noch heute.

Zum Thema Fremdenverkehr sucht das Franziskanermuseum noch Ausstellungsstücke: alte Wanderutensilien, Villinger Souvenirs, Überreste vom „Historischen Festzug“ 1899 oder von der Industrieausstellung 1907, Gegenstände aus den Kurhotels (Maria Tann und Waldhotel), Objekte aus der Frühzeit des Kneippbetriebs, Fahrkarten und Utensilien der Schwarzwaldbahn …

Neukonzipiert wird auch die Fasnachtsabteilung. Sie will die Villinger „Fasnet“ in der ganzen Breite vorstellen, die sie im 19. und 20. Jahrhundert bekommen hat. Neben Zeugnissen für die traditionelle Schemenschnitzkunst und Häsmalerei sucht das Museum nach heute nicht mehr geläufigen Bestandteilen: z. B. Wachsmasken der Alt-Villingerin, Domino-Kostüme aus dem 19. Jahrhundert, Gesichtsmasken, Fächer, Zeugnisse der Fasnachtszüge (Plakate), Entwürfe zu Festwagen, Miniatur-Narros, Narrenorden …

Das Franziskanermuseum freut sich über jedes Angebot und jeden Hinweis (Franziskanermuseum, Rietstraße 37, 78050 Villingen-Schwenningen, Telefon 0 77 21/ 82 – 23 51).