Die Sparkasse VS (Peter Hillesheim)

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Ein langer Gründungsweg

Die ersten Anregungen zur Gründung einer öffentlichen Sparkasse in Villingen gehen bis in das Jahr 1827 zurück. Nachdem im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts in vielen Städten und Gemeinden des damaligen Großherzogtums Baden öffentliche Sparkassen errichtet wurden und sich ihre Tätigkeit als nützlich und erfolgreich erwiesen hatte, setzte sich das Großherzogliche Ministerium des Innern selbst nachhaltig für weitere Sparkassengründungen ein. Aufgrund des ministeriellen Erlasses Nr. 7379 vom 20. Juli 1827 richtete das Großherzogliche Bezirksamt Villingen an Bürgerausschuss und Stadtrat ein Schreiben, in dem die beiden Gremien aufgefordert wurden, zu prüfen, ob nicht die Errichtung einer Sparkasse in der Stadt Villingen zweckmäßig sei. Bürgerausschuss und Stadtrat stimmten im August 1827 der Gründung einer Sparkasse uneingeschränkt zu und überreichten dem Bezirksamt einen Statutenentwurf. Jetzt aber setzte ein heißer Kampf um die Ausgestaltung dieser Statuten und seiner einzelnen Paragraphen ein. 27 Jahre sollten vergehen bis der Anregung die Tat folgen konnte.

Nachdem die ersten Versuche einer Einigung über die Statuten gescheitert waren, ruhte das Projekt zunächst bis zum Erlaß der Gemeindeordnung im Jahre 1832. Am 10. 12.1832 forderte das Großherzogliche Bezirksamt Villingen — aufgrund eines Beschlusses der Regierung des Seekreises in Konstanz — Stadtrat und Bürgerausschuß erneut auf, einen Statutenentwurf einzureichen. Auch dieser, von Gemeinderat Ummenhofer verfaßte Entwurf, wurde abgelehnt, weil er eine Anlage der Spargelder bei der „Elendjahrzeit-pflege“ vorsah. Die Elendjahrzeitpflege war eine Stiftung aus dem 13. Jahrhundert, die aus den hinterlassenen Vermögen von Verstorbenen ohne Erben gespeist wurde und die Aufgabe hatte, menschliches Elend zu lindern und in der Not Hilfe zu leisten.

Im Jahr 1840 befaßte sich der Gemeinderat auch einmal mit der Gründung eines Leihhauses. Die Regierung des Seekreises in Konstanz gab jedoch unmißverständlich zu erkennen, daß sie die Gründung eines Leihhauses in Villingen nicht genehmigen werde.

Im November 1848 faßte dann der große Bürgerausschuß der Stadt einen Beschluß, wonach eine Spar- und Leihkasse unter Garantie der Stadt Villingen zu gründen sei. Obwohl die Stadt wünschte, daß die Kasse am 1. Januar 1849 eröffnet werde, wurde die Genehmigung so schnell nicht erteilt. Es vergingen nochmals fünf Jahre, bis man sich über die einzelnen Satzungsbestimmungen geeinigt hatte.

Mit Verfügung Nr. 19662 vom 24. September 1853 wurde von der Großherzoglich Badischen Regierung des Seekreises Konstanz der Errichtung einer Spar-, Waisen- und Leihkasse für den Amtsbezirk Villingen zugestimmt. Wenn auch die formelle Genehmigung durch das Ministerium des Innern erst am 2. Juni 1854 erteilt wurde, so stand nun der vorgesehenen Eröffnung der Sparkasse zum 1. Februar 1854 nichts mehr im Wege.

Rechtsanwalt Karl Wittum, Verwaltungsratsvorsitzender, 1854 —1857; Kassier Karl Zapf 1854 —1869; Kassier Paul Dold 1869 —1887; Sparkassen-Dir. Albert Glunz 1909 —1929

Der Gemeinderat und der Bürgerausschuß wählten Karl Wittum, Rechtsanwalt (als Vorsitzender), Joh. Nep. Schöneker, Fabrikant, Christoph Salzer, Apotheker, Franz Jos. Dold, Gemeinderat, Jakob Zech, Spitalverwalter und J. B. Dold, Gastwirt „zur Blume“ in den Verwaltungsrat der Sparkasse. Zum ersten Kassier und Verwalter der Sparkasse wurde auf seine Bewerbung hin der Handelsmann Karl Zapf bestellt und vom Bezirksamt verpflichtet. Obgleich die Zahl der Einleger von Jahr zu Jahr anstieg, schlossen die ersten Geschäftsjahre mit Verlust ab, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, daß die Tätigkeit des Kassiers Zapf nebenamtlich in seinem Anwesen in der Riet-straße 24 ausgeübt werden mußte und er in der verzinslichen Anlage der eingehenden Gelder starken Beschränkungen unterworfen war. Der Gemeinderat wünschte deshalb im Jahr 1858 die Einbeziehung aller Gemeinden des Amtsbezirks in das Haftungsverhältnis zur Sparkasse. Das Bezirksamt forderte daher alle 29 Gemeinden des Bezirks auf, sich an der Garantie für die Sparkasse zu beteiligen. Es erklärten sich auf diese Aufforderung hin allerdings nur die Gemeinden Dauchingen und Schönenbach bereit, der Haftung für die Sparkasse beizutreten. Die Bemühungen um eine Garantieerweiterung schlugen damit fehl.

Im Jahr 1964 — also mehr als 100 Jahre später —traten die Gemeinden des Geschäftsbezirks dann doch in das Haftungsverhältnis zur Sparkasse ein. Trotz des Fehlschlags im Jahr 1858 beschloß der Gemeinderat noch im gleichen Jahr, die Ausleihtätigkeit der Sparkasse vom bisherigen Stadtbezirk auf den gesamten Amtsbezirk auszudehnen. Dieser Beschluß hatte, obwohl gleichzeitig der Einlagenzinssatz um 1/2 Prozent erhöht wurde, eine günstige Auswirkung auf die Rentabilität der Sparkasse. Im Jahr 1859 wurde bereits ein Überschuß erzielt.

Am 5. Juli 1869 übernahm der Kaufmann Paul Dold die Tätigkeit des Sparkassenverwalters, womit gleichzeitig eine örtliche Verlagerung der Sparkasse von der Rietstraße in die Bickenstraße verbunden war. Obwohl gerade in die Amtszeit des Kassiers Dold eine erhebliche Steigerung der Einlagen und Umsätze fiel, wurde das Amt auch von ihm nur nebenamtlich versehen. In seinem Hause richtete er jedoch ein besonderes Büro für die Sparkassengeschäfte ein.

Die Gründung des „Vorschuß-Verein Villingen“, der heutigen Villinger Volksbank, im Jahr 1867 wirkte anregend auf die Geschäftstätigkeit der Sparkasse. Mit Rücksicht darauf, daß der Vorschuß-Verein die Sparguthaben besser verzinste, wurde eine Erhöhung des Zinssatzes von 3 1/2 auf 4 Prozent genehmigt. Daß das Verhältnis zur neuen „Konkurrenz“ ein recht gutes war, zeigt die Tatsache, daß dem Vorschuß-Verein im Jahr 1872 auf seinen Antrag hin von der Sparkasse ein Kredit in Höhe von 10.000 Gulden zu 4 % eingeräumt wurde, um ihn in die Lage zu versetzen, die Kreditwünsche seiner Genossenschaftsmitglieder zu befriedigen.

Die Reichsgründung 1871 hatte günstige Auswirkungen auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kam die fortschreitende Industrialisierung. Auch die Sparkasse profitierte davon. Die Einlagen stiegen sprunghaft an. Um für diese Gelder neben der Ausleihung in Darlehen eine weitere Anlagemöglichkeit zu schaffen, wurde der Ankauf von festverzinslichen Staatsanleihen und damit erstmals der Erwerb von Wertpapieren für eigene Rechnung gestattet.

Zum 31. Dezember 1874 wurde die Umrechnung der Einlagen und sonstiger Aktiv- und Passivposten von Gulden auf Reichsmark vorgenommen und die Sparkassenrechnung ab 1. Januar 1875 in Mark eingeführt. Am 2. Dezember 1878 nahm die Sparkasse die Geschäftsverbindung mit der Reichsbankstelle Karlsruhe auf. So konnte sie durch Ziehung von Wechseln bis zum Höchstbetrag von 100.000 Mark Gelder für den erweiterten Geschäftsumfang aufnehmen.

Im Jahr 1880 wurde in Baden das erste Sparkassengesetz erlassen. Mit der Genehmigung der darauf angepaßten Satzung vom Oktober 1880 wurde der Name der Sparkasse in „Spar- und Waisenkasse“ abgeändert. Ab dem Jahr 1923 führte die Sparkasse dann die Bezeichnung „Städtische Sparkasse“.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen haben die Sparkassen die Pflicht, ihre jährlichen Überschüsse bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Einlagen einer Sicherheitsrücklage zuzuführen. Erst danach können Überschüsse an die bürgenden Gemeinden für öffentliche, gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet werden. Bereits ab dem Jahr 1870 hat die Sparkasse Villingen alljährlich Teile ihres Jahresgewinns an die Stadt Villingen abgeführt, mit Unterbrechung von 1919 bis 1936 durch den ersten Weltkrieg und die Inflation. Nachdem in den Jahren bis 1938 wieder Gewinne ausgeschüttet werden konnten, ergab sich durch den zweiten Weltkrieg erneut eine Unterbrechung. Insgesamt erhielt die Stadt bis dahin Überschüsse in Höhe von 1.853.000 Mark für Schulzwecke, Straßenbau und Kanalisation. So sind zum Beispiel für den Bau des Gymnasiums am Romäusring nahezu 1 Million Mark aus Sparkassenüberschüssen verwendet worden. Weitere Ausschüttungen erhielten die Gewährträger in den Jahren 1967 bis 1969 in Höhe von über 550.000 DM.

Im Jahr 1883 erwarb die Sparkasse aus einer Zwangsversteigerung als erstes eigenes Geschäftsgebäude das „Gasthaus zur Sonne“ (heutige Stadthauptkasse) in der Oberen Straße zum Preis von 28.000 Mark. In einem der oberen Stockwerke wurde eine Haushaltungs- und Landwirtschaftliche Winterschule untergebracht. Im Jahr 1916 verkaufte die Sparkasse das Anwesen an die Stadt, nachdem während der Amtszeit von Direktor Albert Glunz, der im Jahr 1909 die Leitung der Sparkasse übernommen hatte, ein neues Sparkassengebäude in der Mönchweilerstraße erstellt worden war. Vor Albert Glunz hatten als Nachfolger des Kassiers Dold zwischenzeitlich die Geschäftsleiter Bärtl, Stern und Rabenstein die Geschäfte jeweils 3 bis 5 Jahre geführt.

Obere Straße mit Sparkassengebäude im Jahre 1910.
 

Am 11. Juli 1894 wurde in Karlsruhe der „Verband badischer Gemeindesparkassen“ gegründet. Auch die Sparkasse Villingen zählte zu den Gründungssparkassen. Bürgermeister Osiander wurde am 11. Juli 1894 in den einstweiligen Vorstand des Verbandes gewählt und am 10. Juni 1895 für weitere drei Jahre in diesem Amt bestätigt. Aus diesem Verband ist später der „Badische Sparkassen-und Giroverband“ mit Sitz in Mannheim hervorgegangen.

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges und die einsetzende Geldentwertung hatten ihre Auswirkungen auch auf den Sparkassenbereich. Die zur Finanzierung des Krieges aufgelegten Kriegsanleihen mußten auch von den Sparkassen übernommen und an ihre Kunden abgesetzt werden. Gleichzeitig wurde ihnen gestattet, die verkauften Schuldverschreibungen für ihre Kunden in Verwahrung zu nehmen. Der Kreis der Wertpapiere, die die Sparkassen in Verwahrung und Verwaltung nehmen durften, wurde später auf Wertpapiere aller Art erweitert. Damit war das eigentliche Depotgeschäft, das bis dahin nur Banken betrieben, als ordentlicher Geschäftszweig der Sparkassen eingeführt. Die als Folge des Krieges aufgetretene Inflation erreichte im Jahr 1923 ihren Höhepunkt. Außer der Reichsdruckerei arbeiteten noch 135 andere Druckereien Tag und Nacht für die Reichsbank. Waschkorbweise wurden die frisch gedruckten Geldscheine in Möbelwagen verladen, die sie zur Reichsbank und zu den Geschäftsbanken brachten. Das Inflationsfieber stieg immer höher; für die Papiermark war kaum noch etwas zu bekommen. Der Dollarkurs stieg z. B. von 18.000 Mark im Januar 1923 auf 4,2 Billionen Mark im November 1923. Die Bilanzsumme der Städtischen Sparkasse Villingen zum 31. Dez. 1923 — als weiteres Beispiel — umfaßte eine 17stellige Zahl (48.630.363.324.388.079,54 Mark).

Sparkassengebäude in der Mönchweilerstraße (1916-1954)

Um wieder eine ordentliche Rechnungsgrundlage zu haben, wurde die „Rentenmark“ auf der Basis 1 Rentenmark = 1 Billion Papiermark ausgegeben. Die alten Sparguthaben wurden nach ihrem wirklichen Goldmarkwert mit 12,5 Prozent, später mit 18 bzw. 20 Prozent, aufgewertet. Für die heimische Sparkasse brachte die Währungsumstellung von 1923 / 24 einerseits einen großen Arbeitsaufwand, andererseits eine starke Schrumpfung des Geschäftsvolumens.

Das verlorene Vertrauen in die Währung kam aber nach Abschluß der Währungsumstellung recht bald wieder zurück. Die Wirtschaft befand sich in einem allgemeinen Aufschwung, und die Bautätigkeit nahm stark zu.

Entsprechend gefragt waren Kredite der Sparkasse, insbesondere für den Wohnungsbau. Die heimische Sparkasse hat durch Gewährung von Hypothekendarlehen so manches Eigenheim mitfinanziert und damit auch zur Stadtentwicklung beigetragen.

Die gute Geschäftsentwicklung der Sparkasse wurde durch die allgemeine Wirtschaftskrise 1930/ 31, mit der eine große Arbeitslosigkeit verbunden war, unterbrochen. Aber auch diese schwierige Zeit wurde, wenn auch mit einem vorübergehenden Rückgang der Spareinlagen, überwunden.

Seit ihrer Gründung hat sich die Geschäftstätigkeit der Sparkasse nicht ausschließlich auf die Stadt Villingen beschränkt. Obwohl die anderen Gemeinden des Amtsbezirks 1858 die Übernahme der Haftung für die Sparkasse abgelehnt hatten, bestanden gute Geschäftsbeziehungen zur Bevölkerung und auch zu den Gemeinden selbst. Um den Kunden die Möglichkeit zu bieten, ihre Geldgeschäfte direkt am Ort zu erledigen, hat die Sparkasse zum 1. Januar 1930 in Bad Dürrheim, Dauchingen, Klengen, Mönchweiler und Niedereschach Zweigstellen eröffnet. Diese Zweigstellen gingen aus Zahlstellen hervor, die im Jahr zuvor eingerichtet worden waren.

Zum 1. März 1930 übernahm die Städtische Sparkasse Villingen in Königsfeld die Depositenkasse der Brüderunität als weitere Zweigstelle. Diese Depositenkasse war im Jahr 1917 eingerichtet worden.

Zum 1. April 1933 erfolgte auf Wunsch der Stadt Vöhrenbach der Anschluß der Städtischen Sparkasse Vöhrenbach an die Städtische Sparkasse Villingen. Die Sparkasse Vöhrenbach ist seitdem Hauptzweigstelle. Die Sparkasse in Vöhrenbach war im Jahr 1884 unter Bürgermeister Martin Straub als „Spar- und Waisenkasse Vöhrenbach“ gegründet worden. Am 15. Juli 1884 nahm sie ihren Geschäftsbetrieb im Gebäude Johann-Peter-Hebel-Straße 3, späterer Kindergarten, auf. Auf Beschluß des Verwaltungsrats wurde am 16. März 1926 die Firmenbezeichnung in „Städtische Sparkasse Vöhrenbach“ geändert. Vom 1. Oktober 1931 bis zum Zeitpunkt der Übernahme der Sparkasse durch die Städtische Sparkasse Villingen befanden sich die Geschäftsräume im ersten Stock des Vöhrenbacher Rathauses, danach im Hause Bregenbacher Straße 230, bis am 8.April 1959 das heutige Geschäftsgebäude bezogen werden konnte.

Expansion nach dem zweiten Weltkrieg

Die gute Geschäftsentwicklung der Sparkassen wurde durch den Ausbruch des zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 unterbrochen. Die Ausgabe von „Bezugsscheinen“ für die meisten Versorgungsgüter hat die Funktion des Geldes erheblich gemindert. Es wurde zwar viel Geld verdient, aber man konnte es nicht ausgeben. Es wurde auf den Konten der Kreditinstitute angelegt. Auf der anderen Seite stagnierte das Ausleihgeschäft fast völlig. Anlagemöglichkeit für die zunehmenden Einlagen bestand fast nur noch im Erwerb von Reichsanleihen, zu deren Zeichnung in erster Linie die Sparkassen herhalten mußten.

Nach dem Zusammenbruch 1945 verlor das Geld seine Funktion als Zahlungsmittel fast vollständig.

Auf dem „Schwarzen Markt“ konnte das meiste nur noch auf dem Tauschwege erworben werden („Zigarettenwährung“). Dieser Zustand fand ein Ende durch die Währungsreform am 20. Juni 1948. Jede natürliche Person erhielt gegen Reichsmark ein Kopfgeld von 60 DM ausgezahlt. Den Besitzern von Guthaben bei Kreditinstituten wurden zusätzlich noch 540 RM von ihrem Guthaben gestrichen. Die gesamten Reichsmarkgutha-ben mußten angemeldet werden. Die Guthaben wurden nach Abzug der 540 RM je Person im Verhältnis 100 : 6,5 auf DM umgestellt. Auf Grund des Altsparergesetzes konnte mehrere Jahre später den Altsparern eine zusätzliche Entschädigung von 13,5 % gewährt werden.

Für die Sparkassen brachte die Währungsumstellung einen immensen Arbeitsanfall mit sich. Mußten doch die gesamten Spar-, Giro- und Darlehenskonten umgestellt werden. Die Währungsreform hatte auch ihre direkten Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen der Sparkassen. Die Bilanzsummen betrugen nur noch einen Bruchteil ihrer vorherigen Höhe. Hinzu kam, daß in der ersten Zeit nach der Währungsreform ein Teil der sowieso nur noch geringen Spareinlagen abgehoben wurde, da viele das Geld zum Lebensunterhalt benötigten. Erst Anfang der 50er Jahre setzte eine zunächst langsame Neubildung von Sparguthaben ein. In der Zwischenzeit war das kurzfristige Geschäft und insbesondere der Spargiro-Verkehr die Stütze des Geschäftsbetriebs der Sparkassen.

Geschäftsleiter der Sparkasse Villingen war zu diesem Zeitpunkt Direktor Karl Weißhaar, der am 1. Februar 1949 die Amtsgeschäfte von Direktor Hermann Weber übernommen hatte, nachdem dieser nach 20jähriger Amtszeit in den Ruhestand getreten war.

Bereits im Jahre 1938 hat sich der Verwaltungsrat der Sparkasse mit der Frage eines Erweiterungsoder Neubaus des Sparkassengebäudes befaßt, da schon damals infolge des gestiegenen Geschäftsumfangs ein Raummangel eingetreten war.

Sparkassen-Direktor Hermann Weber, 1929 —1949; Sparkassen-Direktor Karl Weißhaar, 1949 —1975; Oberbürgermeister von Villingen, Severin Kern, 1951-1971; Oberbürgermeister Dr. Gerhard Gebauer von Schwenningen: 1962 —1971, von VS: 1972 — 1994

 

Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges zwang jedoch dazu, ein in Aussicht genommenes Projekt zunächst zurückzustellen. Erst nach Wiederherstellung geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse konnte das Problem wieder aufgegriffen werden. Im Juli 1952 beschloß der Verwaltungsrat, in der Paradiesgasse (Ecke Gerberstraße) einen Neubau zu erstellen. Das Gebäude, das Ende 1954 fertiggestellt werden konnte, bot den Kunden eine für die damalige Zeit großzügige Lösung. Im Erdgeschoß waren die Kundenhalle, die Räume für die Direktion, die Kreditabteilung und die internen Abteilungen untergebracht. In den zwei Obergeschossen des Gebäudes befanden sich Wohnungen und vermietete Büroräume.

Am 13. Dezember 1954 wurde das neue Sparkassengebäude mit einem Festakt eingeweiht. Mit dieser Einweihung war auch die offizielle Feier des 100jährigen Jubiläums verbunden.

Die Städtische Sparkasse Villingen öffnete am 15. Oktober 1958 ihre erste Stadtzweigstelle in der Saarlandstraße 28. Weitere Zweigstellen in Villingen wurden am 23. Februar 1960 in der Karlsruher Straße 4, am 7. Oktober 1964 in der Breslauer Straße (jetzt Görlitzer Straße 91), am 14. März 1967 in der Kirnacher Straße 28 (jetzt Nr. 21), am 20. April 1970 in der Bleichestraße 22, am 20. Oktober 1972 im Falkenring 40, am 30. Juni 1976 am Marktplatz Villingen (Service-Zentrum) und am 17. Dezember 1979 in der Tallardstraße 28 eröffnet.

Der gestiegene Geschäftsumfang erforderte auch den Neubau der Geschäftsgebäude in Vöhrenbach und Bad Dürrheim, die Eröffnung von Geschäftsstellen in Unterkirnach (1961), in Weilersbach und Pfaffenweiler (1967) sowie 1968 in Marbach, Obereschach und Hammereisenbach.

Am 1. Januar 1964 erfolgte auf Beschluß des Verwaltungsrats die Umwandlung der Städtischen Sparkasse Villingen in eine Bezirkssparkasse. Gewährträger wurden neben der Stadt Villingen die Gemeinden Bad Dürrheim, Burgberg, Erdmannsweiler, Fischbach, Herzogenweiler, Kirchdorf, Klengen, Königsfeld, Marbach, Mönchweiler, Neuhausen, Niedereschach, Obereschach, Pfaffenweiler, Rietheim, Schabenhausen, Überauchen, Unterkirnach, Vöhrenbach und Weiler. In den folgenden Jahren traten auch die Gemeinden Dauchingen, Hammereisenbach, Kappel, Langenbach und Weilersbach dem Gewährträgerverband bei, so daß ab 1. Januar 1971 alle 26 Gemeinden des Geschäftsbezirks Gewährträger der Sparkasse waren.

Die Gerberstraße bis 1952

 

Sparkassengebäude 1954

In den Jahren 1966 / 67 erlebte die Bundesrepublik die erste große Nachkriegsrezession. Im örtlichen Bereich machte sich die Konjunkturabschwächung nicht so stark bemerkbar. Der Export, eine der wesentlichen Stützen der heimischen Wirtschaft, konnte den inländischen Nachfragerückgang zum Teil auffangen. Die gute Beschäftigung der Industriebetriebe strahlte auch auf die übrigen Wirtschaftsbereiche aus.

Die Sparkasse Villingen verzeichnete auch in diesen Jahren eine gute Geschäftsentwicklung. Einem Rückgang der Spareinlagen der öffentlichen Hand stand ein hoher Spareinlagenzuwachs von Privatpersonen gegenüber.

Im freien Wettbewerb behauptet

Ab dem Jahr 1967 ergaben sich für die Sparkassen völlig neue Wettbewerbsbedingungen. Am 1. April 1967 wurde die Zinsbindung aufgehoben, d.h. die bisher staatliche Reglementierung der Zinsen fiel weg.

Am 8. Januar 1968 trat das neue Sparkassengesetz für Baden-Württemberg in Kraft. Es löste die alten Sparkassengesetze von Baden und Württemberg ab. Die Satzungen der Sparkassen mußten innerhalb von 6 Monaten diesem Gesetz angepaßt werden. Dabei standen zwei Verfassungsformen, nämlich die Vorstandsverfassung und die Verwaltungsratsverfassung zur Wahl. Die Versammlung der Gewährträger stimmte am 21. Mai 1968 der größere Befugnisse zulassenden Vorstandsverfassung zu, so daß die neue Satzung am 6. Juli 1968 in Kraft treten konnte.

Der neue Vorstand bestand aus zwei Mitgliedern, dem bisherigen Geschäftsleiter Direktor Karl Weißhaar als geschäftsleitendem Vorstandsmitglied und Direktor Rudolf Zeller, der seit 16. August 1960 Nachfolger des altershalber ausgeschiedenen stellvertretenden Geschäftsleiters Franz Schneider war.

Auf Grund des gestiegenen Geschäftsumfangs beschloß der Verwaltungsrat Ende 1969 die Erweiterung des Vorstands auf 3 Mitglieder und wählte Klaus Haubner zum weiteren Vorstandsmitglied ab 1. September 1970. Als Direktor Karl Weißhaar nach 26jähriger Tätigkeit als Sparkassenleiter zum 31. März 1975 in den Ruhestand trat, wählte der Verwaltungsrat mit Wirkung vom 1. April 1975 Klaus Haubner zum neuen Vorstandsvorsitzenden.

Die Jahre ab 1970 waren gekennzeichnet durch einen harten Kampf um Stabilität, Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum. Steigende Kosten, Exporterschwernisse in Folge der unsicheren Währungssituation, Konkurrenzdruck aus den Niedrigpreis-Ländern, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit machten auch vor dem am 1. Januar 1973 durch die Kreisreform entstandenen Schwarz-wald-Baar-Kreis nicht halt.

Das Geschäftsvolumen der Sparkasse nahm auch weiterhin kontinuierlich zu.

Das Girokonto gewann zu Beginn der 70er Jahre durch die Einführung der bargeldlosen Lohn-, Gehalts- und Rentenzahlung besondere Bedeutung. In den Jahren 1970 bis 1972 wurde bei der Sparkasse eine große Anzahl neuer Privatgirokonten eröffnet. Sehr bald erkannten die Kunden, welche Vorteile das Girokonto bietet. Mehr und mehr wurde die Barzahlung für Strom, Wasser, Miete, Versicherungen, Zeitungen, Mitgliedsbeiträge und Rechnungen aller Art durch Überweisung, Dauerauftrag und Lastschrift ersetzt. Der Scheckverkehr wurde im Privatgirobereich insbesondere durch die Scheckkarte gefördert. Bereits im Jahr 1968, bei Einführung, konnte mit der Scheckkarte bei Kreditinstituten in 15 Ländern Europas Bargeld abgehoben werden. Heute werden eurocheques unter Vorlage der Scheckkarte in nahezu allen Ländern Europas und rund um das Mittelmeer eingelöst, bis zum Gegenwert von 400 DM. Als weltweite Kreditkarte wurde im Jahr 1972 die EUROCARD eingeführt.

Die beachtliche Steigerung des Geschäftsumfanges der Bezirkssparkasse Villingen machte zwangsläufig eine weitere räumliche Ausweitung erforderlich. Die Angliederung eines Erweiterungsbaus entlang der Gerberstraße durch Ankauf des Nachbargrundstücks mit dem Union-Kino und dem Gasthaus „Zum Felsen“ bot sich an.

In einem Architektenwettbewerb wurde am 14. Dezember 1965 dem Villinger Architekten Rudolf Fiegl der erste Preis für den Bauentwurf zuerkannt. Nach 3jähriger Bauzeit konnte der erste Bauabschnitt im April 1970 bezogen werden. Er umfaßte eine um das dreifache erweiterte Kundenhalle und neue Betriebsräume. Bei einem „Tag der offenen Tür“ am 9. Mai 1970 wurden die neuen Räumlichkeiten der Bevölkerung vorgestellt. Der zweite Bauabschnitt wurde 1975 fertiggestellt. Mit diesen Baumaßnahmen leistete die Sparkasse auch einen Beitrag zur Altstadtsanierung. Es entstand der größte zusammenhängende Gebäudekomplex in der Innenstadt, der sich architektonisch gut in das alte Stadtbild eingliedert. Den Mittelpunkt bildet die großzügige Kundenhalle. Das Sparkassengebäude verfügt nun über einen großen Sitzungssaal, einen Konferenzraum und ein Schulungszentrum. Den motorisierten Sparkassenkunden stehen eine Tiefgarage und eine Autokasse zur Verfügung. Die Autokasse kann durch einen zweiten Schalter zur Gerberstraße hin auch von gehbehinderten Kunden sowie Müttern mit Kleinkindern zur Erledigung der täglichen Geldgeschäfte vorteilhaft genutzt werden.

Übernahme der Sparkassen in Triberg und Schwenningen

Mit Wirkung vom 1. Januar 1972 vereinigte sich die Bezirkssparkasse Triberg mit der Bezirkssparkasse Villingen-Schwenningen.

Wie die Sparkasse in Villingen wurde auch die Sparkasse in Triberg bereits 1854 gegründet. Am 19. November 1853 erging an die Bewohner von Triberg die „Einladung zur Theilnahme an der daselbst errichteten Sparkasse“. Wie aus einer Aufstellung über die Sparkassen im Oberrheinischen Kreis hervorgeht, muß schon 1851 in Triberg eine „Sparkasse für den uhrenmachenden Schwarzwald“ bestanden haben. Über Gründung und Statuten scheinen aber keine Unterlagen mehr vorzuliegen. Auch die Statuten der Sparkasse von 1853 sind nicht mehr erhalten. Statt dessen genehmigte das Großherzogliche Ministerium des Inneren am 17. Oktober 1854 die Statuten der „Spargesellschaft Triberg, Schonach, Schönwald, Nußbach, Gremmelsbach, Niederwasser und Rohrhardsberg“. Dieses Datum gilt als eigentlicher Gründungstag der Sparkasse Triberg. Ab 1. Januar 1868 wurde aus der Spargesellschaft die „Spar-Hinterlegungskasse“. Im Jahr 1881 erhielt sie den Namen „Sparkasse der Stadt Triberg“, die ab 1. Januar 1906 in die Bezirkssparkasse Triberg umgewandelt wurde. Die 1895 gegründete Sparkasse Schonach wurde auf staatliche Anordnung hin ab 1. Januar 1939 mit der Bezirkssparkasse Triberg vereinigt und ist seither Hauptzweigstelle.

Mit der Neubildung der Stadt Villingen-Schwenningen durch Vereinigung der Städte Villingen und Schwenningen wurde der Name der Bezirkssparkasse Villingen ab dem 1. Januar 1972 in „Bezirkssparkasse Villingen-Schwenningen“ und ab dem 1. Januar 1975 in die kürzere Fassung „Sparkasse Villingen-Schwenningen“ geändert.

Der Oberbürgermeister der Stadt Villingen, Severin Kern, trat zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand und schied damit nach 21 Jahren Tätigkeit als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse aus, gehörte aber weiter dem Verwaltungsrat als ordentliches Mitglied bis 31. Dezember 1971 an. Neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats wurde Dr. Gebauer als Oberbürgermeister der neugeschaffenen Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Zum Jahreswechsel 1994 /95 wurde Dr. Gebauer nach Eintritt in den Ruhestand von Oberbürgermeister Dr. Matusza im Vorsitz abgelöst.

Der Fusion mit der Bezirkssparkasse Triberg folgte am 1. Januar 1973 die Übertragung der Kreissparkasse in Schwenningen von der Kreissparkasse Rottweil auf die Bezirkssparkasse Villingen-Schwenningen. Damit ist § 6 des Gesetzes zur Neubildung der Stadt Villingen-Schwenningen vom 26. Juli 1971 Rechnung getragen worden.

Die Sparkassengeschichte in Schwenningen hat etliche Berührungspunkte zu Villingen. Lange bevor man sich in Schwenningen mit dem Gedanken zur Gründung einer Gemeindesparkasse befaßte, wurde bereits im Jahr 1842 eine Privat-Leih-und Sparkasse gegründet. Dem Ausschuß, der diese Privatkasse in Schwenningen leitete, gehörten Rabenwirt Faisst aus Villingen, August Engesser, Bürgermeister in Hochemmingen, Wilhelm Käfer aus Klengen und Posthalter Koch aus Schwenningen an. Als Kontrolleur war Schultheiß Heschel aus Deißlingen bestellt. Durch Gesellschafterbeschluß siedelte die Kasse im Jahr 1848 nach Villingen über. Wie lange diese Privat-Leih- und Sparkasse noch bestand, läßt sich heute nicht mehr sagen. Sie muß aber einige Zeit später ihre Geschäfte eingestellt haben.

Viele Schwenninger Bürger legten, mangels einer gemeindeeigenen Sparkasse, ihre Spargelder bei der Sparkasse in Villingen an und deckten hier auch ihren Geldbedarf durch die Aufnahme von Darlehen. Am 24. April 1873 erhielt die Gemeinde Schwenningen auf Antrag ein Darlehen von 6.000 Gulden.

Schwenninger Rathaus nach 1904

 

Am 2. April 1903 hat der Gewerbe- und Handelsverein unter seinem Vorsitzenden, Gemeinderat und Fabrikant Richard Bürk, dem Schwenninger Gemeinderat unter Vorlage eines Statutenentwurfs die Bitte um Gründung einer Ortssparkasse unterbreitet.

Die bürgerlichen Kollegien haben am gleichen Tag noch die Einrichtung einer Gemeindesparkasse in Schwenningen beschlossen. Die erforderliche Genehmigung wurde von der Regierung für den Schwarzwaldkreis in Reutlingen am 12. Januar 1904 erteilt, so daß am 1. Mai 1904 die „Gemeindesparkasse Schwenningen a. N.“ eröffnet werden konnte.

Die Verwaltung der Sparkasse oblag nach dem Gesetz vom 6. Juli 1849 einer 5 Personen starken Abteilung des Gemeinderats, die „Verwaltungskommission“ hieß.

Zum 1. Februar 1918 wurde die Bezeichnung der Sparkasse in „Städtische Sparkasse Schwenningen am Neckar“ geändert. Die Gemeinde Schwenningen war bereits im Jahr 1907 vom größten Dorf Württembergs zur jüngsten Stadt des damaligen Königsreichs erhoben worden. In einem Schreiben der Aufsichtsbehörde in Stuttgart vom 16. Februar 1933 wurden die kleineren städtischen Sparkassen in Württemberg aufgefordert, sich mit ihrer Oberamtssparkasse zu vereinigen. Zur Begründung wies die Aufsichtsbehörde auf das Erfordernis einer größeren Sicherheitsbasis für die Spareinlagen hin. Neben den Sparkassen in Altensteig, Feuerbach, Langenau, Mühlacker und Sindelfingen wurde auch die Städtische Sparkasse Schwenningen angeschrieben. In den Verhandlungen zwischen den Verwaltungsräten der Sparkassen Schwenningen und Rottweil, an deren Anfang eine strikte Ablehnung der Schwenninger stand, kam es dann — nicht ohne Druck der Regierung und des Sparkassenverbandes — am 12. Oktober 1933 doch zu einer Vereinbarung, so daß die Städtische Sparkasse Schwenningen ab 1. Januar 1934 von der Oberamtssparkasse Rottweil übernommen und als deren Zweigniederlassung weitergeführt wurde. Interessant ist hier noch, daß bei den Fusionsverhandlungen von Schwenninger Seite auch auf die Möglichkeit der Vereinigung mit der Städtischen Sparkasse Villingen hingewiesen wurde, da ein Zusammenschluß mit ihr wirtschaftlich näher lag.

Die Geschäfte der Sparkasse in Schwenningen wurden Anfangs im Bürgersaal des Rathauses getätigt. Mit der Fertigstellung des neu erbauten Rathauses in Schwenningen konnte die Sparkasse am 15. Juni 1927 in neue Geschäftsräume umziehen. 1936 hat sich der Verwaltungsrat der Sparkasse zum Kauf eines Bauplatzes am Bärenplatz, entschlossen. Wegen der Schwierigkeiten der Materialbeschaffung in dieser Vorkriegszeit wurde die Baugenehmigung vorerst versagt. Das Bauvorhaben mußte zurückgestellt werden. Anfang 1949 wurde neu geplant. Es entstand ein dreigeschossiges Gebäude, das nur noch das halbe Ausmaß des zuerst geplanten hatte. Der Neubau wurde am 18. November 1952 seiner Bestimmung übergeben.

Doch schon im Jahr 1967 zeichnete sich erneut eine notwendige Erweiterung der Geschäftsräume ab. Es wurde ein eingeschossiger Anbau erstellt und im Februar 1971 bezogen. Eine weitere bauliche Neugestaltung erfolgte im Jahr 1979.

Am 27. Oktober 1938 wurden in den damaligen Kreisgemeinden Mühlhausen und Weigheim Sparkassen-Zweigstellen eröffnet, die der Hauptzweigstelle Schwenningen verwaltungsmäßig zugeordnet wurden. Auch in der Stadt Schwenningen selbst richtete die Sparkasse in jener Zeit nebenamtlich verwaltete Annahmestellen in der Neckarstraße 3, Hammerstattstraße 23 und Dauchinger Straße 46 ein. Die Annahmestelle in der Dauchinger Straße wurde 1953 in das Rathaus verlegt und ab Februar 1956 als hauptamtlich besetzte Zweigstelle geführt. Einen besonderen Aufschwung nahm die Zweigstelle mit ihrer Verlegung in das neue „Schmied-Müller-Haus“ am Marktplatz 14 im März 1960. Sowie ab Juni 1977 durch den Umzug in größere Räume am Marktplatz 17 und den Ausbau zum Service-Zentrum Marktplatz Schwenningen. Im Oktober 1956 wurde im Gebiet Sauerwasen eine weitere Zweigstelle eröffnet. Die starke Geschäftsentwicklung machte bald größere Räumlichkeiten erforderlich. Diese konnten durch einen Anbau an das 1962 erworbene Wohnhaus Mühlweg 122 geschaffen werden. Die neuen Zweigstellenräume wurden am 20. Juli 1963 ihrer Bestimmung übergeben. Seit dem 10. September 1990 befindet sich die Zweigstelle in der Wasenstraße 65. Am 9. Dezember 1963 kam die Zweigstelle „Auf Rinelen“ hinzu. Die Annahmestelle in der Neckarstraße 3 hat sich im Laufe der Zeit als unzureichend erwiesen. Deshalb wurde an ihrer Stelle am 16. Dezember 1969 in der Neckarstraße 5 eine neue Stadtzweigstelle eröffnet, die am 11. November 1985 in die Werastraße 3 umzog. Seit April 1979 gibt es die Zweigstelle Rietenstraße 52 und seit 17. Februar 1986 die Zweigstelle Sturmbühlstraße 55. Mit der Übernahme der Zweiganstalt Schwenningen unterhält die Sparkasse Villingen-Schwenningen in der Gesamtstadt seit der Fertigstellung der Zweigstelle Sturmbühlstraße insgesamt 24 Geschäftsstellen.

 

Zweiganstalt St. Georgen

 

 

Zweiganstalt Triberg

Am 1. Januar 1977 strukturierte der Vorstand das Geschäftsstellennetz der Sparkasse Villingen-Schwenningen neu. Die Geschäftsstellen waren nun gegliedert in Hauptanstalt Villingen, die beiden Zweiganstalten Schwenningen und Triberg (Geschäftsstellen, die bezüglich Geschäftsumfang und Service-Angebot mit einer selbständigen Sparkasse zu vergleichen sind), die vier Hauptzweigstellen Bad Dürrheim, Königsfeld, Schonach und Vöhrenbach (Geschäftsstellen gewisser Größenordnung, die in der Regel als Kopfstellen für andere Zweigstellen fungieren), 3 Service-Zentren (Geschäftsstellen mit besonderem Dienstleistungsangebot) und 36 Zweigstellen.

Fusion mit der Bezirkssparkasse St. Georgen

Die Bezirkssparkasse St. Georgen und die Sparkasse Villingen-Schwenningen haben sich mit Wirkung vom 1. Januar 1991 vereinigt.

Die geschichtliche Entwicklung der Sparkasse in St. Georgen reicht bis in das Jahr 1839 zurück. Als St. Georgen Ende 1891 den Rang einer Stadt verliehen bekam, regte sich in der Bürgerschaft auch bald der Wunsch wieder eine Sparkasse zu erhalten, wie sie hier von 1839 bis 1875 bereits bestanden hatte. Bürgermeister Jakob Wintermantel, eine weitblickende Persönlichkeit und erfolgreicher Geschäftsmann, nahm sich der Sache tatkräftig an. Nachdem sich der Gemeinderat mehrfach mit der Materie beschäftigt und die notwendigen Beschlüsse gefaßt hatte, trat der Bürgerausschuß am 11. Februar 1895 zu der entscheidenden Sitzung zusammen. Der Bürgermeister informierte über das geplante Vorhaben der Sparkassen-Wiedergründung und legte der Versammlung anschließend die ausgearbeiteten Statuten zur Beratung vor. Alle 29 anwesenden Mitglieder des Bürgerausschusses faßten sodann den Beschluß, „die Errichtung der Spar- und Waisenkasse in St. Georgen unter Garantie der Stadtgemeinde St. Georgen, nach Maßgabe der vorgelegten Satzungen“ zu genehmigen. Die Gemeinden Brigach, Oberkirnach, Peterzell und Stockburg traten 1931 dem St. Georgener Gewährverband bei, und die bisherige städtische Sparkasse wurde somit zum 1. Januar 1931 in eine öffentliche Verbandssparkasse umgewandelt. Seit 1937 firmierte sie als Bezirkssparkasse. 1957, 1963 und 1971 traten Langenschiltach, Buchenberg und Tennenbronn dem Gewährverband der Sparkasse bei, dem nun neben der Stadt St. Georgen weitere sieben Gemeinden angehörten. Als dann im Zuge der in den 70er Jahren durchgeführten Kommunalreform die fünf Nachbarorte Brigach, Langen-schiltach, Oberkirnach, Peterzell und Stockburg zu St. Georgener Stadtteilen wurden, und Buchenberg zu Königsfeld kam, übernahm St. Georgen zusammen mit Tennenbronn die Gesamt-Gewährträgerschaft.

Standort hier: Sparkasse VS

Hauptanstalt Villingen
Zweiganstalt Schwenningen

 

Oberbürgermeister Dr. Manfred Matusza Verwaltungsratsvorsitzender seit 1995; Klaus Haubner Vorstandsvorsitzender seit 1975

Wie in der Gründerzeit dient die Sparkasse auch heute dem örtlichen und öffentlichen Wohl. Gesetzliche und satzungsmäßige Aufgabe der Sparkasse ist es, vorrangig in ihrem Geschäftsgebiet die Versorgung der Bevölkerung, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen sowie den Sparsinn und die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise zu fördern.

Das tut sie, indem sie sicherstellt, daß die Bevölkerung jederzeit auf alle neuzeitlichen Gelddienstleistungen zugreifen kann, getreu dem seit 1988 eingeführten Slogan: „Sparkasse VS — persönlich • schnell • professionell“.

Im Jahr 1994 hat die Sparkasse VS die Gründung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Villingen-Schwenningen GmbH (Wifög) unterstützt und sich neben der Stadt Villingen-Schwenningen aktiv als Gesellschafter beteiligt. Ende 1994 entstand unter Federführung der Wifög die Technologiepark Villingen-Schwenningen GmbH zur konkreten Förderung von Unternehmensneugründungen und -ansiedlungen. Auch bei dieser Einrichtung ist die Sparkasse VS als Gesellschafter engagiert. Als örtlich verwurzeltes Geldinstitut ist die Sparkasse VS mit der heimischen Bevölkerung nicht nur in finanziellen Belangen eng verbunden, sondern auch im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich. Sie trägt als Veranstalter, Mitveranstalter oder Sponsor zum kulturellen Geschehen in ihrem Geschäftsgebiet bei. Durch Spenden und mit Werbemaßnahmen unterstützt sie soziale Einrichtungen, gemeinnützige Vereine sowie sportliche Veranstaltungen. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit lädt die Sparkasse VS auch die Bevölkerung sowie die verschiedensten Gruppen der Wirtschaft zu Vortrags- und Informationsveranstaltungen ein.

Heute ist die Sparkasse VS im Schwarzwald-Baar-Kreis das größte Geldinstitut mit einem Geschäftsvolumen von 3 Milliarden DM, 288000 Kundenkonten und über 570 Mitarbeitern.