Uta Baumann und Marta Dold wurden Ehrenmitglieder

 

Im Rahmen der Jubiläumsfeier des Geschichts- und Heimatvereins wurden Uta Baumann und Marta Dold mit der Ehrenmitgliedschaft des Vereins ausgezeichnet.

 

Uta Baumann wurde im August 1914 in Villingen in ihrem Elternhaus im Romäusring geboren, genau in dem Zimmer, in dem viele Jahre später unzählige Vorstandssitzungen und Besprechungen des Geschichts- und Heimatvereins stattfinden sollten. Nach dem Abitur am Gymnasium am Romäusring absolvierte sie eine Lehre als Gärtnerin. Den Gehilfenjahren in Holstein und Offenburg schloß sich von 1939 bis 1943 das Studium als Garten- und Landschaftsarchitektin in Berlin an.

Nach dem Tod ihres Mannes nach nur einjähriger Ehe arbeitete Uta Baumann u. a. in Straßburg und eröffnete 1950 in Villingen ein eigenes Architekturbüro für den Garten- und Landschaftsbau.

Trotz großer beruflicher Beanspruchung stellte sich Uta Baumann zur Wahl in den Gemeinderat der Stadt Villingen zur Verfügung, dem sie von 1959 an 25 Jahre lang angehörte. Ihre größte kommunalpolitische Aufgabe sah sie im Erhalt der beiden ehemals selbständigen Städte Villingen und Schwenningen. Mit einem herausragenden Wahlergebnis honorierten ihr die Bürger bei der ersten Wahl nach dem Städtezusammen-schluß diesen Einsatz. Daneben engagierte sich Uta Baumann viele Jahre im Museumsbeirat der Stadt und im Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat der Münsterpfarrei.

Für den Geschichts- und Heimatverein Villingen aber war Uta Baumann im wahrsten Sinn des Wortes „Mädchen für alles“. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Jahres 1969, war über zehn Jahre Schriftführerin und in ihrem Haus war die Geschäftsstelle des Vereins bestens aufgehoben. Vorträge und Veranstaltungen wären ohne ihre Hilfe und Vorbereitung ebensowenig zustande gekommen wie viele Beiträge im Jahresheft.

Ihr Wirken für den Geschichts- und Heimatverein hat entscheidend mit zum Ansehen des Vereins in Stadt und Region beigetragen. Sie hat den Geschichts- und Heimatverein vorangebracht. Uta Baumann hat sich in ihrem Leben nie mit der Rolle des Zuschauers zufrieden gegeben, sie hat nie gefragt, was die Gemeinschaft für sie tun kann, sondern was sie für die Gemeinschaft tun kann. Mit Recht wurde ihr als erste Frau in Villingen die Bürgermedaille der Stadt und das große Stadtsiegel von 1530 für ihre Verdienste sowie das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Geschichts- und Heimatvereins kann nur ein bescheidenes Dankeschön sein für all das, was Uta Baumann geleistet hat.

Wir wünschen Frau Baumann auch in Zukunft Wohlergehen und Gottes Segen.

Vielleicht war es der exakt gleiche Geburtsort im Jahre 1911, der
Frau Marta Dold das gleiche Engagement wie ihrer Schwester in die Wiege gelegt hat. Ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn hat sowohl ihren privaten als auch beruflichen und ehrenamtlichen Werdegang bis heute begleitet.

Nach dem Besuch der Töchterschule und des Gymnasiums besuchte sie das Seminar für Seelsorgenhilfe in Freiburg und wurde, was man heute Pastoralreferentin nennt. Die Jahre 1935 1946 führten sie zunächst nach Mannheim und von 1946 bis zu ihrer Pensionierung 1978 wirkte Frau Dold in Konstanz. Danach kehrte sie nach Villingen zurück, um dann noch in der Villinger Münsterpfarrei auszuhelfen.

Diese Rückkehr nach Villingen sollte für den Geschichts- und Heimatverein wahrlich zum Segen werden: Im Jahre 1980 übernahm Marta Dold nämlich den Vereinsposten, der sich nicht gerade durch eine Vielzahl von Bewerbern auszeichnet: Mit äußerster Korrektheit, aber immer einem offenen Ohr für die Wünsche und Nöte der Vorstände verwaltete sie die Kasse des Vereins. Trotz freier Eintritte zu den Veranstaltungen und einem erheblichen finanziellen Aufwand für das Jahresheft ist es Frau Dold jedes Jahr gelungen, die Habenseite des Vereinskontos auszubauen.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Uta hat Marta Dold die Geschäftsstelle des Vereins bis Ende 1993 geführt. Für die Vorstände des Geschichts- und Heimatvereins wurden die „Unzertrennlichen“ eine unverzichtbare Stütze. Mit ihrem hintergründigen Humor und ihrer Lebenserfahrung hat Marta Dold manch kritische Situation gerettet, sie hat gespürt, wenn es „menschelte“. Ihr Anliegen war immer die kooperative Zusammenarbeit zum Wohl des Vereins.

Marta Dold ist im und für den Geschichts- und Heimatverein ein Begriff, ja eine Institution. Als kleines Zeichen des Dankes wurde sie am 2. Juli 1994 zum Ehrenmitglied des Geschichts- und Heimatvereins ernannt.

Mit großem Bedauern, dennoch mit Verständnis und Respekt vor der Entscheidung, hat der Vorstand die Niederlegung des Amtes von Frau Dold zur Kenntnis genommen. Ihr Rat – weil überlegt und besonnen – wird auch in Zukunft im Geschichts- und Heimatverein gefragt sein. Mit Recht darf für Marta Dold die Feststellung gelten: Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.

Der Geschichts- und Heimatverein wünscht Frau Dold weiterhin gute Gesundheit und Gottes Segen.