Eine Glocke aus Villingen

Unser Vereinsmitglied Wilfried Steinhart aus der Oderstraße 58 in Villingen hat uns zur Veröffentlichung dieses Bild einer im Jahre 1765 in der Villinger Glockengießerei Grüninger hergestellten Glocke überlassen, die er in der Kirche seines Heimatortes Dettingen / Hohenzollern ausfindig gemacht hat.

Sie ist die älteste Glocke in der dortigen Kirche, die, weil gesprungen, schon längere Zeit vor dem rechten Seitenaltar einen angemessenen Platz gefunden hat. Sie soll daran erinnern, daß diese Glocke aus Villingen einige Generationen das Gotteslob verkündet und die Gläubigen zum Gottesdienst gerufen hat.

Die Glocke erinnert aber auch daran, daß vor 229 Jahren der Kirchturm von Abt Bonaventura erbaut worden ist. Am Turmeingang befindet sich das Wappen des Abtes von Muri mit der Jahreszahl 1765.

Die Kirche wurde am 27. Juli 1747 unter Bischof Kasimir durch den Generalvikar und Weihbischof Franz Fugger eingeweiht.

Die Glocke aus der Villinger Gießerei trägt, aus dem Lateinischen übersetzt, folgende Inschrift: Der erhabene und hochwürdige Bonaventura des heiligen, römischen Reiches Fürst und Abt zu Muri.

Aus heiliger Gesinnung und aus eigenem Entschluß zur Ehre Gottes und zur Befreiung des Vaterlandes. Die heilige Agatha soll ihre Patronin sein.

Von Josef Benjamin Grieninger bin ich in Villingen gegossen im Jahre 1765.

Eine Glocke aus der ehemaligen heimischen Glockengießerei finden Sie auch auf dem Villinger Friedhof auf einem Grabstein im Gräberfeld Abt. C 5. Dort hat der Glockengießereibesitzer Benjamin Grüninger (geb. 1873 – gestorben 1927) und seine Frau Anna, geb. Roth, ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Die mit Ornamenten und einem Reliefportrait versehenen Glocke trägt die Inschrift: Was deine Meisterhand uns schuf

Erwarb der Bürger Dank in Stadt und Land Dir aber sei der ehern Glocke Ruf

Ein Gruß zur ew’gen Heimat nachgesandt.