Nutzung des ehemaligen Franziskanerklosters heute (Dr. Heinrich Maulhardt)

Im Jahre 1978 endete die Nutzung des Franziskanerklosters als Altenpflegeheim durch den Spitalfonds. Die letzten Heimbewohner verließen im Juli Kloster und Osianderhaus (Rietstraße 37). Als Ersatz und für den zukünftigen Bedarf wurde im Wohngebiet Erbsenlachen für die Betreuung und Pflege alter Menschen ein Neubau errichtet. Im Januar wurde das Planungs-und Nutzungskonzept für den Ausbau des Klostergebäudes endgültig verabschiedet: Konzerthalle mit Foyer und Ausstellungsräumen, Museumsbereich in den oberen Geschossen des Gebäudes und im Osianderhaus sowie Theater am Ring sollten ein großes kulturelles Zentrum bilden.

Die im Jahre 1978 angestrebte Aufgabenstellung machte umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten am gesamten Gebäudekomplex notwendig. In einem ersten Bauabschnitt, der 1982 abgeschlossen wurde, wurde der Kirchenraum zur Konzerthalle mit rd. 950 Sitzplätzen ausgebaut. Garderobenräume mit den Toiletten verlegte man in das Untergeschoß unter dem Komödiengarten. Das Refektorium, die ehemaligen Wirtschaftsräume und der überdachte Wirtschaftshof wurden für Wechselausstellungen eingerichtet. Im Foyerbereich baute man ein Büfett ein. Der Eingangsbereich wurde gestaltet und der ehemalige Kreuzgang verglast.

In einem zweiten Bauabschnitt von 1989 – 1992 baute man die zur Nutzung durch das Franziskanermuseum vorgesehenen oberen Stockwerke des Klostergebäudes aus. Die ersten beiden Obergeschosse sind für die Dauerausstellung vorgesehen. Das neugestaltete Dachgeschoß dient schon heute als klimatisiertes Magazin. Ende 1992 wurden die Bauarbeiten am gesamten Gebäudekomplex abgeschlossen. Am 13. Dezember des Jahres beging man feierlich die Bauübergabe und man gedachte gleichzeitig der 700jährigen Weihe des Klosters im Jahre 1292.

 

Eingangsbereich

Im Franziskaner-Konzerthaus finden seit 1982 jährlich acht Abonnementskonzerte, die sog. Meisterkonzerte statt. Das Haus weist eine hervorragende Akustik auf und erfreute sich für derartige Veranstaltungen schnell großer Beliebtheit. So legte man 1986 eine zusätzliche kleine Reihe der Meisterkonzerte auf, welche mit vier Veranstaltungen jährlich ausschließlich der Kammermusik vorbehalten ist. Das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen fand im Franziskaner nicht nur eine Probemöglichkeit, sondern auch einen exzellenten Raum für seine Aufführungen. Im Konzerthaus wirken darüber hinaus alle großen Oratorienvereinigungen der Stadt; genannt seien der Münsterchor, die evangelische „Villinger Kantorei“. Stadt- und Bürgerwehrmusik Villingen und die Stadtharmonie Villingen führen ebenfalls ihre Jahreskonzerte im Franziskaner durch. Für die großen Musikvereine der Stadt, Chöre aus der Region und Schulorchester erwies sich das Konzerthaus als ideale Wirkungsstätte. Orchester, Chöre und Solisten aus dem In- und Ausland gastieren hier.

Veranstaltungspause im Foyer

 

Der umgebaute Kirchenraum bietet aber auch für repräsentative Anlässe und Festlichkeiten einen würdigen Rahmen. So fanden hier die Feiern zum Jubiläum der Jumelage mit den Partnerstäd

ten Pontarlier, La Valette und Friedrichsthal statt. Seit dem Jahre 1984 kommen im Komödiengarten, wo in früheren Jahrhunderten Passionsspiele aufgeführt wurden, auf einer Freilichtbühne Opernwerke, Schauspiele und Musicals zur Aufführung. In den Ausstellungsräumen im Foyerbereich einschließlich des Refektoriums veranstalten die Städtische Galerie und die Städtischen Museen Wechselausstellungen.

 

Auf der Jubiläumsveranstaltung: Prof Dr. Dieter Mertens, Landes-Konservator Franz Meckes, Dr. Heinrich Maulhardt, Dr. Gerhard Gebauer, Pater Waltram Winkler, OFM und Architekt Elmar Fuhrer.

 

 

Ehemalige Sakristei; Kunstausstellung

 

Der Kreuzgang im Innenhof

 

 

Meisterkonzert in der Franziskaner-Konzerthalle

Für größere Ausstellungen, die auch vom Kunstverein durchgeführt werden, wird auch das vom Mobiliar befreite Konzerthaus genutzt. Die Besucherfrequenz bei den Ausstellungen im Franziskaner ist sehr hoch, weil die Ausstellungsräume zugleich als Foyer für das Konzerthaus dienen. Mit dem Ende des zweiten Bauabschnitts im Dezember 1992 begann das Franziskanermuseum mit den Arbeiten zur Neueinrichtung des Museums. Es wurde zunächst eine Gesamtkonzeption für das Museum einschließlich Museum Altes Rathaus angefertigt. Als ersten Bearbeitungsabschnitt zur musealen Einrichtung wählte man die beiden oberen Stockwerke des ehemaligen Klostergebäudes aus. In diesen Räumen soll die Stadtgeschichte Villingens dargestellt werden.

In den nächsten Jahren soll die Zusammenarbeit zwischen den Nutzern, i. e. Kulturamt / Städtische Galerie und Städtische Museen, ausgebaut werden. Die in dieser Kooperation liegenden Möglichkeiten zum Ausbau des kulturellen Zentrums Franziskaner, die noch längst nicht ausgeschöpft sind, gilt es zur verwirklichen.

Kulissen für die Passionsspiele

 

 

Der Osianderplatz

 

Komödiengarten mit Wehrgang

 

Schwarzwaldsammlung „Trachten, Gläser“

 

 

Schwarzwaldsammlung „Uhren“