Hans Hauser zum Gedenken

Schick Di drii

‚r isch kurz der Weag: Vum Kindbett aa

de Brigach nab i d’Altstadt nus,

’s stond a de hundert Marke dra,

doh kum an lauft eh hundert us.

 

Vor dra denksch, goht es Marbe zue.

Wärs au en Kriizweag gsi, e Bueß, jetz

wettsch, de hetsches nohmol z’due, und

wenn es sii müeßt, gängisch z’fueß.

 

’s isch übelziitig über d’Bruck,

de woesch, dert goht es hinnenab,

de schächisch emol widder z’ruck

und zellsch di gloffne Marken ab.

 

Bis endli selber zue der saisch:

Wa hauni eigentli noh z’due?

Und zmols de Löffel vu der keisch.

Gottlob! Jetz hätt di arm Seel Rueh!

Hans Hauser

Wir gehen davon aus, daß auch Nicht-Villinger und Neu-Villinger, die die städtische Mundart nicht ganz perfekt beherrschen, den Inhalt dieses Gedichtes aus dem Büchlein „Dief i de Nacht“ verstehen. Nur eine Erläuterung scheint uns erforderlich. Wenn man sagt, „es goht Marbe zue“, dann heißt das, es geht in Richtung Friedhof, der auf dem Weg nach Marbach liegt.

Hans Hauser, seit 1982 Ehrenmitglied des Geschichts- und Heimatvereins, starb 83jährig am 4. März 1991 in seiner Heimatstadt Villingen. Mit ihm verlieren wir ein engagiertes Mitglied, das im gesamten alemannischen Sprachraum hohes Ansehen genießt.

Die mit großer Lebendigkeit gepflegte heimatliche Mundart öffnete gerade auch für den Fremden das Verständnis für die Sprache unserer Landschaft. Unvergessen für die Nachwelt wird Hans Hauser bleiben durch seinen Gedichtband „Dief i de Nacht“.

Durch seine profunde Kenntnis der Geschichte seiner geliebten Heimatstadt Villingen war Hans Hauser nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit für Museum und Altes Rathaus ein sachkundiger und stets geschätzter Führer. Hans Hauser gehört zu den großen Repräsentanten der Kultur unserer Stadt.

Der Geschichts- und Heimatverein Villingen wird sich an sein Wirken stets dankbar erinnern.