De Herter (Hans Hauser)

 

’s Gretli het Schlof. Es ka si nimme wehre.

Scho duets d’Lädemli zue. Mond’s nit verwecke.

Goddig, tragets Bettstättli nus i d’Kammer.

Ihr aber, Kinder,

 

rummet jetz zämmet, ’s goht uff zwölfi. Bloset

d’Stümpli us, aber zünslet nit, es kinnt e

Nästli brenne. Uffi i d’Stube jetzet.

Unteri mit Eu!

 

Noher griegt jedes no en Epfel und e

Kloster-Gueteli ab em Boom. Es langet

no für hit, und d’Springerli gilt es moerne

Morge zum Kaffee.

 

Ligeder? Also bättet z’Nacht mitnander.

Aber liisli. „Es stoht e n Engeli    “ Kerli,

duesch Du d’Händli unter de Decki verre

wemmer jetz bättet!

 

„Es stoht e n Engili uffem Bank,

het e Glöckli i de Hand.

’s Glöckli klinglet,

d’Engili im Himmel singet,

si wend e Meß hau.

Ihr arme Seele stond uff,

me wend au gau.

Iser Hergett am Kriiz,

d’Motter Gottes debii,

Sankt Johannes denebe,

helf is Gott

is ewig Lebe.

Amen.“

Monet wies luftet dusse, pfiift und staibt. Es

waiht de Schnee ab de Dächer. Um de Brunne

n umme hanget liszapfe . . . Kinder, loset!

Jetz schleeht es zwölfi.

 

Jetz goht de Herter still dur d’Gasse.

Vu de Altstadt kunt er dur rii und bloost

im hohle Grabe n unne. Watet dur nuff und

bloset unterem Bogge.

 

Bloset am Benediktiner und am Kloster.

Goht dur nab und dur nus und bloset i de Fülli.

Überall hört mer’s Hoern, me mont es

trüeg en en Engel.

 

Kinder, verschloofet nit. Verschloofets nitte!

Dierli gspürede scho, es stampfet i de

Stääl und schüttlet Ketteme. No e

nu no eWiili!

 

Stoht er nit scho am Brunne n a de Zeahntschiir?

’s garret unter de Stiffel. Au, wie dampft sin Otem! ’s ische!

Schlupft us de Händsche, huestet,

huchet i d’Händ und

 

nestlet am Mantel, wo ner’s Hoern

verschoppet, sorgli bhüetet und gwermt het.

Wischt nohmol es Muul ab, setzt es Hoern aa, und holet Otem.

Loset jetz, Kinder!

 

„Oh, ihr Veah,

ihr Küeh,

ihr Stier

stond uff!

Stand uff, stand uff, Du fuuli Magd

und nimm Di Kueh am Halftersack,

und milk si suber, suber us,

der Herter wartet scho

vors Gruslis, Gruslis Hus!“

 

So! Und jetz schlofet wohl und keiet

moerne Morge ’sLämpli nit um bim Rüste.

Honders ghört? Jetz schlofet wohl. Und am halbe fünfi

weckt ichi d’Motter.