Homweh (Resi Schwarz)

 

Zwei Rietvögel hont je e Hiisli baut,

dert nus ans Goldene Biehl;

hont welle e weng me Sunne hau,

’s war z‘ eng im alte Riet.

 

Daß d‘ Nestwärmi nit verlore got,

hont sie käb nebeenander baut.

Und brucht mol an en gute Root,

no wird enand vertraut.

 

Me ka dert duß au elles hau,

grad so wie i de Stadt.

Und de Romeies sieht mer au,

we’mer nusguckt us de Mansard.

 

De Jungvogel plogt des Homweh bes,

daß er mengmol homli briilt.

No packt er ’s Kind i d‘ Kindersches

und rennt mit ihm is Riet.

No kummet ell‘ de Reih‘ no dra,

des got vu Hus zu Hus:

Ob de Ostertag ’s Bier no mag

und d‘ Lisbeth fürs Herzli ebbis brucht?

 

Ob d‘ Helen no hinterm Vorhang schecht,

wenn e Päärli a de Hustiir stoht?

Und wenn e Auto durchs Gässli spritzet recht,

b ‚ is Thüringers ’s Fenster ufgoht.

 

Wa’s Mosers Resli Schuhwäsch macht,

ob sie trocke weret mit ‚em Föhn?

Und ob d‘ Weber-Anne no so lut lacht,

daß es ’s ganz Riet nuf tönt?

 

Ob Deilin ell Woch ‚en Bese abwischt

und dobi elles sieht?

Kurzum de Rietvogel frogt,

wa sich zutreit het im Riet.

 

 

 

No hockt er oft en halbe

Dag mitte is Rietvogelnest,

schwätzt, frogt, lacht und datscht;

’s ischt jedesmol e Fescht.

Und wieder nimmt er Kindersches,

er lachet vor sich na:

Hiit obed verzell ich ell’s de Res,

daß die au lache ka!