PROFESSOR DR. DR. H. C. KARL SIEGFRIED BADER WURDE 80 JAHRE

 

Am 27. August 1985 beging Karl Siegfried Bader an seinem Wohnort Zürich den achtzigsten Geburtstag.

 

Es ist hier nicht der Platz, sein umfassendes, reiches Werk angemessen zu würdigen. Es ist eine bescheidene Reminiszenz für einen Mann, dessen schöpferisches Werk letztlich auch in der heimatverbundenen Beseeltheit seine Ursprünge hat. Als Lehrersohn 1905 im Schulhaus Waldau im Hochschwarzwald geboren, erlebte K. S. Bader seine Kindheit und Jugend zusammen mit seinen drei Geschwistern in Gutmadingen am Fuße des Wartenbergs, am Ufer der jungen Donau und unweit des Fürstenbergs, einem prägenden Umfeld. In Donaueschingen besuchte er das humanistische Gymnasium, wo er 1924 das Abitur ablegte. 1928: Erstes juristisches Staatsexamen an der Universität Freiburg. Mit seiner Dissertation „Das Schiedsverfahren in Schwaben vom 12. bis zum ausgehenden 16. Jahrhundert“, 1929, war von ihm selbst eine wesentliche Richtung des künftigen Weges vorgezeichnet worden, die Rechtsgeschichte. 1933: 2. Staatsexamen und vorerst freier Rechtsanwalt. Noch in den 30er Jahren zunächst wissenschaftliche Betreuung, dann nebenamtliche Leitung des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs in Donaueschingen ab 1937 — für ihn eine hervorragende Gelegenheit zur Erforschung allgemeiner Rechtsphänomene des Mittelalters und besonders jener der näheren Heimat, vor allem der Baar. Ab 1941 zum Militärdienst eingezogen, habilitierte er sich noch 1942 mit einer Arbeit über „Die Zimmerische Chronik als Quelle rechtlicher Volkskunde“, einem rechts- und kirchengeschichtlichen Thema. — Im Juli 1945 kehrt Bader aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück. Die Zeit des Wiederaufbaus der Justiz, des Rechtslebens, der Forschung und der Lehre beginnt von neuem und sieht ihn in vorderster Front. 1945 a. pl. Professor an der Universität Freiburg, 1946 Generalstaatsanwalt, 1951 Ordinarius für Deutsche Rechtsgeschichte und Kirchenrecht an der Universität Mainz, 1952 München. 1953 folgt er dem Ruf als ordentlicher Professor für Schweizerische und Deutsche Rechtsgeschichte nach Zürich, wo er auch die „Forschungsstelle für Rechtssprache, Rechtsarchäologie und Rechtliche Volkskunde“ bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1975 leitete. „Bader ist stets von einer konkreten Fragestellung in einer ihm vertrauten Umwelt ausgegangen und hat von hier aus örtlich und sachlich immer mehr Terrain in sein Forschungsinteresse einbezogen“ (Clausdieter Schott). Gerade diese Methode machte ihn inhaltlich für den Heimatforscher mit Amateurstatus so transparent. Bader fehlt die Hochgestochenheit akademischer Terminologie völlig. Die anspruchsvollen Inhalte seines Schrifttums, gekleidet in das Maß einer allgemeinverständlichen Sprache, machen ihn mit seiner geistigen Potenz und seiner fachlichen Kompetenz zu einem Aristokraten unter den Gelehrten. Von seinen zahllosen Arbeiten, genannt seien nur „Das mittelalterliche Dorf als Friedens- und Rechtsbereich“, „Die Dorfgenossenschaft und Dorfgemeinde“ und die gesammelten „Schriften zur Landesgeschichte“, hat auch die Forschung im Rahmen des Geschichts- und Heimatvereins Villingen profitiert. Neben seinen unmittelbaren wissenschaftlichen Einlassungen haben wir Anlaß, ihm für seine bereitwilligen Anregungen verbunden zu sein.

So gehören auch wir zum Kreis derer, die ihm von Herzen gratulieren!