Fabrikant Hermann Preiser, Zweiter Vorsitzender, wurde Ehrenmitglied des Geschichts- und Heimatvereins

Aus dem Vereinsgeschehen

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres verlieh der Geschichts- und Heimatverein Villingen seinem zweiten Vorsitzenden bei der letzten Jahresversammlung im Dezember 1983 die Ehrenmitgliedschaft. Das Wirken Hermann Preisers ist in zweierlei Hinsicht zu würdigen:

1. Seine wissenschaftliche Arbeit.

Er ist einer der besten Kenner der geschichtlichen Verflechtungen der Stadt Villingen. Mit seinen substantiellen Kenntnissen ist er einer der letzten Bewahrer stolzer geschichtlicher Vergangenheit. Neben seiner Vortragstätigkeit hat er mit wissenschaftlicher Akribie zahlreiche Themen bearbeitet und sie im Druck niedergelegt, so z. B. „Fürstabt Hugo II. von Villingen und die Thermen bei Ragaz“, „Der Villinger Glockenraub in Schwenningen“, die umfangreiche Publikation „Die Herren von Kürneck“, „Die Wasserbelagerung im Jahre 1634“, „Gedanken zur Geschichte unserer Stadt im 11. und 12. Jahrhundert“, „Klosterguetili und andere klösterliche Kostbarkeiten“, „Die Warenburg in Villingen — die Martinskirche in Kirchdorf: geschichtlicher Zusammenhang oder zufälliges Nebeneinander?“, und in diesem Jahresheft stellen wir dem Leser die umfangreiche Fleißarbeit der „Villinger Glockengeschichte“ vor.

2. Seine Tätigkeit für den Geschichtsverein.

Seit der Gründung des Vereins hat sich Hermann Preiser um die Führung und Leitung des Vereins verdient gemacht. Da sind zunächst einmal die Exkursionen zu nennen, die er organisierte und leitete, zum Beispiel : Von St. Gallen nach der Ta-minaschlucht in der Schweiz, Vier Tage Südtirol, Schenkenberg- und Zeilenkapelle bei Emmingen ob Eck, Von Murten über die Burg Habsburg nach Vindonissa in der Schweiz, Flurbegehung über die südliche Gemarkung vom Runstal zur Warenburg, Zwei Tage in die Schweiz zur Kiburg nach Näfels, wo 1388 die Villinger ihr Fähnlein verloren. Diese Aufzählung erschöpft nicht seine vereinsinterne Tätigkeit. Hervorzuheben ist vor allem auch seine Tätigkeit im Vorstand selbst. Sein Engagement wird nur verständlich, wenn man seinen Eifer kennt, der genährt wird durch den drängenden Wunsch, Geschichte und Heimat zu erforschen. Sein innerer Antrieb ließ ihn die vielen persönlichen Opfer an Zeit und Geld vergessen, die er selbstlos für die Sache zur Verfügung stellte. Die Liebe zur Heimat und die Identifikation mit ihrer Landschaft hat bis auf den heutigen Tag den Pulsschlag des Herzens bestimmt. Auf diese Weise war auch das Leben im Geschichts- und Heimatverein und dessen Existenz überhaupt stets ein für Hermann Preiser nahes Anliegen. Unübersehbar ist, daß sich diese Einstellung besonders in kritischer Zeit des Vereins bewährt hat. Als nach dem Tode des zeitlich ersten Vorsitzenden, Hans Brüstle, die Impulse zu versiegen drohten, war es vor allem Hermann Preiser, der in ernster Sorge und Verantwortung das Ruder ergriff, um das Schiff wieder in die See hinaus zu steuern.

Dieses, für den Verein so fruchtbare Wirken, veranlaßte die Mitgliederversammlung, Hermann Preiser die Ehrenmitgliedschaft des Geschichts- und Heimatvereins zu verleihen. An dieser Stelle wünschen wir ihm noch viele Jahre Gesundheit und Schaffenskraft.

Hu