Ältere Form Villinger Trachtenhauben

Die Personen auf unserem Bild: Links die Frau des Sägewerksbesitzers Beha, dann Luise Sernatinger, s. oben, anschließend Frau Kille, Eisenhandlung, Niederestraße (neben Bilka) und ganz rechts Frau Gertrud Kreyer, Tochter des Schlossermeisters und Landtagsabgeordneten Ignaz Görlacher.

 

Unsere Aufnahme aus dem Jahr 1926 zeigt die ältere Form Villinger Trachtenhauben. Die Tracht war Sonn- und Festtagskleid. Noch im 19. Jahrhundert herrschte die schwarze Haubenart vor, obwohl die Goldhaube seit etwa 1820 vertreten ist. Wer es sich leisten konnte, hatte zwei Hauben, wobei die Goldhaube dann dem festlichen Anlaß diente. Die schwarze Haube von Luise Sernatinger, geb. Dorer (Metzger-Dorer, Bickenstraße) — zweite von links — stammt von deren Großmutter und wurde von dieser um 1850 offiziell getragen. Sie erscheint noch heute an Fastnacht. Die letzte (Gold-) Haube wurde von einer Braut zu ihrer Hochzeit 1868 getragen. Wie an unserem Bild deutlich zu erkennen ist, waren die Hauben früher länglicher und im Übergang steiler nach oben gerichtet. Auch die Haubenräder waren nicht so ausladend und eigentlich als Rad kaum erkennbar. Vom Typ her gehören sie zur „Bodenseehaube“, im Gegensatz zu den flacher gerichteten Schwaben- oder Bauernhauben. (Fachauskunft : Hermann Preiser, 2. Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Villingen )