Aus dem Vereinsgeschehen Hohe Auszeichnung für zwei Vorstandsmitglieder des Geschichts- und Heimatvereins Villingen

Als der Geschichts- und Heimatverein 1982 das Kunstschaffen des Hans Hauser durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft würdigte, erfuhr er gleichzeitig im letzten Jahresheft VII Erwähnung in angemessenem Rahmen. Während wir Hans Hauser noch einmal im Bild und mit einigen seiner Verse vorstellen, wollen wir Dr. Wilhelm Binder die nachstehenden Ausführungen widmen.

Dr. Wilhelm Binder erhielt das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Als diesem Mann im Jahr seines 70. Geburtstages die öffentliche Anerkennung seiner Arbeit durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes zuteil wurde, ist so viel über ihn geschrieben worden, daß man den Zeichen des äußeren Erfolgs keine weiteren hinzufügen kann, man müßte sich wiederholen. Dennoch ist es Chronistenpflicht, noch einmal einige Wegmarken dieses ungewöhnlichen Mannes aufzuzeigen. Als er 1913 in Villingen geboren wurde, war das Unternehmen seines Vaters noch ein kleiner Betrieb vor den Mauern der Stadt, industriehandwerklich betrieben. Nichts deutete auf eine außergewöhnliche Entwicklung hin.

Der universitäre Abschluß als Diplomingenieur hatte erhielt das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland für das Betriebsgeschehen noch keine durchschlagende Wirkung. 40jährig, im Todesjahr des Vaters 1953, tritt die große Herausforderung an Dr. Wilhelm Binder heran. Unter ihm vermehrt sich in noch nicht einmal 20 Jahren der Umsatz des Hauses um das Sechzehnfache, steigt die Zahl der Mitarbeiter von 400 auf 1200. Nebenher gibt es für ihn zahlreiche außerberufliche Engagements, z. B. als Mitglied des Stadtrats in Villingen und als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer. Zukunftsweisende Weichenstellungen in der Stadt und im Landkreis tragen auch seine Handschrift. Der Kultur und Wissenschaft verbunden, nicht zuletzt als spendabler Mäzen, verdankt ihm seine Heimatstadt die Förderung zahlreicher Initiativen. Im Besitze von mehr als 40 Erfindungen, die technologisch teilweise revolutionierend wirken, als erfolgreicher Unternehmer und Manager renaissancehaften Zuschnitts, scheint er sich in die übliche Karriere von Wirtschaftsbossen nahtlos einzufügen. Doch schon das Jahr 1964 läßt aufhorchen. Mit 51 Jahren beendet er ein wirtschaftswissenschaftliches Studium und promoviert neben seiner unternehmerischen Tätigkeit zum Doktor rer. pol.. Zum Erstaunen des Berichterstatters gesteht er: „Eigentlich bin ich nicht Unternehmer sondern zutiefst Ingenieur.“

Vielleicht ist es gerade der Ingenieur in ihm, der nicht zulassen wollte, daß er als kaufmännischer Unternehmer seine Arbeit ohne gründliche wissenschaftliche Kenntnisse in diesem fremden Metier besorge.

Es ist das Los einer solchen Würdigung, daß sie die unmittelbare Ausstrahlung dieses Mannes nur beschreibend wiedergeben kann. Wer mit ihm zusammensaß, weiß, wie seine personale Individualität stetiger Anspruch an den Gegenüber ist. Nicht etwa, daß Dr. Binder ein Mann der vielen und anspruchsvollen Worte sei, im Gegenteil. Die langen Jahre erfolgreichen aber auch verzehrenden Schaffens haben aus ihm einen Mann gemacht, der immer wesentlicher und damit, fast notwendig verbunden, immer stiller geworden ist. Gerade weil er den Glanz und die Eitelkeit der äußeren Welt hinter sich gelassen hat, ist er jetzt, wo man ihn öffentlich ehrt, in eine neue Dimension seines Lebens eingetreten. Wie anders sollte man es verstehen, wenn er in jedem Jahr seine Ferien bei einem Bauern in Südfrankreich verbringt, wo er für den Lohn des Essens und Schlafens auf den Feldern arbeitet. Selbst seinen Doktortitel hat er dann im Schwarzwald gelassen, er ist einfach nur „Monsieur“. Und wenn er im Kreise von uns Vorstandskollegen des Geschichts- und Heimatvereins sitzt, ist er schweigsam und spricht nur selten mit halblauter Simme. Wenn er aber spricht, dann werden seine Worte zu Sentenzen der Gedanken, die eine weitere Diskussion erübrigen. So gestaltet er seit Jahr und Tag das Leben im Geschichts- und Heimatverein mit und gibt damit erneut einen Teil seiner heute noch immer knapp bemessenen Freizeit als Ausdruck seiner Zuneigung zur Heimat und Geschichte seiner Vaterstadt an uns alle.

Lieber Dr. Wilhelm Binder: Nehmen Sie diese Würdigung so wie sie ist, unvollkommen in der Form aber vorgetragen mit einem Herzen voll Sympathie und Freude darüber, daß wir Sie haben.

Werner Huger

Hans Hauser – wurde die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zuerkannt

 

Gloet

Scho wider gang i hintere Hoffning drii

und trag es Load. Wor is verkrafte kinne?

I gspür wies schafft und wurmet immer inne

und schwiig, verdrucks und worges i mi nii.

 

Wa isch e Hoffning scho? En schäne Schii!

Worum sich, het si troge, hintersinne?

I ka jo ell Dag wider neui spinne

und wor nit ärmer, ehnder riich debii.

 

Denn nint, wa je mol dur mi duri goht,

verkunnt; es sinkt nu abe uff de Grund

und weest as Blueme n uff im neue Kload.

 

’s woest neamert, wos im Struuß no überkunt,

wievil vegrabni Hoffninge und Load

drin inne sind und wie n es um mi stoht.

Hans Hauser