Mi Mottersproch (Hans Hauser)

Mi Mottersproch hockt, alt und schii,

im Spittelhof und sunnet si.

Wer kennt si noh? Wer frait si drab?

Si brosemet wie d’Ringmuur ab,

si tricknet mit de Brünne n

machts nimme lang, so manets mi.

Mengmol, wenn i nint z’triibe hau,

bliib i e Wiili binere stauh,

si woest, daß i si liide ma

und lacht mi us der Stockzaih a :

 

Die Riet im Obedsunneschii,

wa isch des für e Hoemet gsi!

Vum Törli unne bis zu iis

hond Kinder ballet dotzedwiis,

hond d’Bure’s Veah a d’Brünne glau

und Heu verzettlet, Mischt und Strauh.

Und elli Kriizstöck, wie mers denkt,

sind volle rote Nägili ghängt.

 

Din Turn, i Dine Buebejohr

e langi Ziit e n earnsti Gfohr.

Woesch noh, wies sellmol gange n isch,

wo de dra uffi klimmet bisch?

De bisch z’mols obe n abe keit

und hesch der’s Muul und d’Nas verheit.

So, het es ghoese, jetz hesch Rueh,

worsch’s welleweag moern nimme due.

Guck dert im Ahoern überm Tor

singt überluut wie närrsch en Stoor.

Dert hesch di mengmol umme druckt

und dief in bruuni Äugli guckt.

I mon, wenn sie Di gnomme het,

si hets bi Dir nit schleachter ghet;

’s kunnt anneweag nit wie mers denkt,

wem mer sich a n e Mannsbild hängt.

 

Jetz isches still ums Obedrot.

Koe Kindergschroe, kon Brunne goht,

es fliegt koe Schwälmli meh ums Huus,

es nachtet, und Di Spiil isch us.

I hör Di Motter wie im Troom:

„Es liftet Bättziit, kumm jetz hom !“

Hans Hauser

 

Dieses Gedicht ist entnommen aus: „Dief i de Nacht“ Alemannische Gedichte Verlag H. Müller, VS—Villingen

(Erhältlich in allen Buchhandlungen)