Zur Geschichte der Freiherren von Ifflinger-Granegg (Dr. Josef Fuchs)

Die Freiherren von Ifflingen zu Villingen.

Das mit den Edelfreien — so die mittelalterliche Benennung — von Uveningen 1081 mit einem ebenfalls erstmals genannten „Herrn von Württemberg“ in einer Schenkungsurkunde des Klosters Reichenbach erstmals genannte und 1244 in die Geschichte eintretende Geschlecht der „Ifflinger“ hat seinen Ausgang offenbar von Horb genommen. 1261 ist Willeburgis von Ueffeningen Priorin des Dominikanerinnen-Klosters zu Kirchberg. Die frühesten Nennungen in Horb, im Anniversarienbuch des Heiligkreuzstifts zu Horb, Conrad der Erste, verehelicht mit „siner husfrauwen Mechthilden…“ aus dem Geschlecht der Böklin aon Eutingerthal, einer Burg bei Eutingen (Lehensleute der Pfalzgrafen von Tübingen und der Grafen von Hohenberg) zeigen auf Horb und Eutingen. — In Rottweil waren die Ifflinger mit der Patrizierfamilie Bletz von Rothenstein.

Blick in die Bickenstraße. An der Südseite der vordere sichtbare Erker in noch spätgotischer Form mit dem Wappen der Ifflinger. Offenbar hat neben einem Haus im Riet, wie überliefert, ein Ifflinger in der Bickenstraße gewohnt bzw. ein Haus besessen.

 

Mit Hans Yfflinger zu Villingen, Sohn des Conrad III., der am 18. Nov. 1483 verschiedene Lehen von Graf Eberhard von Württemberg erhält, tritt eine bedeutende Linie des Geschlechts in Villingen auf und nimmt dort seinen Wohnsitz. Bezeichnend, daß ein Konrad Ifflinger, 14981510 Franziskaner-Provinzial zu Villingen ist und dort wissenschaftlich hervortritt. Die Zeit des Heinrich Karrer und der Ursula Haider ist eine für Villingen und besonders der damaligen Blühte der Franziskaner zu Villingen noch nicht gewürdigt.

Im Jahre 1490 den 11. März urkunden Vogt und Richter zu Neuhausen, daß Junker Hans Yfflinger als Anwalt seines Vaters Junkers Conrad, von dem kaiserlichen Hofgericht aufgefordert, zu beweisen, wohin der Hermanns-wald gehöre als Zeugen hiefür den Cuentzlin Werner, Conrad Schlenker und Heinrich Schneider vorgeschlagen habe. Diese drei bezeugen, daß sie von Alters her nie anders gehört, als daß der Hermannswald nach Nieder-eschach gehöre 1490 Donnerstag nach Reminiscere.

Pap. Orig. im Stadtarchiv zu Rottweil mit Siegel des Johannes von Remchingen, Johanniter-Commenthurs zu Villingen. Vgl. Neue Mitteilungen des archäologischen Vereins Rottweil, Reg. Nr. 375.

Johannes war der erste Jfflinger, der von Württemberg mit den Schappel’schen Lehen, zunächst als Träger für seine Frau Ursula Schappel belehnt wurde. ao. 1496 Freitag nach Heiligkreuztag stellt „Hans Yfflinger von Villingen“ einen Lehrnrevers aus, daß er als Träger seiner Frau Ursula Schappel von Graf Eberhard von Württemberg den halben Teil an folgenden Gütern, die zuvor „Lien-hard Schappel min sweher“ innegehabt, empfangen habe: den Hof zu Hennelbronn mit Gericht, Zwing und Bännen, Holz, Feld und aller Zugehörung mit sammt dem Viehtrieb gen Lakendorf mit 600 Schafen von Galli bis Philippi und Jakobi, die Wäld und Hölzer jenenthalb der Eschach, ein Sechsteil an dem Kornzehnten zu Böhringen und ein Drittel an dem dortigen Heuzehnten, das Schlege-lins Gut zu Denkingen die Hälfte des Fekenhauser Thanns.

Perg. Orig. im Staatsarchiv. Mit denselben Lehen wird „Hans Yfflinger von Villingen“ belehnt von Herzog Ulrich, welcher ihm a. 1499 St. Bartholomäus Abend diese Güter zu einem rechten Mannlehen in Trägers Weise verleiht.

Perg. Orig. im Jfflingerschen Familienarchiv K. VII H. 21 Nr. 2. Das Jfflinger Siegel hängt an.

Jn der Folge zog Johannes Yfflinger auf einige Zeit von Villingen weg, kehrte aber nach dem Tode seines Vaters Conrad III. wieder dahin zurück, wie sein Satzbürger-brief vom 10. Juli 1505 ausweist, welcher sagt: Hans Yfflinger, zu Villingen seßhaft, hat sich nach dem Tode seines Vaters weiland Conrad Yfflinger mit seiner Hausfrau und seinen Kindern, mit liegenden und fahrenden Gütern „von nuwen Dingen“ zu Burgermeister und Rat von Villingen gesetzt und diese haben ihn in ihren Schutz aufgenommen mit folgendem Übereonkommen. Er will denen von Villingen gehorsam sein, vor ihrem Schultheiß und Gericht Recht geben und nehmen, jährlich auf Martini an Steuer und Umgeld 7 rh. fl. zahlen.

 

Erker mit Ifflingerwappen in Stein in Bickenstraße 14; heute im EG Apotheke, zuvor Schmied Fleig.

 

Will er oder seine Gemahlin Wein schenken, so soll er ihn verumgelten wie andere. Auch soll er das Korn-Umgeld und Frohn-fastengeld auf die Wacht für seine Person entrichten wie andere zu Villingen. Will eines seiner Kinder oder mehrere sich verheiraten, so dürfen sie ein ganzes Jahr lang ohne Weinumgeld und Wachgeld „und andere beswerd“ mit ihren „elichen gemechten“ bei ihrem Vater sitzen bleiben. Müßten die von Villingen für ihre Herrschaft Osterreich „raysen und usziehen“, so zahlt er uns die Seinigen vom Auszug an, man reise dasselbe Jahr viel oder wenig, für „raißstur“ eine halbe Steuer d. i. vierthalb Gulden. Begäbe es sich aber, daß man „an die Glocken slahen und sturm wurd lüten“, so ist er und seine Kinder nicht schuldig, mit dem Banner auszuziehen, sondern er soll in der Stadt, es sei auf den Mauern oder unter den Thoren, helfen das Beste thun. Ein in Villingen von ihnen gekauftes Haus oder Gut ist er zu versteuern schuldig. Will ein Teil bei diesem Geding nicht mehr bleiben, so muß dieses ein Jahr zuvor in offenem Rat mündlich oder schriftlich abgekündet werden. dat. Donnerstag nach St. Ulrichstag 1505. Das Jfflinger Siegel hängt an.

Perg. Orig. im Villinger Stadtarchiv. A. A. 5.

Nach den Rottweiler Steuerbüchern bezahlt Hans Yfflinger zu Villingen a. 1514 nach Rottweil 16 fl. Steuer. Noch ao. 1525 siegelt er zum letztenmal in Villingen und scheint um diese Zeit gestorben zu sein. Nach einer Bemerkung im Jfflingerschen Familienarchiv wurde er wie auch seine Frau Ursula in der Heiligkreuzkirche zu Rottweil begraben, wo auch sein Vater Conrad begraben sei. Diese mit vielen andern Novizen im Jfflinger-Archiv ist aber unglaubwürdig. Ein Eintrag in einem Villinger Ani-versarienbuch weist darauf hin, daß der Vater Conrad III. in der U. L. F. Kirche zu Villingen begraben war, wo für ihn und seine Frau Agnes Märheld ein Jahrtag gestiftet war auf Montag nach St. Oswald mit der Bestimmung: „et debet missia funeralis cantari usque in finem et debent accendi circa sepulerum duae candelae de nostris maioribus (candelis) sub vigilia et missa. Stadtpfarr-Reg. Villingen.

Johannes war verheiratet mit Ursula Schappel, der letzten ihres Geschlechtes, Tochter des Lienhard Schappel, Schultheiß zu Rottweil ao. 1464 und der Ursula von Wernau.

Aus diesen Texten ergeben sich eine Reihe bisher weitgehend unbeachteter Fakten: Die Tatsache des Alters der Neuhauser Vogtei, die Verhandlungen am kaiserl. Hofgericht zum Hermannswald, die Namen der Zeugen, die Zeugenschaft des Villinger Johanniterkomturs Joh. v. Remchingen, sodann das Schappel’sche Lehen, mit dem bedeutenden Rottweiler Patriziergeschlecht verbunden, insbesondere was dieses Lehen beinhaltet, der beachtliche Umfang und die Lage der Lehengüter. „Hans Yflinger von Villingen“ wird 1499 mit diesem Lehen durch Herzog Ulrich von Wttbg. begabt. — Weit interessanter für Villingen jedoch der Satzbürgerbrief für Hans Yfflinger vom 10. Juli 1505 von Bürgermeister und Rat von Villingen, daß sich hans v. Yffl. nach dem Tod seines Vaters Conrad „von nuwen Dingen“, neuerdings (oder wiederum mit liegendem und fahrendem Gut zu Villingen seßhaft gemacht hat. Es muß Hans v. Y. dabei klar gewesen sein, was ihn erwartet. Er setzt sich unter Villinger Recht und Gericht, zahlt Steuer und Umgeld, so für Wein (wobei die Kinder bei Heirat für 1 Jahr davon befreit sind). Der Betrag von 7 rhein. Gulden ist nicht unerheblich. Die Pflichten der Wache sind dieselben des Bürgers, nicht jedoch ist die Familie zum Auszug verpflichtet (die erste Villinger Auszugsordnung stammt ja aus dem Jahr 1284; sie spielt im Stadtrecht und der städt. Stellung im größeren gebietine bedeutende Rolle. Warum Hans Y. nach Rottweil 16 Gulden Steuer zahlt, kann mehrere Gründe haben, u. a., aß er dort gewisser Pflichten ledig ist. Möglicherweise teht ein Zusammenhang mit der Rottweiler Familie chappel, dessen einer Zweig bereits 1484 (Heinrich) in rillingen wohnt und schon 1484 bei der Teilung sich in Tillingen befindet. Heinrich Schappel erhält Lakendorf, essen Schloß im 18. Jh. mit schöner Ansicht überliefert ist.

Da die Ifflinger und Schappel bedeutenden Besitz hatten, wäre es interessant zu wissen, wo sie in Villlingen sassen bzw. welchen Standort sie bevorzugten, aber auch, die beschaffen solche Häuser bzw. Sitze waren. Es darf rotz der Bickenstraßenerkers nicht außer Acht gelassen werden, daß sich in Villingen einige Häuser mit den Eckquadern mit Buckeln erhalten haben, die man als vom Hochmittelalter erhalten betrachten muß.

Leider ist es nicht möglich, im Rahmen dieses Berichts, der auf die Bedeutung des niederen Adels, welcher schon seit den Kreuzzügen in die Städte zu ziehen begann — denken wir bes. an die Herren von Tannheim, die vermutlich auf der Keferburg saßen — und an die Folgen für die Häusergeschichte der Stadt hinweisen soll, auf weitere Gesichtspunkte einzugehen. Eines ist aus dem kurzen Bericht auch zu ersehen: Stadt- und Verfassungsrechtlich ergeben solche Quellen zusätzliche Verdeutlichungen, so die Steuer u. z. B. die Auszugsordnung betreffend, wie sie aus dem reinen Gesetzestext kaum oder licht zu erkennen sind.

Die 8 Kinder des Hans Ifflinger bringen in der Folgezeit für Villingen eine große Zahl von aufgezeichneten Vorgängen, die in vielen Einzelheiten wert wären, hier genannt und so ins Gedächtnis der heutigen Bewohner zu kommen. Ein Beispiel stehe für viele: 1533: der 1. Sohn des Hans, Hans Bastian ist Lehenträger für Pelagius Bletz von Tothenstein Söhne in Villingen: „mit dem Hof in der Alten Stadt zu Villingen, 17 Jauchert Akers, ein Drittel an dem großen Heuzehnten zu Villingen.

Das Ifflingerwappen des S. 33 abgebildeten Erkers. Mann und Frau, wie das Wappen in Stein gehauen, 16. Jh. Im Rathaus von Rottweil befindet sich eine Wappenscheibe in Farbglas, im unteren Teil das Lindenblattwappen in 5, oben in 3 Teilen.

 

Zeittafel der Ifflinger in Villinger Quellen

1503 Conrad III., gest. ca.  1503, beigesetzt im Münster.

1541 Dr. Hans Friedrich in Niedereschach beigesetzt.

Hans Jfflinger, gest. um 1525.

Conrad III. in Villingen begraben.

1511 kauft Hans Seb. Yflinger ein Gut in Niedereschach um Villinger Währung.

1531 Hans Seb. in einen Streit mit Kloster St. Georgen verwickelt.

1531 verkauft Phil. Münzer von Sinkingen „Hans Bastian Yfflinger von Granegg“ seinen Zehnten z. Horgen.

1533 wird Hans Bastian Jfflinger als Lehensträger für die Söhne des Bletz v. Rohenstein belehnt.

1540/43 Türkenschatzung

Ritterschaft Schwarzwald 1543.

1555 Hans Sebastian erkauft den Zehnten von Niedereschach.

1560 Hans Seb. wird in der Kirche zu Niedereschach begraben.

um 1570 wird Anton Jfflinger in der Kirche zu Niedereschach begraben.

1581 hinterlegt Hans Jörg Jfflinger bei der Stadt Villingen Schuldbrief.

1594 Hans Jörg Jfflinger verkauft seine Herrschaft f. 77.000 fl. an Andreas Jfflinger, gesessen zu Villingen. Hans Georg schuldet an Hans Werner Jfflinger zu Villingen 1000 fl. Unterzeichner: A. Jfflinger und der junge Michel Schwert. Bald starb Andreas; Hans Werner verkaufte nun an Rottweil. Jfflinger-Erbe soll nun wieder in Familienbesitz.

1544 Conrad Jfflinger erwirbt vom Kloster Tennenbach Haus samt Turm in Villingen, genannt der Bollerin Turm und Garten. Villinger Archiv. G. G. 42.

1547 zieht Conrad von Rottweil nach Villingen.

1549 wird Conrad Jfflinger samt Frau und Dienern als Dingbürger angenommen. A. A. 16.

1558 Conrad behielt Wohnsitz in Villingen; er schreibt, daß er die Türkensteuer nicht zahlen könne.

1572 hinterlegen Conrad und Amalie Jfflinger, des Hans Jakob Jfflingers Wittwe beim Rat zu Villingen einen Schuldbrief über 3000 fl., die ihnen Graf Nikolaus von Zollern schuldet.

1574 Rechtstag wegen der Erbteilung aus Anlaß des Todes des Thaddäus Jfflinger der Jfflingerschen Familie auf der Herrenstube.

Andreas I. Schultheiß zu Villingen (gest. 9. 2. 1598). Er war der Sohn des Conrad IV. Jfflinger von Granegg zu Wellendingen.

Andreas II., Sohn des Andreas I., starb am 4. 11. 1602 und wurde in Villingen begraben. Die Tochter Anna heiratete in zweiter Ehe den Johann Wilhelm Eichbeck, Schultheiß zu Villingen.

Agnes Mederin von Zannek, geb. Jfflinger v. Granegg stiftet am 20. 7. 1622 für ihren verst. Bruder Johannes bei den Barfüßern einen Jahrtag f. 150 fl., dazu 50 fl. Spende für Arme.

1503 Daniel Jfflinger stiftet auf Charfreitag eine Brotspende (lt. Villinger Anniversarbuch von 1503). Wolf Leonhard Jfflinger hinterläßt nach dem Inventar: zwei Häuser samt Krautgarten und Scheuer in der Riethstraße sowie u. a. „ein silberin Glas“.

1582 wird Hans Joachim I. lt. Dingbrief als Satzbürger mit jährlicher Steuer von 8 fl. auf St. Nikolaus aufgenommen.

1593 geben Hans Conrad von Vohrburg zu Delsperg und Karl Jfflinger von Granegg dem Rat zu Villingen einen Bericht.

1587 werden Zinsbriefe von Hans Joachim Jfflinger mit Hans Joachim von Freiburg, Bürgermeister, Andreas und Hans Jörg Jfflinger und Hans Christoph Bletz von Rotenstein beim Rat zu Villingen hinterlegt.

1591 stirbt Hans Joachim Jfflinger zu Villingen. Er ist dort begraben.

1594 verkauft Carl Jfflinger von Granegg zu Villingen durch seinen Bevollmächtigten Ulrich Bühler, Bürger und Organist zu Villingen an den Spital zu Rottenburg seinen dritten Teil am Laienzehnten zu Seebronn samt allen seinen Gerechtigkeiten.

1598 kauft Carl Jfflingers Witwe, Martha von Thalheim von der Schwester ihres Mannes, Anna von Vhorburg, geb. Jfflinger, deren zwei Häuser zu Villingen „ufm Keferberg“ mit Garten an der Riethstraß, das eine Haus stoßt an Rietturm, das andere hinten an Junker Betzen, vornen an die Allmand.

1653 ff. ist Hans Jakob Jfflinger Schultheiß zu Villingen. Er erscheint als solcher in diesem Jahr wie auch 1668 in verschiedenen Urkunden.

1672 belehnt der Konvent des Klosters St. Clara zu Villingen nach dem Tode des bisherigen Jnhabers Cas-par von Waldkirch den Hans Jakob Jfflinger von Granegg mit einer Wiese, dem sog. Vogelherd vor dem Rietthor.

1705 macht Hans Philipp Jfflinger im Schloß zu Friedingen sein Testament. Er setzt dabei zu Erben ein die beiden Töchter des Georg Jakob Jfflinger zu Villingen, Maria Theresia und Maria Franziska und seine Base Maria Dorothea Link, geb. Braun, welche ihn verpflegte.

1687 (10. 2.) macht Franz Dietrich mit seiner Gemahlin sein Testament zu Villingen „in unserer vorderen Behausung“. Hier wurde der Ehevertrag, welchen Franz Dietrichs Frau Catharina Margareta Schenkin von Staufenberg am 25. 11. 1673 mit ihrem ersten Ehemann, Georg Friedrich von Themar, geschlossen hatte, für ungültig erklärt. Die Frau Catharina Margarete wurde Universalerbin der gesamten Fahrnis und der zwei Häuser zu Villingen an der Riethstraße beim Thor samt Scheuer und Garten.

Franz Dietrich stirbt am 12. 2. 1687. Aus diesem Anlaß schreiben am 18. 3. Bürgermeister und Rat zu Villingen an das Ritterschafts-Direktorium, daß Franz Dietrich „unser gewester Satzburger, auch Mitrat und Gerichtsverwandter“ gestorben und seine Frau zu einer Allodialerbin, zu Lebensnachfolgern aber seinen Bruder Hans Philipp Jfflinger und seines Bruders Joachim minderjährigen Sohn Georg Jakob hinterlassen habe.

1666 am 12. 4. wurde Georg Jakob der Erste, Sohn des Hans Joachim Jfflinger von Granegg und der M. Magdalena von Pflummern im Liebfrauenmünster zu Villingen getauft. Seine Taufpaten waren Wilhelm Eichbek, Bürgermeister zu Villingen und Maria Elisabet Felizitas von Waldkirch, geb. Holzapfel von Hirzenheim.

1692 2. 1. wird Georg Jakob zu Villingen mit Frau und Kind und Ehehalten als Satzburger gegen Bezahlung von 12 fl. Satzgeld aufgenommen (Villinger Archiv).

1703 stirbt Georg Jakob zu Villingen, nachdem er nur einige Wochen krank gewesen war.

Nach der Erbteilung sollte Georg Anton Jfflinger erhalten: Friedingen mit Zugehörung und das Rebgut Salzberg bei Konstanz, Franz Ignaz das Lehen Lakendorf nebst den dortigen eigenen Gütern,

ein Haus zu Villingen und den eigenen Gilthof zu Thalheim bei Horb, Maria Franziska Jfflinger von Granegg, die sog. Streumadt zu Dissis bei Feldkirch, den Krautgarten vor St. Nikolai Thor daselbst, das Rebgut am Schildried zu Gössis. An Kapitalien waren vorhanden 12 960 fl.

An Schmuck und Kleinodien:

146 kleinere und größere Stücke aus Silber, 3 Schließen und 2 Haarröslein, jedes mit einem Diamant in Silber gefaßt, das erzherzoglich österreichische Wappen an einer goldenen Kette, ein Contrefait mit goldenem Reif, darstellend Susanna und die 2 Männer, eine Perle daranhängend, ein goldgefaßter Ring mit 1 Diamant und 8 Rubinen, ein Haarschmuck mit 6 Diamanten in Silber gefaßt, ein Bracelet mit 11 Diamanten in Silber gefaßt, 2 goldene Armbänder, jedes mit 9 Röslein und 1 Rubin darin besetzt, ein Anhängstück mit Smaragd und Rubin in Gold gefaßt, die Flügel des Papageis ausstreckend, eine goldene Rose, daran ein goldgeschnittenes Gesicht mit 3 Perlen, 2 goldene Bracelet mit dem von Pflummerschen Wappen, 2 Diamant-Ohrengehänge, 1 goldgefaßtes Kreuz mit 5 Edelsteinen und 1 Perle, 2 Ringe mit Diamanten in Silber gefaßt, 1 in Gold gefaßtes, mit Smaragd und Rubin versetztes Anhängstück, darinnen 1 Papagei und 3 anhängende Perlen; 2 in Silber gefaßte Ringe, da der mittlere Stein ein Rubin, außerhalb mit Diamanten besetzt; 1 in Gold gefaßter Ring, in der Mitte mit einem großen, zu beiden Seiten mit 6 kleinen Diamanten besetzt, item 1 Saphir in Gold gefaßt und mit 14 Diamanten versetzt; item 2 silberne Haarnadeln, mitten mit einem größeren, nebenum in Form einer Rose mit 24 kleineren Diamanten besetzt, item 1 Perle.

Georg Jakob Jfflinger von Granegg hatte 6 Kinder: Franz Jgnaz, Johann Sigismund Franz, Maria Barbara Franziska, Maria Anna Theresia, Eleonora Josepha und den Stammhalter Georg Anton.

Vorliegender Beitrag ist zum größten Teil nach der Veröffentlichung von Konrad Rothenhäusler: „Geschichte der Freiherren von Ifflinger-Granegg“ 1896, zusammengestellt von J. Fuchs.