Johann Jakob Riegger — ein bedeutender Pfarrherr Villingens (Dr. Josef Fuchs)

Das hier gezeigte Portrait, Öl auf Leinwand, im Münsterpfarrhaus erhalten, zeigt den „Rector Ecclesiae“, den Pfarrektor Johann Jakob Riegger „Villinganus‘, Natus (geboren) zu Villingen am 14. July 1668. Bereits im 23. Lebensjahr wurde er als Vikar (Parochus-Priester) ordiniert. Im selben Jahr 1691 wird er Vikar in Pforzheim, 1695 Priester in Hausen und 1698 Parochus in Villingen. Wir dürfen annehmen, daß er von diesem Jahr an Pfarrherr (rector ecclesiae) in Villingen ist, denn von seinen Aktivitäten, Prozessionen während der großen Belagerung von 1704 durch Tallard ist berichtet. Riegger war eine der großen Persönlichkeiten in der Stadt überhaupt, nicht nur eine der Säulen in der Bedrängnis von 1704.

Wie die Umschrift weiter aussagt, wurde er Deputierter für das (Land)Kapitel (Dekanat), Apostolischer Notar 1712, erwählter Kämmerer 1722. Er starb am 7. July 1737, im 69. Lebensjahr (Aetatus Vitae) und im 38. seiner Tätigkeit als ‚Parochus`, als Pfarrherr von Villingen. — Der weitere Text ist im momentanen Zustand des Gemäldes nicht zu entziffern. Er beginnt: OPERA ipsia = seine eigenen Werke . . . , FAMA relinqua . sein Ruf der ihm nacheilt . . ANIMA comendam … seine Seele sei (dem Herrn …) empfohlen.

Links oben das persönliche Wappen mit der Aufschrift: Aetatis LII (52), d. h. im 52. Lebensjahr wurde er gemalt.

J. J. Riegger ist der Verfasser des Naegelinskreuzbüchleins, der Pfarrherr der Münsterrenovation bzw. Barockisierung des Münsters von 1720-24, Miterbauer der Lorettokapelle und besonders der Seelsorger in der Zeit größten Aufschwung religiösen Lebens in Villingen. Es ist darum angebracht, ihn an dieser Stelle nach dem ersten Bericht über die jetzige Münsterrenovation zu stellen. Dabei sollte schließlich nicht vergessen werden, daß die Villinger Pfarrherren in ihrem Pfarrhaus gegenüber dem Haupteingang des Münsters bis zum Jahr 1926 saßen, als die Pfarrei das Pfarrhaus mit der Benediktinerkirche tauschte. Stukkaturen, u. a. mit dem Wappen J. J. Rieggers im 2. Geschoß dieses Hauses zeugen noch von einer anderen Zeit. Es erscheint wichtig, diese Dokumente zu erhalten und nicht, wie vor gut 10 Jahren geschehen, in einem Zimmer dieses Hauses radikal zu beseitigen.