Aus der Baugeschichte des Benediktinerklosters zu Villingen (H. Brüstle)

Seit dem 15. Jahrh. besaß der Benediktinerorden, dessen Kloster 1083 auf der Gemarkung des heutigen St. Georgen im Schwarzwald gegründet worden war, in Villingen ein Haus, die sogen. Alte Prälatur an der Nordwestseite der Stadtmauer. Daneben standen eine Kapelle und ein Konventhaus. Beide fielen 1637 einem Brand zum Opfer. Die Kapelle wurde wieder aufgebaut.

Nachdem nach 1648 das Kloster in Sankt Georgen endgültig an das protestantische Württemberg gefallen war, begannen die Mönche in Villingen mit dem Bau eines neuen Klosters. 1662-66 wurde der jetzige Nordflügel im Anschluß an die schon bestehende Kapelle erbaut. Dieser Trakt war der Ausgangspunkt der gesamten Klosteranlage. Parallel hierzu erstand das Langhaus der Kirche nach Plänen von Michael Thumb (1688). Erst 1719 wurde der Kirchenbau beendet; 1728 erfolgte eine Erweiterung des Chores bis zur Stadtmauer. Der Kirchturm selbst mit seinem schönen Turmhelm, ein Werk des Villinger Kunstschreiners Martin Hermann, war erst um 1756 fertig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bau des verbindenden Mittelflügels hatte 1728 seinen Abschluß gefunden. Unser Bild gibt einen frontalen Durchblick auf den Hochaltar. Die Kirche ist als Wandpfeilerkirche deutlich zu erkennen. Das Langhaus ist von einer Tonne überwölbt. Hochaltar und Altarblatt sind ein Werk von Künstlern aus der Villinger Malersippe Schilling.