Erinnern Sie sich noch? Villingen im Wandel der Zeit. (Helmut Kury)

Wie sich Villingen im Laufe der Zeit verändert hat, wird dieses Jahr im grafischen Werk von Richard Ackermann (1892 — 1968) gezeigt.

Die Bilder stammen aus drei Zyklen:

Von 1920 Kreidezeichnungen mit dem Titel „Alt-Villingen“, von 1924 Zehn Lithographien „Villingen“ und von 1968 „Villingen, die Stadt der schönen Türme und Tore“.

Wandel auch im künstlerischen Werk von Richard Ackermann:

Die Bilder von 1920 noch düster, romantisch, realistisch, ausgearbeitet, abgeschlossen.

Die von 1924 zeigen schon deutlich den Zeitgeist des Expressionismus. Sie sind hell, skizzenhaft, lassen Überschüssiges weg, sind durch Verzicht eigentlich viel wesentlicher.

Richard Ackermann lebte vorwiegend in Villingen und fand seine Motive in seiner Heimat.

„Aber nie ist ihm die historische Vergangenheit Hemmnis oder Ballast, sondern sie ist ihm eigenwillige Dimension, in der der Beschauer ein Stück seines Selbst erlebt und in die er seine Gegenwärtigkeit hineinprojiziert. Äußere Motive sind für ihn nur Anlass um sie auf seine Weise zu interpretieren und sich gleichsam von innen her in die Welt einzufühlen“ (Gustav Heinzmann).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer wieder hat Richard Ackermann die Ansichten seiner Heimatstadt in Serien dargestellt. 1964 in Zeichnungen „Rund um Alt-Villingen“ und in seiner letzten Mappe mit elf Lithografien „Villingen, die Stadt der schönen Türme und Tore“. In diesem Zyklus versucht Richard Ackermann eine moderne Sehweise seiner Stadt.

Unromantisch, ornamental, doch die Architektur real darstellend, gemagerte Lineatur, Hell-Dunkel abwägend. Betrachtet man die den Bildraum füllenden Schraffuren und Formen genau, kann man unzählige Menschengestalten entdecken, wie zufällig im Ornament verwoben. Sind wir es, die mit den Türmen und Toren leben, diesen Gedächtnismalen der Vergangenheit, die uns Geborgenheit geben und Heimat sind?

 

Das Motiv seines Großvaters Dominik Ackermann d. J., das unser Titelbild zeigt, hat Richard Ackermann 1939 wieder aufgenommen und neu belebt. Sein Wächter trägt aber keine Hellebarde, sondern bläst das Herterhorn.

 

Zyklus von 1920

 

Schulgasse

 

 

An der Bickenkapelle

 

 

An der Gerbergasse

 

Zyklus von 1924

 

Niedere Straße

 

 

Obere Straße

 

 

 

Oberetorkomplex

 

 

Stadtmauer am Romäusturm

 

Zyklus von 1968

 

Obertor-Turm

 

 

 

Johanniter-Turm

 

 

 

Siechen-Turm

 

 

 

Romäus-Turm