D‘ Lorettokapell (Lambert Hermle)

Ballade

 

 

 

 

 

A di’e dreihundert Johr, wenn nit no meh,

stoht e Kapell uf de Lorettohöeh,

drum wurd der Buckel eso au g’nannt

und bildet schier d’Grenz an Schwarzwaldrand.

Vu dert dobe häsch en Blick,

guck’sch übers Städtle und mit Glick,

do kasch sogar no d’Alpe säeh,

au d’Schwäb’sche Alb i näschder Näeh.

Au siehsch do zruck i d’Villinger G’schicht

und di’e hät hit no so ihr G’wicht,

sie kunnt mer äliwel i de Sinn,

hock ich vor Sem Käpelle oder au drin.

Die „Spanisch Erbfolg“ bestimmt di’e Ziet,

’s herrscht Krim‘ eg iber ’s Land, d‘ Hoemet und d’Liet,

Kanonedunnder und Bulverdampf,

bestimmet de däglich Iberlebenskampf.

Und so liet vor Villinge e Franzoseheer

mit dreiß’gduusig Manne, wenn nit no meh

und schließet ’s Städtle gringsum

’s herrscht Not und Angscht, so groß wie ni’e.

Doch d’Borgerschaft hät Gottvutraue,

duet uf Mariens Fürbitt baue,

schepft us Nägelinskreuz Vuheißig di’e netig Kraft

und leit do demit e geistig Ringmuur witer um d’Stadt.

Und als di’e Not am gröschde war,

gelobt de Magistrat und Borgerschar bi Rettung z’baue

e Lorettokapell, uf Marschall Tallards Kommandostell.

Und dann am siebte Belagerungsdag,

de Feind holt us zum entscheidende Schlag,

setzt zmols vum Himmel en Blatschrägä

er löscht ’s Feuer, fillt Gräbe, vuhinderet

Sturmlaufe gli.

De Franzos zieht ab und Villinge isch g’rettet,

de Gottesmutter Maria wurd dankt, zu ihr wurd

fescht bättet,

sie ischt jo di’e Patronin iserer Stadt,

di’e is widder Schutz gewähret hat.

„Einigkeit bringt Vöstigkeit“,

trotz großer Not, di’e weit und breit,

wurd di’e Kapell gebaut und g’weiht —

“ Zur Ehre Mariens in Ewigkeit“.

Amen