Wo bleiben die Jaag-Puppen? (Redaktion)

Narrozunft will kleine Mäschgerle für die Stadt erhalten. Geschichts- und Heimatverein unterstützt das Bemühen

Seit vielen Jahren erfreuen sie die Villinger, denen Geschichte und Brauchtum ihrer Heimatstadt besonders am Herzen liegt: Die von Ingeborg Jaag geschaffene Puppensammlung mit Personen und Darstellungen der hohen Tage in der Zähringerstadt.

 

Kurz vor Redaktionsschluss des GHV-Jahresheftes lösten sie eine heftige Diskussion aus, an der sich auch der Geschichts- und Heimatverein beteiligt. Die Narrozunft entschloss sich, die wertvolle Sammlung zu erwerben um zu verhindern, dass sie in eine andere Stadt — Interessenten sitzen in Rottweil und Hüfingen — abwandert. Zunftmeister Klaus Hässler macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Stadt Villingen-Schwenningen, die die Frage nach einem Ankauf der Puppen für eine Dauerausstellung noch immer nicht geklärt hat.

Wie schnell wertvolles Kulturgut der Stadt verloren gehen kann, haben die Villinger allzu gut noch in schlechter Erinnerung. Die Zunft kann es bis heute noch nicht verwinden, dass vor einigen Jahren die wertvolle Schemen-Sammlung des Villinger Rechtsanwaltes Kurt Müller verkauft wurde und heute im Schloss Langenstein zu bewundern ist. Der GHV wurde mit diesem Verlust vor zwei Jahren beim Besuch des Fasnetmuseums im Hegau bitter konfrontiert. „Das darf nicht wieder passieren‘, erklärt der GHV-Vorsitzende Günter Rath anlässlich der Diskussion um den Verbleib der Jaag’schen Puppensammlung.

Der Geschichts- und Heimatverein begrüßt die Entscheidung der Narrozunft, die vielbewunderten kleinen Mäschgerle von ihrer Schöpferin zu kaufen und sie zunächst einmal zur Fasnetzeit im Schaufenster des Wäsche-Fachgeschäftes Schilling in der Oberen Straße auszustellen. Der GHV hofft zusammen mit der Narrozunft, dass bald eine befriedigende Lösung gefunden wird und die Fasnetfiguren ihren Platz in einer Dauerausstellung im Franziskaner-museum finden. (hc)

NACHTRAG

Kurz vor Drucklegung dieses Heftes erreichte uns noch eine gute Nachricht. Die Narrozunft und die Stadt haben eine annehmbare Lösung gefunden: Die Puppensammlung wird von der Narrozunft gekauft und jeweils in der Fasnetzeit, zwischen Dreikönig und Aschermittwoch, im Franziskanermuseum ausgestellt. Der GHV hofft, dass sich später doch noch die Möglichkeit ergibt, die wunderschönen Miniaturen ganzjährig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

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