Johann Martin Hermann –Villinger Kunstschreiner (1700 – 1782) (Ute Schulze)

 

Die Auseinandersetzung mit Johann Martin Hermanns Arbeiten in den Bereichen Schreinerei und Bildhauerei stehen bisher fast ausschließlich im Zusammenhang mit der Erforschung anderer Meister wie Johann Martin Winterhalter, Johann Michael Feuchtmayr und Joseph Christian oder der Betrachtung des Villinger (Kunst-)Handwerks allgemein.1) Eine eigenständige ausführliche Darstellung zum Villinger Schreiner steht noch aus. Dies betrifft vor allem die kunsthistorische Einschätzung seiner noch vorhandenen Arbeiten.2) An dieser Stelle kann auch nur ein kurzer Überblick geboten werden.3)

Der Mensch Johann Martin Hermann Bisher ist in den meisten Veröffentlichungen4) als Geburtsdatum Johann Martin Hermanns der 7. November 1688 angegeben. Als Eltern erscheinen dabei im Taufbuch Hans Hermann und Anna Maria Matheyser. Gustav Walzer hat bei seinen Personenforschungen einen weiteren Eintrag gefunden.5) Am 13. November 1700 wurde ebenfalls ein Johann Martin Hermann als Sohn von Johann Michael Hermann und Anna Maria Dinckel geboren, deren Ehe am 10. Oktober 1699 geschlossen worden war.6) Dieser Martin Hermann war nun der spätere Schreinermeister, wie später eindeutig festgestellt werden kann.

Martin Hermann selbst heiratete zweimal. In erster Ehe vermählte er sich 1731 mit Anna Maria Riegger, die am 3. Februar 1738 starb. Mit ihr hatte er fünf Kinder: Maria Cunigundis (* 2. 3.1732, † 6. 5.1754), Maria Agatha (* 12. 2.1733), Josef Ignatius (* 29. 6.1734)7), Maria Anna Franziska (*19. 3. 1737) und Maria (*1. 2.1738, † 3. 2.1738 [?]). Bereits am 21. 4.1738 heiratete Hermann Anna Maria Frank. In der Heiratsabrede der beiden sind von den fünf Kindern aus erster Ehe nur noch die drei ältesten genannt.8) Diese Quelle liefert auch den entscheidenden Hinweis für die zweifelsfreie Feststellung des Geburtstags Johann Martin Hermanns. Unter den Zeugen des Vertrags erscheint nämlich sein Stiefvater Anton Oberle, Müller. Dieser hatte am 10. Juli 1713 die verwitwete Anna Maria Dinckel geheiratet und nicht Anna Maria Matheyser.9)

Am 6. Dezember 1731 wurde Martin Hermann „in ein löbl. handwerckhs auff und ahn genommen als Schreiner und hat sein Meister stückh in Natura verfertiget als namlich ein bredtspühl“. Das Brettspiel war ein typisches Meisterstück der Zeit.10) Als Meistergeld musste Hermann 3 rheinische Gulden hinterlegen und die Meister, die seine Arbeit begutachteten, mit je einem Maß Wein und einem Brot verköstigen.11)

Die weiteren Lebensumstände des Schreiners und seiner Familie bleiben weitgehend im Dunkeln. Nur ab und an geben die Archivalien, v. a. die städtischen Protokollbücher, etwas preis. So erwarb Hermann 1735 ein Haus in der Färberstraße vom Schmied Hans Caspar Müller für 650 Gulden „rauer Währung“.12) Am 14. Februar 1743 suchte er um die Abgabe einiger Sägklötze nach. 15 Klafter wurden ihm bewilligt.13) Im Mai 1744 kaufte Hermann Wiesen und einen Garten, die er nicht bar bezahlte und sich daher verpflichtete, geliehene Gelder zu verzinsen.14)

Es gibt keine detaillierten Aussagen über die Größe seiner Werkstatt. Es wird nur hin und wieder ein Geselle oder Lehrjunge genannt.15) Man geht aber sicher nicht fehl in der Annahme, dass die Mitarbeiterzahl dauerhaft über einen Gesellen und einen Lehrling nicht hinausging.16)

Im Jahre 1764 wollte Hermann die Stelle des Zunftmeisters der Stadt Villingen nicht antreten. Die Begründung, die er in einem eigenen Memorial vorgelegt hatte, ist dem Protokoll leider nicht beigefügt. Der Inhalt kann aber aus der Entscheidung des Rats erschlossen werden. Unter dem 16. Juli vermerkt das Ratsprotokoll zunächst, Hermann nicht aus der Pflicht zu lassen, da das Gemeinwesen vor auswärtigen Verpflichtungen den Vorrang haben müsse. Er machte aber nochmals eine Eingabe beim Rat und verwies neben einem Akkord über 4.000 Gulden in Ottobeuren auf sein hohes Alter. Diesmal wurde er von der Aufgabe entbunden.17)

Im Zeitraum zwischen 1764 und 1782 hören wir noch weniger von Johann Martin Hermann als in den Jahren zuvor. Neben dem genannten Vermerk im Feuerversicherungskataster von 1766 taucht er 1774 im Zunftrodel der Schreiner, Schiffter, Orgelmacher, Siebmacher, Küfer, Drechsler und Bildhauer als Lichtpfleger auf.18) Zu seinem Tod ist nur der Eintrag im Sterbebuch vorhanden. Dieser teilt uns unter dem 13. Oktober 1782 mit, dass seine Frau bereits verstorben war, und er selbst vom Alter dahingerafft auf dem allgemeinen Friedhof beigesetzt wurde.19)

Die Villinger vergaßen Martin Hermann jedoch nicht. 1934 wurde in Erinnerung an ihn die noch unbebaute Gutenbergstraße nach ihm umbenannt. Der Villinger Verkehrsverein hatte bereits im April 1931 beantragt, dem Meister eine Straße zu widmen.20)

Der Kunstschreiner Johann Martin Hermann

Es stellt sich nun die Frage nach den bildhauerischen und gestalterischen Tätigkeiten und Fertigkeiten Johann Martin Hermanns bzw., ob er als Künstler anzusprechen sei. Neuere kunsthistorische Einschätzungen bewerten die eigenständigen Arbeiten Hermanns als qualitativ weniger hochstehend gegenüber denjenigen, bei denen er „nur“ mit der Ausführung der Schreinerarbeiten betraut war. So formuliert Klaus Könner: „Keine seiner bislang bekannt gewordenen eigenständigen Arbeiten … zeigt sich auf dem künstlerischen Niveau Zwiefaltens und Ottobeurens.“ Zum heute nur noch in Resten erhaltenen Chorgestühl in der Villinger Benediktinerkirche führt er aus, dass hier die künstlerischen Qualitäten eher bei der „meisterlich gefertigten Kunstschreinerarbeit“ als in der Gesamtkonzeption liegen.21)

Zweierlei muss aber berücksichtigt werden. Zum einen ist gerade Ottobeuren als Gesamtprojekt eine herausragende Leistung, sowohl was den Finanzrahmen angeht – es wurde immerhin eine Summe von 1 Million Gulden verbaut –, als auch was die künstlerische Qualität betrifft. Nicht von ungefähr spricht man vom „schwäbischen Escorial“.22) Martin Hermann war aber selbstständig, d. h. als Planer und Gestalter fast ausschließlich in der „Provinz“ tätig. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass die von Hermann selbst entworfenen Arbeiten, die als „einfacher“ eingestuft werden, zeitlich vor den großartigen Stücken in Zwiefalten und Ottobeuren geschaffen wurden.23) Die Umsetzung der Erfahrungen und Eindrücke, die er bei diesen beiden Projekten gewonnen haben dürfte, kann also in den auf uns gekommenen Werken nicht abgelesen werden. Daher ist gerade die totale Zerstörung der Villinger Silbermann-Orgel, die zeitlich zwischen Zwiefalten (1744 -1752) und Ottobeuren (1757-1764) fiel, auch für die Beurteilung der Künstlerschaft Martin Hermanns ein großer Verlust.

Klaus Könner weist eindrücklich auf die qualitätvollen Intarsien hin, die sich sowohl in Zwiefalten und Ottobeuren als auch beim Chorgestühl der Villinger Benediktinerkirche finden. In diesem Zusammenhang kommt er auf die entscheidende Differenzierung zwischen Künstler und Kunsthandwerker zu sprechen, wie sie heute allgemein üblich ist.24) In früheren Zeiten war diese Trennung jedoch weniger strikt.25) Dies scheint ein wichtiger Punkt bei der Einordnung Johann Martin Hermanns zu sein. Ihn als Schreiner und nicht als Bildhauer zu bezeichnen qualifiziert ihn also nicht ab, wie Paul Revellio meinte. Wobei der Bildhauer im 18. Jahrhundert auch ganz andere Aufgaben erfüllte, als man es heute landläufig mit ihm in Verbindung bringt. Revellio gelangte zur Auffassung, dass man Hermann auf jeden Fall unter die Bildhauer zu rechnen habe. Er führt dafür die von ihm eingehend studierten Bauunterlagen des Klosters St. Georgen zu Villingen im Generallandesarchiv als Beleg an.26) Aus diesen Quellen schöpft man am ergiebigsten zu Hermanns Tätigkeiten für das Kloster. Revellio ist insoweit Recht zu geben, als in Villingen, Riedböhringen, Donaueschingen, Waldkirch und Herbertshofen auch Bildhaueraufgaben an den Schreinermeister Hermann vergeben wurden. So hat er beispielsweise 1734 für Bildhauer- und Schreinerarbeit am St. Gregor-Altar der Benediktinerkirche 70 Gulden verdient.27) Der Meister weist auch selbst mit Nachdruck darauf hin. Beispielsweise schreibt er in der Abrechnung für die beiden Seitenaltäre im Chor eindeutig alles besorgt zu haben auch die ‚vollkommene Architektur samt Engeln und benötigten Ornamenten‘.28)

 

 

 

Das Chorgestühl in Ottobeuren.

 

Auf der anderen Seite war in Villingen, wie auch anderwärts, die genaue Abgrenzung der einzelnen Berufe und, was von ihnen erledigt werden durfte, eine peinlich genau einzuhaltende Sache. Martin Hermann wird in den zeitgenössischen Quellen auch stets als Schreiner und nie als Bildhauer tituliert. Die Unterscheidung der beiden Berufsgruppen war sehr strikt. Bereits im 16. Jahrhundert waren die Bildhauer eng mit den Malern verbunden. In Ulm waren sie beispielweise in der Kramerzunft organisiert, während die Schreiner gemeinsam mit Bindern, Wagnern, Drechslern, Wannen und Siebmachern der weniger angesehenen Binderzunft angehörten.29) Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind aus Villingen selbst Kontroversen zwischen Bildhauern und Schreinern bekannt, in denen es um die strikte Differenzierung beider Berufe ging. Der Streit wurde teilweise erbittert vor dem Rat der Stadt ausgefochten.30) Über Hermann jedoch wurden dort scheinbar keine Klagen geführt, als er auch Bildhaueraufgaben ausführte. Jedenfalls schweigen die Protokolle dazu. Nachrichten über Arbeiten Martin Hermanns nach 1764 sind, soweit Literatur und Archivalien erkennen lassen, nicht vorhanden. Auch war der Meister zu diesem Zeitpunkt selbst nach eigener Aussage schon hoch an Jahren (vgl. oben).

Auch wenn alle Werke des Villingers einfacher als die großen Vergleichsobjekte in Zwiefalten und Ottobeuren sind, seine Arbeitsergebnisse scheinen dennoch überzeugt zu haben, sonst hätte man bei diesen beiden großen Klosterprojekten zweifelsohne einen anderen Schreiner verpflichtet.

 

 

Das Chorgestühl in Zwiefalten.

 

Die von Revellio ins Feld geführten Unterlagen des Generallandesarchivs sind zwar durchaus reichlich, betrachtet man sie jedoch in der Zusammenschau, stellt man einige Redundanzen fest. In den jeweiligen Faszikeln geht es mehr oder weniger immer wieder um die Abrechnung derselben Arbeiten.31) In der chronologischen Zusammenschau sehen wir, dass Hermann in den 1730er Jahren einerseits Reparatur- und handwerkliche Schreinerarbeiten ausführte. Aber auch ganze Altäre, wie die beiden Seitenaltäre St. Benedikt und St. Gregor in der Benediktinerkirche (samt Bildhauerarbeit) stammten von ihm.

Für das Villinger Liebfrauenmünster ist ein Vertrag vom 29. März 1737 bekannt zwischen dem Dekan und Pfarrherrn, Johann Jakob Riegger, und ‚Hans Martin Hermann, Bürger und Schreiner dahier‘, über die „Verfertigung und Herstellung eines Hochaltars“, laut dem Hermann dort auch die Bildhauerarbeiten herstellen lassen musste. Ob er selbst bzw. seine Werkstatt diese ausarbeiteten oder ob er diese Tätigkeiten weiter vergab, muss offen bleiben. In jedem Fall stammte hier auch der Entwurf (Riss) von ihm, anhand dessen die Vereinbarung geschlossen wurde.32) Auch diese Konzeption ist leider nicht erhalten.

Nicht zu leugnen ist auch, dass der Villinger Schreinermeister sowohl bei Abt Coelestin, dem Vorsteher des Benediktinerkonvents, als auch bei Johann Andreas Silbermann gefragt war, wenn es um Auskünfte über den Stand der Arbeiten in Zwiefalten ging. Man scheint ihm auch ein gutes Auge und eine ausgeprägte Beurteilungsgabe beigemessen zu haben. Vor allem sein Sinn für Proportionen scheint auf. Das Silbermann-Archiv ist zu diesem Punkt eine wertvolle Quelle.33) Die Unterlagen des Straßburger Meisters enthalten einige Informationen, die sich auf Hermann beziehen. Neben Coelestin Wahl war der Villinger Schreiner einer der Gewährsmänner Silbermanns zu den großen Orgelprojekten wie Zwiefalten. So musste er dort die Richtigkeit der Angabe Hermanns, der Raum für die Orgel sei nicht so hoch wie angenommen, feststellen und seine Pläne entsprechend korrigieren.34) Am 10. Mai 1761 schrieb Hermann an Silbermann über den Stand der Arbeiten an der Orgel in Ottobeuren.35) Dabei dürfte die Zusammenarbeit in Villingen den Grundstein für das Vertrauen Silbermanns in Hermann gelegt haben, wie die zeitliche Reihenfolge der Arbeiten nahe legt. Seine Briefe an Abt Hieronymus von St. Georgen zeigen durchaus seine planerischen Fähigkeiten.36)

Dass der Handwerksmeister nicht als Einzelperson bei den großen Projekten tätig war, sondern auch weitere Mitarbeiter beschäftigte, belegt seine Abschlussrechnung über die Arbeiten 1732/33 für den Villinger Benediktinerkonvent. Dort wird der Geselle separat aufgeführt.37) Auch das Großkellerei-Register des Klosters Ottobeuren, in dem für den Zeitraum 3. November 1755 bis 2. Mai 1756 vermerkt ist: „Hans Martin (Hörmann) mit frembde Gesellen“,38) ist ein Beleg dafür. Eine Anzahl der Gesellen ist auch hier nicht genannt. Ebenso erfahren wir nicht, ob Hermann seine Mitarbeiter aus Villingen mitbrachte oder ob er sie andernorts anwarb.

Über Hermanns Arbeit an der Silbermannorgel wissen wir nur sehr wenig. Die Belege sind äußerst dürftig. Es existieren keine Beschreibungen, Abbildungen oder Skizzen. Auch hier kann man wieder nur den Schluss ziehen, dass man Hermann den Vorzug vor anderen Schreinern gab, weil man allseits gute Erfahrungen mit ihm gemacht hatte. Der Villinger Meister reiste nach Straßburg zu Silbermann. Dieser machte ihm die nötigen Angaben für den Orgelkasten, den der Villinger anfertigen sollte.39) Im Gegensatz zum detaillierten Vertrag mit Johann Andreas und Johann Daniel Silbermann über das Instrument selbst liegen keine ins einzelne gehenden Informationen über die Schreinerarbeit des Johann Martin Hermann für das Gehäuse vor. Unter den Abrechnungen mit Handwerkern und Künstlern findet sich lapidar die Notiz: „1751 den 14 April für den Kasten dem Hermann 500“ Gulden.40) Es sind also keine Auskünfte über Material, Ausführung etc. wie bei anderen Stücken zu erhalten. Ebenso wissen wir nicht wie viele Handwerker neben dem Meister selbst daran mitwirkten, und ob er nicht einige Tätigkeiten (z. B. an Bildhauer) weitervergeben hat. Der Vertrag mit Silbermann verlautbart ebenfalls nur äußerst knapp: „Was das Orgelcorpus oder -Kasten betrifft, so wird solches auf die Kösten des Gotteshauses völlig fertig auf den platz gestellt.“41)

Bis heute erhalten und weithin sichtbar ist der Turm der Benediktiner-Kirche. Er entstand nach einem Entwurf Martin Hermanns. Für seine Zeichnungen griff Hermann auf seine Erfahrungen in Ottobeuren und Ochsenhausen zurück.42)

 

Der Benediktiner-Kirchturm.

 

Wie breit gefächert die Aufträge an einen Schreiner im 18. Jahrhundert waren, zeigt die folgende Aufstellung. Darin sind die in schriftlichen Quellen und in der Literatur genannten Arbeiten in ihrer zeitlichen Reihenfolge aufgelistet.

 

Chronologie der Werke Hermanns 43)

1730    2 Kreuze schwarz gebeizt 4 fl (GLAK 100/472, [13]

1731    Verleihung der Meisterschaft

1732    2 Blindrahmen für den Laurentiusaltar (GLAK 100/472, 17r)

1732 /1733    Treppe zum Hochaltar (Juni

1732), Schubladenkasten, 3 Nachstühle, Altartreppe Heilig Kreuz Altar „Todtenplatten“ um den Hochaltar, Türen und Fenster repariert, 2 große Kästen für die Bibliothek, Blindholz zu einem furnierten Beichtstuhl, Reparatur von 2 alten Beichtstühlen, Winkelhaken für Messgewänder und 2 Laden für Tücher, Türreparaturen in der Prälatur (GLAK 100/473, [44])

1734    SS. Placidus und Maurus Altar (GLAK 100/475, 5r), Gregoraltar (GLAK 100/ 475, 7r)

1735    2 Blindrahmen zum schwarz gebeizten Altar, Bedachung und Postament, Pult für den Chor (GLAK 100/473, [45])

1736    Benediktaltar (GLAK 100/475, nach [6]); Kanzel in Donaueschingen (Kling)

1737    Tabernakel (GLAK 100/475, 4r); Marienaltar in Donaueschingen (Kling)

1737/1738    Hochaltar Münster, 29. 3.1737 Vertrag (SAVS 2.4 U 25)

1738/1739    untere Chorstühle (GLAK 100/ 475, 10r)

1739    Reparaturen an der Krippe (GLAK 100/473, [49]); Franziskusaltar in Donaueschingen (Kling)

1740    2 Seitenaltäre St. Benedikt und Gregor (samt Bildhauerarbeit) (GLAK 100/473, [50]); Seitenaltäre in Rietböhringen (Könner)

1741    Kästen für die Sakristei (zusammen mit Hops (GLAK 100/475, [11 und 12]; Seitenaltäre in Waldkirch (Thieme-Becker)

1743    Beichtstühle in Donaueschingen (Kling; laut Thieme-Becker „nach 1743“)

1744 -1752 Zwiefalten Chorgestühl, Abtsstuhl (Kling)

1751    Gehäuse der Silbermannnorgel (GLAK 100/472, 8r)

1753 Arbeiten in Obermarchtal (Kling)

1756    Febr. und Juli Aufenthalte in Ottobeuren (GLAK 100/480, [23, 27, 30]); Turm der Benediktiner-Kirche nach Hermanns Entwürfen

1756 /1757 6 neue Beichtstühle (GLAK 100/ 475, 10v)

1757-1764 Ottobeuren v. a. Chorgestühl (Kling)

1758 Reparaturen am Laurentiusaltar (GLAK 100/475, 10v)

1760 Reparaturen am Marienaltar (GLAK 100/475, 10v)

1764    10. Juli Ablehnung des Zunftmeisteramts wegen der Arbeit in Ottobeuren (Es ist von 4.000 fl die Rede; SAVS Best. 2.1AAAb 15)

Anmmerkungen:

1) vgl. dazu: Benno Griebert: Johann Michael Winterhalter, in: Oberrheinische Kunst, Jg. 1936, S. 163-196. Rudolf Huber, Joseph Christian der Bildhauer des schwäbischen Rokoko, Tübingen 1960, S. 38. Wilhelm Kling: Das Kunsthandwerk in Villingen, in: Badische Heimat 8 (1921), S. 119-131. Klaus Könner: Der süddeutsche Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts, Tübingen 1992 (Tübinger Studien zur Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 12), S. 73, 75-80, 84,

90, 92, 94, 151-158, 167, 169 u. Abb. v.a. 73-77. Robert Lieb: Die Feichtmayr-Christian-Frage in Ottobeuren, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 4. (1931), S. 175-187. Paul Revellio: Baugeschichte des Benediktinerklosters, in: ders.: Beiträge zur Geschichte der Stadt Villlingen. Gesammelte Arbeiten, Villingen

1964, S. 168-171. Paul Revellio: Vom alten Kulturgut der Stadt Villingen, in: ders.: Beiträge zur Geschichte der Stadt Villlingen. Gesammelte Arbeiten, Villingen 1964, S. 246-247. Richard Zürcher (Text), Hellmut Hell (Aufnahmen): Zwiefalten. Die Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei, Ein Gesamtkunstwerk des süddeutschen Rokoko, Konstanz / Stuttgart 1967, S. 53.

2) Eine im Jahre 1980 projektierte Dissertation, die diese Frage untersuchen wollte, wurde leider nicht zum Abschluss gebracht. Die im Stadtarchiv vorhandenen Vorarbeiten sind über eine Frühstufe nicht hinausgekommen.

3) Der Schwerpunkt soll hier auf der Sichtung der Archivalien liegen. Dabei muss einschränkend zugestanden werden, dass die in Frage kommenden Archive aufgrund der knapp bemessenen Zeit nicht alle aufgesucht werden konnten. Die Benutzung der Materialien v. a. zu Ottobeuren und Zwiefalten (z. B. im Bayerischen Staatsarchiv Neuenburg, bzw. Hauptstaatsarchiv Stuttgart) beschränkt sich daher auf die in der Literatur genannten Angaben.

4) Ulrich Thieme und Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 17, Fotomechanischer Nachdruck, Leipzig: Seemann, [1978], S. 218 (Thieme/Becker). Paul Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler, Dritter Band: Süddeutschland, 2. Aufl., Berlin 1920, S. 403-406. Wilhelm Kling: Das Kunsthandwerk in Villingen, in: Badische Heimat 8 (1921), S. 119-131, hier: S. 124-125.

5) Walzer vermerkt, das Ehepaar erscheine nicht im Ehebuch und im Taufbuch nur mit dieser Taufe.

6) Sie hatten weitere Kinder: Maria Theresia (geb. 1704), später verheiratet mit Ludwig Oßwald, Maria Anna (geb. 1710), und Franz Joseph (geb. 1712).

7) Joseph Ignatius wurde später Priester und starb am 29. Juli 1804 im Kloster St. Trudpert. Willibald Strohmayer: Die Konventualen des Klosters St. Trudpert, in: FDA NF 40 (1940), S. 202.

8) Kontraktenprotokoll vom 13. April 1738, Stadtarchiv Villingen- Schwenningen (SAVS) Best. 2.1 AAAf/17, S. 87v.

9) Ehebuch, SAVS Best. 4.4 (Kopien und Abschriften der Kirchenbücher der Münsterpfarrei Villingen).

10) Michael Stürmer: Handwerk und höfische Kultur. Europäische Möbelkunst im 18. Jahrhundert, München 1982, S. 176.

11) SAVS Best. 2.1 PP 51d, S. 5r und v.

12) SAVS Best. 2.1 AAAf/16, S. 211r und v: Eintrag im Kontraktenprotokoll unterm 14. Mai 1735. Vielleicht ist das Gebäude identisch mit dem im Feuersocietätskataster von 1766 eingetragenen dreistöckigen Haus Nr. 399, dessen Versicherungssumme dort mit 600 Gulden taxiert ist. Rauhe Währung heißt nach willkürlichem fuß ausgebrachtes lokales Münzsystem; vgl. dazu: Ursula Huggle, Norbert Ohler: Maße, Gewichte und Münzen. Historische Angaben zum Breisgau und zu den angrenzenden Gebieten, Bühl 1998 (Themen der Landeskunde 9. Veröffentlichungsreihe des Alemannischen Instituts Freiburg …), S. 85.

13) Ratsprotokoll, SAVS Best. 2.1 AAAb/11, S. 272v.

14) Kontraktenprotokoll, 27. Mai 1744, SAVS AAAf/18, S. 16v und 17r.

15) SAVS Best. 2.1 PP 51d, S. 28v und 33v; PP51g, S. 6v und 8v; PP 51h S. 1v.

16) Michael Stürmer: Handwerk und höfische Kultur. Europäische Möbelkunst im 18. Jahrhundert, München: C. H. Beck, 1982, S. 78.

17) SAVS Best. 2.1 AAAb/15, S. 211v.

18) SAVS Best. 2.1 PP 51h, S. 100r. Der Lichtpfleger verwaltete das Lichtgut und sorgte für den Bedarf an Kerzen; vgl. dazu: Ruth Schmidt-Wiegandt: Kerze, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Bd. 2, Berlin 1978, Spp. 704-705.

19) „1782 13.10. Martin Hermann Tischler maritus A M Franck p. m. senio consumptus saepius provisus, sep. in communi cementario.“ SAVS Best. 4.4 (Kopien und Abschriften der Kirchenbücher der Münsterpfarrei Villingen; hier das Verzeichnis der verstorbenen Mitglieder der Rosenkranzbruderschaft).

20) SAVS Best. 2.2 XVII 1b, Nr. 16.

21) Klaus Könner: Der süddeutsche Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts, S. 94.

22) s. dazu Bernd Roeck, Über Zusammenhänge zwischen Kunstgeschichte und Wirtschaftsgeschichte. Architektur und Ökonomie in der Frühen Neuzeit, in: Hans-Peter Becht u. Jörg Schadt (Hg.): Wirtschaft – Gesellschaft – Städte. Festschrift für Bernhard Kirchgässner zum 75. Geburtstag, Ubstadt-Weiher 1998.

23) Thieme/Becker, S. 218; Klaus Könner: Der süddeutsche Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts, S. 94.

24) Klaus Könner: Der süddeutsche Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts, Tübingen, 1992 (Tübinger Studien zur Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 12), S. 94.

25) Individuelle Künstlerschaft stand nicht im Vordergrund, s. dazu: Claudia Lichte: Meisterwerke massenhaft – Zum Problem der Händescheidung in der Weckmann-Werkstatt, in: Württembergisches Landesmuseum (Hg.): Meisterwerke massenhaft. Die Bildhauerwerkstatt des Niklaus Weckmann und die Malerei in Ulm um 1500, Stuttgart 1993, S. 19. Auch die Signatur eines Werkes bestätigte Vertragserfüllung, nicht eigenständige Herstellung, nach: Gerhard Weilandt: Künstlerinschriften auf Ulmer Retabeln, ebd., S. 319.

26) Paul Revellio: Vom alten Kulturgut der Stadt Villingen, in: ders.: Beiträge zur Geschichte der Stadt Villlingen. Gesammelte Arbeiten, Villingen 1964, S. 247.

27) Generallandesarchiv Karlsruhe (GLAK) Best. 100, Nr. 472, S. 10r.

28) „auch die volkomen Archentagtur samt Engel undt benetiget ornamenten“, GLAK Best. 100 Nr. 473, Quadrangel 50.

29) Gerhard Weilandt: Die Ulmer Künstler und ihre Zunft, in: Württembergisches Landesmuseum (Hg.): Meisterwerke massenhaft. Die Bildhauerwerkstatt des Niklaus Weckmann und die Malerei in Ulm um 1500, Stuttgart 1993 S. 369-387.

30) z. B. Ratsprotokoll vom 12. Mai 1732, SAVS Best. 2.1 AAAB/.

31) GLAK Best. 100, Nr. 472, 473 und 475. Hier taucht z.B. jedes Mal die Altartreppe aus Eichen-, Einhorn- und Kirschbaumholz auf.

32) Das Original des „Accords“ ist leider verschollen. Im Stadtarchiv gibt es nur eine maschinenschriftliche Transkription (SAVS Best. 2.4, U 25).

33) Marc Schaefer (Hg.): Das Silbermann-Archiv. Der handschriftliche Nachlaß des Orgelmachers Johann Andreas Silbermann (1712-1783), Winterthur 1994 (Prattica Musicale …, Bd. 4) (Marc Schaefer, Das Silbermann-Archiv).

34) Marc Schaefer: Das Silbermann-Archiv, S. 214, Text zu Abb. 22.

35) Marc Schaefer: Das Silbermann-Archiv, S. 226.

36) GLAK Best. 100, Nr. 480. Drei Briefe schickt Hermann im Februar und Juli an den Abt, wobei der erste nur „in Eile“ die Beschreibung des Kirchturms von Ottobeuren enthält. Die Korrespondenz steht in Zusammenhang mit den Entwürfen, die Hermann für den Villinger Benediktiner-Kirchturm gefertigt hat.

37) GLAK Best. 100, Nr. 473, Quadrangel 44.

38) Bayerisches Staatsarchiv Neuburg, Ottobeuren KL Nr. 376, zitiert nach: Klaus Könner: Der süddeutsche Orgelprospekt des 18. Jahrhunderts, S.151. Die fremden Gesellen wurden von den ortsansässigen unterschieden.

39) Marc Schaefer: Das Silbermann-Archiv, S. 514.

40) GLAK Best. 100, Nr. 472, S. 8r. Des weiteren wurde gezahlt dem „H. Hops Bildhauer 280“, wofür ist nicht dabei vermerkt.

41) GLAK Best. 100, Nr. 473, Quadrangel 51.

42) GLAK Best. 100, Nr. 480.

43) Ohne Nennung einer Kirche beziehen sich die Angaben immer auf die Benediktiner-Kirche oder das -Kloster. Zahlen in eckigen Klammern nennen die Seitenzählung der Akten.