Jahresrückblick 2010 (Helga Echle)

Im zu Ende gehenden Vereinsjahr können wir wieder auf eine große Zahl von attraktiven Veranstaltungen zurückblicken.

Der Besinnliche Abend im Advent 2009 fand wie immer in festlicher Atmosphäre im Hotel Diegner statt. Musikalisch umrahmt von Josy Cimentepe, und einem Gedichtvortrag von Claudia Wildi erinnerte der Vorsitzende Günter Rath in seiner Ansprache unter anderem an die Gründung des Vereins vor 40 Jahren und zeichnete ein sinniges Bild der heutigen Gesellschaft mit Licht- und Schattenseiten. Er bedankte sich im Namen des Vereins bei einem Mitglied, das sich in besonderer Weise für den Verein eingesetzt hat: Hermann Schuhbauer wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Besonders beim kürzlich zu Ende gegangenen Weihnachtsmarkt habe er mit seiner Ehefrau wesentlich dazu beigetragen, dass diese von der Öffentlichkeit viel gelobte Aktion zu einem solch großen Erfolg wurde.

Günter Rath ehrt Regina und Hermann Schuhbauer

 

Das Veranstaltungsprogramm startete im neuen Jahr mit einem Besuch im Café Welvert. Stadtarchivar Dr. Heinrich Maulhardt erzählte in historischer Lokalität eindrucksvoll über das Schicksal amerikanischer Kriegsgefangener in Villingen auf dem Kasernengelände Welvert im 1. Weltkrieg. Diese erste Veranstaltung im Jahr war ein so großer Erfolg, dass sie wiederholt werden musste.

Ebenfalls im Januar führte Frau Ute Schulze eine interessierte Gruppe durch das Villinger Stadtarchiv. Fachkundig und auf eine spannende Art erklärte sie den Besuchern den Sinn, die Aufgabe und die Arbeitsweise des Stadtarchivs. Es gelang ihr hervorragend, den Teilnehmern die Bedeutung des Archivs für die Geschichte der Stadt bewusst zu machen.

Die Firma Hess öffnete ihre Firmentore und gewährte uns bei einer anschaulichen Betriebsführung Einblicke in ihre Betriebsabläufe. Unterhaltsam und informativ wurde das Unternehmen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart erklärt. Anschließend wurde die Gruppe von Jürgen G. und Christoph Hess zu einem gemeinsamen Vesper eingeladen.

In einer harmonischen, zügig abgewickelten Jahreshauptversammlung machte der 1. Vorsitzende, Günter Rath, deutlich, dass der GHV das Jahr 2009 als ein erfolgreiches und arbeitsintensives Vereinsjahr verbuchen kann. Dieser Erfolg ist ohne die Mitglieder, vor allem die aktiven Mitglieder, nicht möglich, denen er für ihr Engagement dankte. Volle Zustimmung gab es auch für den Kassen- bericht des Schatzmeisters Hasko Froese.

Bei den Wahlen wurde der bisherige 2. Vor- sitzende, Dr. Helmut Kury, in seinem Amt bestätigt. Für die als Schriftführerin ausgeschiedene Frau Claudia Wildi, die das Amt 14 Jahre lang mustergültig verwaltete, wurde als Nachfolgerin Frau Helga Echle gewählt. Frau Wildi wird als Beiratsmitglied weiterhin im Verein mitarbeiten.

In der ersten Vortragsveranstaltung nach der Jahreshauptversammlung zeigte Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon, der selbst Mitglied im GHV ist, mit seinem Vortrag „Von öffentlichen Parks bis Gartenschauen“, dass er sich als Historiker auch mit der heimischen Geschichte intensiv beschäftigt hat. Sein Vortrag führte von Schlossparks über den Villinger Stadtgarten bis zu den seit vielen Jahren in Deutschland durchgeführten Bundes- und Landesgartenschauen und derer sich im Laufe der Zeit verändernden Ziele.

Im April konnten die neuen Geschäftsräume im Münsterzentrum bezogen werden. Bei einem Tag der offenen Tür besichtigten viele Gäste die neuen Räumlichkeiten und zollten viel Lob und Anerkennung.

Von links: Günter Rath, Hasko Froese, Hermann Schuhbauer, Helga Echle in der neuen Geschäftsstelle

 

Keine Unbekannte ist Ursula Köhler, die wieder einmal sach- und fachkundig in der Schwenninger Galerie durch die Ausstellung „Erich Heckel – der stille Expressionist“ führte. Die Mitglieder waren begeistert von den ausgestellten Werken, aber auch von der sehr kompetenten und lebendigen Präsentation durch die promovierte Kunsthistorikerin.

Klaus Humpert informierte ein aufmerksames Publikum aufschlussreich über Mittelalterliche Stadtplanung von Villingen und Bräunlingen.

Ziel der ersten kleinen Jahresexkursion im Mai war die rund 1200-jährige westfälische Bischofs- und Hansestadt Münster, in der durch den „Westfälischen Frieden“ der Dreißigjährige Krieg, der auch die Villinger in Not und Elend stürzte, beendet wurde. Einen Einblick in Münsters Vergangenheit gewannen die Besucher im weltberühmten Festsaal des Historischen Rathauses. Bewundert wurde die original wieder aufgebaute Altstadt, die zu 92 % zerstört war, der großartige Paulus-Dom mit seinen zahlreichen Kunstschätzen und die darin um 1540 entstandene astronomische Uhr. Ein Ausflug ins Münsterland mit seinen Adelssitzen und Wasserburgen – hier besonders die Burg Vischering – gehörten ebenso dazu wie ein Besuch der Geburtsstätte der großen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Burg Hülshoff.

Die in Zusammenarbeit mit dem Südkurier angebotene „besondere Stadtführung – Wirtshäuser in Villingen“ mit Lambert Hermle und Klaus Richter musste aufgrund des großen Besucherinteresses wiederholt werden. Trotz Regen und Kälte gab es eine rege Teilnahme. Für den erkrankten Klaus Richter sprang kurzfristig Gunter Schwarz ein.

Auch die 2 Stunden dauernde Klosterführung St. Ursula mit Schwester Eva-Maria war wieder außergewöhnlich informativ und kurzweilig.

Der erste Abschnitt des Villinger Geschichts- und Naturlehrpfades konnte, begleitet durch reges Interesse von Mitgliedern, eröffnet werden. Mit einem Bläserquartett der Villinger Stadtmusik, Ansprachen von OB Dr. Kubon, dem Vorsitzenden Günter Rath und dem Vertreter des Schwenninger Heimatvereins, Herrn Heinzmann, wurde offiziell die Verbindung zum Schwenninger Geschichts-. und Naturlehrpfad hergestellt. Anschließend wurden die Gäste auf dem Gelände der Familie Wildi bewirtet und konnten sich anhand von Schautafeln und Fotos über den Pfad informieren.

Unser Beiratsmitglied Adolf Schleicher führte in bewährter Weise wieder eine Gruppe Frühaufsteher bei der Fußwallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg.

Der Besuch der Picasso-Ausstellung im Rahmen der Landesgartenschau wurde für die kleine Gruppe zu einem außerordentlichen Kunst- Erlebnis.

Die Villinger in Erwartung der Erklärungen zur Theologie, Architektur und Kunst der Wieskirche.

 

Bei hochsommerlichen Temperaturen besuchten drei Dutzend Geschichtsfreunde eine der ältesten Städte Deutschlands: Augsburg, das durch die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser sowie unter anderem durch Reichstage der Kurfürsten und Entscheidungen über die Gleichstellung der Religionen zu einem bedeutenden kulturellen mittelalterlichen Zentrum Mitteleuropas wurde. Die historische Altstadt mit stattlichen Patrizierhäusern, großartigen Kirchen und Klöstern begeisterten ebenso wie der Goldene Saal im Rathaus. Im malerischen Pfaffenwinkel erinnerte die mittelalterliche Altstadt von Schongau an die eigene Heimatstadt. Die Besichtigung der weltberühmten Kirche „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies“ sowie Besuche der Klöster Fürstenfeld und Andechs hinterließen bei den Mitgliedern bleiben- de Eindrücke.

In der Klosterkirche St. Luzen gab es ein Wiedersehen mit Pfarrer Koban aus Villingen.

 

Eine der beliebten Halbtagsexkursionen führte in die alte fürstliche Residenzstadt der Zollerngrafen, nach Hechingen. Hier verrät ein in Bronze gegossener Marktbrunnen die Verwandtschaft zum Villinger Münsterbrunnen – beide durch Klaus Ringwald geschaffen. Das eigentliche Ziel, die alte Klosterkirche St. Luzen, erstmals 1318 erwähnt und dem heiligen Luzius geweiht, überraschte die Teilnehmer mit zahlreichen sakralen Kunstwerken. So befindet sich dort eine Kanzel, die der Bildhauer Hans Amann, der in der Zähringerstadt zahlreiche hochkarätige Kunstwerke hinterlassen hat, 1589 schuf. Mit Altdekan Kurt Müller hatten die Villinger einen fachkundigen, kompetenten Kirchenführer, der schon während der Fahrt im Bus unterhaltsam über das Geschlecht der Hohenzollern und das zu Erwartende informierte.

Mit einer Fülle neuer und überwältigender Eindrücke kamen die Mitglieder von der achttägigen Bildungsreise aus Paris zurück. Schon die Anreise mit dem komfortablen Hochgeschwindigkeitszug TGV war ein besonderes Erlebnis. In der französischen Hauptstadt hatten die rund 50 Teilnehmer einen aufwändigen und strapaziösen Tagesablauf zu bewältigen. Der GHV-Vorsitzende, Günter Rath und Rolf Wagner, Vereinsmitglied und ausgewiesener Pariskenner, hatten alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in das Programm hineingepackt. Der Louvre, Arc de Triomphe, Montmartre, Sacré-Coeur, Notre Dame und vieles mehr. Auch ein Bummel über die Champs-Èlysèe, eine Schiffsfahrt auf der Seine und Ausflüge zu kulturgeschichtlichen Zielen in der Umgebung von Paris gehörten zum Ablauf der begeistert aufgenommenen Exkursion. Rolf Wagner verstand es ausgezeichnet, den Teilnehmern auch das Paris zu zeigen, das Touristen normalerweise weitgehend verborgen bleibt. Am Eiffelturm, dem Wahrzeichen der französischen Metropole, wurde das obligatorische Erinnerungsbild gemacht.

Die GHV-Reisegruppe vor dem Eiffelturm in Paris

 

Bei einer weiteren Halbtagesfahrt zum Dominikanerinnenkloster Neudingen, Auf Hof, bei Neudingen, verstand es Rüdiger Schell spannend und aufschlussreich durch Vortrag und Führung „den Wechsel zu den Zisterzienserinnen“ zu vermitteln.

Hoch hinauf stiegen Mitglieder des GHV auf den Turm der Benediktinerkirche, eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Südkurier. Nach Erklärungen der Benediktinerkirche durch Pfr. i.R. Kurt Müller und der Silbermannorgel durch Ulrich Kolberg, führte Architekt Franz Blaser auf den Turm und den Dachstuhl. Unser Mitglied Hans- Peter Stoll begeisterte die Zuhörer mit zahlreichen Werken auf der Silbermannorgel.

Andere Barockkirchen und zwar Hausen vor Wald, Mundelfingen und Riedböhrungen waren ein lohnendes Ziel und wurden von Pfr. i. R. Alfons Weißer in gewohnt sach- und fachkundiger Weise erklärt.

Nach Redaktionsschluss wurde die Johanneskirche in Donaueschingen besucht.

Herr Pfr. i. R. Kurt Müller widmete sich in einem kurzweiligen Lichtbildervortrag den Engeln in der Kunstgeschichte und im täglichen Leben in Villingen mit dem Titel „Gute Geister allerorten“.

Der GHV beteiligte sich wieder mit großem Engagement am Weihnachts- markt auf dem Münsterplatz und bot neben einer reich bestückten und außer- ordentlich sehenswerten Krippenaus- stellung im Alten Rathaus in Kooperation mit den Städt. Museen und dem Verein Weihnachtsmarkt auch Münsterführungen, Krippenbasteln, eine Diashow über Villingen und den Verkauf von Weihnachtskarten und diverser „hausgemachter“ Artikel an.

Mit dem stimmungsvollen Besinnlichen Abend verabschiedete sich einvielfältiges, gelungenes Vereinsjahr 2010.