Jahresrückblick 2013 (Helga Echle)

Im vergangenen Jahr können wir auf interessante Vorträge und attraktive Exkursionen zurückblicken.

Der Weihnachtsmarkt am Ende des Jahres 2012 war wieder ein großer Erfolg. Neben dem Verkauf unseres Jahresheftes durften wir das neu heraus- gegebene Buch von Pfarrer Kurt Müller „Große und kleine Gotteshäuser beider Konfessionen in Villingen-Schwenningen“ anbieten.

Der Erlös wurde, wie im vorigen Jahr, für das Palliativzentrum verwendet. Aufgrund der großen Resonanz im vergangenen Jahr wiederholte die amtierende Oberjungfer Margot Schaumann ihren Vortrag „Alte Jungfere im Wandel der Zeit“. Auch im dieses Mal vollbesetzten Saal erzählte sie die Geschichte der Entstehung der Alte Jungfere, gespickt mit humorvollen Anekdoten und angereichert mit alten und neueren Fotos. Auch durfte vor dem kleinen Sektempfang ihre glanzvolle Darbietung aus dem Programm der Alte Jungfere nicht fehlen. Die Besucher dankten es, so dass sogar noch eine Spende an die Alte Jungfere überwiesen werden konnte. Zur fastnächtlichen Zeit passte auch der Besuch im Narrenschopf in Bad Dürrheim mit der Schemausstellung von Manfred Merz. Eine große Teilnehmerzahl erlebte eine beeindruckende Schau der Fastnachtskultur im alemannischen Sprachgebiet.

Verschiedene Exponate reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert. Der philosophische und kulturgeschichtliche Hintergrund des Brauchtums wurde durch die Führungen sehr gut dargelegt. Zu sehen waren auch die hochwertigen Schemen von Manfred Merz. Er führte die Besucher selbst durch seine Stiftung, erzählte über sein jahrzehntelanges Schaffen als Schnitzer und erklärte ausführlich die Beweggründe für die Vergabe der Stiftung nach Bad Dürrheim.

Manfred Merz bei der Führung durch die Schemenausstellung.

 

Eine große Besuchergruppe fand sich im Februar in der neu renovierten Johanneskirche in Villingen ein. Unser Beiratsmitglied Architekt Andreas Flöß, der die Renovierungsarbeiten leitete, und Kirchengemeinderatsmitglied Willi Gut erläuterten den Gästen anschaulich den Restaurierungsablauf.

Alle Besucher, darunter auch eine Gruppe des Geschichts- und Heimatvereins Buchenberg, zeig- ten sich begeistert von dem Ergebnis, der Helligkeit und Freundlichkeit des Kirchenraumes und der neuen farblichen Aussagekraft der Deckenornamente.

Im März fand die jährliche Mitgliederversammlung statt mit dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden und dem Kassenbericht des Schatzmeisters. Gewählt wurden für jeweils 2 weitere Jahre: der Erste Vorsitzende Günter Rath und der Schatzmeister Hasko Froese. Vorgestellt wurde auch der neu ernannte Pressebeauftragte Michael Tocha, der die Arbeit des langjährigen Pressevertreters Hermann Colli übernommen hat. Der GHV konnte auf ein erfolgreiches Vereinsjahr 2012 zurückblicken und eine insgesamt positive Bilanz vorlegen. Die Theaterkulissenfunde – ein historischer Kultur-Krimi aus Villingen. Über den ersten Teil dieses „Krimis“ erzählte uns in einem interessanten Vortrag die Diplom-Restauratorin Ina Sahl. In einem Fotovortrag demonstrierte sie einem großen interessierten Publikum den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten an den in einem Haus (bei der Familie Beitz) in der Kanzleigasse gefundenen Brettern. Sie berichtete von den Schwierigkeiten, die Farbigkeit wieder herzustellen und, da die Bretter zersägt waren, sie mühsam zusammen zu puzzeln. so dass aus 159 der 175 gefundenen Bretter sechs Bühnenbilder entstanden. Die Bretter bestehen aus Tannen-, Kiefern- und Fichtenholz und wurden wohl um 1721 zum ersten Mal verwendet für klösterliches Schultheater der Franziskaner oder Benediktiner.

Eine außerordentlich gut besuchte Tagesfahrt führte zur Basilika nach Weingarten und nach Ravensburg (Humpis-Quartier). Bereits im Bus stimmte Herr Pfarrer Kurt Müller die Reisenden fachkundig auf die Geschichte der Basilika in Weingarten, dem „oberschwäbischen Petersdom“, ein. Sie verdankt ihren Ruhm dem Blutritt am Blutfreitag, der auf das Fest Christi Himmelfahrt folgt. Geschichtlich bezeugt ist der Brauch im Jahr 1490, weil auf der damals gegossenen Hosannaglocke das Relief eines geistlichen Heilig-Blut-Reiters abgebildet ist. Die Heilig-Blut-Reliquie wurde am

12. März 1248 in einer bleiernen Lade in Mantua gefunden und ruht heute im vor dem Chorgitter aufgestellten Heiligblutaltar. Die Kirche ist mit einer Kuppelhöhe von 67 Metern und einer Länge von 102 Metern eines der größten barocken Kirchenbauwerke in Deutschland. Abt Hyller wählte bewusst für den Neubau der Kirche nahezu die hälftigen Ausmaße von St. Peter in Rom. Die Kirche besitzt eine der bedeutendsten Orgeln(Gabler- Orgel) überhaupt.

Nach der Besichtigung der Basilika beeindruckte bei einer Stadtführung durch Ravensburg das gut erhaltene historische Stadtbild.

Innenraum der Basilika in Weingarten.

 

Ravensburg nennt sich, der vielen mittelalterlichen Türme und Tore und der noch streckenweise erhaltenen historischen Stadtmauer (mit Resten alter Befestigungsanlagen) wegen, auch Stadt der Türme und Tore. Der Mehlsack und der Blaserturm sind dabei besonders hervorzuheben. Die Führung durch das Humpis-Quartier, das größte und besterhaltene spätmittelalterliche Wohnquartier in Südwestdeutschland, das aus sieben Gebäuden besteht, in denen heute reichsstädtische Geschichte und Kultur authentisch präsentiert wird, gefiel besonders.

Bei der Stadtführung in Ravensburg.

 

Die Sonderexkursion nach Südengland und London war schnell ausgebucht.

Unser kundiger Reiseleiter Klaus Weiß verkürzte die lange Busreise auf die Insel unterhaltsam mit Wissenswertem über die spannende, wechselvolle Geschichte des Königreiches. Wolkenverhangen, mystisch, so empfing der berühmteste Steinkreis der Welt „Stonehenge“ die Besucher auf der Insel. Danach beeindruckte die Salisbury Cathedral mit ihrem in Vollendung erbauten „Early English Style“, ebenso wie die typischen Englischen Gärten von Stourhaed und Lanhydrock.

Herrenhaus und Garten von Lanhydrock (ursprünglich Augustinerabtei).

 

Rosamunde Pilcher ließ grüßen, denn das Fischerstädtchen Polperro an Cornwalls Südküste diente schon oft als Kulisse für diese Filme. Tief auf Kopfsteinpflaster hinabsteigen mussten die Englandreisenden beim Besuch des im Privatbesitz befindlichen pittoresken Fischerdörfchens Clovelly, bevor es dann in Tintagel an einem von der Brandung umtosten Felsvorsprung steil hinaufging zur Burg, auf der angeblich der legendäre König Artus geboren wurde. Hier, hoch oben in den Ruinen der von Richard, dem Earl of Cornwall (einem Bruder Henry III) 1233 gebauten Burg spürte man ein ganz besonderes Stück englischer Geschichte.

Zwei weitere Höhepunkte erwarteten die Geschichtsfreunde. Zuerst die keltisch-christliche Pilgerstätte Glastonburry-Abbey, einst das größte Gotteshaus, das die Insel je gesehen hatte, mit dem angeblichen Grab von König Artus und seiner Frau Guinevere. Danach ging es nach Bath, der Stadt der Römer und des Klassizismus mit seiner riesigen, römischen Thermal-Badeanlage.

Der letzte Tag war der Hauptstadt London vorbehalten. Nach einer Stadtrundfahrt und der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß, kehrten die Mitglieder des GHV mit very British Eindrücken und mit vielem Wissen um die Verknüpfung von Britanniens Geschichte mit unserer eigenen in die Heimat zurück.

Stonehenge im Süden von England.

 

Auch in diesem Jahr engagierte sich der Geschichts- und Heimatverein wieder bei der Pilgerwanderung auf den Dreifaltigkeitsberg am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag. Die Führung übernahm dieses Mal unser Mitglied Matthias Wöhrle. Im Gottesdienst auf dem Berg wurde an Adolf Schleicher erinnert, der die Idee zur Wiedereinführung dieser traditionellen Fuß- wallfahrt auf den Berg hatte und sie 20 Jahre organisierte und führte.

An einem schönen Juniabend erlebten Mitglieder des GHV eine denkwürdige Stadtführung.

„Remigius Mans, genannt Romäus, gefallen vor 500 Jahren bei Novarra“. Aus Anlass des 500-jährigenTodestages von Remigius Mans begaben sie sich auf Spurensuche des Villinger Lokalhelden. Gunther Schwarz, Lambert Hermle und Klaus Richter, im GHV auch bekannt durch ihre theatralischen Stadtführungen, bescherten dem Publikum eine exklusive Geschichtslektion mit Geschichten und Gedichten z.T. im Villinger Dialekt. Verschiedene Stationen waren z.B. ein altes Ölgemälde in der ehemaligen Weinhandlung Roth, beim Oberen Tor, auf dem man sieht, dass die Figur des Romäus als Landsknecht auf der äußeren Stadtmauer (die nicht mehr existiert) aufgemalt war. Weiter wurde das Haus Kanzleigasse 9, in dem Remigius Mans wahrscheinlich in einer Weberfamilie aufwuchs, besucht. In der Gerberstraße, in der heutigen Johanneskirche, war früher der Johanniterorden zu Hause und Romäus fand dort nach seiner Flucht aus dem Turm Asyl. In der Gerberstraße soll Romäus auch mit seiner Frau Luzia und seinen Kindern gewohnt haben.

Gunther Schwarz, Lambert Hermle, Klaus Richter bei der Stadtführung vor dem Romäusturm Foto: Jochen Hahne.

 

In der Rietgasse, wo früher das Fahrradgeschäft Fleig war, gab es bis 1902 die „Badstube“, ein Gasthaus, das Romäus ab 1486 bewirtschaftet hat. Den Abschluss bildete der „Diebsturm“ an der Stadtmauer, aus dem Romäus 1498 auf abenteuerliche Weise ausgebrochen war. Gunther Schwarz sprach zum Abschluss als Romäus von der Balustrade am Eingang des Turms über seine Einkerkerung.

In Erinnerung an einen großen, in Villingen sehr bekannten Künstler wandelte eine Gruppe „Auf den Spuren von Klaus Ringwald“. Bei einer Tagesfahrt unter der kundigen Leitung von Pfarrer Kurt Müller wurden berühmte Werke von Klaus Ringwald besucht. So bestaunten die Mitglieder die Bronzeskulptur „Der Korker Stier“, die inspiriert ist von der Korker Stierlaufsage, die in einer Urkunde von 1476 erwähnt wird. Zu den meist beachteten Werken gehört der „Marienbrunnen“ vor dem Rathaus in Waghäusel zur Erinnerung an die Erhebung Waghäusels zur Stadt im Jahre 1984. Höhepunkt der Reise war sicher die Besichtigung der Jesuitenkirche in Mannheim. Nach der Rekonstruktion des prachtvollen Hochaltars schuf Klaus Ringwald einen imposanten Zelebrationsaltar aus Silber und Bronze, den Herr Pfarrer Müller umfassend erklärte.

Erläuterungen von Herrn Pfarrer Müller in der Mannheimer Jesuitenkirche.

 

Überaus große Resonanz erfuhr die zusätzlich ins Programm aufgenommene Fahrt zur Chagall- Ausstellung in der Kunsthalle Messmer in Riegel. Unter dem Motto „Poesie & Traum“ zeigten die Führerinnen der Kunsthalle Messmer einem neugierigen Publikum neben dem Ölgemälde „Die Nacht“ eine große Zahl ausgewählter Arbeiten auf Papier, handkolorierte Radierungen und Farblithographien, welche die enorme Schaffenskraft Chagalls offenbaren.

Ein Teil der Besuchergruppe wanderte anschließend mit Dekan Pfarrer Josef Fischer über Alt Vogtsburg nach Oberbergen, während der andere Teil noch das kleine St.Romanus Kirchlein in Alt- Vogtsburg besichtigte. Das dem heiligen Romanus geweihte Kirchlein birgt einen wahren Schatz an ornamentalen Wand- und Deckenmalereien, gefassten Schnitzskulpturen und einen golden akzentuierten Hochaltar.

Das Romanus-Kirchlein Alt-Vogsburg.

 

Die Kleine Jahresexkursion führte nach Metz, Nancy, Toul und Saint Nicolas de Port. Rund 40 Mitglieder besuchten drei Tage geschichtlich und architektonisch hochinteressante Städte. Die römische, mittelalterliche, klassizistische und wilhelminische Stadtgeschichte hat in Metz deutli- che Spuren hinterlassen. Nach einer wechselvollen Geschichte Lothringens knüpfte Metz nach dem 2. Weltkrieg wieder an seine Tradition als Handelsstadt an und wurde in den 1970er Jah- ren zur Hauptstadt der Region ernannt. Einer der Höhepunkte der Reise war sicher der Besuch der Kathedrale Saint-Etienne (Stephansdom) von Metz, die als eine der schönsten und größten goti- schen Kirchengebäude Frankreichs gilt. Besonders begeisterte die wichtigste Sammlung von Kirchenfenstern (6.500 m²) und hier vor allem die Fenster von Marc Chagall. Nancy, die Hauptstadt der Herzöge von Lothringen, bezauberte durch ihr architektonisches Ensemble aus dem 18. Jahrhundert, mit einer Fülle schöner Gebäude, teils aus Mittelalter und Renaissance, hat aber auch ein lebendiges, junges Stadtviertel mit Geschäften und guten Restaurants. Der berühmte Place Stanislas besticht das ganze Jahr über durch seine Pracht und gastliche Atmosphäre, die dieser „Schönheit des Ostens“ ein italienisches Ambiente verleihen.

Nancy: Blick auf „La Place Stanislas“.

 

Die 15.000 Einwohner zählende Stadt Toul bildete mit ihrer deutlich sichtbaren Armut den krassen Gegensatz zum heiteren Nancy. Sehenswert war jedoch die Kathedrale, mit deren Chor bereits im 13. Jh. begonnen wurde, die aber erst im 16. Jh. fertiggestellt wurde, mit ihrem 30 m hohen Mittelschiff und einem weitläufigen Kreuzgang (einer der größten Frankreichs).

Der kleine Ort Saint Nicolas de Port wird beherrscht von einer imposanten spätgotischen Basilika. Sie verfügt über beeindruckende Ausmaße: das Kirchenschiff hat eine Höhe von 32 m, die Säulen sind mit 28 m die höchsten in Frankreich, die Türme erheben sich 85 beziehungsweise 87 m in die Höhe. Die Basilika beherbergt eine Reliquie des heiligen Nikolaus von Myra und war im Mittelalter ein bedeutendes Wallfahrtsziel. Eine Sonderfahrt unter Begleitung von Pfarrer i.R. Alfons Weißer führte nach Konstanz und Schloss Langensteinbach zur Ellenrieder-Ausstellung.

Kathedrale Saint. Nicolas de Port.

 

Die Konstanzerin Marie Ellenrieder war eine der bedeutendsten Malerinnen des 19. Jahrhunderts und eine Pionierin: Sie war die erste Frau an einer deutschen Kunstakademie und die erste, die Altarbilder für eine katholische Kirche in Deutschland malte. Der Hochadel und aufgeklärte Bürgerliche ließen sich von ihr porträtieren; sie wurde sogar badische Hofmalerin. Später schuf sie vor allem Bilder mit religiösen Motiven im Stil der Nazarener. Nachdem die Teilnehmer die Bilder der Ausstellung des Rosgarten-Museums bewundert hatten, schloss sich eine Führung durch Kreisarchivar i.R. Dr. Götz in der Schlosskapelle von Schloss Langenstein an, in der sich ebenfalls ein Bild der Künstlerin befindet.

Im Spätsommer erkundeten etwa 40 Teilnehmer die historisch interessante Region Piemont und das Aostatal. Der den Villingern gut bekannte Reiseleiter Klaus Weiß hatte ein äußerst umfangreiches Programm zusammengestellt. So beeindruckte zunächst die im piemontesischen Barock erbaute Basilika Superga oberhalb Turins, dann Turin selbst. Das römische Castrum mit seinen rechtwinklig sich kreuzenden Lagerstraßen legte schon in der römischen Antike den Grund zu einem der geschlossensten und damit eindrucks- vollsten Gebilde des abendländischen Städtebaus. Ein weiteres Ausflugsziel war das Städtchen Torre Pellice, das zur Heimat der Waldenser wurde und heute eine wichtige Stimme des Protestantismus in Italien geworden ist. Die Geschichte der Waldenser wurde bei einem Museumsbesuch vorgestellt.

Es folgten Besuche des Heiligtums Sagra di San Michele, dessen Ursprung in die Zeit Kaiser Otto III. fällt, der heutige Bau auf das 12. und 13. Jahr- hundert zurückgeht, sowie des Städtchens Susa, dessen Bedeutung in den zahlreichen gut erhaltenen altrömischen Denkmälern liegt. Überrascht waren die Teilnehmer vom eleganten Baustil der Häuser in Asti und vor allem von dem Dom, einem Hauptwerk der piemontesischen Gotik. Informationen über den Weinanbau, Tagesausflüge nach Mondovi, das antike Pollentia, Alba und Barolo sowie ein Besuch in Aosta mit Kathedrale, Kloster und römischem Theater rundeten das hervorragende und geschichtlich vielseitige Programm ab.

Die Gruppe der Piemontfahrer vor dem Castello die Pollenzo.

 

Zu einer Fahrt zur Kalchreuter Sammlung in Bonndorf-Glashütte und Bummel auf dem Philosophenweg begleitete uns unser Beiratsmitglied Eberhard Härle.

Eberhard Härle erläutert die Trophäen von Professor Kalchreuter.

 

Schon im Bus berichtete er über das Leben und Wirken seines ehemaligen Studienkollegen und Freundes Professor Dr. Heribert Kalchreuter, genannt Kuno. Professor Kalchreuter hatte einen Teil seines Hauses als Museum ausgebaut und hier seine Trophäen gesammelt und ausgestellt. Es sind Jagdtrophäen aus allen Kontinenten der Welt, die alle von ihm selbst erlegt wurden. Jahrzehntelang hat sich der Wildbiologe Kalchreuter mit der Biologie der verschiedensten Tierarten befasst, hat alle Kontinente bereist, mit Eingeborenen gelebt und mit ihnen gejagt.

Kalchreuter verstarb 2010 und eine Stiftung Naturkundemuseum, in der sich auch Herr Här- le engagiert, kümmert sich um die Ausstellung. Zwischen Eisbär, Polarbüffel, Leopard und Narwal, zwischen Wolf, Löwe, Braunbär, unzähligen Vögeln und anderen Trophäen kamen die Besucher aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auf dem nachmittäglichen Spaziergang auf dem Philosophenweg fanden die Tafeln mit den Sinnsprüchen viel Anklang.

Ernst Reiser erzählt über Nordstetten und seine Höfe.

 

Nordstetten, seine Geschichte und seine Höfe.

Zu einem besonderen Genuss kamen etwa 30 Mitglieder, denn unser Mitglied Ernst Reiser hat die Führung, die er aus Anlass des Jubiläums „1250 Jahre Nordstetten“ gehalten hatte, für uns wiederholt. Er erklärte, dass die ursprüngliche Siedlung des heutigen Nordstetten – zumindest was die Ersterwähnung anbelangt – zu den ältesten Orten gehört, die es in unserer Gegend sowie auf der gesamten Baar nachweislich überhaupt gibt. Umfassend und kompetent informierte er über jeden einzelnen Hof, seine Entstehung, seine Geschichte seine früheren und jetzigen Bewohner und hatte manche Geschichte dazu zu erzählen. An seiner Begeisterung spürte man, dass er die geschichtliche Erforschung Nordstettens zu seinem Hobby gemacht hat.

Zu einer Führung im Stadtarchiv fand sich eine aufmerksame Gruppe bei unserem Beiratsmitglied Frau Ute Schulze ein, die sach- und fachkundig einen Einblick in das „Gedächtnis unserer Stadt“ gewährte. Sie erklärte den interessierten Zuhörern, dass im Archiv die Überlieferung zur Geschichte der Stadt Villingen-Schwenningen, der Städte Villingen und Schwenningen sowie der kleineren Stadtbezirke bis 1972 bewahrt und betreut werden. Es werden Unterlagen, die im Bereich der Stadtverwaltung entstanden sind, übernommen. Es sind dies: Akten, Amtsbücher, EDV-Daten, Fotos, Kar- ten, Pläne, Druckschriften, Ton- und Bildträger. Die ältesten Urkunden reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Gesammelt werden auch Privat- und Firmennachlässe zur Ergänzung der Bestände. Im November fanden die Gedenkgottesdienste für die verstorbenen Mitglieder am 5. November im Münster und am 24. November in den evangelischen Kirchen statt.

Im Dezember erlebte ein gespanntes Publikum „Die Theaterkulissenfunde – ein historischer Kulturkrimi aus Villingen“. Frau Diplom-Restauratorin Ina Sahl und Herr Dr. Michael Hütt führten durch die spannende Ausstellung, an der sich der Geschichts-und Heimatverein mit einer Spende von 3.000 E beteiligt hat. Die Teilnehmer konnten bei diesem „Krimi“ die Ermittlungsarbeit aufnehmen und auf Spurensuche gehen.

Mit dem wie immer in vorweihnachtlich-festlicher Atmosphäre stattfindenden Besinnlichen Abend klang ein ereignisreiches Vereinsjahr 2013 aus.