Arbeitsamt: Dreifacher Grund zum Feiern (Klaus Helm)

1927 Reichsanstalt / 1952 Bundesanstalt / 1987 Neubau

Das Arbeitsamt Villingen-Schwenningen hatte 2002 wahrlich genügend Gründe zum Feiern. Gleich drei Jahrestage tauchten im Kalender auf. Unter dem Motto „Tradition verpflichtet“ erinnerte der amtierende Direktor Uwe Kurt Wilsser an die Ereignisse in den letzten 75 Jahren.

Einen umfassenden Rückblick in die Geschichte und Aufgaben des heimischen Arbeitsamtes hat dessen Pressesprecher Klaus Helm zusammengestellt. Lange Zeit existierte eine Vielzahl voneinander unabhängiger lokaler Arbeitsnachweise. So gab es eine solche städtische Einrichtung auch bereits 1898 in Villingen im Polizeigebäude in der Josefsgasse. Erst 1927 wurden die Arbeitsvermittlung und die Arbeitslosenversicherung in Deutschland auf eine einheitliche gesetzliche Basis gestellt. Ebenfalls im Jahr 1927 entstand der erste Arbeitsamtsneubau in der Villinger Uhland-/Goethestraße.

Vor 50 Jahren wurde schließlich die Bundesanstalt für Arbeit errichtet und 1987 bezog das Arbeitsamt Villingen-Schwenningen seinen Neubau an der Lantwattenstraße.

In diesen vielen Jahrzehnten hat die Arbeitsverwaltung einen wichtigen Beitrag für Arbeitnehmer, Wirtschaft und Gesellschaft geleistet. Die Sicherung des Lebensstandards und die Eingliederung in Arbeit und Ausbildung zählten immer zu den Grundaufgaben. Auch die Förderung der beruflichen Rehabilitation und die Durchführung von Strukturanpassungsmaßnahmen waren und bleiben wichtige Aufgaben.

Die Flexibilität der Arbeitsverwaltung hat sich auch in jüngster Zeit bei der Versorgung der IT-Branche mit dringend gesuchten Fachkräften über die „Green Card“ bewährt, ebenso wie in der Vergangenheit bei der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer, als die Deutsche Wirtschaft händeringend Personal suchte. Auch beim Aufbau der Neuen Bundesländer hat die Arbeitsverwaltung einen wesentlichen Beitrag – insbesondere zum Erhalt des sozialen Friedens – geleistet.

Bei der Amtsübergabe von Direktor Horst Billing (2. von links) an seinen Nachfolger Kurt Uwe Wilsser (rechts neben ihm) war auch der Präsident des Landesarbeitsamtes Baden-Württemberg, Otto Werner Schade (links) und der damalige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda (rechts) anwesend.

 

Ich bin überzeugt, dass die Arbeitsverwaltung dank des Engagements ihrer Mitarbeiterschaft auch weitere Veränderungsprozesse zum Wohle aller am Arbeitsmarkt Beteiligten aufnimmt und damit gestärkt zur Lösung der zukünftigen Arbeitsmarktprobleme beitragen wird.

In 75 Jahren zehn Direktoren beim Arbeitsamt

Die Direktoren des Villinger Arbeitsamtes waren Ludwig Übler (1928 bis 1933), Erwin Kleinböck (1934 bis 1942), Philipp Hessel (1942 bis 1945), Erwin Hiegert (Kriegsende), Johann Fuchs, Ernst Wehrle und Richard Wagner (1945 bis 1953), Hans Hosius (1953 bis 1967) und Horst Billing (1967 bis 1998). Seit 1998 leitet Uwe Kurt Wilsser das Arbeitsamt.

Das Arbeitsamt Villingen-Schwenningen und die bundesweite Arbeitsvermittlung haben im Jahr 2002 mehrfach Jubiläum: Seit 75 Jahren gibt es ein eigenes Arbeitsamtsgebäude in Villingen. Vor 75 Jahren wurde auch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (16. Juli 1927) gegründet. Seit 50 Jahren gibt es die Bundesanstalt für Arbeit (BA). Und seit 15 Jahren besteht das moderne Dienstgebäude an der Villinger Lantwattenstraße.

Erste Ansätze zu einer organisierten Arbeitsvermittlung in Deutschland enthielten die Zunftordnungen des Mittelalters. Aber erst im Verlauf der stürmischen Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich die ungelöste soziale Frage zuspitzte, wurden für die spätere Entwicklung bedeutsame Schritte getan. Es entstanden einzelne öffentliche kommunale Arbeitsnachweise, die sich vor besonders schwierige Arbeitsmarktprobleme gestellt sahen.

In Villingen wurde die erste kommunale Arbeitsnachweis-Anstalt im April 1898 im Polizeiwachtgebäude in der Kanzleigasse errichtet. Im November 1914 verlegte man das städtische Arbeitsamt in das alte Kaufhaus in der Rietstraße und schließlich, am 31. März 1927, beschloss der Gemeinderat, ein eigenes Amtsgebäude in der damaligen Uhlandstraße/Ecke Goethestraße zu errichten. Damit ist das Arbeitsamt Villingen sogar älter als das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG), das am 16. Juli 1927 verabschiedet wurde und in ganz Deutschland am 1. Oktober 1927 in Kraft trat. Diese „Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung“ war bereits eine selbstständige Körperschaft mit Selbstverwaltung und Träger der Arbeitsvermittlung und einer obligatorischen Arbeitslosenversicherung. Außerdem wurde ihr die öffentliche Berufsberatung und die Vermittlung von Lehrstellen übertragen.

In der kurzen Zeitspanne von der Gründung der Reichsanstalt bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise von 1929/1932 konnte die Arbeitslosenversicherung keine finanziellen Reserven bilden und war deshalb der Belastung nicht gewachsen, die ihr durch die immer mehr anschwellende Massenarbeitslosigkeit auferlegt wurde. Im Juli 1927 gab es in Deutschland 750 000 Arbeitslose. Ende 1928 waren es bereits zwei Millionen. 1932 wurde die Höchstzahl von über sechs Millionen bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen erreicht – das war fast ein Drittel aller Arbeitnehmer! Im damaligen Arbeitsamtsbezirk Villingen, der aus den Kreisen Villingen und Donaueschingen bestand, waren es im gleichen Jahr 2250 Arbeitslose.

1933 kam die Gleichschaltung

Mit dem Nationalsozialistischen Regime im Jahr 1933 wurde die Reichsanstalt „gleichgeschaltet“. Damit begann ein dunkles Kapitel der Arbeitsverwaltung, das erst 1945 endete. Die Selbstverwaltung wurde beseitigt. Die freie Berufswahl und die freie Wahl des Arbeitsplatzes wurden praktisch aufgehoben, die „Lenkung der Arbeitskräfte“ per Dienstverpflichtung zum Staatsprogramm erhoben. Im Jahr 1939 wurde die Hauptstelle der Reichsanstalt dem Reichsarbeitsministerium eingegliedert; die Landesarbeitsämter und die Arbeitsämter wurden dem Reichsarbeitsministerium unterstellt. Die Arbeitsverwaltung musste, eingebettet in ein totalitäres Regime, alle verfügbaren Arbeitskräftereserven ausschöpfen. Die „Arbeitsschlacht“ wirkte sich auch auf dem hiesigen Arbeitsmarkt deutlich aus, denn schon 1933 gab es hier nur noch 175 registrierte Arbeitslose. Im August 1934 mussten ledige Jugendliche ihre Arbeitsplätze zu Gunsten erwerbsloser Familienväter aufgeben. Für sie bot das Regime mit dem Reichsarbeitsdienst und der Wehrpflicht Beschäftigung. Das im Februar 1935 eingeführte Arbeitsbuch sollte zur Kontrolle und Bedarfsklärung des einzelnen Arbeitnehmers dienen. Bedürftige wurden in dieser Zeit durch das „Winterhilfswerk“ versorgt.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen führte 1936 zur Lockerung des seit 1933 bestehenden Lohnstopps. Im November 1935 trat zudem das Gesetz über Arbeitsvermittlung, Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung in Kraft. Die Reichsanstalt für Arbeit hatte damit das Alleinrecht für diese Dienste. 1938 war die Vollbeschäftigung erreicht. Weil dadurch Arbeitskräftemangel herrschte, wurde zum 1. Juli 1938 die Dienstpflicht eingeführt.

Während des zweiten Weltkriegs wurde in Villingen eine Verwaltungsbaracke als Arbeitsamtsneubau erstellt. Von dort aus wurden „Fremdarbeiter“ aus von Deutschland besetzten Gebieten zur Arbeit in der heimischen Industrie eingesetzt. Auch Kriegsgefangene zählten hier in Villingen und Umgebung zu den Zwangsarbeitern, deren Einsatz – wie überall in Deutschland – vom Arbeitsamt organisiert wurde.

1945: 1574 Arbeitslose

Nach einem Bericht über die Entwicklung des Arbeitseinsatzes waren dann im September 1945 im Arbeitsamtsbezirk Villingen insgesamt 1574 Arbeitslose gemeldet, 688 Männer und 866 Frauen. Die Verwaltungsbaracke wurde zu diesem Zeitpunkt von den französischen Besatzern beschlagnahmt.

Im Gesetz über die Errichtung einer Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 10. März 1952 wurde erneut die paritätische Beteiligung der Sozialpartner und der Vertreter der öffentlichen Körperschaften neben Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen an der Selbstverwaltung festgelegt, weil die Aufgaben der Bundesanstalt über die einer bloßen Versicherungsanstalt weit hinaus gehen.

Im Jahr 1952 zählte man beim Arbeitsamt in Villingen 613 Arbeitslose. Nach mehrfachem Standortwechsel – zurück ins alte Arbeitsamtsgebäude, Verkauf des Gebäudes an die Stadt, wieder in die Baracke und schließlich Unterbringung in einem städtischen Gebäude in der Josefsgasse – begannen bald schon die Arbeiten für einen weiteren Neubau, dem die Baracke weichen musste. Im Jahr 1955 wurde dieser Neubau in der Justinus-Kerner-Straße bezugsfertig. Er wurde 32 Jahre vom Arbeitsamt Villingen genutzt.

Im Jahr 1959 herrschte wieder einmal Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 0,0 Prozent. Es kamen die ersten Gastarbeiter aus Italien, um den Arbeitskräftemangel im aufkeimenden „Wirtschaftswunder“ zu beheben. Heutzutage unvorstellbar: In den Wirtschaftswunderjahren Anfang der Sechziger fuhren die Arbeitsvermittler verstärkt aufs Land, um Frauen als Arbeiterinnen für die Fabriken zu gewinnen. Sie warben regelrecht in den einzelnen Gemeinden des Bezirks. Die Firma SABA bot sogar einen angemieteten Omnibus an, der von Blumberg aus die Arbeiterinnen und Arbeiter in die Fabrik und wieder nach Hause fuhr. Da weiter Bedarf an Mitarbeitern bestand, kamen Flüchtlinge aus den osteuropäischen Staaten gerade recht. Zudem wurden Arbeitskräfte aus den strukturschwachen „Zonenrandgebieten“ angeworben.

Zeitweilig fuhren auch Mitarbeiter des Arbeitsamts Villingen nach Italien, Jugoslawien und in die Türkei, um dort für die hiesigen Betriebe Arbeitskräfte anzuwerben. Viele der ersten Gastarbeiter kehrten nach Ablauf ihrer befristeten Arbeitsverträge wieder in ihre Heimatländer zurück. Im Jahr 1972, als die Bundesregierung den Anwerbestopp verhängte, wohnten rund 12 000 ausländische Mitbürger im Arbeitsamtsbezirk.

Mit der Verabschiedung des Arbeitsförderungsgesetzes am 1. Juli 1969 bekam die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ihren bis heute bestehenden Namen: Bundesanstalt für Arbeit.

1979: Pläne für den Neubau

Im Dezember 1979 wurde der Planungsauftrag für den aktuellen Neubau des Arbeitsamts Villingen- Schwenningen erteilt. 1983 wurde das Projekt mit einem Finanzvolumen von 20 Millionen Mark (10 226 000 Euro) genehmigt und im Frühjahr darauf mit dem Bau begonnen. Mit hohem Kostenaufwand musste zunächst das mit Teeröl und Zyaniden verseuchte Erdreich abgetragen werden. Diese Rückstände stammten von einem früheren Gaswerk der Stadt Villingen auf dem Baugrundstück. Die Beseitigung des hochgiftigen Umweltschadens verzögerte den Bau um ein volles Jahr, so dass erst Ende 1984 mit dem Betonieren der ersten von 76 Pfählen für das Fundament begonnen werden konnte. Nach drei Jahren Bau- und Ausbauzeit konnte der Neubau schließlich im November 1987 an die Arbeitsverwaltung übergeben werden.

Bis einschließlich 1972 bestand der Arbeitsamtsbezirk Villingen aus den Landkreisen Donaueschingen und Villingen mit insgesamt 96 selbstständigen Gemeinden. Dienststellen befanden sich zunächst in Donaueschingen, Furtwangen, St. Georgen und Triberg. Zum 1. Januar 1972 entstand die Stadt Villingen-Schwenningen als Oberzentrum der Region Schwarzwald-Baar- Heuberg. Durch die Gebietsneugliederung entstand ein Jahr darauf der heutige Schwarzwald- Baar-Kreis, der sich im Wesentlichen aus den ehemaligen Kreisen Villingen und Donaueschingen zusammensetzt. Gleichzeitig wurde der Bezirk umbenannt in „Arbeitsamtsbezirk Villingen- Schwenningen“ mit 20 eigenständigen Städten und Gemeinden. Dienststellen gab es weiterhin in Donaueschingen, Furtwangen, St. Georgen und im Stadtbezirk Schwenningen. Der heutige Arbeitsamtsbezirk ist deckungsgleich mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis mit rund 210 000 Einwohnern und 107 000 Erwerbspersonen.

Nach dem Niedergang der Uhrenindustrie in den Siebzigern des 20. Jahrhunderts (Kaiser, Mauthe, Kienzle, später Schmeckenbecher) und dem Zusammenbruch der Unterhaltungselektronik in den Achtzigern (Dual, SABA) wurde der Zuliefererstandort zwischen Donau-Ursprung und Neckarquelle Anfang der Neunziger von der Rezession erneut hart getroffen. „In der Region gehen die Lichter aus“ titelten die Tageszeitungen, als hier die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg den drastischen Personalabbau im Produzierenden Sektor verdeutlichte. Massenentlassungen und Outsourcing trugen allerdings auch dazu bei, die „regionale Intelligenz neu zu mischen“. Inzwischen beweisen am Neuen Markt agierende Namen wie „bäurer“, „Living Systems“ und „GFT“, dass der legendäre „Tüftlergeist“ der Schwarzwälder wieder eine Krise überstanden hat.

2001: Neue Strukturen
Seit April 2001 hat sich das Arbeitsamt Villingen-Schwenningen mit seinen Geschäftsstellen in Donaueschingen, Furtwangen, St. Georgen und in Schwenningen endgültig neu strukturiert. Im Mittelpunkt der Neuorganisation stand der Übergang von der bisher stärker arbeitsteilig orientierten Spartenorganisation zur ganzheitlich ausgerichteten, kundenorientierten Teamorganisation. Damit verbunden ist, aus dem breiten Dienstleistungsangebot vieles „vor Ort“, also in den Geschäftsstellen, anzubieten. Die unterschiedlichen Anliegen der Kunden, wie Information und Beratung, Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung sowie Leistungen zum Lebensunterhalt und zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, werden nun ganzheitlich von Mitarbeiter-Teams erledigt. Die nachhaltigen Veränderungen der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und fiskalischen Rahmenbedingungen führten dazu, dass sich Unternehmen wie öffentliche Verwaltungen reformieren und anpassen. Dies gilt im besonderen für die Bundesanstalt für Arbeit (BA), die aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben in starkem Maße von den veränderten Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Die Arbeitsverwaltung sieht es als eine ihrer Aufgaben an, Aufbau- und Ablauforganisation immer wieder zu überprüfen und zu verbessern. Dies geschieht nicht, weil die bisherige Organisation versagt hat. In ihrer 75-jährigen Geschichte haben sich die Arbeitsämter den unterschiedlichen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen jeweils mit großem Engagement gestellt. Sie haben durch ihre Arbeit und Leistungen dazu beigetragen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern mit Rat und Tat zu helfen und den sozialen Frieden zu erhalten.

Die Mitarbeiter-Teams sind mit weitgehend selbstregulierender Teamarbeit und größerer Entscheidungskompetenz für die Ausführungsaufgaben zuständig. Für den Kunden bedeutet dies: Im Regelfall nur noch wenige Ansprechpartner. Schätzungsweise 30-40 Prozent der Kunden können ihr Anliegen an Kundentheken erledigen, was zu noch kürzeren Wartezeiten führt. Für intensive Einzelberatungen werden darüber hinaus individuelle Termine vereinbart. Da Vorgänge nicht mehr über Abteilungsgrenzen laufen, werden Bearbeitungszeiten und Entscheidungswege kürzer. Damit aus Abteilungsgrenzen nicht Teamgrenzen werden, gibt es in festen Gesprächforen einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Neben der fachlichen Seite werden hier auch Erkenntnisse weiter transportiert, die in die Weiterentwicklung der Ablauforganisation einfließen können.

Über Homepage zu erreichen
Mit dem Berufsinformationszentrum (BIZ) im Arbeitsamt Villingen-Schwenningen, dem mobilen Berufsinformationszentrum (BIZ mobil), das jährlich in Blumberg und Furtwangen im Einsatz ist, dem Stellen-Informations-Service (SIS) für Arbeitnehmer, der Bildungsdatenbank (KURS), dem Ausbildungs-Stellen-Informations-Service (ASIS) und nicht zuletzt dem Arbeitgeber-Informations- Service (AIS) mit Bewerberangeboten in allen Geschäftsstellen und im Internet, bietet das Arbeitsamt bereits eine breite und viel genutzte Palette von Selbstinformationsmöglichkeiten an. Neu hinzugekommen ist gerade der Arbeitgeber- Stellen-Service, zur noch schnelleren Aufnahme von Stellenangeboten. Dies wird sowohl für die Kunden als auch für die MitarbeiterInnen weiter ausgebaut. Unter dem Zugang über die Homepage der Bundesanstalt für Arbeit (www.arbeitsamt.de) stellt das Arbeitsamt Villingen-Schwenningen regionale Informationen und Angebote ein.

In die Teams sind Leistungsberater integriert, die vornehmlich aus dem bisherigen mittleren Führungsbereich der Gruppenleiter kommen. Ihre Aufgabe ist in erster Linie die qualifizierte Kundenbetreuung ab dem Erstkontakt mit Arbeitnehmern oder Betrieben durch frühzeitige Aufklärung in leistungsrechtlichen Angelegenheiten und eine individuelle Hilfestellung als Teil der Intensivierung des Betreuungsprozesses. Extern wirken sie beispielsweise als Ansprechpartner für Betriebe in solchen Fragen und koordinieren den weiteren Ablauf im Amt. Ein zusätzlicher Aufgabenbereich ist die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Leistungsträgern, Behörden, Verbänden und Institutionen. Das Team unterstützen sie beratend, um Bearbeitungsprozesse in Leistungsangelegenheiten zu verkürzen und Fehlerquoten zu senken. Kunden- und Mitarbeiterbefragungen begleiten den Prozess. Sie sind aber da rüber hinaus fester Bestandteil der Organisationsphilosophie. Das Instrumentarium dafür bietet das „Neue Steuerungsmodell“ der Bundesanstalt für Arbeit mit den wesentlichen Bestandteilen „Controlling“ und „Leistungsorientierte Führung“.

 

Im Jahr 1955 wurde ein zweiter Neubau in der Uhlandstraße (heute Justinus- Kerner-Straße) bezogen.

 

Jüngste Geschichte – Wiedervereinigung

Im Rahmen des planwirtschaftlichen Systems der DDR, in dem es Arbeitslosigkeit offiziell nicht gab, gab es auch keine „Arbeitslosenversicherung“.

Auf dem Weg zur deutsch-deutschen Einigung begannen die Behörden der DDR schon 1990 mit der Einrichtung von Arbeitsämtern nach dem in der BRD eingeführten Aufgaben- und Oganisationsmuster. Mit dem Einigungsvertrag gingen alle Dienststellen der bisherigen DDR-Arbeitsverwaltung am 3. Oktober 1990 in den Verantwortungsbereich der Bundesanstalt für Arbeit über. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitsamts Villingen-Schwenningen – angefangen im mittleren Dienst über Führungskräfte unterschiedlicher Ebenen bis hin zum Direktor – beteiligten sich mit mehreren mehrwöchigen Einsätzen vor Ort am Aufbau der Arbeitsämter in den neuen Bundesländern.

 

 

1898 wurde im sogenannten Polizeiwachtgebäude in der Josefsgasse der erste städtische Arbeitsnachweis eingerichtet.

 

 

1927 entstand der Neubau für das Arbeitsamt an der Ecke Uhlandstraße/Goethestraße. Später war hier die sogenannte „Goethepost“.