Gemeinsam für die Kunst – Ein Lagebericht oder: ,Vom ‚eigenen Süppchen’ und dem Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst’ (Wendelin Renn)

Es war ‚Martins-Tag‘. Der Tag des Heiligen aus Tours. Am Abend des 11. November wurden, wie seit vielen Jahren, im Nach-Spiel vom ‚hohen Roß‘ herab in Stadt und Land viele ‚Mäntel zerteilt‘, in strahlenden Kinderaugen spiegelten sich Lampions und auch in der Neckar-Stadt sangen helle Stimmen laut „Laterne, Laterne…“. An diesem Abend 2009 kamen wir zum ersten Mal zusammen. Wir, das waren Astrid Ihle, Simone Jung, Heiderose Langer und ich. Wir saßen im Restaurant Ochsen und wir aßen traditionell Martins-Gans. Die drei Kolleginnen von der Sammlung Grässlin in St. Georgen, vom Museum Biedermann aus Donaueschingen und von der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil hatte ich nach Schwenningen eingeladen; zu einem Gespräch, ohne dass ich mein Vorhaben, was ich mit ihnen besprechen wollte, vorab kommuniziert hätte. Spannung lag also über der Runde und bei gutem Essen und Wasser und Wein löste ich den ‚Knoten‘, erzählte von meinen Überlegungen und war selbst auf die Reaktion meiner Gäste gespannt.

Wir, so führte ich aus, wir alle vermitteln Kunst. Jeder eigenständig in seinem Haus, mit unterschiedlichster Perspektive zwar, aber immer im Spiegel zur und aus der ‚Geschichte‘ der eigenen Sammlungstradition. In der Sammlung Grässlin mit Positionen des Kunstschaffens der 70er bis 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, oder in der Kunststiftung Erich Hauser im Bewahren und Vermitteln des skulpturalen Werks des international beachteten Bildhauers. Das im September diesen Jahres eröffnete Museum Biedermann stellt in wechselnden Ausstellungen Hauptwerke der privaten Kunstsammlung aus und wir präsentieren, gewachsen aus fast sieben Jahrzehnten Ausstellungstätigkeit der ‚Lovis-Presse‘, der ‚kleinen galerie‘, der Ausstellungsreihe von Dr. Hans und Margarete Willmann und der später so genannten ‚StädtischenGalerie’imWechselPositionenaktueller Kunst und thematisch konzipierte Ausstellungen mit Werken der Klassischen Moderne.

Diese Ausstellungen und Präsentationen in den jeweiligen Institutionen berücksichtigen dabei unterschiedliche Fragestellungen im Kunstschaffen und sind unbestritten ein lohnendes Ziel für alle Kunstfreunde in der Region. Wie aber kann es uns gelingen, so fragte ich in die Runde, den Kreis der Interessierten zu erweitern und zugleich den Radius zu vergrößern, aus dem unser Zielpublikum sich für unser Wirken für die Kunst interessiert? Denn wenn jeder sein ‚eigenes Süppchen‘ alleine kocht, formulierte ich provokant, bleibt der Kreis der Kunstfreunde trotz vieler Anstrengungen begrenzt. Im kollegialen Verbund aber könnten Potentiale gehoben werden, diese kulturell höchst aktive Region stärker in den Fokus des Feuilletons in den Medien zu bringen und damit in den Blick der Kulturinteressierten über unsere Region hinaus. Größere Aufmerksamkeit in der Welt der Kunst könnten wir erzielen, so führte ich aus, wenn wir uns im Rhythmus von zwei oder drei Jahren, zusammen für ein Projekt begeistern könnten und/oder uns zu einer Ausstellungsreihe zu einem gemeinsam reflektierten Thema, in einer‚ konzertierten Aktion‘, entschließen würden.

Astrid Ihle, Simone Jung und Heiderose Langer griffen meine Überlegungen konstruktiv auf und es entwickelte sich am runden Tisch eine lebhafte Diskussion. Möglichkeiten und Ziele eines synergetischen Wirkens bei gemeinsam entwickelten Werbemaßnahmen wurden überlegt und bald wurden auch konkrete Themenbereiche von Ausstellungsinhalten angedacht, die sich aus dem Gemeinsamen der jeweiligen konzeptuellen Schwerpunkte der vier ‚Orte der Kunst‘ rekrutierten. Im offenen ‚brainstorming‘ engagierten wir bereits gedanklich Fachbüros, die für unser Vorhaben zielgruppen orientierte Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit entwickeln könnten. Und auch die Einbindung von zeitgenössischer Musik, Film oder Tanz im Rahmenprogramm einer gemeinsam präsentierten Aktion sahen wir gattungsüberschreitend für geboten.

Meine Idee für ein gemeinsames Vorhaben wurde von den Kolleginnen engagiert aufgenommen und wir beschlossen über den Jahreswechsel eine Projektidee zu konkretisieren. Um das Werden des gemeinsamen Auftritts zu betonen vereinbarten wir zudem, dass alle Entscheidungen fürderhin im Konsens getroffen werden sollten. Zunächst galt es aber, unsere Überlegungen den drei Trägern der privaten Institutionen vorzustellen und deren Zustimmung anzufragen.

Am 17. Januar 2010 trafen wir uns zur zweiten Besprechung in gleicher Besetzung, jetzt im Restaurant Kippy’s in St. Georgen. Grundsätzliche Zustimmung zu unseren Überlegungen erfuhren wir von der Familie Grässlin. Margit Biedermann, Gründerin des privaten Museums, bekundete ihr Interesse und die Gremien der Kunststiftung Erich Hauser konnten über den Jahreswechsel noch nicht informiert werden. Gleichwohl ‚spannen wir den Faden‘ eines gemeinsamen Projektes weiter und diskutierten Fragen zum inhaltlichen Konzept, zur Struktur und zur Finanzierung des gemeinsamen Vorhabens. In diesem Stadium der Diskussion favorisierten wir eine von jeder Institution erarbeitete Ausstellung, deren inhaltliche Ausrichtung sich aus dem jeweiligen Sammlungskomplex ergibt und sich zugleich einem gemeinsamen Thema subsumieren ließe. Auch waren wir uns einig den Schwarzwald-Baar-Kreis und den Kreis Rottweil als ‚politische‘ Partner zu gewinnen, um unser ‚grenzüberschreitendes‘ Vorhaben auch durch die Einbindung der verschiedenen Verwaltungseinheiten zum Ausdruck zu bringen. Konsens war auch die Notwendigkeit, ein gemeinsames ‚Label‘ für unser Projekt zu finden.

In den folgenden Besprechungen zeigte sich jedoch bald, dass ein gemeinsames Ausstellungsvorhaben unsere personellen Kapazitäten überforderte. Auch wären die inhaltlichen und kuratorischen Vorbereitungen dafür zu zeitintensiv.

Geeigneter erschien uns jetzt ein Symposium in zweijährigem Rhythmus zu organisieren. Dabei sollten Fragen zum aktuellen Kunstdiskurs reflektiert werden, die zugleich die Aufgabenstellungen in unseren Institutionen tangieren. Mit Heiderose Langers Titelvorschlag >Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst'< war auch bald das ‚Label‘ unseres gemeinsamen Wirkens gefunden.

Abb. 1: Vorbereitung zum ersten Symposium im Skulpturenpark der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil: Heiderose Langer, Wendelin Renn und Astrid Ihle (vlnr).

 

Unsere inhaltlichen Diskussionen, die wir in regelmäßigen und zunächst vertraulichen Treffen in den folgenden Monaten führten, erreichten bald weitere Institutionen, die im regionalen Kunstbetrieb aktiv sind und weckten ‚Begehrlichkeiten‘: lokale Kunstvereine und auch andere kommunale Galerien ‚forderten‘ zu unserer Überraschung partout Partizipation bei unserer privaten Initiative. Dies entsprach aber nicht unserer Intension. Wir wollten als international vernetzte ‚Orte der Kunst‘ nicht in erster Linie das lokale Kunstgeschehen fördern, sondern den Diskurs über Kunst in unserer Region in ein überregionales Bewusstsein transferieren. So entschieden wir, bei der ersten Veranstaltung im >Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst'< im ‚kleinen Kreis‘ als Veranstalter aufzutreten – das gerade eröffnete Museum Biedermann hatte sich aus unserer Arbeitsgruppe mittlerweile zurückgezogen und wollte den Schwerpunkt seiner Arbeit verständlicher Weise auf den Aufbau des eigenen Hauses richten – und terminierten das erste Symposium in der Kunststiftung Erich Hauser für Herbst 2011.

Als Titel wählten wir ‚Von der Macht der Kunst – Strategien zur Unsterblichkeit‘ und renommierte Künstler, Kunstwissenschaftler, Journalisten und Galeristen, mit denen unsere Institutionen über die Jahre zusammen gearbeitet hatten, nahmen unsere Einladung, sich mit dem gewählten Thema auseinander zu setzen, gerne an. Am 4. und

5. November 2011 wurden im ersten Symposium Fragen zur Unsterblichkeitsidee im abendländischen Künstlerkult, das Künstlersein als bewusste (Selbst-)Inszenierung, aber auch die Methoden der Nachlassverwaltung, der posthumen Rekonstruktion und Präsentation von Kunstwerken und die Problematik zur Erhaltung digitaler Medienkunstwerke für die Nachwelt öffentlich erörtert.

Abb. 2 Heiderose Langer, Susanne Gaensheimer, Astrid Ihle und Susanne Kippenberger (vlnr) bei der Diskussion im Plenum.

 

So legte Florian Berktold, Direktor der Galerie Hauser & Wirth in Zürich, in seinem Vortrag den Fokus auf Überlegungen zur ‚Rekonstruktion von Kunstwerken als Relikt und Reliquie oder Neuinterpretation‘ und thematisierte das Problem des abwesenden Künstlerwillens und -blicks. Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt und 2011 Kommissarin des deutschen Pavillons auf der 54. Biennale in Venedig, berichtete über die Gestaltung des Pavillons mit Werken des 2010 verstorbenen Aktionskünstlers Christoph Schlingensief. Fragen zur Wiederherstellung und Neuinterpretation bzw. Neubewertung thematisierte die Berliner Künstlerin Nairy Baghramian, die im Rahmen der fünften Berlin-Biennale 2008 das Werk von Janette Laverrière, Altmeisterin der französischen Innenarchitektur (1909 – 2011), wieder in den Kunstkontext einführte. Zur Frage ‚Wie lange hält der Atem des Künstlers‘ nahmen der Konzeptkünstler Timm Ulrichs und die Journalistin Susanne Kippenberger Stellung. Timm Ulrichs, der schon vor Jahrzehnten in einer Grabinschrift den Kunstbetrachter dazu aufrief „Denken sie immer daran, mich zu vergessen“, sprach in seinem Beitrag über vergangene und zukünftige Unsterblichkeitsstrategien. Susanne Kippenberger, Schwester des Künstlers Martin Kippenberger und Autorin des Buches ‚Kippenberger. Der Künstler und seine Familien‘, erläuterte teils aus sehr persönlicher Sicht, die künstlerische Auseinandersetzung ihres Bruders mit dem Thema Tod und Unsterblichkeit sowie dessen posthume Wiederentdeckung bzw. Vereinnahmung vom Kunstbetrieb. Die Kunstwissenschaftlerin Ruth Wöbkemeier erörterte in ihrem Vortrag ‚Die andere Seite – Vom Verschwinden und Wiederauftauchen in der Moderne‘, wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts sich verändernde Erinnerungsund Gedächtnismodelle mit dem allgemeinen Wandel von Körper-, Raum- und Zeitgefühl zusammenhängen – und zwar mit Blick auf eine sich verschiebende Kultur des Todes. Der Kunsthistoriker Hans Dieter Huber von der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart erläuterte Fragen zur sachgerechten Lagerung, Archivierung und Dokumentation digitaler Kunstwerke und setzte sich mit Strategien und ethischen Maximen für die Langzeiterhaltung des digitalen kulturellen Erbes auseinander.

Abb. 3: Performance ‚RAUMZWISCHENZEIT‘ von Ingrid Schorscher.

 

Lebhafte Diskussionen zwischen den Referenten und dem Publikum ergänzten die einzelnen Vorträge und ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit Video-Präsentationen von Philippe Grammaticopoulos (‚Le Régulateur‘, 2004, und ‚Les Ventres‘, 2009), Björn Melhus & Yves Netzhammer (‚Die umgekehrte Rüstung‘, 2002) und Franziska Megert (‚Arachne-Vanitas‘, 1991 und ‚Die Stadt der Unsterblichen‘, 1998/2001), der Performance ‚RAUMZWISCHENZEIT‘ von Ingrid Schorscher und aktuelle Life-Musik von ‚Pixanfonax‘ mit Jürgen Palmtag und Emmerich Györy fanden großes Interesse.

Abb. 4: ‚Pixanfonax‘ mit Emmerich Györy und Jürgen Palmtag.

 

Der Erfolg des ersten Symposiums – Gäste aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, Österreich und dem Elsass konnten in Rottweil begrüßt werden – und die überregionale und fundierte Berichterstattung in Tageszeitungen und Fachmedien motivierte uns, das zweite Vorhaben in unserem >Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst'< zu realisieren. So luden wir – für Astrid Ihle, die als Kuratorin an das Wilhelm-Hack Museum in Ludwigshafen wechselte vertrat Claudia Schönfeld die Sammlung Grässlin – zwei Jahre später alle Kunstinteressierten am 12. Oktober 2013 zu einer Podiumsdiskussion in den spätexpressionistisch gestalteten Ratssaal des von Hans Herkommer 1928 geschaffenen Rathauses in Schwenningen ein. Unter dem Titel ‚Freiheitskrise? Zum Anspruch künstlerischer Autonomie in der Gegenwartskunst‘ moderierte Georg Imdahl, Kunstwissenschaftler an der Kunstakademie in Münster, ein kompetent besetztes Podium mit der Kunstkritikerin Adrienne Braun aus Stuttgart, der Frankfurter Künstlerin Tamara Grcic´, der Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart Ulrike Groos und dem Künstler, Sammler und Direktor der Hallen für Kunst in Schaffhausen Urs Raussmüller.

Abb. 5: Über die ‚Freiheit‘ in der Kunst wird im Ratssaal im Rathaus Schwenningen diskutiert.

 

Ausgehend von Friedrich Schillers Postulat zur ‚Autonomie der Kunst‘ und Heinrich Bölls Aussage „Kunst ist Freiheit“ diskutierte die Expertenrunde zunächst unter sich und abschließend mit dem Plenum Fragen zur ‚Freiheit in der Kunst‘ im 21. Jahrhundert. Dabei berichtete Tamara Grci´c aus ihrer persönlichen Erfahrung von den Schwierigkeiten, eine „Balance zu finden zwischen der Freiheit im Kunstmachen und den vorgegebenen Konventionen“.

Abb. 6: Adrienne Braun, Ulrike Groos, Georg Imdahl und Heiderose Langer (vlnr) im ‚Nachgespräch‘.

 

Ähnlich argumentierte Ulrike Groos und erzählte von den Zwängen, die Museumsdirektoren heute zu meistern haben: „Wir sind zu Managern geworden, zu Virtuosen der Geldbeschaffung und zu ‚Salonlöwen‘. Die Zeit zur Forschung über Kunst und Künstler hat bei all dem verloren.“ Adrienne Braun vermisste „Foren, in denen ernst und kritisch über Kunst diskutiert wird.“ Kunst zu kritisieren, das sei ihrer Meinung nach leider „ein unausgesprochenes Tabu“ geworden. Pointiert reagierte der Schweizer Urs Raussmüller und konterte: „Ich höre hier nur von Problemen. Eigentlich gibt es doch gar keine. Denn entweder sie verzichten auf Freiheit, oder sie schaffen sich Freiheit“.

Im Rahmenprogramm konnten die Gäste am Vormittag bereits eine Führung zum Kunstschaffen von Günther Förg in der Sammlung Grässlin in St. Georgen erleben und am frühen Nachmittag den Skulpturenpark und die Ausstellung mit Arbeiten des Werkstattpreisträgers 2013 Benjamin Appel in der Kunststiftung Erich Hauser kennenlernen. Nach der Podiumsdiskussion waren alle Gäste und die Referenten zum Empfang im ‚Lovis-Kabinett‘ der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen geladen. Inmitten der Ausstellung ‚Bridget Riley – Prints 1962 – 2012′ konnten Meinungen und Positionen zum Tagungsthema ‚Freiheitskrise? Zum Anspruch künstlerischer Autonomie in der Gegenwartskunst‘ in anregender Atmosphäre der Bilderwelt der großen englischen Künstlerin weiter diskutiert werden.

Abb. 7: Jetzt zu viert: Heiderose Langer, Christina Korzen, Antonia von Weichs und Wendelin Renn (vlnr).

 

In Vorbereitung ist derzeit die dritte Veranstaltung zu dem das >Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst'< in das Rathaus in St. Georgen am 30. und 31. Oktober 2015 einlädt. Thema des Symposiums ist: ‚Kunst transformiert – Der Wert der Kunst im Wandel‘. War nach Claudia Schönfeld zunächst Cora von Pape unsere Ansprechpartnerin in der Sammlung Grässlin zur Vorbereitung der dritten Veranstaltung, verantwortet jetzt Christina Korzen als neue Sammlungsleiterin die Organisation in der Bergstadt. Auch ist mit ‚Fürstenberg Zeitgenössisch‘ aus Donaueschingen, vertreten durch die Kunsthistorikerin Antonia von Weichs, der Kreis der Veranstalter um einen vierten Partner gewachsen.

Beim Symposium in St. Georgen nähern sich die Referenten den Fragen zum ‚Wert‘ der Kunst aus verschiedensten Perspektiven. Christian Demand, Kulturphilosoph und Herausgeber des Merkur wird in das Thema einführen. Der Vortrag von Monika Wagner, langjährige Leiterin des Archivs zur Materialikonographie in der Kunst des 20. Jahrhunderts am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg, lautet ‚Vom Wert der Arbeit, des Materials und der Kunst‘. ‚Wer schafft den Wert der Kunst?‘ untersucht Katja Blomberg, Direktorin und künstlerische Leiterin im Berliner Haus am Waldsee. ‚Wie unser Gehirn Überraschung verarbeitet und was das mit Ästhetik zu tun hat‘ erläutert Lars Muckli vom Institute für Neurowissenschaft und Psychologie an der Universität Glasgow. ‚Vom unbekannten Künstler zum Art Branding in 8 Schritten‘ erklärt Dirk Boll, der am Institut für Kultur- und Medienmanagement in Hamburg lehrt und zugleich Managing Director bei Christie’s Continental Europe in London ist. Anne-Marie Bonnet vom Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Bonn berichtet über ‚Wertschöpfungsketten der Gegenwart – wozu Kunstgeschichte?‘. Und aus der Sicht der Kunstschaffenden erläutern die Künstler Daniel Bräg, Marko Luli´c, Tobias Rehberger und Claus Richter ‚Was ist meine Kunst wert?‘ Die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referent-Innen und den Gästen moderiert Stefan Koldehoff von der Kulturredaktion Deutschlandfunk.

Unser >Projektnetzwerk ‚Reden über Kunst'< hat sich m. E. in den vergangen sechs Jahren etabliert und viele Kunstinteressierte aus nah und fern erhielten bei unseren Veranstaltungen spannende Antworten aber auch neue Fragen im Diskurs zur Kunst in unserer Zeit. Dem Ziel, unsere Arbeit für die Kunst in einen überregionalen Kontext zu stellen, sind wir näher gekommen, und es gilt, dies weiter zu entwickeln. Dass dies gelingt, davon bin ich überzeugt, sind doch der konstruktive Austausch und die intensiven Gespräche über Künstler und deren Kunst wie auch zu Positionen in der Kunstwissenschaft mit den Verantwortlichen der beteiligten Institutionen für alle ein Gewinn.

Abbildungen

Abb. 1 Vorbereitung zum ersten Symposium im Skulpturenpark der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil: Heiderose Langer, Wendelin Renn und Astrid Ihle (vlnr). Foto Städtische Galerie

Abb. 2 Heiderose Langer, Susanne Gaensheimer, Astrid Ihle und Susanne Kippenberger (vlnr) bei der Diskussion im Plenum. Foto Robert Hak

Abb. 3 Eine Schwarzwälder Kirschtorte ist Requisit bei der Performance ‚RAUMZWISCHENZEIT‘ von Ingrid Schorscher. Foto Robert Hak

Abb. 4 ‚Pixanfonax‘ mit Emmerich Györy und Jürgen Palmtag erzeugen ‚phantastische‘ Klänge. Foto Robert Hak

Abb. 5 Im farbenprächtigen Ratssaal im Rathaus Schwenningen wird über die ‚Freiheit‘ in der Kunst diskutiert. Foto Horst W Kurschat

Abb. 6 Adrienne Braun, Ulrike Groos, Georg Imdahl und Heiderose Langer (vlnr) im ‚Nachgespräch‘ in der Ausstellung ‚Bridget Riley – Prints 1962 – 2012′ im ‚Lovis-Kabinett‘. Foto Horst W Kurschat

Abb. 7 Jetzt zu viert: Heiderose Langer, Christina Korzen, Antonia von Weichs und Wendelin Renn (vlnr). Foto Städtische Galerie